[.i.]
Hie hept sich an dz lantrecht buch hie nach geschriben.
Vorrede.
Herr got hymelischer vater, durch deine milte güt geschuffest du den menschen mit trivaltiger würdigkeit.
Die erste das er nach dir gebildet ist, dz ist ein also hohe würde der dir alles menschlich kynne ymmer dancken sol, wann des haben wir michel rechte. Vil lieber herre himelischer vatter seyt du uns zu deiner hohen gotheit also würdigklich geadelt hast.
Die anderen würdigkeit da du herr almechtiger schöpffer den menschen czu geschaffen hast das ist die daz du alle dise welt die Sunnen unnd den mond, die sternen und die vier element Feur Wasser Lufft und erdtreich, und die vogel in den lüfften, Die vische in dem wage, die tier in dem walde, die würm in der erde, golt und edels gesteyn, der edlen wurtz süssen geschmack, der blumen liechty farw, der bomen früchten und alle creataure. Das hastu herr alles den mensch en ze dienst und ze nucz geschaffen durch die trew und durch die minne die du zu den menschen hettest.
Die drit würdigkeit das ist das du herr den menschen da mit gewürdet und geadelt hast das der mensch die wirde und die ere, die freude und wunne die du selber bist ymmer ewigklihen mit dir niessen sol. Der welt zu dienst und ze nucz hastu herr dem menschen umm sust gegeben ze einer manug und ze einen vorbild, seit des so vil ist das du herre dem menschen umm sust gegeben hast.
Darnach sol der mensch trachten, wie gar noch unmässig vil gutheit seyen die du dem menschen umb dienste geben wilt. Unnd darumb sol ein yeglich mensch got dienen mit rechtem ernst und mit gantzen trewen, wann der lone ist als über messigklichen groß das nie hercze noch synn betrachten mocht nach nie menschen mundt gesprechen kund noch augen gesehen kund es nie beleuchten noch ore nie gehören das wir got der hohen würdigkeit gedancken und den grossen lone verdienen Des helffe unns der almechtig got
Seid uns got so grosser wirdigkeit geschaffen hat, So wil er auch das wir würdigklich leben das wir einander würde und ere bieten trew und warheit nicht haß und neid einander tragen. Wir sollen mit frid und mit süne under einander leben.
Fridliches leben hat unnser herr unmasslichen lieb, wann er kam selb durch anders nicht von dem himelreich wann durch den rechten fride das er unns einen frid schuffe vor den teuffeln und vor der ewigen marter ob wir selber wollen. Und davon sungen die engel ob der krippe, Da unser herr geboren ward. Gloria in excelsis deo, et in terra pax, hominibus bonae voluntatis. Got herre dein ere in dem himel und gut fride auff der erden allen denen die gutes willen seind. Und do gott hie in erde was, da was das sein anlich wort Pax vobis. Disz sprichet der fride sy mit euch, und also sprach got alle zeit zu seinen iungern und zu anderen leuten. Da bey sollen wir mercken wie lieb der almechtig got die fride hatt. Wann do er von ertreich auff gen himel fure Do sprach er aber der fride sey mit euch, und empfalch dem guten sant Petern das er ein pfleger were über den rechten fride, und gab im den gewalt das er den himel auff schlüsse allen denen die rechten fride hettent. Und welche den fride brechent das er denen den himel verschlusse, Das ist also gesprochen alle die die gebot zerbrechent die, die der almechtig got gebotten hat, die habent auch rechten fride gebrochen. Das ist auch von got billich und rechte, wer die die gebot unsers herren brichet, das man dem den himel vor beschlusse. Seid er uns nun das geschaffen hat und des geholffen hat das wir mit rechtem leben und fridlichem leben zu dem himelreiche kommen mügen. Wann das was nicht vor gottes geburt wie gut, do der mensch in aller welte was und wie wol er tet, so mocht er doch vor gottes geburt zu dem himelreich nicht kommen.
Got geschuff zu dem ersten himel und erde und darnach den menschen den saczt er in das paradeisz, der zerbrach die gehorsamy uns allen ze schaden. Darumb giengen wir irre als die hirtlosen schaffe daz wir in das himelreich nicht kommen mochten hincz an die zeit daz uns got den wege öffnet mit seiner marter. Und darumb soltend wir got ymmer loben und eren von allem unserm hertzen und von aller unser sele und von aller unser macht Das wir nun so wol zu den ewigen fröden kommendt ob wir wellen, das vor manigen patriarchen teur was und manigem heiligen propheten, die gnad und die seligkeit ist uns cristen leuten widerfaren, das wir nun wol dz himelreich verdienen mügen. Und wer des nicht entut und die gebot unsers herren brichet, richet got billich an in und an den den er gewalt geben hat. Das ist der bapst der sol an gottes stat richten hie auff ertreich uncs an den iungsten tag, so wil dann got selber richten übel und gut, klein und grosz, Alles das bisz hinnan dar nicht gerichtet würt.
Und darumb wil man an disem buch leren alle die gerichtes pflegen sollen wie sy ein yegliche sache ze rechte richten sollen nach gottes willen als maniger heiliger man in der alten ee richter was und in der neuwen ee. Und hond also gerichtet dz sy mit irem gericht die ewig fröde hond besessen. und wer anders richt, der sol wissen daz got wil zornigklichen über in richten an dem iungsten tag so wil dann got selber richten übel und gut klein und grosz alles dz hie nicht gerichtet würt. Und darumm wil man an disem buch leren alle die gerichtes pflegen sollen wie sy ein yegliche sache ze rechte richten sollen nach gottes willen als maniger heiliger man in der alten ee richter was und in der neuwen ee. Und hond also gerichtet daz sy mit irem gericht die ewig fröde hond besessen.
Seid nun got des frides fürste ye heisset, so liesz er zwey schwert auff ertreich do er ze himel fur zu schirm der cristenheit, [.ii.] die bevalh got saint Petern beide eines von weltlichem gericht, Das ander von geistlichem gerichte.
Das weltlich schwert des gerichtes das leyhet der bapst dem keiser. Das geistlich ist dem Bapst geseczt daz er damit richte zu bescheidelicher zeit auff einem plancken pfert unnd der bapst sol darauff siczen. So sol im der kaiser den stegreiff heben an dem auff siczen das sich der sattel nicht entwinnde. Da bey ist bezeichnet was dem Bapste widerstee das er mit geistliches gerichte nicht betzwingen mag Das sol der keiser unnd ander weltlich richter betzwingen mit der auchte.
Cap. I.
ls ein man ist in dem bann sechs wochen und einen tag.
Als ein man ist in dem banne sechs wochen und einen tag so sol in der keiser weltlich richter ze auchte thun. Und wer auch in der auchte ist sechs wochen unnd einen tag den sol man ze banne thun.
Das recht saczte sant silvester der bapst und der künig Constantinus sant Helenen sune die das heilig creutz vand. Die zwen sacztent dise rechte und ander recht ein michel teil an disem buch.
Und das ein yeglich cristen mensche das zu seinen tagen kommen ist Das sol drei stund in dem iare das vogtding suchen: der eins und zweinczig iar alt ist so sol er dz vogtding suchen in dem Bistum da er in gesessen ist oder in dem gericht da er gut inne hat.
Cap. II.
Von Constantino dem künig.
Der künig Constantinus der gab Silvestro weltlich gewette zu dem geistlichen sechtzig schilling damit ze zwingen alle die got nicht wolten besseren mit dem leibe das man sy dartzu zwing mit dem gut.
Also sol weltliches und geistliches gericht über einander tragen Was dem einen wider ston welle das helff das ander zwingen gehorsam ze wesen und recht ze pflegen.
Der bann schadet der selen und nymet aber den leib nicht, noch krenket an lantlecht, den volg dem des küniges auchte nach vervestenung, nymmet dem man den leibe, ob er darinne begriffen wirt, und nicht sein rechte sein lange ere darinne ist.
Cap. III.
Von auchten und von bannen.
Und kummet ein man in den banne, von geistlichem gericht Und ist darinne sechs wochen und einen tage, man mag in mit recht vor weltlichem gerichte zu auchte tun, und kummet er vor weltlichem gerichte ze auchte, man tut in vor geistlichem gerichte ze bann, und kummet er ee in den banne ee dann in die auchte, man sol in auch ee ausz dem bann lassen Ee dann ausz der aucht. Kommet er auch ee in die auchte ee dann in den banne, er soll ee ausz der auchte kommen ee dann ausz dem bann. Ein yeglicher richter sol in ausser den banden lassen ee er von der er eren schulden kommen ist.
Cap. IV.
Von den fridlichen tagen.
Es seind vier tag in der wochen die heiliger seind den ander tag, Das ist der dornstag freytage Sampstag unnd Sunnentag.
Der dornstag weyhet den crisam damit man uns zu der cristenheit und zu dem tauff zeichnet.
Des dornstags furt got unser herr menscheit ze himel und öffnet uns den weg da hin der uns lang vor beschlossen was unnd furt mit im manig sele die da vor zu der helle warent gewesen.
Des freitags geschuff got den ersten menschen und ward auch gemartret des freytags durch den menschen.
An dem sampstag geruwet got da er in sechs tagen geschuff alles dz er wolt und was die gröst krafft der ye gewan das er von nichte geschuff alles das himel und erde begriffen hat. Er ruwet auch an den sampstag nach seiner marter in dem grabe
Des sunnentages ward unser herr ihesus cristus gekündet von gabriel unser frouwen sant Maria. Des tages wurdent wir versaumet umb adams missitat die er tet in den paradeisz.
Der sunnentag was der erst tage der ye ward unnd würt auch der letscht tag als wir ersten sollen mit leibe und mit sele Unnd die recht in der welt gelept hond die verendet mit leib und mit sele ze himel und siczent zu rechter seyten unsers herren und habent ymmer und ymmer die ewigen gnade. Und die wider got gelept habend, die varent mit dem teufel in die hel in das ewig feur, und brinnet da ymmer und immer.
Daran gedenckent edlen richter und richtent also das ir gottes gerichtes an dem iungsten tag fraw seyent. Diser vier tage die wir genemmet haben seind geseczet allen leuten zu fride tagen ane die leut die an den selben tagen die untat tund, über die selben sol man in den selbigen tagen richten. Und über den auchter sol man teglichs richten, den ächter beschirmet kein tage.
Cap. V.
Ein ander capitel.
Seyt das nun unser herr got den menschen in so hoher würdigkeit beschaffen hat als hie vor geschriben ist. So hat er auch den menschen die sache gelernet, damit er zu dem himelreich kommen mag zu der ewigen würdigkeit da er den menschen zu erwelet hat, dz ertzeugt man in manigen enden in der heiligen geschrifft. Unnd do er moysen gab die zehen gebot auff dem berg monte synay, do wist er wol daz die leut manigen krieg mit einander würden hon Unnd gab im nit allein die zehen gebot, er gabe im dreutzehen gebot und sechsz hundert gebot. das was nicht anders wann das er davon neme wie man yeglich sach richten solte und nach den selben geboten. Da hond sy alle künig und alle richter nach gerichtet die nach recht mit got richten woltent bisz her in die neuwen ee.
Do sacztent aber die bäpste keyser und die künige ir gericht nach den selben geboten und also stat auch in disem buch keinerley lantrecht nach lehenrecht und keinerley urteil wann als es mit recht von römscher pfaffheit von [.iii.] künig karolen rechte her kommen ist. Und als die bäpste von die keiser zu concilien und ze hofen hond geseczt und geboten ausz dem decret und decretales, wan ausz den zweyen buchen nymmet man alle die rechte, der geistlichen und weltlichen gerichte bedarffe, aber disz buch sagt von weltlichem gerichte. Und darumb heisset dises buch das lantrecht buch, wann alle die lantrecht die hie an geschriben sein die seind über alle lantrecht, und geweret, nach geschriben rechten, und etwa nach gewonheit, wann die fürsten und die stette, hond etwie manigerley gewonheit von den keyseren, und von den künigen. Hie nach saget disz buch mer von guter gewonheit.
Cap. VI.
Von guter gewonheit.
Von guter gewonheit ist die, die ist recht und gut. Das ist rechte gewonheit, die ist die, die wider geistlich recht nicht ist, noch wider menschlich züchten, noch wider menschlich trew und eren, noch wider seligkeit nicht ist. Disz gewonheit heissent statte gewonheit, und auch des landes gut gewonheit.
Gut gewonheit ist als gut als gut geschriben recht, das beweret dise geschrifft die freyen stette.
Scripto et non scripto. Ius civile est quod una queque civitas sibi constituit.
Das heissent bürger recht, wa ein yegliche stat ir selber recht seczet mit irs küniges oder mit irer fürsten willen, und nach weyser leuten rat, und als recht sey, und als hie vor geredt ist. Und mag die gewonheit mit den leuten behaben, so seind sy also gut als geschribene recht.
Was die keyser die künig und die fürsten hond den steten gegeben recht, und die sy selber habend gemachet mit irer gunste die sein recht ob sy ioch geschriben nicht seind, und weren die rechte alle geschriben, das wer darumb gut, das man ir dest minder vergesz, wer die recht in den steten machen wil, der sol sy den weisen leuten für legen, gevallent sy den so sollen sy stät sein.
Id magis erat ut cum aliqua nulla causa interveniente necessitas ingrueret constituendae legis consules in primis ut dictarent et quod dictassent, pro lege tenendum esset, populum interrogarent. Congregatis eum et populus si sibi placebat sua auctoritate debito confirmabat. similiter et verbum plebis. magistratus est quicunque propriam invisionem habeat sed diffusa consuetudinis ius esse putatur ut quod voluntate omnium sine lege voluntas conprobaverit. Item vel consuetudinis, &c.
Cap. VII.
Von den herschilten.
Orienes weissagt hie vor bey allen zeiten wie sechs welte bey Tausend iaren ab nemen solten und in der sibenden welte so solt die welte gar zer gon, und solt der sunnentag kommen.
Nun ist uns gekündet von der heiligen geschrifft
Das sich an adam die erste welte began
An noe die ander
An Abraham die dritte
An Moyse die vierde
An davide die fünffte
an unsers herren cristus geburt die sechste. und diser welte zale ist yeglich bey tauset iaren zer gangen.
Nun seyen wir in der sibenden welte on gewisse zale Wann die sechs tausend iar seind gar vergangen und seind wir in der sibenden welte on gewisse zale. wann die sibende welte stat als lang als got wil, und in der selben weise seind auch die siben herschilt ausz geleget.
Der künig hept auch den ersten herschilte
Die bischoff und die äpte und die die eptissin die da gefürstet seiend die hebent alle den anderen herschilte
Die leyen fürsten den dritten
Die freyen herren den vierden
Die mittel freyen den fünfften
Die dienstman den sechsten.
Und recht ze gleicher weyse als man nicht enweisz wann die sibent welte ein ende nympt also weisz man nicht ob der sibend lehen mög haben oder nicht.
Den sibenden herschilte hept ein yeglich man der nicht eigen ist, und ein ee kint ist lehen recht geit man den nicht der frey vor dem sibenden herschilte ist. Wenne aber der herre der einem geleyhet der hat als gut recht daran als der in dem sechsten herschilt stat.
Doch zweyet sich ir lehen recht als das lehen buch her nach wol bescheiden kan.
Cap. VIII.
Der seines genossen man würt.
Würt ein man seines genossen man sein geburt und sein lantrecht hat er damit nicht bekrenket seinen herschilt hat er damit genidert. Dz ist also gesprochen: die leyen fürsten seind in dem dritten herschilt. Und würt ir einer eines leyen fürsten man der sein genosz ist so hat er den dritten herschilt verloren unnd velt in den vierden. Und würt ein freyer herr seines genossen man der ist in dem fünfften herschilte und vellet in den sechsten, und würt ein dienstman seines genossen man der ist in dem sechsten und vellet in den sibenden.
Das sagt uns das lehenbuch her nach wol, welche recht die habent die in dem sibenden herschilt seind.
Cap. IX.
Von keiser karlis geboten.
Disz seind die gebot des seligen und des heiligen karlen, wer ein getzeugen leiten wölle so sol in der richter sunder nemen und sol in fragen, also sol er den getzeugen allen tun ir einer sol nicht sagen das es der ander höre, wann vor dem richter und vor den leuten und sagent sy geleich umb die sache so hond sy ynen geholffen der sy an gedinget hat, unnd sagent sy ungleich so hond sy im ungeholffen.
Cap. X.
Von getaufften iuden.
Es verbeut got und der bapste und der heilig keyser karel das kein cristen mensche von dem [.iiii.] anderen gesuche nemen sol, das verbot der bapst leo und der heilig karel der keiser miteinander ze rome, do sy beide ein concily hettent. wer sollichs über weiset würt den sol geistlich gerichte ze banne tun und darnach mit der auchte richten als hie vor geschriben ist. So ein mensch ze banne gethon würt wer das weisz und in darnach gemeinsamet, der ist auch in dem bann. Und ist er also lang darinne als hie vor geschriben stat, so kommet er in die schuld, da der bännig selb inne ist.
Cap. XI.
Wie man lant täding haben sol.
Wir gebietent bey keiserlichen gewalt allen den richtern die in dem lande und in den steten seind das sy sich reinen von unrechten gewalt, und wa sy des nicht entund, das müssen wir richten nach unserm rechte. Und wa wir es nicht gerichten mügen, so richtet es got über die an den iungsten tage.
Dem richter ist kein miet geseczet weder umb recht noch um unrecht. Er sol nicht nemen wann sein rechte busz die mit recht im geseczt ist und doch nach genaden. wann der dreyer menschen eines für gericht komment der armen leute und witwen und weysen, und sy einen fürsprechen nement den sol in der richter geben vor anderen leuten und die in dem gerichte siczent die sollen sy hören vor anderen leuten, wer des nicht entut der tut wider got und wider recht.
Cap. XII.
Von zöllen.
Der selig und der heilig keiser karel spricht aber hie also, es sol nieman dheinen zoll nemen, wann der von alter mit recht kommen ist, die im am und nun vatter künig Bippin sacztent, die wellen wir stat haben, und wellent auch fürbasser keinen mer seczen. Und hat yeman keinen geseczt mer den nemen wir abe.
