Cap. CXLIX.
ise wort sprach got selber
wider Moysen auff dem heyligen berg Synai, und das einen yeglichen richter
mit fleyß zu lesen und zu betrachten ist.
Dise wort sprach got auß seinem mund zu moysen auff dem berg synai unnd seynd von gerichte unnd sprach die im under augen also, du solt also richten, Unnd solt die richter also heyssen richten.
Schlecht ein man den andern ze todt, man sol in hinwiderumb tötten.
Wer seyn vatter oder seyn mutter tötet den sol man auch tötten.
Wer eyn mensch stylet und das verkauffet, man sol in töten ob das mensch lebet.
Kriegent czwen mit eynander, unnd wundet der eyn den andern unnd nicht recht ze tod, man sol im seynen schaden büssen, und sol dem arczet lonen.
Wer seynen knecht unnd seyn dirnen schlecht mit rutten unnd sterbend sy im under seinen handen, er ist des todes schuldig.
Lebendt aber sy darüber eynen tag oder czwen oder mer, er ist des todes nicht schuldig, aber des lasters ist er schuldig.
Kriegent czwen mit einander, und ir eyner hat ein tragends weyb, die kommet geloffen, und [.xxviii.] wil helffen irem wirt, Und wirt gestossen also hart, daz sy ein unczeitig kind gewinnet, er sol iren manne geben was er will oder was er hatt, oder an die leutte lassen ob er will. Stirbet aber sy man sol im seyn leben nyemen. Man sol also richten aug umb auge, zan für czan, hannd umbe hand, fuß umb fuß.
Brennet yeman den andern an dem leybe den brenne man hinwider.
Der seynem eygen knechte eyn auge auszschlecht, oder im außbrichet, den sol er frei laussen. Schlecht er im eynen zan auß er sol das selb tun.
Ist das eyn ochs eynen man stichet czu tode oder eyn weybe mit seynen hornen, man sol den ochssen mit steynen verronen oder verfellen, man sol des fleysch nicht essen, wann es ist unreyn. Und was der ochs also an seynen hornen, das sy schädlich wären, unnd wisset er das wol des der Ochß was, er kumbt seyn in grossen schuld als wir hernach bescheiden. Seind sy im abgesegent er hatt keyn schulde. Erstichet der ochs eines mannes sun oder seyn tochter es ist die selb urteile. Stichet er eynes mannes knecht ode sein dirnen, Man sol dem herren dreissig marck geben unnd den ochssen versteinen als hievor gesprochen ist.
Wer eynen cystern grebet oder sunst gruben, der sol sy verwircken oder verwerffen daz nyeman schad darvon geschehe. Unnd vellet yemand seyn vihe dar eyn, unnd ist sy nit recht zugemacht, er sol den schaden geltten als recht ist unnd sol im das aß haben.
Und ist das ein ochs den andern wundet, das er stirbet vor dem vierden tage, so sol man den lebenden ochssen und den awasel verkauffen und sol das teilen. Wähte aber yener des der lebendig ochs was das seyne hornen schädlich weren so sol yenan der lebend ochs halb werden unnd der awasel gar.
Wer eynen ochssen stilt oder eyn ander ding, vierfalt sol er den gelten.
Ist das eyn dieb nachtes in eyn hauß gatt oder darynne grebet, oder wie er daryn kommet heymlichen, unnd vinde ich in an eynem schaden, schlach ich dann in zu tode, ich bin unschuldig an seynem tode.
Ist das eyn man des nachtes eyn diepheyt tut den sol man tötten. Ist das ein dieb des tages tut, der in den ze tode schlecht den sol man tötten. Das ist darumb geseczt daz die nachte bessern fryd sol han den der tag.
Das ich nun sprechen will das ist von genaden, und wirt die diepheit bey im begriffen und will man in lassen genessen, Er sol czwifalt geltten, also habend das die künig geseczt.
Tut yemans vihe dem andern schaden, der soll des geltten des das vihe ist, es sey in weyngarten oder in korn oder auff wisen oder anderswa, des sol der geltten des das vihe ist.
Unnd empfilhet eyn man seyn gutte eynem mann silber gold pfenning oder goldfaß oder was sogtanes gucz ist, Unnd niemet er dz in seyn hauß, unnd wirt im dz verstollen unnd wirt der diebe funden, man sol im czwirendt also vil geben. Unnd wirt der dieb nit funden, so sol sich der enschuldigen vor recht dem es da befolhen ward, das er des guts baß behüttet habe, denn sein selbes gutte. Mag er aber in überredden selb dryt mit bidern leuten das er seyn gut in sogtaner hut nicht hab gehabet als er solt, unnd es an eyner stat gelegen seye da es unbehut was, er sol im cwirn als vil geltten.
Wer viehe zu hut seynen fründe empfilhet das stirbet oder wirt geörgert, Oder es wirt den von den veinden genommen de soll er nicht geltten, mag er sich bereden das er unschuldig sey aller dinge daran. Wirt aber es verstollen, er soll es geltten dem herren des es ist, er tue denn seyn unschulde als hievor gesprochen ist. Nymet es der schölme, so zeyge er die hut, er sey ledig, leyhet aber er es yenam ane des herren urlaub, wirt es da erger. Oder stirbet es under wegen in der lehenunge, er sol es geltten, unnd sy müssent werben als hievor gesprochen ist.
Füret eyner eyn maget auß, die im nicht hingelobet ist, und leyt er bey ir, er sol sy zu seyner ee han, und sol sy behaußstewren und sy eelich nyemen. Und wil des der vatter nit er sol sy im wider geben, und als vil gut darzu nach ir wirde.
Da du übel leut weyst, die solt du tötten.
Der gelust mit dem vihe hatt den sol man tötten.
Der abgot anbettet oder opffert one den hymlischen got den sol man erschlahen.
Du solt richten witwumbe und weysen, und tust du in icht leydes, so rüffen sy hyn zu got, und ich erhör ir rüffen, unnd ich verschmähe euch und sy wirt meyn grymme über üch erczürnen, und ich erschlahe euch mit meynen ewigen schwert, unnd mache ewer weibe ze wittwun, unnd euwer kind zu weysen.
Du solt nicht gaben nyemen, die die weyssen lewt blendent unnd der gerechten wort verkerent.
Dise wort die sprichet got, unnd richtend die richter als recht ist und als ich hie gesprochen han. So wird ich veindt ewern veinden, unnd wird peynigen die sy peynigent und meyn engel wirt in vor gan und sy bewaren vor iren veinden und vor allem übel. Diß seynd die wort die gott selbs sprache auß seynem götlichen munde wider moysen auff dem berge synai. Unnd von disen wortten seynd alle gericht gemachet die geystlich unnd weltlich seynd.