Unnd wer über lant fert und mag er on bruck gevaren in sol meman zolles an muten, wer zoll darüber mutet und nympt, der hat unser huld verloren die sol er wider gewinnen nach unsern gnaden.
Wir verbieten allen denen die in unserm reiche seind, daz sy keinen zolle nemen on unser urlob. Und wer es darüber tut der hat unser hulde nicht.
Wir sprechen das alle zölle und alle münssen die in römischem reich seint die seind eins römischen künigs. Und wer sy wil haben er seye pfaff oder ley, der musz sy haben von dem römischen reiche, und von dem römischen künig, und wer des nicht entut, der frevelt an dem römischen reiche.
Cap. XIII.
Wie man lant täding haben sol.
Wir gebietent bey unnserem gewalt allen herren die lant täding gebieten sollend auff dem lande, das sy es treystunt haben in dem iare, und stande das lant also unfridlichen und als übel so mag man es gebieten über zwen monat alle die in seinem gericht siczent, die sollen sein lant täding suchen, die gut in seinem reiche hond oder mit hause zu seinem gerichte siczent ob sy zu iren tagen kommen seind zu vier und zweintzig iaren.
Als ein herr sein erste lant täding gebeutet so sol er sein botten viertzehen tage in sein marckt und in seine dörffer und auff sein burck, und sol das heissen künden auff welchen tage und an welcher stat er sein lant täding geboten hab als er in hiesz das er bey seinem eyd sag den er im geschworen hat, das er es berüfft hab als er hiesz.
Und wer dar nicht kommet under den leuten die hie vor genemmet seind, die seind der busz schuldig, darnach sol er sein lant täding gebieten. Und wer da beklaget würt und ist er da ze gagen er sol antwürten, ist er da nicht man sol im in den lant tädingen dreystund rüffen, und ist er beklaget umb den totschlag oder umb raub oder umb diepstal oder umb wunden oder umb ander fräffelin so sol der richter ächten und sol dem klager richten auff sein gut. Und ist es umb sein gutte das in seinem gerichte leit umb dhein gülte so sol er in nit ächten, er sol im aber richten auff sein gut das in seinem gerichte leit.
Der richter und die klager die sollen auff dem lant tädingen warten der den da für gebotten ist uncz ze vesper zeit, wer den nicht kommet der ist der busz vervallen, und sol der richter sein busz nemen das ist etwa fünff pfunt etwa minder, ye nach des landes gewonheit.
Man sol auff kein lanttäding reiten mit harnasch wann nach des lant richters urlob und mit seinem willen.
Cap. XIV.
Busz nach gnaden.
Und ist das ein man busz gen uns verwürcket wie die geschaffen ist. und ist sy mit übelem willen verwürcket frävelichen so enmag sy unser richter und wir wol selbs nemen. Und hat sy ein man einfaltigklich und unwissent gethon und verwürcket die busz sollen wir nicht gar nemen wann nach gnade.
Cap. XV.
Von dem der an dem sunnentag feyles hat.
Wie gebieten daz an dem sunnentag nieman nicht veyles habe wann essen und trincken. wer sein gadem auff tut oder seinen krame oder seinen keller das er icht darausz verkauffen wil der ist dem leutpriester fünff schilling schuldig und dem richter also vil.
Ein yeglich feyr tag den man mit dem bann gebeutet ze feyren der hat das selb recht als der sunnentag und die drey hochtzeit Weinachten Osteren und pfingsten.
Cap. XVI.
Der sich des reiches gut underwindet.
Der sich des reiches gut underwindet ze unrechte und wissenlichen und würt er des gemeret mit unseren botten der sol das ze hande wider lon one schaden. und hat er es mit wissen geton So hat er sein trew an uns gebrochen. und hat er da vor uns huld geschworen So ist er mein eyde und trewlosz das sollend wir über in richten nach unseren willen und nach unserem gewalt.
Cap. XVII.
Künigkliche ere und keyserliche ere.
[.v.] Die teutsch cristen kiesen den künig, das erwarb in der künig karle, als das buch saget. wenn er geweyhet würt und auff den stul zu Auche geseczet würt mit der willen die in erwelt hond So hat er künigklichen gewalt und namen. Und als in der bapst geweyhet hat, so hat er völligklichen des reiches gewalt und keyserlichen namen.
Cap. XVIII.
Von keyserlichem gerichte.
Den künig keuset man ze richter über eygen und über lehen, und über yeglichs menschen leib und über alles das für in kummet ze klagen.
Der keyser mag nicht in allen landen gesein und mag alles ungericht nicht verrichten. Davon leyhet er den fürsten, den graffen, unnd anderen herren weltliche gerichte.
An die vierden hande mag kein gericht mit recht nymmer kommen dannen umb blutrünste oder umb den dotschlag richtet oder umb all ander fräfflin richtet in teutschen landen.
Cap. XIX.
Von vier landen.
In teutschen landen hat yeglichs lant seinen pfalentz graffen.
Sachszen hat einen,
Beyren hat einen,
Francken hat einen,
Schwaben hat einen.
Dise vier lande warend hie vor alles künigreich.
Das geschach do Iulius ze rom künig ward und teutsche lant betzwang.
Do wolt iulius nicht, das über alle teutsche lant und römisch reich mer künig were dann er alleine.
Seyd her wandlet man innen den namen und hiesz sy hertzogen do sy die römer betzwungen. Doch behielten sy die fürsten zeman, und die vanlehen under den mannen, seyder habent die keyser beyde fürsten und vanlehen ab gebrochen.
Cap. XX.
Wenn man den künig klagen sol.
Ieglicher richter sol haben busz in seinem gerichte als im dann geseczet ist in seinem gerichte nach guter gewonheit
Es enmag kein richter beyde richter und klager gesein. man mag kein fürsten ampt mit rechte zweyen mannen geleyhen. Geschicht aber es, ir yetweder mag mit recht nicht ein fürst davon geheissen nach gesein. Also mag man weder Marggraffschafft noch pfalentzgraffschafft noch graffschafft die geteilet wer so haben sy ir namen verloren.
Der künig sol mit recht diser herrschafft kamer in seiner gewalt haben iar und tag, er sol sy hin leyhen. Tut er des nicht, das klagen die fürsten und anders das in werre, dem pfalentzgraffen von dem reyne, der ist ze recht richter über den künig. Und davon hat die pfalentz vil eren.
Cap. XXI.
Wie der künig dem reiche schwert.
Als man den künig keuset so sol er dem reiche huld schweren Und sol man in den eyde vier ding nemen.
Das erste ist das er das recht stercke und unrecht krencke, und das er das reiche verstande an seinem rechte, und das reiche alletzeit meren sol und nichtz ermer machen. Disz schreibet der künig an allen seinen brieffen die er sendet Das er dz reich zu allen zeiten reichen sey und nicht ermer mache.
Als der künig auff den stul ze Auche geseczet würt mit dem merern teil der fürsten die in erwelt hon so sol er nymmer mere keynen eyde gesweren umb nichte wann umb ein ding ob in der bapst schuldiget das er an dem gelauben zweiffel.
Unnd ob er ein frawen zu der ee nymmet das gehört hie zu nicht wie dick das geschicht dz gehort hertzu nicht, wann das ist recht. Ob er getzeug sol sein an ein ander sache des sol er helffent sein und sol sagen bey des riches hulden das sol man glauben und umb welche sach ander leut schirmet für die eyde so sol er gelüpte thun das sol man im glauben.
Lamen meuselsüchtige mann und der in dem banne oder in der aucht oder ein ketzer ist, den sollen die fürsten nicht ze künig kyesen, kyesent sy aber disen, die anderen fürsten verwerffent in wol mit recht an der stat da ein hoff hin gesprochen würt, ob man in der ding eins über kommet als recht ist.
Cap. XXII.
Niemann mag lehen on gericht hon er sey dann ein semp frey.
Lehen on gericht mag nieman hon er sey dann semp freye und daz er dem künig hulde schwert nach freyes mannes recht und bey den hulden verpflege wann man getzeuges an in zeuhet.
Cap. XXIII.
Wer zu künig edel genug ist.
Die fürsten sollen kyesen einen künig, der ein freyer herr sey und also freye das sein vater und sein muter frey seyen gewesen und nicht sollen mittel freyen sein, sy sollen nicht sein man wann der pfaffen fürsten man und sollent mittel freyen ze man hon, und hond sy eeweibe zu der ee genommen so man sy keuset, und ist die fraw nicht als frey, so sol man sy nicht kyesen zu künigen wann dz wer wider recht.
Als der künig erwelet würt von welchem land er geboren ist das recht hat er verloren. Er sol haben frenckische recht. und von welcher geburt er geboren ist das recht hat er auch verloren.
Wen man ze künig erwelet der sol sein recht hon wol behalten als hie vor geschriben ist von den richtern und wie die sollen sein so man sy welet.
Die francken haben das rechte, und schlahen sy einen zu tode sy werden den an der tatt begriffen, das man ir eide nemen musz ob sy schweren wöllen das sy unschuldig seind. Und werdent sy an der tat begriffen, so sol man irs eydes nicht nemen so richt man über sy recht als über ander leute.
Cap. XXIV.
Wer über den künig richtet und urteil sprichet.
Dem Künig mag mieman an den leib gesprechen im werd das reich ee verteylet mit der fürsten urteyle. über des küniges leibe und über sein ere mag niemand urteil gesprechen wann die fürsten.
Und kriegt er mit yemant umb [.vi.] gut oder umb ander ding das des reiches ist da sollen über sprechen die fürsten und graffen die freyen und des riches dienstman.
Und ist das ein künig eygen hat so er erwelt würt dz geit er mit recht an das reich ob er wil, lat aber er kind hinder im die erben es mit recht. wann die kinder erbent des reiches gut nicht, und stirbet der künig on kinde und hat er das eygen nicht gegeben an das reich, so erbent es die nächsten erben.
Cap. XXV.
Wer über der fürsten urteyl gerichten mag.
Aber über der fürsten leibe und über ir gesund sol nieman richter sein ee wenn der künig.
Und fert der künig von teutschem lande so sol er einen hofe gebieten in die stat da er recht sein sol, da sol er dem pfalentzgraffen von dem reyne den gewalt geben daz der richter sey an des küniges stat über der fürsten leibe. Und geit er im des gewaltes nichte so hat er nicht recht daran.
Er sol auch alle sein iuden die in teutschem lande seind seinem cantzler empfelhen das ist der bischoff von Meintz, Und empfilhet im der künig der iuden nicht er pfliget ir doch mit recht.
Cap. XXVI.
Des reiches fronbott.
Dem vor dem richter der leyb würt verteylet über den sol nieman richten wann der fronbot, Etwa heissent sy richter Etwa gebüttel etwa anders. und ist ir recht als ir einer nun mannen oder weiben den leib genymmet so ist der zehende sein, den löse man von im als man stat an im vindet. Das rechte sollen sy haben in allen teutschen landen.
Cap. XXVII.
Wie man fronbotten welet.
So der fronbot von dem künig oder von anderen richtern erwelet würt, so sol er den künig hulde schweren, und alle die über leibe schwerent und alle die über leib richtent die sollen frey sein lantsässen freyen, und wenn man in kyeset so sol in der richter nemen bey der hant und sol in seczen auff einen stule und ein küssin sol darauff ligen, und sol im die heiligen auff die schosz seczen und sol schweren das er das recht stercke als ferer er müge ymmer vollebringen und das er seiner herrschafft getrew und geware sey mit allen dingen und ime nicht ensage wann die rechten und gantzen warheit ze allen zeiten. als das geschicht so hat er gewalt ze pfenden und zu besteten ein yeglich gut das mit urteil dartzu kommet. tut aber er unrecht, damit mag er sein leibe und sein gut verwürcken als ein ander man. schwert sol er nicht tragen noch füren. Und ist im yeman rechtes wider so sol er den leuten dar rüffen die sollen ime gerichtes helffen und wer im des wider ist der sol dem richter büssen.
Cap. XXVIII.
Wie man den keyser bannen sol
Der keyser sol noch enmag nieman bannen wann der bapst alleyne das sol tun nicht wan umb drey sache:
Der ist eines dz erst ob er an dem glauben zweivelt,
Das ander ob er sein eeweib varen lat,
Das drit ob er gotzheuser störet.
Das recht hat er so er ze keyser geweyhet würt. und tut er darnach icht einem bischoff oder yeman anders, er sol aber dem pfalentzgraffen bey dem ersten klagen der mag in mit recht wol bannen.
Cap. XXIX.
Wie man den künig kiesen sol.
Als man den künig kiesen wil das sol man tun zu franckfurt oder auff dem plane vor der stat. und lat man die fürsten nicht in die stat, so mügen sy in mit recht kiesen vor der stat. Unnd als sy den künig kiesent, so sol er die stat und die leute ze aucht tun die darinne seindt, ee das er von der stat var. Und als sy in der auchte seindt sechs wochen, so sol sy der bischoff von Meintz zu banne tun. Und als sy darinne seind sechs wochen und einen tag, so sollen sy mit recht alle Bischoff ze bann tun. Und wil der künig, er mag sy bringen in des bapstes bann.
Cap. XXX.
Wer den künig kieset.
Welche den künig sollen kiesen drey pfaffen fürsten, und vier leyen fürsten.
Der bischoff von Meintz ist cantzler in teutschen landen, der hat die ersten stymm an der wal.
Der bischoff von trier die anderen.
Der bischoff von kölen die dritten.
Und der leyen fürsten ist der erste zwen an der stymm zwen welen.
Der Pfalentzgraff von dem Reyne des reichs truchsäs, der sol dem künig die ersten schüssel für tragen.
Der ander an der stymm ist der hertzog von sachssen des reiches marschalk der sol dem künig sein schwert tragen.
Der von trier ist kantzler zu dem künigreich ze arle, das seind drew ampte die gehören zu der kure.
Der drit ist der Marggraff von brandenburg des reiches kamerer der sol dem künig wasser geben.
Der vierde ist der künig von Behem des reiches schenck und sol dem künig den ersten becher bieten.
Doch ist ze wissen das der künig von Beham kein kure hat wann er nicht ein teutscher man ist, aber die vier sollen teutsch man sein von vatter und muter oder von eintwederem.
Und wenne sy kiesent, So sollen sy ein gesprach gebieten hin ze franckfurt, die sol gebieten der bischoff von Meintz bey dem banne, und der pfalczgraff bey reyne sol es gebieten bey der auchte. Sy sollen gebieten zu dem gespreche irer gesellen die mit in da welen sollen. Darnach den anderen fürsten als vil sy ir gehaben mügen.
Darumb ist der fürsten ungerad geseczet: Ob drey an einen vallend Und vier an den anderen das drey den vieren sollen volgen, unnd das minder dem merern volgen das ist in aller kure recht.
Cap. XXXI.
Wie die fürsten kysent einen künig das mercke.
So die fürsten kiesent einen künig, so sollen sy auff den heiligen schweren das sy durch liebe noch durch leit, noch durch [.vii.] gutes miet das in geheissen sey oder gegeben sey noch durch nichte willen das geverde heisse.
Wann als in ir gut gewissen sage und lere were, anders welet dann als hie vor geschriben ist der tut wider got und wider das recht. Und würt ir einer darnach über ret als recht ist daz er gut hat gelobet zu nemen oder hat sy genommen das ist symonie der hat die chure verloren und er sol sy nymmer mer gewinnen und er ist dartzu meineide. disz sol geschehen da der künig einen hoffe hin gebeut, dar sol man dem selben auch gebieten er sey leye oder pfaffen fürste. und kommet er nicht dar er sol im zu dem anderen hofe dar gebieten unnd zu dem dritten und kommet er da hin nicht er sey leyen oder pfaffen fürste man sol in meineyd sagen und künden Und was er von dem reiche hat das ist alles vervallen und sol in der künig ze auchte tun. Und ist er ein pfaffen fürste der künig richtet über in als über den leyen Und schreib dem bapst wie übel er gefaren habe und wie er sein trew an der cristenheit gebrochen habe und dz bewaren vor dem bapste. so das geschicht so sol in der bapst von allen seinen pfefflichen eren seczen und sol sein bistum einem anderen Bischoff leyhen und sol darnach leben als in der bapst heisset leben, wann der bapst völligklichen gewalt hat so mag er im gnad tun und mag im sein bistumb wider lassen und sein pfefflichen ere das stat an seinen gnaden. würt der künig der selben schuld über kommen so ist er ze unrecht an dem reiche, da sol man in umb beklagen vor dem pfalczgrafen von dem reyne. Nieman mag getzeug sein umb die schulde über in wann die fürsten sy seyen geistlich oder weltlich.
Cap. XXXII.
Wie man fürsten ampt empfahen solle.
Des reiches fürsten sollen keinen herren hon der ein ley sey von dem sy lehen hond wann den künig allein. und seind sy keines leyen man on den künig so mügen sy nicht fürsten gesein.
Es ist kein vanlehen davon ein man fürst müg gesein er empfahe es dann mit sein eines hande von dem künig. was ein man vor im empfangen hat und empfehet das ein ander man fürbas von dem selben empfahet, so ist der vordrest nicht an dem lehen davon mag er nicht ein fürste da von geheissen.
So man sprichet princeps dz sprichet in teutsch der vordrist empfaher, wann ein man der ein lehen empfahet von einem der es vor im hat empfangen der heisset nicht der vorderist an dem lehen er heisset der ander an dem lehen, und mag nicht geheissen princeps ein fürste.
Cap. XXXIII.
Von dem zepter lehen.
So man bischoffe kieset oder äpte oder äptissin die gefürstet seind die mögen nicht kein lehen geleyhen ee daz sy von ir lehen und ir rechte empfahent von dem künig.
Der keiser sol leyhen allen geistlichen fürsten ire recht mit dem zepter, und allen weltlichen fürsten mit dem vanen.
Der künig sol dhein vanlehen in seiner gewalt haben iar und tag, er sol es hin leyhen.
Cap. XXXIV.
Von des küniges gewalt.
In welche stat der künig kummet die in dem reich leit, das ist die weil und er darinne leit die münsse der zolle und das gericht ist sein.
Er sol auch alles das richten das in der stat und in dem lande ze richten ist an das begeret ist ze richten. Das sollen die richter richten voll auss die des begunnen hond ze richten.
Cap. XXXV.
Von des küniges rechte.
In welche stat oder lant der künig kummet, so sol man im antwürten die gefangen die da inne seind. Und sein bot sol sy heischen, und wer sy seinem botten versagt den sol er ze auchte tun. Der künig sol auch den recht tun die auff die gefangen klagent, oder er ist nicht ein rechter richter.
Cap. XXXVI.
Item wie man lant täding haben sol.
Aber achtzehen sol ein yeglicher fürste und ein yeglich herre der gericht von dem künig empfangen hat sein lant täding haben.
Kein herr sol sein lanttäding nicht haben noch gebieten auff einen feyer tag, ein yeglich man wirt mit recht überig das er sin nicht ensuchet.
Kein herr mag keinen fronbotten hon er sey dann frey, unnd sol dartzu belehenet sein zu dem minsten mit einer halben haube, die selben sollen die leut töten und anders niemant. Wer anders yemandt tötet da wirt der richter der es tut vor got schuldig an dem blut und an den leuten.
Cap. XXXVII.
Wie lang man gerichtes warten sol.
Man sol gerichtes warten von der zeit als die sun auff gat bisz zu mittem tage, und ist der richter da, wer den dar nicht kummet der ze recht dar kommen sol, der würt wettehafft. Und kumpt der richter dar nicht so würt nieman wettehafft, und ist yeman dar gebotten, der ist des für gebottes ledig und auch des tages.
Cap. XXXVIII.
Wa hin der künig gebieten sol.
Fünff stete ligent in sachssen, da der künig hoff hin gebieten sol,
Die erst zu Gruna
Die ander ze Goszlar
Die dritte ze walhausen
Die vierd zu altensteten
Die fünffte ist zu merspurg, da sol der künig mit recht hofen
Siben vanlehen sein in dem lande ze sachssen, Das hertzogtumb ze sachssen, die pfalentz, die marcke zu brandenburg, Die lantgraffschafft zu Türingen, und die ze Meichssen, Die marck ze lücze, Die graffschafft Ascherleven.
Es seind auch zwey ertzbistum in dem lande ze sachssen, und fünfftzehen andere Bistumb. Dem von madenburg ist underton der bischoff von Munburg unnd der von [.viii.] Merspurg und der von meichssen und der von brandenburg und der von hafelbergen und der von camine.
Der bischoff von meintz hat drey under im in dem land ze sachssen, den bischoff von halberstat und von hildeszheim und den von balbrunnen.
Dem von cölne ist underton der von Sewbruck der von minden und der von münster. Der ertzbischoff von grem hat under im den bischoff von Subegke und von zwirin und den von rattspurg.
Cap. XXXIX.
Wie der künig in allen steten hoff gebieten sol.
Der künig gicht er sol in allen steten da bistumb inne seind seinen hofe gebieten. Da kriegten etwen die pfaffen fürsten wider, die hand ir kriege nun lassen.
Er sol auch seinen hoff gebieten ze franckfurt und zu nürenberg und zu ulme und in anderen steten die des reiches seind da mag er wol gebieten sein gesprach mit recht.
Cap. XL.
Wie der künig hoff gebieten sol.
So der künig wil einen hoff gebieten über sechs wochen und sol in den fürsten und anderen herren künden mit versigelten brieffen, sy sollen hofe suchen zu teutschen landen und nit fürbas. Wer des hofes nicht suchet der ist dem künig eines gewettes schuldig.
Der fürst wettet dem künig hundert pfunt der münsse die er von dem künige ze lehen hat Und het er mer münsse dann er sol im der besten und der schwersten geben die er von im ze lehen hat.
Ein freyer herr wettet dem künig fünfftzig pfundt, unnd hat er münsse von dem künig ze lehen die sol er im geben in den selben rechten als die fürsten. und hat er nicht münssen von dem künig so gebe im des bischoffs münsse in des bistumb er siczet.
Ein mittel frey xx. pfundt seines bischoffs münsz in dem recht als hie vor geschriben ist.
Und der dienstman zehen pfundt und darnach aller hand leute zehen pfunt
Disz ist also geseczt versaumet ein man den ersten hofe er geit disz gewette. Versaumet er in zu dem andern mal es geit es ander stund, versaumet er den dritten hofe der künig sol mit der fürsten urteil den fürsten ze auchte tun der sollen zu dem minsten siben sein Und also sol man ye den man ze auchte tun mit seinen genossen. umb die schulde hat ein yeglich man das recht als er sechs wochen und ein tag in der auchte ist, das man in mit recht in den banne tut. Das recht hat der bann hinwider wie man über die auchter und über die verbannen leute richten sol oder welche recht sy hond das ist hie vor geschriben.
Das gewette ist aller richter gewett nicht, man wettet yeder richter nach seinem recht oder nach guter gewonheit. man sol auch einem yeglichen man sein laster büssen nach seiner geburt und nach seiner würdigkeit, man sol nicht achten in der busz wer der man gewesen ist, man sol achten wer der man yemitten ist.
Cap. XLI.
Wie leyen fürsten hofe seind gebieten.
Ein yeglicher fürst hat nach seines landes gewonheit bussen. Also hond auch ander herren busse und auch die richter nach ir gewonheit. Doch sagen wir die alten busse, die die künig den herren geseczt habend.
Cap. XLII.
Merck ein ander capitel von den leyen fürsten.
Daz sämlich leyen fürsten die das recht hond, das sy hoff gebietent für sich selb. Das recht habend sy von den künigen wenn sy hoff mit recht gebieten sollen das sollen wir euch sagen. Ist es ein hertzoge oder ein leyen fürste, und siczent Bischoffe in seinem fürsten ampt die sollen seinen hofe suchen.
Also sprechen wir, ob die stat davon er ein heisset in seinem fürsten ampt leyt. wie vil er anders gutes in seinem lande hatt Davon suchet er seines hofe nicht. alles das recht das der künige hat gen den die seinen hoffe nicht suchent, das selb recht hat auch der hertzog gen den die seinen hofe nicht suchent. Disz recht habent gemeinklich alle leyen fürsten an iren hofen die mit recht gebieten sollent.
Ein leyen fürste mag einem andern leyen fürsten nicht hoff gebieten, ob er das recht hat daz er auch hoff gebeutet. Und hat ein fürst des rechten nicht, und hat er gute und bürge in seinem lande oder stete, er sol mit recht seinen hofe suchen.
Disz selbig recht hond sy auch umb graffen umb freyen und umb dienstman die sollich gut in irem lande habend da bürge und stete seind. haben sy ander gut in irem lande so seind sy ledig mit recht, das sy zu recht ir hoff nicht suchen sollen. Und sein sy in teutscher sprach nicht gesessen oder das sy in acht tagen nicht dar kommen mügen sy seind des hofes mit recht ledig, sy sollen aber dar senden ir geboren dienstman. Und als der herre den hoff verendet, so sol er dar gon, und sol für seinen herren loben das ers stat habe als ferr er müge, und sol was guter ding zu dem hofe geseczet sey. Und ist das ein herre dar nicht kommen mag von ehaffter not, der send seinen dienstman dar und heisz die not beweisen mit seinem eide Und so der hoff ein ende hat, so thu als hie gesprochen sey. der frey herr sende seinen eigen man, Der mittel frey sende seinen eigen man, der dienstman seinen mog, die tuen als ir vordern.
Cap. XLIII.
Item von den ertz bischoffen.
Wie ertz bischoffe gebietent irn sende mit recht den die in irem ertzbistumb siczent, und habent das recht hin zu in das die fürsten hin zu den handen die ir hoffe mit recht suchen sollen, wann so vil das die leyen fürsten mit der auchte betzwingent dz sollen sy mit dem banne zwingen. Sy gebietent auch wol allen denen [.ix.] Bischoffen die da in ertzbistum gehörent.
Cap. XLIV.
Von cristelichen dingen.
Under bischoffen die under ertzbischoffen seind die gebieten mit recht cristeliche ding.
Sy gebieten mit recht dar allen den menschen fürsten und allen den herren die in ir bistumb gehörent und allen cristen leuten die zu iren tagen kommen seind die xxv. iar alt seind Und wer dar nicht kommet das richtent sy mit dem bann als hie vor geschriben ist, und als das decret und decretal sagen.
Des künigs hofe und der fürsten hofe seind durch fride und durch gnad geseczt der cristenheit. Davon sol man sy geren suchen und sol auch geren behalten waz man da gebeut die seind, und die cristelichen ding die seind den selen ze nucz geseczt und das man da leret wie man cristelichen gelauben sol behalten und wie und was man glauben solle Und wie man den glauben mit cristelichem ding und mit guten wercken erfollen sol. wann gut glauben on gut werck ist vor got ein totes ding, Und gut werck on gut glauben dz ist vor got also.
Cap. XLV.
Von Marggraffen und pfalczgraffen.
Ein yeglich Marggraff und pfalentzgraff, hond sy auch nicht fürsten amptes die fragent auch mit recht die leute bey iren hulden so sy an dem gericht siczent.
Also man newlich einen frid geschworen hat so sollen sy fragen bey dem eyde als der frid geschworen sey.
Cap. XLVI.
Von eygen.
Dienstmannes eygen mag nymer kommen in den künigklichen gewalt noch ir herren gewalt, noch auss ir gotzheuser gewalt ob sy sich verwürckent an irem recht.
Nach eygener leut eygen dz vallend ir herren an der sy eigen seind. man sol aber den klageren davon gelten und besseren und dem richter sein recht busz geben und den leuten da von gelten.
Cap. XLVII.
Hie nach geschrieben vindestu von hohen dienst leuten.
Dienst man nement erb und erbent als frey leut nach allem recht, es mag aber ir eygen nicht gevallen auss irer herren gewalt ob sy nicht erben, sy mügen auch ir eygen nicht gegeben noch verkauffen wann wider ir genossen das disz buch als lüczel sagt von der man recht. Dz ist davon das ir recht ist so manigfalt.
Die pfaffen fürsten die habent dienstman die habent ein recht. Der äptissin dienst man die gefürstet seind die habent ein ander recht. Der leyen fürsten dienst man habent sunder recht davon künnen wir nicht wol bescheiden ir aller rechte. Der künig und der pfaffen fürsten die habend in umb ir erberen dienstman ein recht genommen.
Ob des reiches dienstman eines geistlichen fürsten dienst weibe nymmet, ob kind da werdent das sy die teilent miteinander. Das ist ein gewonheit die sol man wol behalten. Nymmet auch eines pfaffen fürsten dienstman des reiches dienstweibe, die kinder hond das selbig recht, und die kind erbent vater und muter eigenlichen. Das erste kint das da würt, es sey knab oder maget, dz ist des gotzhausz. Der gewonheit mag der künig nicht gemachen mit den leyen fürsten. Das ist davon, das sy dienstman des reiches seind, davon mag der künig seinen dienstman nicht genidern. Wann geb er sy in der leyen fürsten gewalt so het er sy genidert.
Cap. XLVIII.
Hie nach geschriben vindest von dreyer hand freyer leut.
Hie sol man hören dreyer ley frey leute, welche recht die haben.
Es heissent eins semp freyen das seind die freyen, herren als fürsten, und die anderen freyen ze man hond.
Das ander seind mittel freyen, das seind die, die der hohen freyen man seind.
Das dritt, seind gebauren die frey seind, die heissent frey lant sässen.
Der hat yeglicher ir sunder recht.
Cap. XLIX.
Von dreyer hand freyen leuten merck als wir her nach wol sagen künden.
Es ist niemant semper freye, wann des vater und muter semper frey warend, die von den mittelen freyen seind geboren, die seind mittel freyen.
Und ist ioch die muter semper frey und der vatter mittel frey, die kind werdent mittel freyen. Und ist der vater semp frey, und die muter mittel frey, die kind werdent auch mittel freyen.
Ingemius das sprichet in latein, der höchste frey, und
Libertinus, mittel freye,
Liber, der lantsässen freye,
der hat yeglicher sunder sein rechte, als wir hie nach wol sagen.
Cap. L.
Von dreyer hand freyen leuten.
Welcher man von seinen vier anen, das ist von seiner alten mutern zweyen, und zweyen alten vätern, und von vatter und von muter un bescholten ist an seinem recht, den enkan nieman geschelten an seiner geburt, er hab dan sein recht verwürcket.
Cap. LI.
Von fünffer hand kind merck.
Ein rechte frauwe mag gewinnen fünffer hand kinder.
eines das ir genosz ist,
sy mag gewinnen einen mittel freyen Also ob ir man ein mittel frey ist,
sy mag gewynnen einen lantsässen Freyen ob sy den zu ir leget.
Sy mag gewinnen einen dienstman ob sy den zu ir legt.
Sy mag gewinnen einen eigen man ob sy einen eigen man zu ir legt.
hie von sey genug geredt.
Cap. LII.
Der seinen genossen kempfflich ansprichet.
Welch semper freyer man ein sein genosz anspricht ze kampff der bedarff zewissen, seine vier anen, und musz sy auch nennen ob yener wil den er da an sprichet und an gesprochen hat, und [.x.] nemmet er in nicht er geweret in wol kampffes. Wer den ansprichet kempfflichen und engat er im mit recht er musz dem büssen den er angesprochen hat und auch dem richter.
Disz sprich ich nicht umb den totschlag, wann da gehöret nur leib wider leib.
Cap. LIII.
Wie man beweret dz nieman des andern eigen sey ze rechte.
Got hat den menschen nach im selb gebildet des sol im der mensch gnaden sagen. Er hat auch den menschen mit seiner marter von der hell erlöst, des sol in der mensch loben gröszlichen.
Got begeret von uns nichtz wann rechtes leben, damit haben wir im gedancket aller seiner arbeit am rechten glauben und an rechtem leben gewinnen wir des gottes reiche. Nun lassend euch nichtz verwundern das disz buch so lützel saget von dienstmannen recht. Wann ir recht ist so manigvalt das sy niemand wol ze ende kommen mag und der yeglichem bischoff und apte und äptissin die gefürstet seind haben die dienstman sunderlich recht under leyen fürsten habend sy auch sunderliche recht. Davon mag man ir aller rechte nicht underscheiden wann yeglicher hab sein sunder recht als im dann sein herrschafft gebe.
Des reiches dienstman hond sunderliche recht. ir sollend wissen das nieman dienstman haben mit recht enmag Wann das reich und die fürsten, wer anders gicht er hab dienstman das wissent der saget unrechte. sy seind alle ir eigen die sy hond on die hie vor genemmet seind. ein yegliches gotzhausz mag wol eigen leut haben. alle dienst leute heissent mit recht eigen leute, man eret sy mit disem namen, darumm daz sy der fürsten eigen seind.
Es enmag mit recht nieman eigen leute hon wann das reich und die gotzheuser die fürsten die freien herren und die mittel freyen.
Wer dienstman ist der enmag mit recht nicht eigener leut gehaben, ein yeglich man der selb eigen ist mag nicht eigener leut gehaben Und hat er leut die er im ze eigen sagt die seind seines gotzhausz des eigen er ist oder seines herren des er ist.
Do man des ersten recht saczte do waren die leut alle freye, da unser vordern her ze land komen do waren die leut alle frey. Wann in der alten geschrifft vinden wir nicht dz yemant des anderen eigen wer also sy. Nun sprechendt semlich dienst man die sich nicht besser verstond noch wend verston zu den leuten zu den sy sprechend sy seyend ir eygen, das mit nicht mag gesein das dheyn dienstman eygen leut müg gehaben. der sprichet halt du bist mein recht eigen ich thun ausz dir waz ich wil, das sol nicht sein nach enmag auch durch recht nicht gesein
Was sagend semlich leute die der warheit irre gond das sich eygenschafft hub an Caym, do er seinen bruder Abell schlug, des enist nichtz wann Chayms geschlechte ward vertilget do die welt von wasser zergieng. und wer da yemandt eigen gewesen der wer doch verfaren, wann es beleib niemant in der welte wan Noe und sein süne und ir weibe die warend nicht einander eigen.
Man sprichet das Noe siner süne einen dem anderen gab. die eigenschafft zergieng auch seid, als wir euch hernach wol bescheiden.
Auch sagen semlich leut daz sich eigenschafft an hub an Ismahel abrahams sune. die heilig geschrifft heisset Ismahel der dirnen sun. dz ist war wan er was Abrahams chebssun er het in bey seiner dirnen kebszlich, davon was er niemandz eigen.
So sagent semlich leut das eigenschafft kam von Esaw. das enist nicht. herr Iacob und Esaw warend ysaacs süne und trug sy ir muter miteinander in irem leibe. Do die zeit kam das sy ir genesen solte do wurdent die kind miteinander ringen in der muter leibe und kam Esaw ee an das türlin ee Iacob, do gefieng Iacob esaw bey dem fusse der ee an dem türli was der kam ee zu der welt, ysaac was Abrahams sune.
Bei den zeiten gab got den segen und det den leuten die genade das sy den eltisten sune ir geiste und sele einbliesen so sy ir minn wolten hon, dise zwen brüder wurdent miteinander kriegen umb den segen.
Esaw behept mit recht den segen wann er die welt sahe ee sein bruder. Die muter ward Iacob holder dan Esaw und was ir leit das Esaw den segen solt hon. Disz fugte sich also eines tages das Esaw von dem veld kam und hungert in sere, er hiesch ze essen do was nicht bereites da, da het die muter behalten ein schüssel mit leinsen. Sy sprach zu esaw, wilt du deinen bruder den segen geben den du von deinem vater haben solt so geben wir dein bruder und ich dir ein schüsseln mit leinsen die gut seind. Esaw gedacht was wirret mir das, dz schadet mir nicht an meinem recht. Er sprach zu der muter, Nun gib mir die leinsen und hab im mein bruder meins vatters segen. die muter was des fro und gab im die leinsen, er verkauffet sein seld umb ein kleines gut.
Also thut noch heut vil maniger der geit seld umb ein kleines gut. das kummet von grosser geitigkeit die die leut haben nach gut. Wie Iacob der segen ward, und wie das sein muter fügt, wer das lesen welle der less die Biblen da vindet er es in Iacobs historie.
Nu sprechen semlich leut davon das Iacob der segen warde davon weren seine geschwüstergit sein eigen. enist nicht. nach enfinden wir nicht in der alten geschrifft das yemant des andern eigen sey.