Noch sprichet got mer. Geyt eyn vatter seyn tochter hyn für eyn maget und der man heymmet sy unnd wirt ir darnach gehaß, und gicht er sy wär nit maget, und lasset sy wider heim gan. Und sprichet ir das wirste zu das er mag, unnd sprichet also, ich wond sy wär eyn magt des han ich nit funden. Der vatter unnd der iunckfrawen mutter süllen die tochter nemen. Unnd nyemend die zeichen die zu dem magtumb hörent, dz ist das gewande, das under der maget leyt, so der man bey ir leyt, wann er sy mynnet. Der vatter sol es bereytten für den richter unnd für die leut die es erkännen kündent ob sy maget sy oder nicht, sy seyen mann oder weybe sagent sy das sy maget was, so hatt der vatter seiner tochter magtumb erczeuget. So soll man den man nemen und sol in schlahen [.xxix.] vierczig schleg, und sol dem vatter geben busse für den lewmden der er seyner tochter gemachet hatt, er sol sich auch haben zu eynem eelichen weib, und er mag keyn andere genemen die weyle sy lebett. Ist aber das war, daz sy nicht maget was, man sol sy werffen auß ires vatters hausse unnd sol sy mit steynen verronen unnd sol sy tötten. Das ist darumb geseczet das sy in ires vatters gewalt die unkewschheyt hatt begangen.
Dicz ist umb eyn ee, das süllendt geystlich richter richtten. Und so es an den leib gat so süllend es richten die welttlichen richter. Ob ein man bey eines mannes weyb leyt, der eebrecher und die ebrecheryn seind beydesamt des todes schuldig. Ob sy für das weltlich gericht kommet so sol man in das haubt abschlahen.
Unnd ist das ein iunckfraw eynem mann geschworen wirt, unnd ist im dennocht nit zu geleyt, Unnd kommet eyn anderzu ir an die da leut umbe sy seyen unnd er leyt bey ir, und sy schweyget unnd rüffet nicht, man sol sy beyden vahen und sol sy für den richter füren, da soll man in erteylen das man sy auß der stat füre, unnd sy mit steinen verronen ob eyn ander. Das tut man darumb das sy nicht rüfte do sy bey den leutten was.
Begreyffet eyn mann eyn iunckfrowen auff eynem acker, das ist also gesprochen, da nichte leyt seye, Und ist sy hyn geschworen unnd leyt bey ir, man soll in darumb tötten. Die iunckfraw sol darumb nicht übels lyden. Das ist davon, das nit leut da waren da die untatt geschach, unnd ist darumb, daz nit leut da waren, die wüssendt ob sy gerufft hab oder nicht, unnd ir geholffen hetten. Und ist das eyn man bey eyner iunckfrawen leit, die da nicht hyn geschworen ist, es sy wider iren willen oder nicht, unnd er für gerichte kommet, der bey ir geschlaffen hat, der solle irem vatter hundert marck silbers geben, und sol die iunckfrawen zu rechtter Ee haben die weyle sy lebet.
Es sol nyemandt bey seynes vatters weybe ligen. Noch seines vatters heymlich nyemand sagen.
Unnd gatt eyn man in eynen weyngartten, er sol der weynber essen, als vil im gefalle unnd sol ir dar auß nit tragen. und gatt eyn man in eynen esche er mag der echern brechen unnd sols zereyben mit der hande und esse des kornes ob in hungeret unnd schneyde sy mit der sichel nit.
Wann eyn man eyn neuwes weyb gewynnet oder nyembt so sol in nyemandt yn keynen streyt füren noch in kein urlüge, unnd sol in nyeman nöten das da arbeyt heysset unnd er sol bey seynem weybe und bei seynem hauß eyn iar seyn das er davon nicht enkome.
Man sol den Sune umbe des vatters schulde nicht schlahen noch den vatter umb des sunes schulde. Ein yeglich mensch sterb umb sein schuld.
So du schneydest und ein garb vergüßt du solt nitt hinwider loffen und die garb niemen du solt sy den armen weissen laussen auff heben. Darumb geseget dir got deiner hand arbeit.
So du deyn öle nymest ab den bomen, beleibet da icht, das sol der fromen armen lewt seyn und witben und weyssen.
Und kriegent lewt mit eynander umbe was das ist, und kommet das für den richter, zu welchem im seyn gewissen seyt das er recht hatt den sol er recht tun, Unnd solle den andern der da unrecht hatt verdammen darnach. unnd der verdienet hatt, der richter sol in für sich nyder heyssen strecken unnd im als vil schleg als er verdient heyssen schlahen. Unnd ist die schuld groß man sol im zu meisten heyssen schlahen vierczig schleg unnd umb mynder schulde mynder schleg.
Und krigent czwen mit eynander, unnd luffet ir eins weybe dar unnd wil irem man helffen, und sy vahet yennes mannes ding under seynen beymen mag der man er sol ir die hande abschneyden on erbärmd wann sy wolt in verdörben.
Du soltt recht wage han.
Du solt rechte masse haben in deynem hauß.
Habe recht masse. Hab rechte wage. So wirt dir got mit der rechten wage wegen. Und wirt dir got geben die rechten masse und wirt dir geben langes leben hie unnd in dem ewigen hymelreich.
Nun sprichet got nauch disen worten Ich verfluch alle die, die disen worten mit gericht nit nach volgent. Ich verfluch alles ir gutt unnd alle ir lewt unnd ales ir vihe. Ich verfluch allen iren erdtwucher, ir leybe unnd ir sele von ewig uncz zu ewig. Nun sprechent alle Amen.
Nun sprichet got darnach, wer dise wort behalt, und sich darnach richtet, den mache ich höher dann ander seyn nach gebauren. Und ich sende im sunder meynen segen, den ewigen, er seye gesegent in der stat, er sei gesegent unnd deyn erdtwucher, unnd deynes vihes wucher syen gesegent, deyn stadel unnd deyn keller seyen gesegnet und alles das, das daryn seye, deyn veind werdent all nynder fallen für dich, alles das du hast das sey gesegnet. Unnd richtest du nach disen wortten, so tut dir got seynen höchsten hort auff, das ist dz hymelreich und geyt dar auß regen und schöne und alles das dz du bedarfft czu der sele und czu dem lybe.
Dise wort hat got selber auß seynem munde gesprochen wider moysen. Von disen worten seynd alle die gericht genommen die wir haben.
Nun süllen ir mercken alle die, den gott gerichte empfolhen hat auff dem erdtreich, wölliche genade euch gott geben wil, ob ir also richttent als dises buch seyt. Unnd welchen fluch euch got geyt, ob ir wider dises buch richtent.
Hie sind die gottes wort, die haben wir darumb in dicz buch geschryben das man wiße das recht gerichte. Des ersten von des almechtigen gottes munde ist gebotten unnd gesprochen daz man disem buch dester baß gelaube.
Cap. CL.
In wie vil auchte eyner kommet.
Hatt eyn herre eyn haubtstat da bistumb ynne sind, Und hat dar ynne gericht über menschen blut, unnd wirt eyner [.xxx.] dar ynn ze auchte getan unnd hörendt andere gericht in das gericht, dz nicht haubtstett sind. Wer in der haubtstat ze auchte wirtt getan, der ist in allen stetten cze aucht getan die den herren anhörendt, des die stat lehen oder eigen ist. Unnd wirt eyn man in den nydern stetten ze auchte getan unnd in gericht, so ist er nit wann in dem selben gerichte cze auchte getan und in der auchte.
Cap. CLI.
Der ächter hausset oder hoft merck also.
Wer den ächter hausset oder hofet in stetten oder auff den bürgen oder wa man sy beschirmend mit wissen, und ist er vierzehen tage in der auchte gewesen, die seynd alle in der selben schulde begriffen da der ächter ynne ist. will aber sich des yemandt entschuldigen das er es nicht wiß das er in der ächte were, der swere zu den heyligen unnd sy ledig. behalt man aber eyn ächter in eyner stat offenlich unnd fräuenlich, unnd man das erczewgen man selb dryt, und hat die stat mauren man sol sy auff die erd brechen, hat sy tülle man tue das selbe, unnd hat sy der antweders nicht. Unnd hat sy graben man sol in eben machen, unnd hat sy der keynes man sol sy brennen on der leut schaden die nicht daran schuld habent mit wissen. aber geschicht yeman keyn schade, mere danne der burger, den süllend die burger geltten.
Das selbe gericht sol man über die burger tun, unnd über die dörffer, oder wa man sy behalttet wider das recht als hievor geschryben ist. Der ächter sol den leutten seyn unmäre.
Cap. CLII.
Wie man auchter und auch fryd brecher vahen soll.
Wer eynen ächter oder eynen fryd brecher vahen will, und went er sich, unnd schlecht man in zu tode, oder wundet man in, man wirt dem richter nicht schuldig noch seynen fründen, mag er in nit gesund vahen. und schlecht er in ze tod oder wundet er in, er sol in doch czu gericht bringen, unnd sol der richter über in richten nach seyner schulde.
Cap. CLIII.
Von frid brechern merck.
Unnd iaget man eynen frid brecher oder eynen ächtern, den sol alles das iagen das in syhet oder höret,und ergreiffent sy in sy süllend in dem richter antwirten. Unnd flücht er in ein burg oder in eyn stat oder in ein hauß darauß sol man in vordern von gerichtes wegen. Unnd geytt man in nicht herauß so sol man für die burg oder für die stat oder für das hauß siczen mit gesesse, unnd sol da von nicht kommen uncz das man in herauß geantwürt. unnd flücht er in eyn ander gericht, Der richter sol in vorderen. Unnd wirt er im geantwirt, er sol mit recht über in richten. auff weliche Burg oder in weliche stat oder vesten der ächter oder frid brecher entrynnt da sol in der richter vordern also laut das es die da vor und darauff sind hörendt unnd gitt man in nicht herab, man sol die burg oder die statt verachten.
Und wann sy sechs wochen und eyn tag in der aucht sind, so sol man alle die leut czu auchte tun, die in der bürg oder in der stat sind oder in ander vestenen, da die ächter inne sind. und ist das die leut die in der vestyn sind nit zu recht stand, yn runtt sechs wochen und eynen tag, so sol de richter da für kommen als hievor gesprochen ist.
Und ist das er die burg oder die vestin gewynnet, so sol er die burg auf die erden brechen, unnd hat sy graben, so sol man sy eben machen und ist es eyn statt und hatt sy muren oder tülle, man sol sy auff die erden brechen, und hat sy graben man sol sy eben machen, und hat sy der aller keyns, man sol in der stat yederman seyn hauße nyder brechen, da selb yn ist. und hatt eyn richter hauß in der stat, und ist er in der stat helffer gewessen, so sol man im dz selbe tun. Und sind geystlich leut daryn gewesen die den burger mit irem willen und mit ir hilff bei gestanden seyen, der hüsser beschehe das selb.
Und ist daz man ein hauß schuldiget, daz sy raub auf gefüret, unnd die das getan habend, die rittent ab der burge und fürent den raub auch wider darauff, Und wil der burg herr das laugen, so sol er selb dryt zu den heyligen schweren das es nit en sey. Hat man aber dem raub nach gefolget uncz auf dz huß die süllen bereden selb dryt, das es also sey, die verlegent des wirtes zeugen, der richter oder seyn botte sol den raub wider vorderen. Und gitt man im seyn nit wider, so verächtet er die burge, den wirt, und alle die dar auff seynd und richtet über sy dar nach also über die ächter. Will aber der burgherre sein hauß erweren mit kampfe, so sol er der eynen seyn hand abziehen die da schweren wellent, das tut er under der dryen eynem welchen er wil. Und ist er auch seyn under genosse, will er so muß er mit im kämpfen, er wölle oder nit. Ist er aber sein über genosse mit dem er kämpfen wil, der gewägert des wirtes wol, sind sy alle drei des wirtes über genosse, sy werdent mit recht übrig, daz sy mit im nit enkempfend, und er muß ir beredung mit recht nemen.
Cap. CLIV.
Wie man auß der auchte kommen sol.
Eyn verächter man, wil er sich auß der auchte ziehen, so sol er für den richter kommen ungefangen unnd ungebunden, der in czu auchte hat getan, und sol im gewisse bürgen umbe der clagern schulde seczen unnd umbe seyn busse, und sind die klager da zu gegen die süllen die bürgschaft selb empfahen umb ir ansprüch, und niemet der richter ungewisse bürge, der richter sol den schaden haben und nit die klager.
Der richter sol die bürgen gezwingen das sy den klagern leysten, und was klage auff ynnen sey, und umb was sy behebt habend mit recht hin zu yenem oder behaben, das soll der richter die burger heyssen geben, und sol sy beklagen unnd czwingen, ob er die bürgschafft empfangen hat one die klager.
Hatt aber der [.xxxi.] klager die bürgschafft empfangen so sol er auch klagen auf die bürgen. Der richter sol keynen bürgen nemen one den klager da es umb eynen todschlag ist oder umb eynen rechten straußraub und sprichet man den an, der in der auchte was, er sey nicht auß der auchte gelassen, so sol er erzewgen selb dritt die das sachen und hortten, daz in der richter aus der auch gelassen hab der in auch des ersten dareyn tett. Und ist er in mer auchtten, er musz sunnderlich von in alen kommen, unnd vor yeglichem richter der in ze auchte hatt getan. Und senndz der richter seynen brieffe mitt seynen insigel, daz er in ausz der auchte habe gelassen, das soll mann auch gelauben.
Cap. CLV.
Der in des künigs auchte komett.