Wir vinden auch in unserm lantrecht buch daz sich nieman ze eigen mag geben, er mag es wider sprechen mit recht. Wir haben auch urkund mer das got geschuff in sechs tagen den himel die erd und alles das darauff ist und darunder, unnd darnach ruwet er den sibenden tage, die sibenden wochen gebot er zu halten und dz sibende iar der losung so sol man ledig und frey lonn alle die gefangen warendt und in eigenschafft getzogen waren. an dem fünfftzigosten iare so dz kame das hiesz der fröden iare so musz aller mänigklich ledig und frey sein er wölte oder enwölte, do [.xi.] was aber nieman eigen.
Auch gab unns got urkundes mere an einem pfenning do in die iuden mit ob er und versuchtent sein iunger dem keyser von irem leibe zeinsz soltent geben. Do sprach unser herr ihesus cristus zeugent mit des keisers pfennig die iuden teten das, do sprach unser herr lond den keiser seines bildes walten also und gottes bilde gebent got. Das meint unser herr also, das die sele got an gehöret von dem leyb und gottes ist, und von dem gut sollen wir got dem herren dienen. Davon gab unser herr ihesus cristus von seinem gesinde dem römischen keyser einen pfenning ze zeins, damit machet er nyemant eigen.
Wir sollen den herren darumb dienen das sy uns beschirment Und als sy die leut nicht beschirment so enist man in auch dienstes nicht gebunden.
Nach rechter vorcht so hat sich eygenschafft erhaben von zwangsalm und von fangnüsz von memgen unrechtem gewalte die die herren von alter her in unrecht gewonheit getzogen hond und die herren haben dz für recht.
Nun ist in gestat das wir in der heiligen geschrifft nicht vinden daz nieman des anderen eygen sol sein. Nun haben es die herren mit gewonheit dartzu braucht das sy es mit recht haben wellen, das recht weisz got wol und die heilig geschrifft in der man das recht nicht vinden kan das im got ergab der er von erste ye gedacht oder ye in die gewonheit bracht.
Cap. LIV.
Ob ein dienstman wenet er hab eygen leut merck also.
Hat ein dienstman des er wenet eygen leute die mag er nicht frey gelassen sy bestond in nicht, sy seind des herren eygen des er ist one die vier dienstman die disz buch nemmet.
Kein pfaffen fürste mag seinen dienstman frey gelassen, er mag einen wechssel wol mit im tun umb besserung, und numpt er ein bösers der bischoff der nach im kommet der nymmet seinen wechssele mit recht wider.
Cap. LV.
Der eygen leute freye lasset das merck also.
Hat ein herre sein eygen leute freye der behebet frey lantsässen recht, er mag fürbasz nicht kommen an seiner freyheit Und ist das davon das er eygen ist gewesen. Und lat einem leyen fürsten seinen dienstman freye der geboren ist von ritterlicher arte der behebet mittel freyen recht.
Cap. LVI.
Do zwen herren eygen leute gemein hond.
Und ist das zwen herren eygen leute mit einander gemeyn habend, und lat der ein herre einen menschen freye oder mer dann eins on des anderen wissen und on sein urlob des hat der ander keynen schaden. Wann welches er da frey hat gelassen on seinen willen die seind denne ymmer des anderen herren mit recht eigen gar, damit ist ime die frävelin gebüsset.
Cap. LVII.
Wer ein weybe freye lat das merck also.
Hat ein herre sein eigen man freye und er wil in darnach nit Eren als da vor daz er gegen im nicht wil auff ston und den hut nicht wil gegen im ab ziehen, oder im ein ander schmahe tut die disem gleich ist, so mag er in mit recht wider vorderen und über zeuget er in salb dritte er musz sein eigen sein als ee. Wil aber der laugnen das musz der herre nemmen ob er nicht salb dritte ist.
Cap. LVIII.
Der ein weib frey lat.
Wer ein weibe frey lat also: hat ein herre ein sein eigen weibe und geheisset er ir er welle sy frei lassen Und stirbet der herre ee dz beschehe so ist sy frey, und trüge sy ein kint yemitten do er ir den geheisz tet, dz kind ist auch frey und alle die kind die sy immer mer gewinnent.
Cap. LIX.
Ob ein frey fraw iren eigenen man zu ir leget.
Und ist das ein frey fraw iren eigen man zu ir legt, man sol ir das hapt abschlahen und man sol den man verbrennen ze tode.
Und würt ein kint geboren von in beiden das ist auch nicht frey es erbet auch nicht seiner muter gut noch keines seines moges gut. Und was der kind ist die habent auch nicht rechtes dartzu, das sy yeman icht getun mügen umb dhein missetat.
Cap. LX.
Wie man eigen leut verlieren mag.
Wer eigen leut hat und kommet eins in seinem dienst in siechtumb und wil im der herre in seinen nottürfften nicht ze statten kommen und vertreibet in von seiner hilffe und von seinem hausz offelichen und kummet im nicht ze hilffe do er im wol gehelffen mocht und würt es gesund der mensch ist yetzund frey und ledig.
Cap. LXI.
Ob sich ein freyer man an ein gotzhausz geit.
Und wil ein freyer man sich selb an ein kirchen ergeben dem heiligen der da haupt herre ist, das mag im niemantz erweren noch enwenden weder künige noch keiser noch dhein sein moge.
Und ist das ein freyer man sich an ein gotzhausz ergeben wil das mag im nieman geweren, wann sein erben mit den sol er sein gut teilen also das im der besser teil werde das geit er doch got wol, disz sol er tun mit dem verkund. Und wer des gotzhausz herre ist der sol im einen brieffe machen und man sol in versigeln mit des gotzhausz sigel ob er es hat.
[.xii.] Und man sol an den brieff seczen sechs gezewgen oder siben oder mere ob man wil. die geczewgen sullen es alle gesehen unnd gehort han und sol denne immer stet sein.
Welcher freyer herre sein gute an ein goczhaus geit und leyhet Im das Goczhausz herre das gut zu seynem leybe umb eynen zeins und gibt im eynen brieff und insigel dz ist den stat, und mag im seyne erben noch yemant anders gebrechen. Und ist das er stirbet der dyse gabe also hat gegeben unnd hat er süne hinder im gelassen die sprechent an dz gute und yebent ir vatter gab nie nichtz an das gotzhaus und gab auch nie brieff dar, so sollen sy die brieffe zeugen, Und lebent die noch die an dem brieff stond sy sollen schweren auff dem altare das sy das hortent und sahent und da bey waren daz es ir vatter tet als da vor geschriben ist, Das gotzhausz damit hat behebet. und seind da getzeugen tod die an der hantfesty standen, die toten helffen als wol als lebend.
Das ist davon recht das die insigel daran hangen. Und hanget nun ein insigel daran so ist es doch stat, und die das gotzhausz habend an gesprochen die sollen dem gotzhausz büssen mit als vil gutz als das gut giltet ein iar das sy da ansprechent. dz ist davon geseczet das sich ein man hüt vor unrechter ansprach, wann der mag er wol engelten. Und ist aber das der brieff verbrunnen oder sunst verloren ist so sollend die erben die es angesprochen hond der sol einer dar gon und sol füren mit im den fürsprechen und die unversprochen leut seind. Und sollen die schweren das ir vatter das gut an das gotzhausz nie gabe noch nie brieff dar über gabe, und als das geschicht so habent die erben das gut behept mit recht.
Cap. LXII.
Wie eygen leut frey werdent.
Nun ob ein weibe eins herren eygen ist die nymmet manne und würt kindes schwanger ir herr ist frey und lat sy ledig und sy würt auch freye wann der herr lat sy ledig und frey. Ob dz kinde frey oder eygen sey des fragen wir einen meister von dem lantrecht der hiesz Marcellus der den künigen halff vil guter lantrecht machen.
Wer sprichet also daz dem kinde nicht enschade do es die muter empfieng von seinem vatter ob sy do eigen was geit es got das es frey ist so es geboren würt.
Cap. LXIII.
Das sich ein weyb zu eigen geit das merck also.
Und geit sich ein fraw zu eygen die frey ist und tregt sy yemitten kinder, welche kinde eygen oder freye seind des fragen wir.
Der meister sprach also, den kinden sol ir unedlin nicht schaden ee sy geboren werdent. in welchem recht die muter zu der weil ist In dem selben recht seind auch die kinde. wir haben wol in der geschrifft das nieman eygen sol sein. Doch ist es also dar kommen von gewalt und von zwangknüsz das nun recht ist daz eigen leut seind, doch enmag sich kein freyes mensch ze eigen geben und versprechen, es seind erben es sol ze recht nichtz sein. Nieman mag eygen leut gehaben wan goczhüser und fürsten und freyen, alle dinstman haissent aigen, an der geschrifft davon mügen sy nicht eigen leut gehaben.
Gehört ein dinstman an ein Goczhaus unnd gicht er hab eigen leut, die seind seins gottes hausz eygen. Hat ein fürst eygen dinstman und gicht er hab eygen leut, des ist nicht, sy sind seines herren.
Cap. LXIV.
Welcher dinstman eygen haben müg ze eygen mit recht.
Die geistlichen fürsten unnd weltlichen fürsten ampt die seind von ersten gestifft mit vier fürsten ampten: mit einem kamerer, mit einem schencken, mit einem truchssessen, mit einem marschalck. Die vier müssent von erste recht frey leut sein die mügen wol mit recht eygen leut haben, und mag das kein dienstman behaben das sein vorderen freye waren do sy sich gaben an das fürsten ampt oder ob er sich selber daran geben hat ob er freye was die habent mit recht wol eigen leute. Dise leute sollen sein die höchsten freyen oder mittel freyen.
Die fürsten ampt seind mit fürsten und mit anderen dingen gestifftet. Und geit ein frey herr sein eigen leut an ein fürsten ampt die seind nicht dienstman sy seind des fürsten eigen, sy habend dienstmannes recht nicht als wir hond gesprochen von den fürsten ampten. Also ward auch das reiche gestifftet von ersten.
Cap. LXV.
Wer eigen leut frey mag gelassen.
Ein kint das nicht sibetzehen iar alt ist das mag nicht sein eigen leut frey gelassen noch gemachen noch kein sein vogte noch kein sein pfleger. Wer es aber tut so hat es kein kraffte.
Wir haben es in der geschrifft das kein tegon kind nieman frey gelassen mag er sey dann zweintzig iar alt, so sprichet man etwa nach gewonheit sibetzehen iare und die iungkfraw sechtzehen iare alt, so machent die iungkfrawen auch wol frey leute. tunt aber sy es vor disen iaren iunckherr oder iunckfraw sy mügent wol so sy zu disen iaren kommen seind ir leute wider vorderen und seind ir eigen mit recht.
Lex essencia impedit libertates. Das ist da von geseczet das die kintheit nicht wicz hat, die kinde mügen es nicht getun on ir pfleger.
Cap. LXVI.
Der kinden eigen leute zu frye hin geit.
Wer den kinden eigen leut hin geit ee sy zu den iaren komment als hie vor geschriben ist, die gewinnent sy wider als die fraw, Wann dz sy darumb nicht schweren sollen.
Cap. LXVII.
[.xiii.] Da kind vor iaren eygen frey lond.
Und latt ein kind seyn eygen leute frey under disen Iaren daz hat nicht kraft. der unsinige ist und der wüste ist und der so thumbe ist das er seyn gute in ander leute gewalte hatt gegeben, die mügen ir leute nicht frey gelassen.
Cap. LXVIII.
Der seynen eygen knecht zu tode erschlecht dz capitel merck also.
Die meister sprechent also, die dise lantrecht gemacht hannd den küngen zu liebe und den leuten ze nucze. Wer seynen eygen knecht zu tode schlecht on schulde und on gerichte, das er in mitt grossem recht got sol gelten und dem richter büssen ob man in beklaget vor eynem richter, man nimmet im billich seynen leybe darumb danne ob er ein frawen schlug.
Cap. LXIX.
Der eygen leut frey latt.
Und ist das ein herre bey seinen erben nicht enist zu den zeiten und er sein leute eins oder mere frey lat und der herr stirbet ee er zu seinen erben kommet, wen er frey hat gelassen der ist mit recht frey. Und wöllent es die erben nicht glauben so sol einer dar gon und sol zwen zu im nemen in den eyd die er da frey liesz damit hond sy ir freyheit behept.
Cap. LXX.
Dem sein eigen leut enttrinnen.
Und hat ein herre eigen leut unnd fleihent zu einem anderen herren oder wa sy fliehent Und kommet der herre dar oder sein bot man sol sy wider geben one wider rede. Wöllen sy des nicht entun so sol er sy von im treiben und sol sy lenger nicht behaben so ist er ledig, und tut er entweders so sol im sy der richter gewinnen wider. Und enttrinnet im dz mensch so musz er yenen besseren des das mensche was nach gnaden. Unnd ist das sy von im seind gevaren ee das er sy vorderet mit gerichte so beleibet er on engaltnusz.
Cap. LXXI.
Von eygen leuten.
Der sich versaget und ein herr sprichet er sey sein eygen und er hab sich im ze eign ergeben, des mag er wol entschuldiget werden. ist es vor gerichte nicht beschehen so hat es kein krafft.
Cap. LXXII.
Ob sich ein freye ze eigen wil ergeben.
Und wil sich auch ein freye ze eygen geben das ze versprechent wol sein mag von vatter und von muter. und als sy es einist wider redent so mag er sich für das nymmer mer ze eigen geben.
Cap. LXXIII.
Gewer an eygen leuten.
Wer die gewere an eynem menschen hat der hat besser recht daran denne der, der gewere nicht enhat. Und sol sein gezeugen leyten vor yenem der der gewere darbet.
Cap. LXXIV.
ie nach geschriben merck also wie man richter welen sol.
Ieglich weltlich gericht hept sich von Chure. das ist also gesprochen das kein herre den leuten sol richter geben keinen wan den sy welen an dem sollen diser dinge dheines sein die wir hernach nennen.
Er sol nicht meineyd sein.
Er sol auch nicht in der aucht nach in dem banne sein.
Er sol auch nichtz ein iud ein ketzer ein heide noch ein ungleubiger sein.
Er sol auch ein eekind sein.
Er sol auch nicht ein gebaur sein.
Er sol auch nicht lam sein an henden nach an füssen.
Er sol auch nicht blint sein.
Er sol nicht ein stum sein noch ein tor.
Er sol auch nicht under eins und zweintzig iar alt sein.
Er sol auch nicht über achtzig iar alt sein.
Welcher ding eins an dem richter ist der mag mit recht nicht richter gesein.
Ein yeglicher richter sol vier tugent an im haben. Dei selben vier tugent heissen die Cardinales fürsten über alle tugent.
Das ein ist die gerechtigkeit.
Das ander die weiszheit.
Das dritt stätigkeit.
Das vierd die masse.
Ein richter sol gerechtigkeit also haben das er durch lieb noch durch miet noch durch vorchte, noch durch hasz nicht entü wan das recht sey. Er sol auch syn starke das er sein hertz also starcke halt das es dem leibe nymmer gerate das wider das recht sey. Und ist das, das hertze einen krancken mut gewinnet, so sol der leib also starck sein das er den bösen mut wider stande, wann die tugend für alle tugent gont.
Der bösem mut widerstat und bösem gelust.
Ein richter sol also starck sein das er leib und gut wagen sol das er das recht beschirme.
Ein richter sol auch witzig sein und weisz dz er daz übel von dem guten und daz gut von dem übelen gescheiden künne, kan er das so hat er rechte weiszheit Ob er das übel lat und tut dz gut. Da bey so ist er ein weyser richter.
Die besten tugent sol er haben das er got fürchten sol und das er trew und recht lieb haben sol und all unrecht ding lassen sol, so ist er ein wider richter.
Er sol die masse haben also das er das weder durch recht noch durch unrecht nymmer so unmässigklichen zoren sol gewinnen das er wider das recht nymmer icht getu. Er sol nymmer so zornig werden wie gewaltig er sey oder wie hoch er sey das er nymmer keyn unkeusches wort gesprech oder yeman schelt.
Er sol nit ze gech noch ze treg sein am gericht Er sol auch mässig sein an essen [.xiiii.] und an trincken unnd an allen dingen die der masse wol zement.
Die vier tugent seind also tugenthafft das eyne on die anderen kein frommen ist. Und wer der tugent eine zerbrichet der hat sy alle zerbrochen.
Die vier tugent zimment allen richtern wol und allen herren und allen den, den gericht und gewalt got gegeben hat auff dem ertreich. Und sein des gewisz welche herren unnd welcher richter der vier tugent nicht enhat den hasset got und miszvellet weysen leuten. Und welcher richter unrecht urteil geit oder anderen leuten gestattet das sy unrecht urteilen tut er das durch vorcht oder durch liebe ode durch guts willen der verleuret gottes hulde, Vor welchem gericht sprechent die richter nicht urteile das ist darumb geseczet daz sy nicht alle weisz leut seind, Und das vil gewonlicher ist das under den leuten alle die vor im seind vil weyser leut seind den er ist.
Keinem richter ist nicht gut geseczt ze nemen wann sein rechte busze. Wer anders richter seczet wann als hie vor geschriben stat der tut wider got und das recht.
Welcher richter gut nimmet von einem der unrecht hat und wider einen nimpt der recht hat, der tut recht als Iudas, der verkauffet das unschuldige blut und das recht blut unnd nam darumb unrechtes gut. Also hat der richter gethon der hat seinen bruder verkauffet umb ein wenig gutes, das sol er wissen das er gottes hulde hat verloren. Und ist das in got ermanet das er es wider tun wil, So sol er dz gut das im yener gabe umb das unrecht, Das sol er dem nicht wider geben der es im da gab, wann er es im darumb gabe das im der richter unrechtes hulffe und dz recht vertilgete. Davon gab er es süntlich und schantlich, do nam es der richter als unrechte und als übel, davon sol es im nicht wider werden. Es sol der richter dem wider geben dem da unrecht geschach, Im ist der richter halt schuldig ze gelten allen den schaden der im geschach also von seinem unrechten gericht. Davon sollen sich die richter hüten das sy nieman kein unrecht tuen noch gestatten ze tund.