Wenne eyn richter eynen in die auchte tutt, und in von seyner auchte in des künigz auchte bringet. Und wil er vor dem künig auß der auchte komen, so secze bürgen als recht sey, So sol in der künig auß der auchte lan, und sol darnach dem hoffe volgenn sechs wochen und eynen tage ob yemann auff in klagen wölle, daz er den nach recht antwürt die weyl sol im der künig frid geben. er sol auch für den künig gan, so er von dannen will, und sol auff zu den haligen schweren daz er für den richter komen wöll der in da da verauchtet hatt, und sol des küniges brieffe nemen der im urkund gebe, das er der auchte ledig sey. an deme brieffe süllen auch die bürgen stan die er verseczet hatt. Das sol er tun so er heyme komet. darnach über vierczehen tag, und sol sich vor dem richter ze recht bieten drey vierczehen tag. Und komet nyeman der auff in klaget er ist ein ledig man, es sey denne das iener eehafft nott irre und geirret habe und wann der komet so muß er im antwürtten.
Cap. CLVI.
Were den auchter beherbergett.
Wer den auchter herberget oder speyset mit wissen, und wirt er dez überredt selb dritt man schlecht im ab die hannde. Eynen yeglichen ächter mag eyn yeglich man wol behalten uber nacht, auch mit wissen, und sol in des morgens lassen reytten. Das ist geseczet durch des mannes hauß ere, von hauß ere ist vill gutter ding komen.
Cap. CLVII.
Wem mann die gefangen antwürten sol.
Wer einen gefangen hatt, und vordret in de richter in des gericht dar in er gesessen ist er sol im in antwürtten und tutt er des nicht so er in einest gevordertt hat in nymt der richter mit recht und behalttet er in auf einer bürge. der lanndrichter sol sy belegen und sol allen den leutten dar für gebieten die in seim gericht siczentt. Und welch dz gebott uber gand, die seind dem richter schuldig zehen pfund der landpfening als manig wochen er darvor liget als manig zehen pfund sind sy schuldig im. Und gebewtet man einen herren mit zehen Rittern dar, unnd komet er dar nicht die geltnuß, sol der herr einig gelten. gebewt er yeman damit oder mit minder geltnüß, geb der auch als im gebürt.
Cap. CLVIII.
Von gefengknuß.
Der einen man gefangen hat der muß in antwürten seinen herren ob er sein dienstman oder sein eigen ist, und sein weib und seinen kinden und seim bruder muß er allen antwürten ob sy in vor gericht beklagent die weil er in in gefengknüß hat.
Cap. CLIX.
Der diepheit kauffet oder raub und das geantwurt würt das ein lang urteil würt.
Der über den andern tag sein diepheit oder seinen raub bey yeman vindt, der dz offelich kauffet hat und dz unheimlich hat gehalten, und des getzeugen hat den mag man keiner hant getat geschuldigen, er hab den sin recht verloren. vindt man es dann in seiner gewalt, er muß dem darumb antwürten des da ist, mag der sein gut wol an fallen mit des richters urlaub. mag er den richter gehaben oder seinen botten das ist gut, mag er des nicht, er velt es selber an und füret es für den richter.
Wert aber er im sein gut, so tut er wider den richter, und wil er damit recht varn, so sol er also sprechen ich wil mit euch für den richter varen und mit dem gut, und wil euch recht bieten. Und ist er nicht gewiß, so soll in der richter vahen oder sein bot. seczt aber er bürgen, er sol in lassen gon, und ist des richters bot da, man sol sein gut antwürten. und kommet er ungenöt für das gericht nit, man hat in für einen dieb, wann er sich schuldig gemachet hat do er sein gut angefanget und in vordret für gerichte und er dz wider sprach.
Unnd spricht yener da wider ob es vich ist, er hab es lassen ze für, oder er hab es ertzogen in seinem stal der behept es mit besserm recht der es in seiner gewalt hat dann yener der es ansprichet, der sol es salb drit übertzeugen warhaffter leut. Vermisset sich aber yener herwider siben getzeugen, die verlegent drey getzeugen. sprichet aber yener also er hab es gekauffet auff dem gemeinen marckte er wiß aber nit von wem, und beredt sich des zu den heiligen, er ist der diepheit unschuldig, sein gelt verlewset er daran, und yener behept sein gut. Nennet er aber sein geweren und die stat da er es kaufft hat, den gewern sol er stellen über viertzehen tag. der tag sol man im drey geben Und stellet er seinen geweren, so ist er ledig und der gewer sol für in antwürten, würt aber im gebrestent an dem gewer, er musz dem man sein gut wider geben on schaden. sprichet aber er im hab es einer gegeben der in einem andern gericht siczt, der muß erfaren, und dz gut da auff in schieben, dar vert yener nit mit hin, er wartet aber vor dem gericht da er se funden hat. Wer sein gut da behept, der geit von dem vihe dhein für.
Und ist dz vihe icht erger er muß es besseren, also yener beredet was es erger ist dann do er es verloren hatt. [.xxxii.] verlewret er es aber die weil und iener das recht angefangen hat, er muß es geltten, und dem richter büssen, nicht an eins dybs statt. wil er in bereden das er nicht gewist hab das es dybig oder raubig was, er sol es büssen ob ers verloren hat und anders nit.
Wan es geschiht offt daz man dybig oder rübig gutt in eines andern gewalt vindet und scheubet es auff einen andern und also dick wirt es geschoben uncz es komet an den der es verstollen oder geraubet hat auff den sol man es schieben. Und sol iener des schweren des es im gestollen sey worden oder geraubet. und wan das beschehen ist so sol man in darumb hencken hat er es gestollen oder dar umb köpfen hat er es gerubet, one den straußrauber der hat ander recht als hie vor gesprochen ist, wan da sol man die leutte umb hahen zu der strassen. und ist das er gutt hie hat gelassen da sol man den leutten von gelten der das gutte ist gewessen an allen iren schaden. Und ist des guttes da nicht, so sol es iener gelten und geben in des gewaltt er da vand sein gut, und der sol dann clagen dahyn der im das gutt gabe.
Und also sol iglichen auff den andern tun, und sol iglicher dem andern seinen schaden ablegen unnd kompt es an den, dem der dyeb oder der rauber dz gut hatt genomen Unnd hand sy nicht gutes hinder in gelassen, er musz eynig in dem schaden beleiben und dem richter wirt von allen dem gericht nicht wa der schube. Dz ist etwa gewanheit on einem pfand dryssig pfenig etwa mer ettwa minder, und von einem viehe einen schilling unnd von einem swein das ierig ist vier pfenig und von einem Essell funffczehen pfennig.
Als ich von des sweins alter gesprochen hann, also sol es sein von den rossen unnd von vihe das nicht zweyger iar alt ist, da geb man dem richter halben teill. wil auch der clager er mage sich muntlich verrichten mit dem dyebe oder mit dem rauber, das mauß geschehen mit des richters willen und der schuldig das ist, der dyeb mucz in bussen nach iren genaden.
Was yemand den dieben oder den raubern abgebricht ist es in eim gericht er sol es den richtern antwortten, Und sol es der richter behalten sechs wochen, komet yeman den es an gehörret, der sol sich dar zu ziehen als hievor geredt ist, es sei viehe oder rosse, er sol die chost gelten die dar auff gegangen ist, und kommett yeman dar nach so sol es der, der es yngenomen hat den dryt teill han und der richter den zwei teill.
Chombt der des dz ist dar nach für den richter, und heisset sein gutte und bered das er seyn nie innen wurde wa sein gut wer oder er beredt daz in eehafft nott geleczet hab Der richter sol im sein teyle wider geben unnd sol im hin zu ienem richten umb das ander teylle.
Cap. CLX.
Von dybheit und von raube.
Der mit hant getat mit diebstall oder mit raube begrieffen wiertt Das mag er an keinem werren geziehen. Vindet ein man sein dyebig oder raubigs gut in iemans gewalt den mag er keinner hant getat geczeyhen. Und sprichet er, er habe sein geweren, des sol man im tag geben über drey viertzehen tage, und bringet er seinen geweren so ist er ledig.
Cap. CLXI.
Von diepheit und von raube.
Man sol allen raub und alle diepheit zwivach gelten ob sy mit gericht benötet werdent die das geton habent. gebent aber sy das wider ungenöt, so sol man es einfalt gelten.
Ist das ein rauber oder ein diep das gut angreiffet unnd vertut es Er muß das zwivach gelten er werd darumb benöt oder nit. Was der recht straßraub sey und waran man inen getun müg dz sol euch diß buch sagen. Niemant begat den rechten straßraub wann an dreyer hand leuten, an pfaffen, an bilgerin und an kauff leuten. An pfaffen ob sy pfefflichen varent, also das sy beschoren seind als pfaffen und pfeffliche kleider an fürent und on gewapnet seind. Man begat auch an der pfaffen gesind den straßraub die bey in auff der straß reitent und gond. Und an bilgerin die stab und taschen von iren leutpriestern hon genommen. Und an kauffleuten die von land ze lande farent von zungen ze zungen, und von einem künigreich in das ander, an den begat man den rechten straszraub.
Und ist der straszraub nit, wann fünff schilling wert, so sol man den straßrauber nit hencken an den gemeinen galgen, man sol einen galgen auff richten an der gemeinen straß, und sol in daran hahen, ob aber sy dz gereuwet, das sy den straßraub genommen hond, unnd gebent sy in wider on zwancksal von eigem mutwillen daz sy nieman dartzu nötet, sy hond dannocht ir rechte nicht verloren, muß aber man sy dartzu nöten und zwingen mit recht so hond sy ir recht verloren und mügent nymmer me keinen man seines rechten helffen, sy sein verworffen von aller zeugknuß ze geben, die aber diser untat unschuldig seind, die vor genennet seind.
Sprichet man aber sy ane umb die selben untat und mag sy des überkommen mit dem schub oder mit den zeugen, so richt man über sy als diß buch saget. het man weder getzeugen nach schub So sol man seines eides nicht nemen, als eins frummen mans. man sol im drey wal vor teilen die wasser urteil, oder das heiß eysen auff der hant ze tragen, oder in einen wallenen kessel mit wasser ze greiffen uncz an den elenbogen, gerichtet er dann, so ist er von der urteil ledig, umb anderen raub sol man die leut haupten.
Hat der straßrauber den raub verton, er muß in zwivalt gelten Und hat man in es benöt, er muß in zwivaltiglich gelten anderweid, ob er auch gar da ist.
Wer umb den rechten straßraub in die aucht kommet, und wan er darinne ist viertzehen nächte so sol in geistlich gericht in den ban tun. Und wann er sechs wochen in beiden ist, so ist er erloß, und rechtloß, und seine lehen seyen seinem herren ledig, er sey frey oder dienstman oder eigen oder wer er sey so hat er dz recht.
[.xxxiii.] Die sein eigen oder sein lehen sollend erben oder sein gut die sollen seiner untat nicht engelten. hörent sy an ein gotzhausz dem sol sein eigen werden. Und hörent sy einen leyen fürsten an, dem sol auch sein eigen werden. Unnd seind sy yemants eigen, den höret auch ir eigen an. Hond sy varendes gut, das werd dem, dem man davon gelten sol, das sol man bey dem ersten gelten die, die man beraubet hat. Der richter sol richten über den leib, wa im das stat würt.
Cap. CLXII.
Von hant getat merck.
Wer leib oder hant hat oder har lediget, das im mit rechter urteil ist angewunnen, der ist rechtlosz.
Wer auszbürget ein man von einem richter, das er in fürbringe umb ungerichte, bringet er in nit für, er musz dz alles leyden das yener solt leyden.
Wen man mit der hant getat begreiffet den sol man für gericht füren. Und ist das also, das er yenen gewundet hat oder in erschlagen hat was echt es ist on diebstal und on raub, man sol in salb drit über zeugen gat es im an den leib, man sol in mit siben mannen übertzeugen Und gat es im an die hant, man sol in mit zweyen zu im übertzeugen, hat man der zeugen nicht, so sol man kempffen als hievor gesprochen ist.
Cap. CLXIII.
Wie man fräfflin und wunden büssen sol.
Hie wöllen wir euch beweysen wie man fräfflin und wunden büssen sol und ander ungericht. Wer sein schwert zucket, oder sein unrechtes messer auff yemandtz schaden, da ist das schwert des richters oder fünff schilling, die wal stat an dem richter. Und ist dz schwert besser so löse es von dem richter und gebe im fünff schilling für das messer, ob kein schad davon geschehen ist. Zucket er aber und tut schaden damit, das büsz er als recht sey. umb ein fliessende wunden umb ein ferch wunden und umb ein leme, da wettet man etwa ein pfund etwa fünff schilling und etwa drey schilling, etwa mer, nach dem und den gewonheit ist in dem lande und in den steten.
Cap. CLXIV.
Der ein ansprichet on schuld.
Sprichet ein man den anderen an er hab in gewundt, Und würt yener des unschuldig Er ist dem richter darumb nichtz schuldig, er hab in den kempfflichen angesprochen.
Und ist daz man einem man ein wunden büssen sol die ist als hie vor gesprochen ist, die sol man büssen nach weyser leut rat.
Da man mit pfennigen büssen sol dem klager und dem richter, da sol man dem klager mer geben den dem richter, das ward nie recht geseczt daz man dem richter mer busse solt geben dann dem klager.
Wir sprechend wa man wider dises buch richtet, das man da wider got tut und wider das recht. an allen steten ist recht gericht, da die richter mit urteyl richtent.
Cap. CLXV.
Hie nach geschriben merck von notwere.