Ein yeglich man der richter ist wil er sich gegen got rechtvertigen so sol er sich bedencken wa er gut ze unrecht genommen hab, und wem er gut ze unrecht verloren hab dem sol er das gut wider geben nach recht oder nach liebe. wir haben von den richtern genug gesprochen welcher müg gesein oder nicht. Das selbig sprachent auch wir von den fürsprechen.
Cap. LXXV.
Von fürsprechen.
Und alles das was wir haben gesprochen das an den richtern sol sein das sol auch an den fürsprechen sein als an den richtern, wan das sy gut wol nement umb ir wort und anders nichtz. wann ob sy arbeit hon ob sy über velt sollen gon durch yenen oder ob sy kost hond die sol er in geben durch den sy varent. Er sol niemantz wort sprechen wann der recht habe, und sagt im sein gewissen dz er unrecht habe er sol sein wort nicht sprechen.
So helt das unser lantrecht in gebeut im es der richter er musz sein wort sprechen, das sagend wir nicht das es recht sey es ist ein gewonheit.
Wer dz wort sprichet der unrecht hat der mag sich kaum bewaren das er recht gefare gegen got. Hilffent der dem mit seiner kunst der da unrecht hat das ist wider got. er sol sich also hüten er sol den richter bitten das er in ee lasse sein wort sprechen. tut er es nicht so sol er nicht anders sprechen wann als yener im saget oder als er von anderen leuten höret und der ist dem richter seiner zungen schuldig oder ze lösen mit zehen pfunden. Und saumet auch ein fürsprech einen de recht hat mit wissen pder mit willen Der ist gegen got und und yenen als vil schuldig als vil er im verloren hat. Und ist das er eines mannes wort sprichet und von yenem gut empfangen hat oder im gut gelopt ist und disen versaumet des wort er da sprichet durch der miet willen. Der hat auch nit minder gesündet dann als iudas der got verkauffet und verriet wann er hat seinen bruder verkauffet wann wir sein alle in got geschwüsterget an einander.
Er hat auch sein zungen verkaufft und sprichet in yener an des wort er ungetrewlich gesprochen hat vor dem richter Und mag er in es salb drit überzeugen er sol im seinen schaden zwivach wenden als ob im das gut worden sey in seinem schirme Und ist dem richter schuldig seiner zungen oder ze lösen mit zehen pfunden.
Er sol armer leut wort durch got sprechen. Und tut er des nicht gerne das ist wider got und der richter mag es im gebieten mit recht dz er armer leut wort sprech.
Und bittet ein man den anderen das er sein wort spreche vor gericht und sagt im alle sein heimlich über die sache Und sy komment für den richter und yener selb gegen den die sache selb ze handelen ist der nymmet den selben fürsprech den der da gebetten hat und im sein heimlich gesagt hette, Weder mag er sein ze recht über werden oder nicht. wir sprechen also: gat yener dar und sagt dem richter das im des mannes widerstreit sein heimlich gesagt habe, Und wil des der richter nit glauben so sol yener dar gon der im sein heimlich gesagt hat und sol schweren auff den heiligen das es also sey, in sol es der richter erlassen mit recht daz er sein wort icht sprech. Und sol im gebieten das er yenes wort spreche der im sein heimlich gesagt hat. Disz recht ist recht an geistlichem recht und weltlichem. Und sprichet ein man eines menschen wort umb ein sache und hat es im sein heimlich gesaget und würt die sache auff geschoben mit recht, der fürsprech mag [.xv.] mit recht umb die sache nimmer mer wider in gesprechen.
Cap. LXXVI.
Von den ratgeben.
Nun sollen wir sprechen von den ratgeben, und ist das ein man also weyse ist das er den leuten gut rat geben kan. Und bittet in ein man das er im red umb sein sache. er ist im nicht schuldig rat ze geben umb sunst, er mag sein gut darumb nemen mit recht also das er im auff dz recht rat so ist er im des gutes und geheisz schuldig, und würt im der rat nicht nücz er sol im nicht geben. Und geit er yenem rat der da wider in ist an der sache der hat als vil schulde als der valsch fürsprech von dem wir hie vor gesprochen haben.
Er sol auch armen leuten rat umb sunst geben das ist er in vor got schuldig, von rat geben haben wir hie vor mer und hernach.
Cap. LXXVII.
Welche man ze getzeuge verwerffen sol.
Wir sollen euch beweysen wer nicht getzeug mag gesein. die kind die nicht zu iren tagen kommen seind zu viertzehen iaren und weybe wann umb eelich sache die wir hernach wol nennen, und buben und die so tumbe seind das in ir freund ir selbs gut an gewinnent vor gericht die ire pfleger seind und es mit tumbheit dar zu bringent, Und auch die unsinnig seind und blinden und toren und die da nicht gehörent und die tummen und die da verbannen seind und die verachttet seind und ketzer, unnd meineyd leut ob sy des vor gericht über zeuget seind, die mügent alle nicht getzeug sein.
Cap. LXXVIII.
Von den getzeugen.
Disz ist von den getzeugen hie vor ist gesaget wer zeug mag gesein oder nicht, umb welche sache der man getzeug ist da sol er nicht gutes umb nemen darumb er für den richter kummet, der sol yenem seines rechten helffen über den er da schweren sol, der mag in da verwerffen mit recht daz im gut geheissen sey und gegeben. und laugent er des daz im gut geheissen sey noch geben des sol er sich entsagen mit seinen zweyen vingern oder er sol in über reden salb dritt die das wissent das er im gut gehiesz und er das lobet ze nemen oder das er es empfangen habe, als er des überzeuget würt so sol er dem richter büssen mit einer busz einer fräfflin, die ist etwa ein pfunt etwa ein halbs pfunt oder fünff schilling.
Er sol ein iar sein dz er keines mannes getzeug mag sein noch weybes.
Es ist ein grosz untat wer gut darumb nimmet das er einem man rechtes helffe oder unrechtes.
Cap. LXXIX.
Wer über frey leut urteil sprechen sol.
Frey leute unnd des reiches dienstman unnd der fürsten dienstman die mügent über all frey leut herren und über anderen frey leute wol getczeugen seyn und urteyl über sy vinden.
Aber die dienstman die ich hievor genennet han die mügent dreyer ding über frey leut nit gezeugen seyn, das es an iren leybe oder an ir ere oder ir erbgut. Da sullen ir genossen umb sprechen.
Dz wir sprechen an ir ere das meynen wir also: ob man einem an seynen eyde sprichet oder an sein eewerck oder das man giecht er sey nit gelaubig, oder das man yn saget von der cristenheyt das er die ding getan habe die uncristenlich sind, der ding man nyemand den andern überczeugen, wann der seyn genosse ist.
Cap. LXXX.
Wer ze recht urteyl vindet.
Der Römsch keyser ist gemeiner richter über yeglichs menschen kind unnd über all leybe und gut.
In welcher stat schopfen sind die süllend urteyl geben über yeglichs ding unnd nyemand anders. Unnd ist das man sy schuldiget sy haben unrecht urteyl gegeben das soll man sy beklagen vor dem höhern richter.
Das ist der von dem richter dz gerichte hatt. Unnd wer da wirt überredt das er eyn unrecht urteyl funden hab mit wissen dem schlecht man die hend ab, oder er löß sich mit pfennig als hievor geseit ist. Wer zu eynen schopfen erwelt wirt das erbet sey sune. Unnd ist er zu seynen tagen nit kommen so sol er seynen vatter mag an seyn stat seczen, hatt er des nicht so secze er seyn mutter mag dar. Die süllen all wiczig leut seyn als man sy best haben mag. Unnd hat er des nicht er verlewret das erbe unnd man nyemet eynen andern. Dz ist davon, wann yeglich gericht weyser leute nicht enberen mag.
Die schopfende süllendt haben sunder benck oder stüle da sy auff siczend, sy süllen auch urteyl siczend vinden, unnd ständt verwerffen, dz sol eyn yeglich man tun. Unnd hatt er nit sunes, der den schopfen stule erbe, so erben in sein nächster vatter mag.
Cap. LXXXI.
Wer vor gericht urteyl sprechen sol.
Wa schöpfende sind, die süllen urteyl sprechen über ein yettlich ding unnd nyemand anders, der richter unnd die schopffenden süllen weder hauben, noch hütt, noch hüttlin, noch kappen auffhaben, noch hendtschuch an haben. Die menttel süllen sy auf den schulttern haben, one waffen süllen sy syn, es sey denn das sy not darzu zwing. urteyl süllendt sy vastendt vinden über yegliches menschen leybe, das ist recht das man über keynes menschen leib urteyl sol sprechen für die weile das der man hat gessen oder getruncken der urteyl sprechen soll dz enist nicht recht. Er sol nychter seyn der über eynes menschen leybe urteyl sprichet, das sol man vor allen gerichten behalten, und [.xvi.] wer eyn bissen isset, unnd urteyl über die leut spricht, er wirt vor got schuldig an dem menschen.
Wer urteyl sprichet, der mag sy mit recht siczend vinden, und wer urteil verwirffet der sol aufstan, oder er wettet dem richter. wer dem richter wettet, der sol es ständ tun. Wer dem klager wettet pfenning oder ander busse dz sol er stend tun, unnd wer das nit tut der wettet dem richter sein busse. Man sol dem klager wetten Ee dem richter.
Dem richter yeglich man sol antwürten auf den man klagt. kan er die sprach, antwirt er nit, so sol im der richter gebietten drey stund das er antwürt, unnd antwürt er im denn nit, so richtet der richter vir sich nauch der schulde als recht sey, unnd er wettet dem richter sein buß, darumb das er nit wolt antwürten. Und kan er der sprach nit, so sol im der richter eynen virsprechen geben, der seyn sprauch kinde. Ob der da nicht ist, hat er dann eyn ungetat getan, die man gesehen hatt, die sol man erzeugen, und sol die richten als recht sy. und vindt man die diepheit bey im, unnd hat das eyn man gesehen, der schieb das auff yn, unnd berede das er das sahe, daz er dz stale, also sol man alle diebheyt bereden, die man sicht stelen. Vindt man nicht bey im, unnd mag man auch keyn untatte erzeugen auff die yemant gesehen habe, so sol man in behaltten uncz man im gewynnet eynen der seyn sprauch kan. Unnd hat aber yeman in gehört die sprach geredet da er ynne gefangen ist unnd mag man in des überzeugen mit drey mannen, so richtet man hin zu im als ob er antwürtet, hat er seyn recht behalten als vorgeschryben stat.
Cap. LXXXII.
Von den czwölffen die gerichtes helffent.
Es ist etwa gewonheit das man zwölff manne nyemet die dem richter helffent richten, und die heyst man schöpfenden, die selben süllen weyß leut seyn, die selben süllen vor gericht urteil geben unnd vinden unnd nyemant anders. Es soll ir yeglicher auf eyner banck siczen, unnd soll urteyl vinden umb eyn yeglichen sach.
Zerhellent die czwölff under eyn andern umb eyn urteyle, so sol ye die mynder menigin der merrer volgen.
Sy ziehent auch wol ir urteyl an den höhern richtern, das süllen sy tun als an disem buch gesprochen ist umb ein verworffen urteil die fürbas gezogen wirt. Da sol der richter nit mer umb fragen dem die urteil funden ist zu nucz, der latt sy nit abe so sy fürbas gezogen wirdt. Sy enmag auch der richter noch der sy funden hat ab gelaussen on yenes willen, dem sy da czu gutte gefunden ist.
Cap. LXXXIII.
Von fürsprechen.
Fürsprechen mag ein man wol embern ob er wil, und will er sich des schadens verwegen der ime davon beschicht als ein man nicht fürsprechen hat so mag er selb sprechen, das im schad ist des erholet sich ein man mit einem fürsprechen wol. Was er selb sprichet dz sey im gut oder schade das musz stet sein. Und sprichet sein fürsprech icht das im schad ist und des er in nicht hiesz sprechen er mag sy wol wandel hon mit einem anderen fürsprechen. Und schuldiget in der fürsprech das er in das hiesz reden, da tue er seinen eide für oder der fürsprech überzeug in es salb dritte, so musz er den schaden hon wann er seinen schaden selb geret hat.
Der richter sol gemeiner richter sein allen leuten und urteil sol er nicht selb vinden und sol auch nicht kein widerwerffen. Höret er ein urteil sprechen die in nicht recht duncket und mer leute wann in, der sol drey zu dem minsten sein die sol er wenden als ferr er mag. Und mag er ir nicht erwenden, er dinget wol die urteil an den herren von dem er dz gericht hat. Und hat er ioch die minderen volge so tut er es doch wol, also tut auch ein yeglich man mit recht wol.
Cap. LXXXIV.
Wie man recht erkauffen sol das merck also.
Nun ob ein man sein recht nicht anders behaben mag er geb dem richter gut unnd anderen die dartzu gehören und da vor genennet seind. wir raten im ee das er sein recht verliere das er sein gut ee gebe. Es ist besser ein wenig geben dann ein michel teil verloren. er geit es ungern wann er möcht er sunst recht hon gewunnen er het im nicht gegeben. Davon hat er es kein sünde, die habent tötlich sünde die sollich gut nemen. Da möchten sich alle die gerne da vor hüten die mit gericht umb gond. Wan Salomon der weisz sprichet also, minnent das recht alle die das ertreich richtent, des bedürffent die richter wol.
Cap. LXXXV.
Wer ze haut und ze har wol gerichten mage.
Es mag mit recht kein gebaur richter gesein noch nieman der sein recht verloren hat. begegnet aber ein tat die minder ist dann fünff schilling von diepheit oder von raube, da mag man wol einen vogt umb kiesen da doch des küniges banne ist, der darüber richtet. Ich mein also: wa der richter nicht enist der umb wunden richtet es sey in steten oder in dörffern, wa man anders richtet dann hie geschriben ist, der würt schuldig an den leuten.
Cap. LXXXVI.
Wer über menschen blut richter gesein müg.
Ein vogt ist mit recht lehen, wann wa man richter nemen sol die sol man nemen nach der leut kur.
Wer des bannes nicht enhat von [.xvii.] dem künig der mag nicht gerichten wann ze haut und ze har.
Disz bescheiden wir also: hat ein pfaffen fürst gericht von dem künig der mag nieman davon keynen bann geleyhen daz es den leuten an ir leibe oder an ir blut vergiessen gange. Und empfilhet er einem richter also sein gericht daz er über die blutreunse richtet, er würt schuldig an allen den die ir blut vergiessent unnd wil er recht tun so sol er den richter zu dem künig senden dem er sein gericht sendet und leyhet und mag der dar nicht kommen so sol der pfaffen fürste seinen botten zu dem künig senden daz er seinen richter den banne an einem brieffe senden und ist auch recht. Der ding bedarff ein leye nicht der gericht empfahet von dem künig, der leyhet seinen ban wol dem richter, Und der richter mag fürbasz nicht geleyhen.
Und hat der leyen fürste sunderlich gerichte da man über menschen blut richten sol, den sol er ir yeglichem seinen banne sunderlichen leyhen. aller hande klag und an alles ungericht mag der richter der den bann hat wol gerichten was in seinem gerichte ist one ob man auff ein eygen klegt, da mag er nicht gerichten noch kein richter wann auff der rechten ding stat. Das ist also gesprochen: wa das eigen leute, da sol man auch darüber richten.
Da bey des künigs bann mag man wol richten. Wer den banne einist empfahet der bedarff in anderwerb nicht empfahen. Ob der künig stirbet ist er dennocht an dem gericht der den bann von dem künig empfangen hat, so der künig tod ist so hat er den bann dennocht mit recht. Würt aber im das gericht genommen doch die weil der künig lept und sol er anderwerb richter werden nach des küniges tode so hat er in alle die weile und er richter ist.
Cap. LXXXVII.
Wie der richter eeliche ding gebieten sol.
Es mag kein richter eelich ding gebieten on seinen gebüttel die das ding ze recht sollen gebieten.
Da sol man den gebüttel des ersten urteil umb fragen also, ob er das ding gebotten hab als es recht sey und soll den gebüttel fragen ob er mit recht verbieten solle überbruche und alle unczucht. So sol der richter fragen ob es wol an zeyten sey, wer zu dem dinge nicht komen sey zu der zeyte, ob man im beydten solle, des sol er noch alles den gebüttel fragen der sol erteylen.
Und ist die dritt zeytte des tages hin so ist wol zeytte das man das dinge suchen solle, das heyssent leyen tercie zeyte, wer darnach denne nicht komet ze hand, der sol dem richter wetten, darnach menglich klagen mitt fürsprechen das im were.
Ain yeglich man mag wol klagen und antwürtten one fürsprechen ob er sich schadens will verwegen und vertrösten der im davon geschicht. versprichet er sich one fürsprechen des mag sich ein man nicht erholen er musz den schaden hon. Hat er einen fürsprechen und missespricht er, er mag sich wol erholen mit einem andern.
Wenn der man fürsprechen nimmet so sol in der richter fragen ob er one seines fürsprechen worte welle iehen und sol er sprechen ia. Und als er den fürsprechen nimmet So musz er stat hon was der fürsprech sprichet. Das ist nicht gewonheit das man frage obe er an seines fürsprechen worte wel yehen.
Dz ist nach der leut gewonheit als der man fürsprechen genimmet so sol er im nicht offenbar sagen er sol im zu ronen was er wil.
Der fürsprech sol im gesprachs geren das sol im der richter erlauben, Und wil er ze lang sprechen der gebüttel sol in gebieten das sy wider für den richter komment.
Es mag nieman gewidern er musz fürsprech sein in dem gerichte da er inne wonhafft ist oder da er gut in hat nach gewonheit, on über sein weib unnd über seine kinde und über seinen mog und über seinen man über seinen herren und über seinen toten, ob er in die klag an ir leibe und an ir gesinde oder an sein eeweib gat, das man eynen menschen von der cristenheit welle sagen oder meyneid wel sagen.
Cap. LXXXVIII.
Weltliche und geistlich leut an einander beklagen sol.
Wir sprechendt wa der man rechte vorderet da sol er auch recht nemen on geistliche leute, die klagent wol vor weltlichen gerichte und man musz sy beklagen vor geistlichem gerichte on umb ein sache. und ist das ein geistlich man einen leyen beklaget vor weltlichem gericht umb gülte Der richter sol im richten und wil er im sein pfenning ze hant geben oder gute pfand dz sol er nemen und der ley beklagt den geistlichen man wol vor weltlichem gericht und der richter sol im richten mit recht, über den geistlichen man, aber nicht wann umb gülte.