Und kumpt ein man den anderen an, es sey nachtes oder tags und einer lauffet den andern an, da ist nieman bey und sicht auch nieman, der ein weichet hindersich, ob er weichen mag, unnd wolt gern von im kommen, er schlecht auff in, und diser wert sich. wann er ins nicht erlat, er schlecht yenen ze tod in rechter notwere. Nun fragen wir wie er die notwer bereden sol.
Wir sprechen also, er sol so er aller belst mag zu dem richter kommen, und sol sich in des richter gewalt mit seynem leib ergeben, und sol im sein schwert auff recht geben und der richter sol in empfahen auff recht. Und klaget yeman auff in der richter sol in für antwürten und sol man den toten für tragen, und sol auff in klagen mit fürsprechen Und sol dann der auch antwürten mit fürsprechen, der yenen dann erschlagen hat dem sol man erteilen das er schwere zu den heiligen daz er im entwich drey schrit hindersich oder mer ob er entweichen möcht, das ist ob er gähes auff in schlüge, daz er im nicht entweichen möcht oder an der stat ist da er im nit entweichen mocht Und daz er sich da aller erst warte, und was er geton hab, das hab er geton in rechter notwer seines leibes. hat aber de tot man einen freunt von seinem vatter, und wil der mit im kempffen des mag er nit emberen er sey dann sein genosz nit. Unnd hat der tot man nieman, er ist ein ledig man, doch sol in der richter behalten sechs wochen und einen tag und kommet under den weil niemant der in ansprech, er sol ledig sein vor den die inner landes seind, die ausser landes seind, den musz er antwürten über zehen iar. Da sol er dem richter bürgen seczen biß auff das selb zil, stirbet der richter oder komment sunst ander richter an sein stat den ist der burgschafft aller schuldig, uncz auff dz vorgenant zil. Und wann die zehen iar für komment so ist er ledig von allen leuten, und kummet er un betzwungen für, so sol er keinen bürgen seczen.
Ein yeglich man würt wol über, das er nit kempffet mit seinen ungenossen ein yeglich man musz kempffen mit seinen genossen oder mit seinem über genossen. Es ist manig man rechtlosz und mag doch ein eelich weib nemen, und eekind bey ir gewinnen, sy mügen iren vatter recht erben, sy seyent dann eines herren eigin oder eins gotzhausz. Die kinde die nicht eelich geboren sind, die erbent nicht iren vatter noch ir muter gut noch dheines ir vordren gut.
Cap. CLXVI.
Aber von der notwere.
Schlecht ein man den anderen ze tod in notwere, und das ist beschehen tags oder nachts unnd hat das nieman gesehen wie sol er darumb tun. wann dz beschicht, so sol er bald kommen für den richter, wa der ist und sol seinen leib und sein schwert auff recht geben dem richter, und der richter sol in empfahen, und sol in gewissen, unnd dissz sol beschehen, ee man über in klage.
[.xxxiiii.] Und komment die klager für gericht und klagent, der richter sol in für stellen. Und ist daz die klager klagent über in, er sol antwürten also, ich leugnen nicht, ich hab den man erschlagen und in rechter notwer Und wil dz bereden als recht ist, so sol man im urteilen das er schwert, das er in in rechter notwere erschlagen habe. Und hat der tot man yemant der im die hant ab ziehen wil der sein freund ist von vatter und von muter, er musz höher auff haben und musz mit im kempffen. Und ist das der tot man nieman hat der für in kempffe, so sol der richter den man beheben mit gewiszheit sechs wochen und einen tag. Und kommet nieman under der weilen so ist er von dem richter ledig.
Und kommet darnach yeman der sein freund ist und klaget auff in iare und tag er musz im antwürten. Und ist das darnach yeman kommet der in ansprichet der sein freund ist und inner landes nicht gewesen ist, oder in gefengknusz gewesen ist der sol dz zu den heiligen bereden, und er musz im antwürten. Der den man kempfflichen ansprichet für seinen freunt der sol im sein gesipt zu den fünffden sippe und sol das für bringen als recht ist.
Und ist das der man für den richter nicht kommet und von der klage entwicht, so ist er schuldig, und man sol sein recht nit mer darumm nemen. Chompt er darnach ungebunden und ungefangen für, man sol aber sein recht nemen.
Und ist daz ein notwere geschicht das es die leute sehent die sol man betzeugen mit drey mannen.
Was recht notwer heisset das sollen wir auch recht sagen. Recht notwer ist also ob ein man den anderen anlauffet und yener entweicht hindersich drey schritt oder mer, oder er fleuhet von im, unnd wil in geren meiden das er mit im nicht vechte, der lauffet in an und schlecht auff in, yener wert sich, und schlecht den man ze tod, mag er die notwer behaben als hie vor gesprochen ist, des sol er geniessen. Unnd ist das der, der yenen angeloffen hat den selben erschlagen hat und kommet das für, der selb lauffet dahin zu dem richter Und sprichet, herr richter ich ergib mich und mein schwert in euweren gewalt Und tut darnach als hie vor an disem buch stat Dem musz man die lügen als wol gelauben als yenem die warheit. Das ist davon das es nieman gesehen hat, davon musz man das gericht an got lassen. Davon ist kampff geseczt, wann wes die leut nicht sehent das weisz doch got wol. Davon sollen wir got getrawen, das er den kampff nun nach recht scheide. und ist daz ir einer nun wunt würt, sy kempffen mit einander umb die wunden als umb den totschlag, und der da unsiglosz würt den schlecht man die hant abe.
Cap. CLXVII.
Umb den totschlag merck.
Umb den totschlag und umb den straszraub, mag der richter keinen bürgen genemen, on des klagers willen ob ioch der klager ze gagen ist. Und bringet ein man den anderen ze auchte, und kommet yener darnach für und kommet auß der aucht als recht ist, und embristet yenem der schulde da er in umb beklaget hette Er sol den richter den aucht schacz für in geben, unnd sol im zehen pfundt der lant pfenning geben.
Cap. CLXVIII.
Von der hant getat.
Die hant getat das ist das, wa man einen man mit der tat begreiffet oder an der flucht der getat oder diepheit in seiner gewalt begreiffet, da in selber die schuld zu treit das ist dz er selb verstolen hat.
Cap. CLXIX.
Von kempffen.
Der kempfflichen einen seinen genossen wöl ansprechen, der sol bitten den richter, das er sich underwind eins fridbrechers oder trewlosen mannes, das sol mit underscheid beschehen. Und als der richter sich des underwunden hat, so sol der richter fragen in welcher weiß er trew an im habe gebrochen, da mag der klager ein gesprech umb nemen oder er mag es ze hant sagen. Er sol sagen in welcher weiße, ob er in beraubet habe auff der straß mit raub oder mit wunden oder wa mit es beschehen sey oder ist, oder ob er sein trew an im gebrochen hab, und in welcher weisz er den frid an im gebrochen hat, in der weisz sol er auff in klagen.