Cap. LXXXIX.
Ob ein fürsprech stamlet.
Und geit der richter einen stamleten man zu fürsprechen daz ist wider das recht. geschicht aber es, was er misse spricht des hat er dheinen schaden des wort er sprichet. Ein yeglicher man mag wol fürsprech sein in teutschem land vor allem gerichte den man an seinem rechte nicht beschelten mag als hie vor gesprochen ist.
Cap. XC.
Wen der fronbot behalten sol.
Wes der klager vor gerichte schuldig würt oder der auff den die klag gat da sollen sy bürgen umb seczen ob sy nicht gutes in dem gericht hond.
Wer nicht bürgen hat den sol der fronbot behalten. Wen der man zu fürsprechen nimmet der sol sein fürsprech sein umb alles das, dz er des tages ze schaffen hat, er werd [.xviii.] im denne mit recht benommen ob einer dem anderen nicht ab wil gon.
Cap. XCI.
Wie man einen richter fragen sol.
Wir sprechen es müg ein yeglich man seinen schaden wol verschweigen ob er wil und das gericht hat aber sein vorderung hin zu yenem der den frid gebrochen hat darnach und die schuld ist. Der richter sol fürsprechen geben dem der sein zu dem ersten begeret und disem darnach auff den die klag da gat und sol die klag lassen für kommen ee das er keinen fürsprechen mer gebe. der richter sol gemein leut fragen umb ein yegliche sach, das meinen wir also daz er nicht bey dem ersten frag, Der leut freund oder ir moge der die sach ist wann dz wer geverlich an dem richter.
Welcher urteil der richter des ersten fraget die sol man auch des ersten finden beyde dem klager und dem auff den die klage da gat. ein yeglich man mag wol gespraches begeren so man in ansprichet und sunderlich umb ein yeglich sache.
Cap. XCII.
Ob man einen man verachten will.
Wer vor gerichte verklaget würt, ist er da nicht, man sol in furtädingen einist der anderist dreystund dz ist der leyen recht Und kummet er nicht für man auchtet in nicht, umb kein klein sol man den man verachten, wan umb das im an den leip gat oder an die hant. das man niemant verachten sol oder urteil über in sprechen sol im werde dann fürgebotten, das sol man bewären mit dem buch Scolastica historia. Da vindet man es da man lyset von unser herren marter. Die iuden sassen ze rat wie sy unsern herren ihesum cristum gefiengen und sandten ir amptleute zu im das sy in gefiengen. sy kommet zu unserm heren. Er sprach, suchent ir mich, ir vindent mich nicht und da mugent ir nicht komen Da was dye zeyt dennocht nicht komen. mich suchent vil leute nach meiner urstende mich leiblich nicht vindent sy vindent mich aber götlich. Ihesus Cristus erbot den botten also gut rede und also weyse rede das sy dannen giengen und sein nicht fiengen wanne sy funden kein schuld an im. Die botten komen hin wider zu den Iuden fürsten und zu den richtern und sprachen: er ist ein prophet. sy sprachen zu den botten: warumb fürten ir in nicht mit euch.
Do sprachen sy: es redet nye kein mensch so weyse rede als er da redt, wir funden kein schulde. da sy strafften die botten, Unnd sprachen: ir seind auch verleitet, wölich fürst Und wölich herre solt an in gelauben wir sullen in verachten so ist er allen leuten erlaubz zu an greyffen. Do sasz ein bider man under in der was ihesus freunt heimlichen, der versprach in wa er mit fug mochte, der hiesz Nicodemus. Der stund auff und sprach also: wir haben in der ee und in dem lantrecht das man nieman verachten sol noch verdamnen noch verurteilen man sol in ee hören und sein red auch vernemen. Dz ist also vil gesprochen, man mag über nyeman urteile gesprechen man gebiet im ee für. das sprach er got ze liebe unnd in dem sinne ob sy in selb gehöret hettent und sein weise rede das er vor in beliben were als vor den botten. Sy sprachen zu Nicodemo: wir hören an deiner rede wol das du bist ein galileus und bist verleytet von einem seinem iunger und bist seiner iunger einer. Man sprichet er sey ein prophete. Nun merckent die geschriffte, die sprichet also: von galilea stat kein prophet mer auff.
davon sol man nieman verachten noch verurteylen man lade in ee für und klag in einer.
Cap. XCIII.
Wie man umb gülte richten sol das merck also.
Und klaget ein man umb gülte dem sol man für tädingen als hie vor geschriben stat. Und kummet er nicht für darumb sol man in nicht achten, Im sol der richter richten hin zu seinem gut wa dz leit in seinem gerichte und sol sein busz da von nemen ob es da ist. Disz ist recht vor allen richteren und an allen steten sol man dem klager sein gülte unnd sein busz vor dem richter geben. Und bebristet an dem gut icht das sol dem richter gebresten und nicht dem klager unnd ist das man pfendet umb gülte, das sol man wol behalten achttag unverkauffet und unverseczt. Und wil man es ausz bürgen man sol es ausz geben unsz auff das selbig zyle.
Etwa ist gewonheit das man anders damit wirbet dz ist nach der leute gewonheit. Und kummet der man in den zeiten nichtz und das pfand unverwandelet ist, er fert für den richter und entschlecht er sich der schulde nicht, er ist der gülte schuldig so das pfand verkauffet würt. Unnd würt da icht über, man sol es yenen wider geben und gebristet icht man sol in anderwerb pfenden es ensey dann das in eehafft not lasse.
Cap. XCIV.
Welches die fürgebot seind das merck also.
Der einen man beklaget in einem gericht und der richter nicht da heimen ist, der fronbot sol im fürgebieten als recht ist, unnd als der richter kummet so sol er im richten ze hande und man sol im nicht mer für gebieten, wann die für gebot seind der fronbotten und nicht der richter. Kein richter mag nieman für gebieten es ist nicht seines amptes. Ein richter sol ein richter sein und nit ein fronbot, wenn der richter ein tag für geit oder ein gebüttel für gebeut und kummet der richter dar nicht da verleuset nieman sein recht mit.
Cap. XCV.
Wie man busz verdienet gegen dem richter.
[.xviiii.] Der nicht envolget und nach wone einen man an schreit von gerichtes halb und sein recht nach recht nicht enfüret so er der klage beginnet, oder einen man kämpfflichen an sprichet, oder der einen man vahet und in der mit recht engat, oder der zu auffgeleiten tagen dinget ze rechter zeite nicht kummet oder gar versaumet, oder aber vor gerichte icht sprichet, oder tut das wider das recht ist und geit und giltet nit gewunnen schulde die vor gericht gewunnen würt und gewettet ist. Umb disz yegliche sache da wettet er den richteren. disz busz stat ye nach der leut guter gewonheit umb alle schuld da der man sein busse mit gewinnet da hat der richter sein rechte zu und gewett an. Doch wettet man dem richter dick umb unzucht die man tut vor gerichte, da der klager noch der auff den die busse da gat kein busz angewinnet.
Cap. XCVI.
Der gut an sprichet.
Sprichet ein man gut an und würt darab geweyset mit rechte er beleibet on busz und on gewette die weil er sich des gutes underwindet nicht. Und underwindet er sich des gutes on gerichte und ist ein frid bey den zeiten geschworen so ist er ein fridbrecher unnd es gat im an die hant. Ist aber kein frid geschworen so busz mit pfenningen nach guter gewonheit. wer gewette oder busz nicht geit zu rechten tagen der fronbot sol in pfenden und sol es verseczen ze hant oder verkauffen ob er ein gast ist den dz gelt sol. Ist er nicht ein gast man sol das pfant behalten siben tag Der es dann nicht enlöset so sol man es verseczen oder verkauffen.
Man sol kein pfant an die iuden seczen wann mit yenes willen des es da ist, es ensey dann also ferr dz er in an gedinget hab, so ist es recht.
Cap. XCVII.
Von auchten.
Ir sollend wissen das alle die gerichte die weltlich seind die musz man von einem römischen künig empfahen, davon mag nieman yehen das ein gericht sein eigen sey. Wer das sprichet der spricht wider das recht, davon ist das geseczt.
Und tut man ein man zu auchte vor eim richter als er darinne ist sechs wochen und einen tag, Man bringet in auff das nächste gerichte wol ze auchte, also tut man von dem gerichte aber an ein anders, also tut man wol ze auchte in allen gerichten die von dem römischen künig lehen seind.
Cap. XCVIII.
Wa der man umb sein eigen richten sol merck also.
Umb alle die sache da man den man umb beklaget hat, ist er da ze gagen, da sol er umb antwürten on umb sein eygen da sol er umb antwürten also das buch hie vor sprichet. Und umb lehen da sol ein man darumb antwürten vor seinem herren. das recht saczt Constantinus und sant silvester.
Cap. XCIX.
Von aucht schaczen.
Wer in als vil aucht kommet als hie vor geschriben ist der ist yeglichem richter seines aucht schaczes schuldig. das ist darumb geseczt daz man die aucht fürchte und schier davon komme. Als der man sechs wochen in der auchte ist und einen tag so sol der richter sein gewisz botschafft dar senden zu dem geistlichen richter daz er in ze banne thü also sol der geistlich richter tun den weltlichen richter. Und als im die botschafft kummet so sol er in in die auchte tun, man mag auch verbannen einen yeglichen man in yeglichem geistlichem gerichte der in dem banne ist sechs wochen und einen tag.
Cap. C.
Wer vor gericht nicht antwürten wil.
Und ist das einem man fürbotten würt dreystunt und kommet er an die schranne dem da für gebotten ist und höret wol das im für gebotten ist, Und wil doch nichtz antwürten und behapt der der im fürgebotten hat sein drey täding, der richter sol im richten und was er geklagt hat und sol in in die aucht tun.
Es sey dann umb gülte da sol man nieman umb auchten. Der richter sol sein gewonliche busz nemen und kommet er für von dem hie vor gesprochen ist und wil ausz der auchte kommen unnd ist yener nicht ze gagen da der in ze auchte gefrümmet hat, der richter mag in mit recht nymmer ausz der auchte gelassen als umb der schulde. das kommet von der fräfflin die er gröszlichen begieng do er vor gericht was und nicht antwürten wolte und von der grossen verschmachte die er an dem gericht gethon hat. Und kommet sy beid für den richter und bittet yener das man in ausz der auchte lasz, Ist das der man bürgen seczet als recht ist man sol in ausz der auchte lassen und sol dem klager sein recht ze hant bieten. Und embristet er dem klager er ist doch dem richter des auch des bannes schuldig. Das ist alles davon das er vor gerichte was und nicht antwürten wolt, wil aber er leugnen das er da nicht was das sol er in salb dritt überczeugen die in da gesehen habend.
Cap. CI.
Wie man ausz der auchte kommen sol.
Der sich ausz der auchte ziehen wil der sol ungebunden und ungefangen für kommen und one bürgschafft und sol dem richter bürgen seczen umb des klagers recht und umb sein recht und sol er in danne ausz der auchte lon und er sol den fride schweren ob ein frid nicht geschworen ist. Und ist kein fride geschworen [.xx.] er sol den gottes fride schweren. das ist davon geseczt da man in in die auchte tet do nam man in ausz dem fride und künt in in die auchte und tet dz auff einem lantgericht. der richter sol dem man gebieten das er kum zu den drey tädingen ob yemant klagen welle dz er dem antwürt. Und kommet er zu den dreyen tädingen und sprichet in nieman an er ist alles dinges ledig von allen den die in in die auchte tetent, Es sey dann sy eehafft not lasse. umb die eehafften not sollen die klager keinen botten senden für gericht die für sy bereden sein eehaffte not, wann wen die klager komment so musz er in recht bieten. Sy sollend auch vor dem richter ir eehafft not bereden und ist yener nicht ze gagen der richter sol im für gebieten heissen dreistund als von erst. nach disem recht sollen die stet die selben sache auch richten in dem selben rechten.
Cap. CII.
Wen man über den auchter nit gerichten mag merck also.
In den gebunden tagen mag man über keinen auchter gerichten er werde dann begriffen mit der hant getat in den gebunden tagen, wann man sol einen auchter wol ausz der auchte lon in den gebunden tagen ze weynachten ze Osteren und ze pfingsten. Es ist umb den auchter als umb den sünder, wenn der sünder ze got wil keren so sol man in empfahen. Also sol man auch dem auchter tun. umb welche schuld ein man kummet in die auchte an den totschlag, so sol er frid hon sein leib und sein gut viertzehen tag darumb ob er sich bedencken well das er davon komme. so sol der richter also tun das es dem klager nicht entschade an seinem recht noch im selber.
Cap. CIII.
Ob dem richter gebüsset würt und dem klager nicht.
Und ist das ein ungericht geklaget würt von einem gericht und auff ein man behept würt, Der richter stirbet oder er kummet von dem ampte und ist im wol gebüsset und dem klager nichtz, Es würt ein ander richter, der klager gat für den richter und klaget im.
Wir sprechent also: was vor yenem richter erteilet ist das sol vor disem stät sein Und wie vil darnach richter ist, ob er den allen büsset die weil der klager ungestillet ist, so frommet es im nicht was er alle die weile gebüsset den richteren allen.
Cap. CIV.
Von unredlicher fräfflin.
Und schiltet ein man den anderen oder stausset er in oder wundet er in oder was er im übels tut on den totschlag und wil er busse das man im die erbütt oder im gut gebe das sol man im tun nach seiner würdigkeit. niemant sol den leuten gleich busz urteylen das man dem knechte busse als dem herren und dem eygen man als dem freyen. das ist weder gottes recht nach lantrecht.
Man sol yederman büssen nach seiner würdigkeit und sol dem richter büssen nach dem selben recht. und wil aber ein man ze vil busse, das sol ston an ir beyder fründen, so neme der richter weisz leute zu im und scheide es. Der richter sol sehen an des mannes laster und an seinen schaden und heisset in darnach büssen.
Cap. CV.
Der dem richter nicht gewisz genug ist.
Da zwen man für gerichte gond und klagent umb gülte einander an oder umb ander ungerichte, die sollen bürgen seczen der ein das er die klag volfüre der ander dz er klage antwürt als recht sey. hond aber sy gut in dem gericht das der klage wert ist so bedürffen sy keinen bürgen seczen.
Cap. CVI.
Von den gebunden tagen.
In den gebunden tagen sol nieman keynen eide schweren, wann als disz buch ausz nymmet.
So man ein frid schwert den mag man in gebunden tagen schweren. Man sol auch in den selben tagen wol richten ob ein man begriffen würt mit der hant getat wann den schirment die gebunden tage nicht. Wann man eide gelopt in gebunden tagen, die sol man leysten nach gebunden tagen.
Wer eide gelobet also ze schweren für schulde auff einen tage und leystet er in nicht ze rechten zeit, er ist ime der schulde gebunden da der eyde für gelopt was, es enwende in denn eehaffte not die sol man beweisen. was der eyde vor dem gericht gelopt man sol dem richter büssen und auch dem klager dem der eyd gelopt ist.
Ist der man bereit ze leysten seinen eyde als er gelopt hat Und wil yener des nicht oder ist er da nicht da man im den eyde tun sol des eydes ist er ledig unnd der schulde da er den eyde für gelobet hat. Welcher man aber silber oder pfenning gelten sol oder ander varent gut, würt dem ein tag gegeben umb seinen getzeugen oder umb anders des er bedarff Und kommet er zu dem tag nicht er verleuset sein recht damit nicht ob in eehafft not letzet, er hat aber den tag verloren. und werdent im drey tag geben Und kommet er nicht zu dem dritten tage und leistet sein getzeugen nicht so hat er verloren, in lasse dann eehaffte not.
Ob ein man gefangen würt oder in etwas anders irret das er nicht botten senden mag, der sein eehaffte not für in berede, sol er davon verloren hon nein er. Der richter sol richten als im erteylt würt als aber der man von seiner not kommet so sol er für den richter kommen und sol sein eehaffte not bereden mit seinen zweyen vingeren und was der richter gerichtet hat umb sein sache das sol er alles wider tun und sol man er handelen als ob er des tags [.xxi.] da wär gewesen wäre.
Ob eyn man eyn botten sendet zu einem tag, do er selber nit hyn kommen mag, und der bott wirt gefangen oder er stirbet under wegen, oder in irret andere eehaffte nott, Sol das dem herren schaden, nein es. der herre sol kommen zu dem andern tag, unnd sol den knecht mit im bringen, oder wen seyn botte was, unnd sol der bereden das in eehaffte not geirret hab, und sol die benennen. wäre aber der knechte tod, oder sein sunst nit gehaben möcht, des sol der herre schweren, das den knechte eehaffte sach geirret hab do er kommen solt. und ist das er sein sunst nit gehaben mag, so sol man es handlen als hie vor geschriben ist.
Cap. CVII.
An wie manige hande eyn gerichte kumpt.
Und ist das man eynem mann eyn urteyl wider wirffet, die sol man ziehen an den höhern richter zu iungst für den künig. da solle der richter zu geben seyne botten, die da süllen volkomme die urteil hören vor dem künig, geschiet das in einer graufschaft oder in einer marck so süllen die botten frey landtsessen sein, oder geschicht es in eyner stat, so süllen die botten sein welcher hand leut man wil, die an irem rechten volkommen seind, die sol der richter verkosten als czwen becher voll weines sol man czwen mann geben und brot genug. Der herren süllen cwen sein unnd Söchs knecht, und soll man den herren vier gericht geben, und den knechten zwu gericht, und yeglichen pfert vier garbe under tag und under nacht und hew genug. Und sol man die roß beschlahen vornen unnd hinden nicht, der pferdt süllend achte seyn und der mann achte.