Schuldiget er in, er hab in gewundet, und ist die wunden heil, er sol in die masen beweisen. die beweisung die hat doch nit krafft, er muß die wunden ertzeugen salb drit, ob er laugnet, on yener seinen eyde bewtet. hat yener nicht getzeugen, so sol er im die hant abtziehen und sol also sprechen. Herr richter mit ewrm urlaub, so wer ich im den eyde, unnd wil das beherten mit meinem leib auff den seinen, das ich recht hon und er unrecht, So sol der richter von beiden burgschafft nemen. den kampff sol man in gebieten zu leisten über sechs wochen.
Sprichet ein man einen kemfflichen an nach mittem tag er widerte es wol.
Sprichet ein man den anderen an, der wirs geboren ist dann er, er widert es wol. Sprichet ein hochgeborner ein wirs gebornen man an dann er mag sin nit gewidern.
Und sprichet einer den anderen an ze kampff und seind sy an einander gesipt so werdent sy wol über das sy mit einander nicht kempffent, ob sy die freuntschafft gerechen mügent daz sy zu den fünfften sippe einander gefrewnt seind. Und des müssent ires vatters freunt siben oder ir muter freunt schweren, auff den heiligen, etwa wz es zu der sibenden sipp. Nun habent die bäpst erlaubet weib ze nemen in der fünfften sipp, darnach saczten die künig daz einer mit dem andern wol kempffet der im gesipt ist über die fünfft sippe.
Cap. CLXX.
Aber von kempffen merck.
Der richter der sol leyhen dem, den man da schuldiget, einen schilte unnd auch ein schwerte. [.xxxv.] Und als man dahin kommet, da der kampff ist, so sol der richter zwen botten geben zu in beiden, die sehen das man sy nach rechter gewonheit garwe leder und leynin dinck sollen sy anlegen als vil sy wöllen. haupt und füsse sol in blosz sein, und an den henden sollen sy hon dün hentschuch lyderin. und auch blosse schwerter in den henden und ir yetweder eins umb sich oder zwey das stat an ir kur. und einen sinwellen schilt in der hand da nit bein holcz oder leder an sey, Die vechten sollen mit buglern, als etwa gewonheit ist, die eysnen sollen sein. sy sollen antragen rock one ermel. Man sol den kampff schicken ye nach landes gewonheit, auch sol man den leuten frid gebieten bey dem halse und das sy nieman irre an dem kampffe.
Ir yetwederm sol der richter einen man geben, der ein stangen trage, der sol die da über den haben der da gevellet. Und vergicht er, so ist er überwunden, mag er auff, man sol in wider auff lassen. welcher der stangen mute, man sol sy im understossen das sol der richter erlauben. einen rinck sol man machen, der sol zweintzig schuch oder fünff und zweintzig schuch weit sein nach des landes gewonheit, und welcher darausz flewhet der ist siglos.
Die schwert die sy tragen die sollent on ortband sein. vor dem richter sollent sy beid gewarnet gon und schweren, der ein das er es war sey darumb er in beklaget habe, und sol der ander schweren das er unschuldig sey, unnd das inen got so helffe zu irem kampff. Die sunnen sol man inen mitteilen gleich, so sy erst ze samen gond. würt der überwunden auff den man klaget man richtet auch über in.
Wer den andern ansprichet kempfflichen umb den totschlag weder da siglos würt, dem gat es an das haupt, ist es umb leme, es gat im an die hant, umb ander wunden die nicht ze verch gon sol man nicht kempffen.
Cap. CLXXI.
Wer zu dem ersten in den kampffe kommet das merck also.
Der zu dem ersten in den ring kommet under den die kempffen sollen, der sol den büttel bitten, das er im heische seinen kampf genosz, ob er da nicht ist der da angesprochen ist, so sol der büttel in heischen zu dem hausz da er sich inne wapnen solte.
Und sol der richter zwen mit dem büttel senden, und man sol in also laden. Ich heisch den man ‘N’ einist andrist dreystund, unnd kommet er dann nicht, so sollen sy gon zu dem ring und sollend in heischen als auch dort, man sol warten uncz ze mittemtage, und kommet er dann nicht, so sol der klager auff ston und sich ze kampf bieten, unnd sol schlahen zwen schleg, und den dritten sol er in die erden schlahen Und wie der wint weyet also sol er ston gen dem wind, und sol sein schwert in die erden stecken, und hat yenen überwunden des er in ansprach als ob er mit im gevochten het. Der richter sol yenen ze hant in die auchte tun und sol in meineid sagen, er sol in sagen rechtlosz, man sol im urteylen eygen und lehen. Das eygen sol der werden, als hie vor gesprochen ist, die lehen den herren ledig, ob sy nit lehens erb hond.
Das kint sol an der stat seins vaters nicht engelten. und kommet er nicht für der yenen angesprochen hat, über den sey das selb recht. wedere nicht für kumpt des bürgen sol der richter ansprechen und sol den nöten, das er den für in bringe, des bürg er ward Der richter sol im helffen in zwingen. Und mag er sein nicht für bringen, man richtet hin zu im als zu dem selbschuld. man sol auch zu einem toten man der on diepheit oder on raub erschlagen würt dz sol man richten als umb die notwer, es sey dann also, ob man den raube oder diepheit by im begreiff.
Und hat man den schub, man scheubet in auff den toten als ob er lept Und ist des gutes als vil das er des todes wert ist. Und ist es raub man sol in also töten enthaupten Ist daz er also erschlagen würt daz er sich nicht wolt lassen vahen, hat er einen freunt der tod man der für in kempffen wil der widerwürffet die siben zewgen. Ist aber der schub da, so helffent die getzeugen nicht. und ist das ein man ein kampf verbürget auff einen tag unnd nicht für kommet, und hat er ein frewnt der für in kempffen wil, yener muß in beston mit recht, in dem rechten als hie vor gesprochen ist.
Cap. CLXXII.
Wie man ze kampff tag geit das merck also.
Versaumet ein herr sein lant täding dz er dar kommet da mit versaumet er den leuten nichts wann die ein täding. Und ist yeman vor dar gebotten, die gebot sollen stet sein, aber diß ist ab. Und spricht ein man den anderen kempfflichen an und ist im darumb nicht gebotten und ist er doch da ze gegen, man sol im tag geben nach seiner geburt, das er sich dartzu bereit, wann er dann bedarff, den semper freyen geit man tag über sechs wochen Dem mittel freyen vier wochen den deinstmannen und allen leuten über zwo wochen.
Cap. CLXXIII.
Wie ein lamer man kempffen sol.