Und ist das urteyl widerworffen auf schwäwischer erde, so der künig danne kumpt ze swaben da süllen die botten zu im kommen, und sollen der urteyl zu ende kommen, von dem tage über sechs wuchen. als die urteil verrichtet ist vor dem künig, so süllen sy die urteyl wider für den richter bringen, vor dem sy widerworffen ward, und der die urteyl verworffen hat sy der nicht volfürt vor dem künig, er muß dem richter geben und gelten seyn Coste die er getan hat mit dem botten und muß im wetten seyn busse und seyn volger. Die busse stat also wer sy von ersten verworff und ist widerworffen vor den herren, da sy für gezogen ist, yeglich muß dem richter eyn pfund geben, und wettet vor dem sy widerworffen ward. Und ist das er behöbt hat, so soll yener der wider in was und seyn volgre dz selb tun. Keyn widerworffen urteyl die vor eynem grauffen widerworffen wirt, die mag man nit geziehen an den marggrauffen, Es hab dann der Grauffe die grauffschafft von dem marggrauffen.
Von welcher hohen hande das gericht ist, da mag man ein urteyl wol ziehen an.
Die erst hande des gerichtes, das ist der künig.
Die ander hand des gerichtes das ist der dem der künig leyhet.
Die drytt hande mag nicht mer fürbaß gericht lyhen, daz es den leuten an ir leybe oder an ir blutte giessen gang. Wer es darüber tut, der tut wider got unnd wirt an allen den schuldig über den da die vierde hannd richtet.
Cap. CVIII.
Von urteyl främder lande nach irem sitten.
Verwirfft der swabe der sachsen urteyl unnd der sachs der swaben urteyl, die süllen sich für den künig ziehen, also tue eyn yegklicher lanndtman dem annderen. Standendt sol man eyn urteyl verwerffen. Siczendt sol mann sy völlen. Stend soll mann dem klager wetten, wes man im vor gericht schuldig wirt, also soll man auch dem richter tun. Wer des nicht entut, der ist dem richter einer kleinen buß schuldig nach gewonheit.
Niemand soll urteyl sprechen wann der darzu erwölt wirt, unnd im darnach erlobet wirt, das urlob geyt der künig. Unnd welicher herre von im gericht hatt die sol der richter wölen nach weyser leut rat, und die man wölet die süllend weise leut seyn. Ir süllendt czu dem minsten syben seyn über eyn yeglich sache. Unnd ist ir mer das ist auch gut.
Cap. CIX.
Der eyn urteyl nicht vinden mag.
Wer urteyl gefraget wirt und er ir nicht vinden kan, der sol zu den heyligen schweren das er nit wisse was darüber recht sey.
Sprichet der richter dann ir süllendt völlen das euch recht dazu duncke, so sprichet der richter unrecht, wann es ist vil manig man der nicht wissen kan was umb eyn yeglich ding recht ist. Davon soll nyemandt urteyle, im sag dann seyn gewisse das sy recht sey unnd czweyfelt Er daran, so wirt er schuldig vor got, ob er sy völlet nach wänen. umb eyn yegliche urteyle mag man nicht gevechten wann vor dem gericht.
Völlet eyn man urteyle unnd wirt sy im widerworffen unnd ist sy nicht recht, Unnd will seyn der richter nit emberen, unnd yenam dem die urteyl schad was sy sprechendt in darumb wol an. Wil er aber unschuldig werden, so sol er czu den heiligen schweren das er nit besser wisse, Wil er nit schweren man sol im die hannde abschlahen wann so hat er mit seinem eyde unrecht urteyl funden. Fraget eyn richter urteyl einen man, Nun so urteylet der man was er kan, im volgent villeichte drey mann oder mer, eyn ander man dabey vindet eyn ander urteyl, dem volgent auch drey oder mer, unnd welicher die merern volg hat, der hat seyn urteyle behebt, unnd beleybent yene an gewette, wann sy meynann syn urteyl bescholtten hannd.
Wier heyssen das bescholtten urteyle wer also sprichet: Ich widerwirf die urteyl, wan sy ist unrechte, unnd ich zewhe sy da hyn, dar ich sy mit recht ziehen sol dz ist an die hannde von der der richter das gerichte empfangen hat. da sol man werben als hievor geschryben ist.
Cap. CX.
Von pfaffen fürsten gerichte.
[.xxii.] Wölich pfaffen fürsten so getan gerichte haben die uber plutrünse gand die gericht mag er wol leyhen seynen richtern, Also das er die richter sol senden mit seynen brieffen zu dem künig das er im den banne leyhe. Und tutt er des nicht, er unnd alle seyne richter werdent an allen den schuldig vor gott über die sy richten, wie sy der leute blute außgiessend.
Die leyen fürsten und herren bedürffent des nicht, das ir richter den han empfahen von dem künig. das ist davon, das der leye selb urteyl gitt über den totschlag, das tut der pfaffen fürst nit, wann da mit verlewrt er sein ampt, wann er des gewaltz nit hat, da von mag er nyeman leihen das gerichte.
Cap. CXI.
Wer umb gericht wirt beklagt.
Der klagt umb ungericht auff eynen man, der nit davor ist, dem wirt fürgebotten, unnd er kommet für. Der ander der kommet nit für, der im da fürgebotten hat oder er kumpt für unnd wil nit auff in klagen, so muß er dem richter wetten, und ist yener der klag ledig, yn lecze dann eehafft nott. so handel man es als hievor geredt ist. Volfürt er aber sein klage und embristet er im mit recht, So ist er dem richter nit schuldig. es ist vil schuld die man einem richter klaget. Und mag er yn nicht bewären auff in, das er in büssen muß und auch dem richter wöllich die schulde seyen die man büssen muß, ob man sy nit bewäret. Der haben wir eyn teil hievor genennet unnd wirt hernach mer genennet.
Cap. CXII.
Von kämpflicher ansprach.
Eyn yeglich man auff den man klaget, der sol antwirtten nach seyner gebürte, das ist nach seynem recht, und nit nach des klagers recht.
Unnd sprichet eyn man eynen kämpflichen an, Er mag des kampfes wol über werden, ob er von dem lande nit geboren ist, das er in anspricht.
Auf wen der klager buß gewynnet vor gerichte, auff dem hat auch der richter seyn gewettet, yeglicher man sol seyn gewette han nach seyn geburte und nach seyner wirdigkeyt.
Cap. CXIII.
Wer gelobet ein gewißheit umb eyn sache.
Wöllich man vor gerichte gelobet eyn gewißheyt umb eyn sache, unnd kommet eyn ander man und klagt dem selben Richter umb die selbe sache, er sol im nit antwürtten, ee er yenem enbrist oder schuldig wirt. wirt er schuldig, er büsset nun dem eynen der im da bey den ersten beklaget. und embristet er im, und ist die sach den yenes der an der stund da angesprochen hatt, er sol im antwirtten. Und ist die schulde sein halben, er sol sich an ienen haben der da behebt hatt. Ieglicher man hatt buß nach seyner geburtt, und nach seyner wirdigkeyt ob er seyn rechte nit verwürcket hatt.
Cap. CXIV.
Wer für gerichte bracht wirt gefangen.
Wirt eyn man gefangen und für gericht gebracht, der mage keyn urteyl verwerffen noch vinden, noch der in der auchte ist noch der in dem banne ist, der mag nieman syns rechten gehelffen, uncz er von den nötten kommet.
Cap. CXV.
Wie man yegliche schulde richten soll mit dem tode das merck also.
Nun merckent unnd vernyemt vom ungerichte, den dieb sol man hencken, geschicht aber ein diepheyt die mynder ist dann fünff schilling, die gehöret czu haut und zu hare, die mag eyn burgmeyster wol richten, und alles das mag er richten, da man den leyb nit mit verlewrt unnd nit blut vergeusset. Wann haut und haur verurteylt wirt, der mag die ledigen mit fünff schillingen. also ob dem klager seyn gut vergolten wirt, so mag der richter fünff nemen, und wirt dem klager nit vergoltten, So sol in der richter heyssen schlahen.
Es ist kein schuld so groß die ze haut und ze haur gat, das man icht mer schlege yenam darumb tun sol wann ane eyn vierczig, dz newn unnd dreyssig, unnd darumb ye mynder schuld ye mynder schleg und die all on geverd. Wer dise busse tut umb diepheit der belybet rechtloß.
Eyn burggrauff sol richten über unrechte masse unnd über unrecht wage unnd über alle unrecht masse. unnd über allen unrechten kauf wa man den vindet unnd über alle leybnarung.
Alle morder oder die den pflug raubent, oder mülin, oder kirchen, oder kirchoffe, oder verräter, oder mordtbrenner, Oder die mordtliche bottschafft zu iren frommen werbent, die sol man alle radbrechen.
Morder heyssen wir die, wen eyn mensch töttet unnd er das lauget, wirt er des überwunden mit geczeugknuß oder mit dem kampfe, man sol in rad brechen.
Wir heyssen auch das mordert, wer mit dem andern yssen unnd trincket unnd güttlichen grüsset, schlecht er in ane schuld das ist eyn morder, unnd mann sol in darumbe radtbrechen.
Die den pfluge raubent So er des morgens von hauß veret auff den acker, unnd so er wider heym vert, unnd den gebauren und ir gesinde icht tut, oder niemet das dreyer pfennyng wert ist, man sol in radbrechen.
Der in den mülen icht stilet das fünff schilling wert ist, den sol man radbrechen, oder stylett das dreyer pfennyng wert ist man sol in zu haut unnd zu har schlahen bey dem höchsten das seynd vierczig streych.
Der in kirchen oder in kirchoffen stilet, dz dreyssig pfenning wert ist darumb sol man in zu haut unnd uz har schlahen bey dem höchsten. Und ist auch darczu in dem banne, und wer darin stilet den schirmet weder die kirch noch der kirchoff, mag man in dar ynne vahen. Das ist davon geseczt, das er gottes nicht geschonet hat an der heyligen kirchen noch an dem kirchoffe.
[.xxiii.] Der mordtbrande ist schwer tages oder nachtes heimlichen brennen, er laugen oder nicht, dz heysset mordtbrande, den sol man radbrechen.
Verrätter heyssen wir die, die mit rede eynen verbalmundent, das sy in sagend von der cristenheyt, also das sy sagent er sey eyn sodomitte, oder er hab das vihe ungereynet, oder er sey eyn thäczer, mügen sy das auff in nit erczeugen, so sol mann sy radbrechen. Und die es nit getürven reden, die schreybent briffe oder heyssent ander leut schreiben unnd seczend eynen mit namen daran, und werffend die brieffe an die strauße das sy die leut auff heben und sy lesen, und gat yenem an seyn leybe und an er das ist eyn grosses mordt, und wär in eyn tode würser denn radbrechen, den solt man in an tun.
Die mortlich botschafft zu iren frommen werbent, das sindt die man umb sogtan botschafft sendet, das eynem an seyn leybe oder an seyn gut oder an seyn ere gat und er im dar zu wol getrawet und im seyn hercze auff schlüßt und im seyn heymlicheyt saget, und er das denn wider würbet mit allen synen synnen. Und wenn das im an seyn leybe oder an seyn ere oder an seyn gutte gatt, die das tund die sol man all radbrechen, das sol man alles mit zeugen oder mit kampfe über kommen. Wer eynen man czu todt schlecht oder in beraubet oder in brennet das ist sunder mordbrandt.
Oder weibe oder maget nottzoget, oder die fryd brechent oder die mit überhüre begriffen werdent, den sol man allen das haubt abschlahen. Dz bescheiden wir wol alles hernach.
Wer diebe oder rauber hausset oder hoffet, oder sy mit hilffe sterckchet, wirt er des überwunden als rechte ist, man sol über in richten als recht ist als über yenen.
Welicher cristen mensch ungelaubig ist, oder mit zoberey umb gaut oder mit vergifft, wirdt er des überredet, mann sol in auff eyner hurde brennen, es sey man oder weib.
Wölich richter ungericht nicht richtet, als es im geklagt wirt unnd vor im erzeuget, über den sol seyn Oberrichter richten. Also was er yenem solt han getan das selb sol im seyn oberrichter tun. Des selben haben wir gutt vekünde in Moyses buche, also hievor in disem buch stat. Der selb richter hat keyn gebott fürbaß über nyeman ze gebietten. nyeman ist seyns gerichts schuldig zesuchen, die weyle er rechte geweret hat.
Cap. CXVI.
Der fronbotten recht.
Wenn der fronbotte seyn rechte verwürcket gegen dem richter, das meyn ich also, ob er nichte enrichtet als er richten sol und er verschwyget das er reden soll zu recht, und seyt das er versweigen solt, so sol er in wetten des künigs maltter, das sind dreyssig schlöge mit eynner grünen eychen gert, die czweyer oder dreier daumeln lanck sey.
Cap. CXVII.
Von maniger bande fräffeln one blutrünse.
Dem der mund abgeschnitten wirt oder die augen auß gestochen werdent, oder dem die oren abgeschnitten werdent, oder die zung abgeschnitten wirt, oder ob es im sunst verderbet wirt, wer die ding dem andern tut, dem sol man das selbe hinwider tun.
Wer den andern lemet an henden oder an füssen oder an beynen oder an armen, dem sol man die hande abschlahen. umb vinger und umb zehen, wer die dem anderen abschlecht, da gehört umb yeglichen vinger unnd umb zehen eyn sunderliche busse. Der dem anderen eyn zan außschlecht dem tue man das selb.
Schlecht eyn man dem andern der eynes abe, man sol im das hinwider tun. Man sol auch dem richter keyn busse geben, ob er also gericht wirt. Wend aber die pfenning nemen, den der schade beschichet das tund sy wol, das stat an in unnd nicht an dem richter. Büsset aber man mit pfenningen büssen für die lemen, ist etwa dem richter geseczet zehen pfund der landt pfennyng, ettwa mer, etwa mynder, ye nach des landes gewonheit, für einen vinger und für eyn zehen, ye dem richter den zehenden teyle.
Das umbe yene wunden geseczet ist wenn sy büssen den, denn dicz beschicht, die büssen statt an in selben des es beschicht, und an keynem irem freunde, er lasse es dan an sy. Wenn eyn wunde geschlagen wirt oder in beschilttet oder in anlewget, dem sol man buße geben nach seyner geburte und nach der schulte und nauch der wirdigkeyt.
Ob eyn man einen halben vinger oder ein halbe zehen abschlecht. Wer dz tut dem sol man als vil abschlahen.
Cap. CXVIII.
Der kind ansprichet under vierzehen iaren.
Sprichet man eyn kinde an das nit vierzehen iar alt ist, und ist es unschuldig, der vatter soll für es schweren, überzeuget man es der getatte, unnd hat im der vatter gutte außgeben, da sol man von büssen dem klager und dem richter. Unnd hatt er in nichte außgeben, der vatter sol von selbs gut nit büssen. gewinnet der sune darnach eigen gut, man sol dem klager unnd dem richter büssen.
Hatt das kinde mann schlacht getan oder wunden getan, man sol im da wider nicht tun. Wann eyn kind das under vierzehen iaren ist das mag seynem leybe noch seynes leybes ein teyle nicht verwürcken.
Eyn kind das syben iare alt ist oder mynder schlechczt oder sticht es yeman ze tode, oder was es tutt das verwürcket weder seynen leybe noch seynes leybes eyn teile noch seyn gut nicht damit. Unnd ist das es yeman töttet, seyn vatter unnd seyn mutter die süllend buß für es empfahen unnd hatt es der nicht, so sol es ander seyn mag oder seyn pfleger tun.
Cap. CXIX.
Wer für den andern antwürtten sol.
[.xxiiii.] Der vatter antwürtet für den sune nicht den er auß gesteuret hat, wann sovil so er seines gutes inne hat. Der sune antwürtet für den vatter nicht ob er stirbet umb kein ungericht. Es sey denn das die schuld auf in erzewget sey ee das er stürbe.
Man büsset nicht für in, es sey denne als ferre das es vor gericht werde auß genomen da man sich gezeuges vermasse. Das man also spräch, herr richter wir dingen, ob der man sterbe, ee der tage komme so wir unser gezeugen leitten süllen, Das uns das nicht schade an unserm recht. und mügen die klager dz behaben mit zweynen dienstmannen ob man yn laugnet, sy leyttent nur als vil gezeugen als ob er lebte unnd hat er gut hinder im gelaussen, man sol dem klager unnd dem richter büssen da von. Hat er erben gelaussen den er gut auß gegeben hatt vor seynem tode, die besserent nicht für in. Unnd ist die gewesen das es den totten man an den leibe wär gegangen, so sol man von seinem gutt besseren, darnach unnd es da ist. Unnd ist die schuld kein, man neme auch kein busse, als an dem buch da stat, wirt ichczyt über, das nyement die erben, zerrynt icht, so habe der richter den schaden. Und solt der totte icht geltten, das soll mann vor allen dingen bezallen.
Und ist das der vatter und der sun umb ein tatt beklagent werdent, do mag yetweder dem andern helffen, ir eyner werd dann unschuldig der tat, der hilffet denne dem andern wol. Dicz recht ist auch umb annder leut recht.
Cap. CXX.
Da czwen geleych ansprach hand an eyn gutt.
Klagent czwen mann auf ein gut unnd yebendt, es habe yns ir herre oder eyn ander man ze eygen geben, oder ze löhen gelyhen, oder versetzet unnd kommendt beyd für gericht, unnd gicht eyner an eynen geweren oder iehen beyd sy haben ir geweren, Und ist es eigen oder saczung oder varendt gutt, unnd leyt es in dem gericht das es beklagt ist, in sol der richter eynen tag geben, das sy beyde iren geweren bringen. der seynen geweren bringet, der ander hat verloren, unnd bringend sy bayd iren geweren, so rechten die geweren beyd mit eynander unnd weders gewer da behöbt der hatt all da behöbt, unnd der ander hat verloren.
Ist es aber lehen, so sol in der richter tag geben für ir beyder herren. Die fürsten hand das recht wa sy geweren sind, da süllen sy offen brieff byn senden unnd ir einsigel dar an, unnd süllen die senden bei iren obern dienstmanne, der soll das gutt verstan an seyner statt, und soll yenes gewer seyn, der in da bracht. unnd will des fürsten bot, er mag es ziehen für den künig, also mag auch der, der wider in krieget. Habendt sy aber das gut von eynem man unnd sendet der seynen gewissen botten mit seynem eynsigel unnd mit seynem brieffe, Unnd ist er eyn herre unnd nicht eyn fürst, auff welichen der brieff giecht der hat behöbt. Und gicht man dz guttes von eynem dienstman oder von eynem andern mann, der soll selbs dar kommen, ob in nicht eehafft nott leczet, oder iener der soll beweyssen die eehafft nott mit seynem eyde oder mit seins gewissen botten.
Cap. CXXI.
Von geleicher ansprach merck also.
Sprechend czwen mann eyn gut an mit geleicher gewer, und gicht der eyn, es sey seyn eigen unnd der ander es sey seyn lehen. Der das lehen ansprichet, der soll seynen geweren bringen, der soll kommen für den richter, und soll der richter richten als weiß leut erteylent. Erb eigen mag ein man baß behaltten vor gericht, dann erkaufft eigen.
Cap. CXXII.
Von der gewere merck also.
Wer eyn gut hat iar und tag on ansprach, der hat eyn rechte gewer daran, die sol im nyeman nemen wann mit gerichte. Die weil man aber eyn gut anklagt vor gericht, wie lang er es hatt darnach, er gewynnet nymmer recht gewer daran, All die weile er die klage erczewgen mag. komet iener als dick für, als er die klage höret und verstat sein gut, Also das er sprichet, Herre ich bin hie und versprich meyn gut als meyn recht ist, so hat er recht gewer daran. Die ansprach mag iener drew iar han und nicht lenger. Der richter sol ym darnach gebietten, das er recht neme zu drey tädingen, und sol auch ienem gebietten, das er im antwürt. Unnd kumpt er nit für dere die ansprach an das gut hat, so sol man disem erteylen daz er ymmer mer eyn ledig man von der klage sey, es sey denn, das in eehafft lasse unnd die beweise als recht sy.
Cap. CXXIII.
Von dingflucht merck.
Wenn man vor gericht beklaget das er zu gegen ist, und wirt er der klag schuldig, unnd ist er umb ungericht oder umb fräflin beklagt, man sol in zehand verächten.
Cap. CXXIV.
Von ansprach.
Ob czwen man auff eyn gutt sprechend nach eynes mannes tode vor gericht, der richter der sol das gut in seynen gewalt nemen on schaden, unnd sy süllent darumb vor im rechten. Und wer es behelt dem sol es der richter antwürten on schaden. das ist davon das es entwedre in seyner gewere hat. Ist es aber eyn so getan gut das in seyns vatters gewer gewesen ist, so sol im die gewer nymen antwürten, wann vor gericht das sy beyd zu gegen seynd.
Cap. CXXV.
Von rechtlossen leuten.
Der richter sol nemen auß seiner gewer wysen, man klage denn auf den der dz gut in der gewer hat [.xxv.] unnd man sol in für laden als recht ist.
Rechtloß leute süllend keynen vormund haben und soll in auch der richter keynen geben. Welches rechtloß leute seyen dz ist hievor gesprochen.
Den ächttern und den bännigen leuten ob sy auff yenen klagent sol man nicht antwürtten. Und klaget aber yemant auff sy, dem müssen sy antwürtten. das ist davon das sy geseyt sind von dem rechte der cristenheyt vor geystlichem unnd vor weltlichem gerichte. Unnd ist er in eyntwederm, es ist das selb rechte, als er in beiden were.
Cap. CXXVI.
Von gewere merck.
Unnd hatt eyn man gutt in seyner gewere das nicht vor gericht beklaget ist, unnd sprichet das eyn man ane gerichte an, unnd underwindet sich des gutz ane gericht, das heyssen wir raube. ob er darauff icht nymmet, das sol man über in richten, als über yenen den wir yeczo nantten. nymt er darauß nicht, so hatt er doch gefräffelt an dem, des dz gut ist unnd an dem richter. Die fräfflin ist ettwa fünf pfund der land pfennyng, ettwa mynder, ettwa mer. nymt aber er darauf icht, er sol die fräflin büssen unnd sol man dem klager czwifaltig geltten, und dem richter geben zehen pfunnd, ob der klager büssen wil. unnd ist das eyn gewäre geantwürt wirt mit gerichte, wer die bricht dem gatt es an die hannd, oder mit zehen pfunden ze lössen, ob er auch nit darauff nymmet. nymmet aber er darauff icht, das ist raube. So richt es der richter als recht sey und als hievor gesprochen ist.
Cap. CXXVII.
Von gleycher ansprach.
Sprechent cwen man an ein gut on wider streyt, und mit geleycher ansprauch, unnd wöllen das mit geleichen zungen behaben, unnd leyt das in eynen dorff oder auff dem lande, so ziehe man es in die kuntschaft, unnd ziehen sy geleych zeugen, man teylt dz gutt geleych under sy. unnd hat eyner mer zeugen dann der ander der behöbt das gut gar.
Hievor ist wol gesprochen, wer wol mit recht gezeugen mag geseyn oder nicht, und ist es den umbsessen nicht gewisse, so sol es scheiden eyn wasser urteyl. Und wer da behöbt, den sol der richter auf sein gut seczen und weysen. und brichet dem richter dz yeman, es gatt in an seyn hannd, oder er löse sy mit zehen pfunden.
Cap. CXXVIII.
Item wa man umb eygen klagen sol.
Sprichet man eynes mannes eygen an, da sol er nicht umbe antwürtten, wann an der statt da es leut, und in dem andingen vor dem landt richter, da muße er vor yeglichem lanndes dinge antwürte, ob das gut in dem gerichte leyt.
Der künig sol auch nicht richten nach des mannes recht, er sol auch nicht richten wann nach landes recht, in dem lande do er ist.
Cap. CXXIX.
Ob der richter seyn gewett nit fündet auff eynes gutte.
Auff welchem gut der richter seyn gewette nit fündet, das es so kleyn ist, so soll der fronbotte eyn kreucz auf das tor oder auf das hauß stecken, unnd soll es da mit fronen. hatt er sich seyn underwunden für yemans gült oder für yemans busse, so sol man des hauß über sechs wochen feil bietten ob er es nicht lösset, des es da ist. Und sol den leuten davon geltten. und gebrist an den gut icht, so heb sich auff eyn anders ob es da ist, unnd ist es da nicht und wirt gebresten da, den sol der richter haben und nit der klager. Und kommet der, der es da erben sol, in runt iar und tag und beredt zu den heiligen, das er nit gewisset hab das man das verkauffen wolt, oder ander Eehafft not, so sol man im sei gut zu lesen geben, und sol der richter ienen nötten das er die losung wider nyeme, das ist recht.
Cap. CXXX.
Wie vil eyn man seyner fründe für gerichte mit im bringen sol.
Und wirt ein man auff einem gericht beklagt, der soll seyner freunde nit merer dann dreyssig mit im bringen für gericht unnd ungewaffent wann mit schwertern. Unnd wer gewaffent da fert, der ist dem richter schuldig fünff pfund der landt pfenning.
Cap. CXXXI.
Wen man umb geltte vahen sol.
Wer eynen beklagt vor gericht umb gelt unnd er nicht vergelten mag, noch bürgen gehaben mag, Der richter sol den man dem klager für seyn gülte geben und antwirten, den sol er im behalten geleych seynen gesind mit speise und mit arbeytte.
Will er in beschliessen in eyn ysen bandt, das mag er wol tun und anders sol er in nit banden. lat er in, oder entrinnet er im, dar mit ist er nicht ledig des geltz, die weyle er ym nicht vergoltten hatt, so soll er im dienen als eyn seyn gesinde. Unnd will er seyn nichten halten, so sol der geltter schweren einen eyd auff den heyligen, wann er gewynne über seyn nottürfft dreyssig pfenning oder mer, das er im die geltte. Und ist dz eyn man den andern beklaget umbe gelt, Unnd ist er eyn gast und komet er für gericht, der richter solle im richten als hievor gesprochen ist, wann des eynes, daz man den geltter dem klager nit antwürten sol auff dem gericht da es ynne beklaget ist. Ob aber er nicht zu geltten hat, er sol im schweren als hievor gesprochen ist. Man sol nyeman lenger umb gülte behaltten denn acht tag, es ensey danne das er gut hab und das von eygem willen nit geben wölle. mag man das gutte beweisen wa das ist, des sol sich der richter underwinden und soll es dem klager antwürten. Und leyt das gut nit in dem gericht da der geltter ynne beklaget ist, man sol in behaltten uncz er des guttes dort antwürt. Und mag man des gucz mit zeugen nicht beweysen wa es leit oder mit gezeugen, so soll man in nach den [.xxvi.] acht tagen lassen gan.
Eyn man mag seyn geltter czwirendt ansprechen in dem iar, das er meren dann dreyssig pfenning über seyn nottürfft gewunnen hab. Wil er des laugnen, das tut er woll mit seynem eyde, unnd machet sy ledig, oder man über komme in als hievor gesprochen ist.
Wen man vor gericht wettett umb gelt, der soll wartten uncz die sunne under gatt, ob er eyn gast ist. Und ist er denn nit geweret, so sol im der richter ein pfand geben vor nacht und soll er das pfand czur hand verseczen, ob er mag. Unnd mag er nicht verseczen, so sol er es verkauffen mit czeugen, unnd wirt im icht über so sol er yms widergeben, gebristet ym icht, der richter sol das im wider geben von yenes gutt. Unnd seynd sy bey eynand gesessen in eyner statt oder in eynem dorff, so sol er gerichtes wartten uncz an den achtenden tag. Und geyt er im denn nicht, so die sunn under gat, so sol im der richter ein pfandt geben des morgens vor Tercz czeit, da sol er mit werben als der gast.
Wenn der richter pfendet nach der gewette, der ist ym eyn buß schuldig nach gutter gewonheit.
Cap. CXXXII.
Unnd der umb gült klaget merck also.
Unnd beklaget eyn man den andern umb gelt auff dem land gerichte, dem sol man fürbietten dreystund. Unnd kommet Er für, so sol er im seyn gut geben oder wetten, und sol im der richter gebietten das er im sein gut gebe ee das er dannen komme, oder im verpfende mit bereittem gutt, das er getreyben und getragen müge. Unnd hat er der pfande nit, so secze er bürgen auff acht tag ze werend. Unnd hatt er der bürgen nicht, so sol in der richter behaltten als hievor gesprochen ist.
Cap. CXXXIII.
Der sein gut seczt zu fluchtsalle das merck also.
Und ist das eyn man geltten sol, und seczet seyn gut in eynes andern mannes handt, denn in des, dem er geltten sol, das heißt fluchtsallet, dz ist nit recht. geyt eyn man dem andern seyn gutt mit nucz und mit gewär, und verczeyhet sich daran seynes rechten, der hat recht zu dem gutt. Unnd sprechend in die geltter an, er hab es zu fluchtsalle empfangen des sol er schweren, das des nicht ensey. mag aber er yn überkommen selb dryt die das wissend, daz es anders sey des sol er genyessen. Unnd hatt er das gutt verkaufft, und sol er im darvon icht, das sol er den gelttern geben.
Cap. CXXXIV.
Wer vor gerichte beklaget wirt umb schulde.
Der vor gericht beklaget wirt umb schulde, unnd im der richter gebewtet das er antwürt, und will er nicht antwürten, so gebiette im der richter das er antwürt. Das sol er tun eynest andrest dreystund. Unnd antwirtet er nit, so sol er den richter, yenen heyssen für sich klagen, und sol im richten als ob er hette geantwürttet, und hat er geklaget umb gutt, er richtet in als recht sy und er ist dem richter wettschaft darumb das er nit geantwürt hat. Gat aber es im an den leib das richt als hievor gesprochen sey, er ist da mit nit lödig, das er im nit antwürt geyt.
Wa eyn stumme ist der nicht geantwürten mag, und vordert er mit gebärden eynen fürsprechen, den sol man im geben. Unnd was man bedeutten mag darnach und er auff in klaget unnd auff in erzeugen mag, darnach sol der richter richten.
Cap. CXXXV.
Der eynen ansprichet umb seyn treuwe merck also.
Sprichet eyn man den andern an umb seyn treuwe unnd wil aber yenen bereden, das er ein getreuwer man sey, mag dann das er erczeugen mit syben mannen, das er seyn trew habe zerbrochen, er sol auch beweyssen wa oder wie, so sol man im die hennd abschlahen. unnd ist das er keynen zeugen hat, So mag er mit im wol kämpfen, das selb tut man umb eynen meyneide.
Cap. CXXXVI.
Der hör flüchtig wirt das merck also.
Wer trewloße bewäret wirt vor gerichte oder der hörflüchtig usser des reiches dienst wirt, den urteylt man seyn erbe unnd sein lehen recht unnd nit seynen leybe, doch also ob der herre selber nit fleuhet. fleucht aber der herre selber, nach des flucht brichet nyement seyn treuwe.
Cap. CXXXVII.
Von den fronbotten.
Zergand die fronbotten in eyner grafschafft, des landes herr sol seyner eygen leut ein teil frei lassen, das er gebüttel mach die frey sindt.
Cap. CXXXVIII.
Von rechtlossen leuten merck also.
Der seyn recht verlewret vor eynem gericht, der hat seyn recht urteyl verloren, kommet er für eyn ander gericht, unnd spricht eyn man in darumb an, der soll in des überczeugen mit den leuten die dortt vor gerichte gewessen seind, der süllen drey seyn,. hat aber er es selber gesehen, der in da ansprichet, der bedarff czweyer czeugen zu im, unnd ist er umb sein ere gewesen, oder umb sein recht, er hatt seyn recht allendthalbe verloren.
Cap. CXXXIX.
Der eynen fryd brichet.
Brichet eyn man eynen fryde den er für sich selber geyt, es gat im an den halß. geit aber ein man eyn fryd für den andern, und yener brichet den fryd, unnd mag er seyn nicht fürbryngen, man schlecht im ab die hand, des sol man im fryst geben drei viezehen tag. Unnd mag er in fürbringen man schlecht im ab die hand, mag er sein nicht fürbringen, so schlecht man im die seynen ab wann er der fryd für in gab, und stirbet er darnach, unnd er in gelobt für zebringen, und ist die schulde auff in erzeugt, ee das er stirbet, er solle für in büssen also recht ist, und ist sy nicht auff in erczeuget, er ist lödig mit recht, sy haben denn gedinget ob er lebet oder todt wäre, das sy recht zu im hetten.
Cap. CXL.
[.xxvii.] Der an dem gericht fräffelt.
Der eyn beklagten man umb ungericht nyemt mit gewalt, der sol in der selben schulde seyn als in iener was, mag aber er in wider fürbringen, er ist der schulde ledig, er muß aber dem richter den gewalt büssen, den er an dem gericht hat getan, des sol man im früst geben dreystund acht tage. unnd stirbet eyn pfert oder eyn vihe das man für gerichte antwürten sol, der bürge bring die haut für unnd so ist er ledig.
Cap. CXLI.
Wer des ersten fürsprechen nyeman sol.
Ob czwen auff eyn ander vor gericht klagendt, unnd der ein dem andern hat für gebotten, und dem da fürgebotten ist, der nymt des ersten einen fürsprechen dem soll der richter nit richten, er sol dem richten der da fürgebotten hatt.
Cap. CXLII.
Wer an fürgebott den anderen beklagen sol.
Sicht eyn man den andern vor gericht in der schrande stan, er beklaget in wol on fürgebott, on umb eigen, da sol man im tage umb geben in das dinghauß.
Cap. CXLIII.
Die eyn ander geleych fürgebittendt.
Gebietten czwen eyn ander für geleych, und koment auch beid für gericht, wedre ee fürsprechen gewynnet oder nyemet, dem sol im der richter geben und sol im auch richten des ersten. Unnd vorderent sy auch beyd geleych fürsprechen, wedre der eltter ist, dem soll auch der richter ee fürsprechen geben.
Cap. CXLIV.
Von fängknuß an gericht.
Wirt ein man umb ungericht beklaget vor gericht da er nicht ze gegen ist und wirt im fürgebotten, unnd in dem gebotte komet im der klager an, er mag in wol angreyffen an des richters botten, unnd mag in dem richter bringen, ob er nicht genug gewiß ist, umb das er in ansprochen hat. und behebt er aber vor dem richter das er im gewisse genug ist umb die schulde, er sol im büssen nach seyner fründ rat seyn laster, und sol dem richter seyn fräffel büssen. Unnd ist er nicht gewiß so büsset er nyemant, unnd sol in der richter behaltten. das ist davon geseczet, Das der richter dem klager fryd bannen sol, und nit dem auff den die klage gat. Alle die weil der man an seynes fürsprechen wort nit gicht, die weile beleybet er sunder schuldig seines fürsprechen worttes.
Cap. CXLV.
Ob eyn weyb lebendige kind treit dz merck also.
Man sol über kein weib richten die lebendige kind treyt, höher dann ze haut und ze har. ob man irs nicht gelauben wil, so süllen sy czwu erber haußfrawen besehen an einer heymlichen stat. sagend die bey ir eyden das sy lebendigs kind trag, man solle sy nicht tötten wie groß die schulde ist, man sol sy also gefüg schlahen daz sy davon des kind nit gneß. Wann davon wirt eyn schöne sel verloren und eyn leybe, da wäre de richter schuldig an.
Cap. CXLVI.
Wie man über toren richten sol das merck also.
Über einen rechten toren und synnlossen man sol mann auch nicht richten. Wann aber sy schaden getan habend, dem sol ir vormundt büssen ob sy gut handt. und hand sy nicht gutts, so süllen sy doch ledig seyn. man soll sy meyden, und sol auch über sy nyemen richten. Unnd ist eyn mensch also unsynig das es tobet, man sol es eynschliessen, und sol es binden, das süllendt seyn fründt tun oder der richter, und hatt es der nottürffte nicht, die sol im geben seyn nächster mag oder der richter.
Cap. CXLVII.
Wie man eynen stummen richten soll.
Wa eyn stumme ist der nicht antwürtten mag vor gerichte Und vordert er eynen fürsprechen, denn sol man im geben. unnd was mann im bedewten mag, dar nach yener auff yn klaget, und auff in erczeugen mag, dar nach sol der richter richten.
Cap. CXLVIII.
Von dieben under vierzehen iaren.
Die weyle eyn mensch under vierzehen iaren ist, so mag er seynen leyb mit diepheyt nich verwircken, hat ea aber pfleger oder gut man sol es den leuten geltten. hat es nicht zegeltten man soll im haut unnd har abschlahen. man sol die diepheyt zwifaltig geltten. Unnd dem richter nach genaden büssen, ob der richter buß nemen wil.