Ob man einen lamen man kempfflichen anspricht der nicht vormundts hat, man sol im einen tag geben, und sol er einen dar bringen der für in kempff. Wer der ist der es für in tut, den sol man für in nemen, er hab dann sein recht verloren als hie vor gesprochen ist. Hat ein man lemin an den henden oder an den füssen, die er beweisen mag, und ist das ein sollich leme die in irret ob er kempffen muß, er würdt mit recht wol überig das er nicht kempffet. Ist aber er böser augen, er ist aber wol ledig kamffes, mage aber er einen gewinnen für sich das sol er thun es sey durch lieby oder durch pfenning, der dar tzu tawge, wil er mit willen des nicht thun Der richter sol von des lamen mannes gut einen kempffer gewinnen, er sol im sein gut halb geben, und darüber nit mer.
Cap. CLXXIV.
[.xxxvi.] Von kempffe.
Wenn ein man kempfflichen an gesprochen würt vor gericht
und würt dz gefristet auff ein tag, so sol der richter beiden frid bieten, uncz auff den selben tage Und brichet ir einer den tag und den frid an dem andern, man sol über in richten sunder kampffe als hie vor gesprochen ist.
Cap. CLXXV.
Der den andern wundet.
Und ist das ein man oder mer leut einen man an lauffent Und er würt wundt einer wunden, oder mer, wer die wunden geschlagen hat der sol sy auch büssen, die damit gewesen seind habend sy weder geschlagen noch gestochen oder gestossen noch yenen gehept der da wund ist, so seind sy der wunden unschuldig, hond sy aber bloß waffen da gehept da hond sy mit gefrevelt, davon sollen sy büssen die wunden und der richternach dem recht als da geseczt sey, doch seczen wir nicht höcher busz umb die schulde, den ein pfundt der lant pfenning, etwa geit man minder, das ist auch gut. Dise busz sol dem klager halb werden ob er pfennig nemen wil, unnd wil er nicht pfennig, so biet im ere nach ir beider freund rat oder nach des richters rat. Das ander teil sol dem richter werden und nicht mer.
Cap. CLXXVI.
Wer dreyer buß schuldig würt.
Es mag ein man umb ein frefely dreyer buß schuldig werden Tut er ein frävely in der kirchen, oder in dem kirch hoff, er muß geistlichem und weltlichem gerichte büssen, und yenen an dem er gefrevelt hat das seind drey buße.
Cap. CLXXVII.
Die iar und tag in des reiches auchte seind, also.
Die iar und tag in des reichs auchte seind, die erteilet man rechtloß man erteilt im eigen und lehen, Das es den herren ledig ist, ob sy vor damit icht geton hond, das eigen ist ledig dem künigklichen gewalt, es versprechent dann die erben in runt iar und tag mit getzeugen als recht ist, das sy recht erben seyen. versaument sy das iar, sy mügent damit wol verlieren ob sy richter haben mügen, und mügen die erben keinen richter haben So mage in nicht geschaden, wie lang es ausz irem gewalt und ausz ir gewer ist, sy lasse dann eehafft not das sy nicht für kommen mügen. Die eehafft not sol man beweisen als recht ist.
Die erben sollen auch dem richter gewißheit tun, das das gut in sein gewalt nymmer mer komme Und lond sy es wider in seinen gewalt kommen, so gehörte es an das reich und müssent dem künig büssen.
Cap. CLXXVIII.
Der einer wunden über das iare stirbet.
Wer den andern vahet und im nicht ab saget und in wundet oder in schlecht on den totschlag und on leme und er leit über dz iar an der wunden, und er stirbet nach dem iar, unnd habent sein erben der klag begunnen, oder er selber in dem iar er musz mit recht darumb antwürten seinen erben, und sol man in richten zu dem schuldigen als umb den totschlag. Ist aber er auszgesönet worden und mag man das behaben hin zu dem totten man mit siben mannen, so ist er ledig gegen den erben, und gegen dem gerichte.
Cap. CLXXIX.
Der eins mans knecht schlecht.
Wer eines mannes knecht schlecht oder rauffet, vahet oder wundet und in beraubet nit wan durch des herren schulde, Das sol er in beiden nach recht büssen, er bered es dann zu den heiligen das er es dem herren weder ze laster noch ze leid hab geton so ist er der einen busz ledig gen dem herren.
Cap. CLXXX.
Wie ein kint seinen leib verwürcken mag merck also.
Ein kint mag in siben iaren nit getun damit es seinen leibe verwürcken müg Und tötet es einen man, es verwürckt seines leibs nicht damit. hat es einen vatter der gut hat der sol es besseren mit freuntschafft oder mit gut, hat er aber nit gut so gebe auch nicht. und geit er gut des sol er geben als vil als man bey dem höchsten pfliget ze geben und ze büssen umb ein wunden also busz man auch dem richter.
Und tut das kint dheinen anderen schaden den büsse man als recht sey. Schlecht aber ein man ein kint ze tode, da hat er seinen leib mit verwürcket wie iung es ist.
Cap. CLXXXI.
Von leren kinden.
Schlecht ein man ein kindt mit der hant oder mit einem beseme, oder rauffet er es durch sein missetat, er beleibet es on wandel. sprichet aber man in an, er hab in ze geverden geschlagen, des sol er sich zu den heiligen entschlahen das er des unschuldig sey. macht er es zu der nasen blut reunsig on geverde Und beredt dz zu den heiligen er beleibet des on wandel.
Und ist das ein man ein kint hin lat durch lernung und es empfilhet mannen oder weiben ze leren zwey iar oder mer oder minder, und gelobet davon ze geben ein genantes gelt das kint stirbet vor dem zile so sol man des gutes oder lones abschlahen als an der zeite gebürt und sol das wider geben, man sol zu dem ersten zil aller meist abschlahen, wann so man hat aller meist arbeit mit den kinden.
Und vertreibet er das kint mit unrechter zucht, so musz er wider geben was er empfangen hat, und sol des nit eins pfennigs wert behaben da büsset er mit das er es mit unzucht vertriben hat. Und lauffet es hin durch seinen mutwillen, im beleibent die pfenning gar, oder was man im gutes gab, und kommet es wider in den viertzehen iaren, und wil wider zu im er sol es empfahen unnd sol es sein zil ausz leren.
Cap. CLXXXII.
Aber von leren kinden.
[.xxxvii.] Schlecht ein man sein leren kind mit ruten oder mit der hant on blutreunse, da tut er wider nieman an, macht aber er es blutreunsig zu der nesen, da büsset er aber nicht. macht er es aber anderswa blut reunsig, on das mit der ruten beschicht, er sol büssen den freunden und dem richter. Unnd schlecht er es ze tode, er muß es büssen als hie vor geret ist, nieman sol seinem kinde mer schlege schlahen dann zwölff on geverde.
Cap. CLXXXIII.
Darnach merck hie nach also mit einer fräffly drey busse.
Wer an dem anderen frevelt in der kirchen der sol büssen geistlichem und weltlichem gerichte und den an dem er gefrevelt hat, disz recht hat auch der kirchoff. Die müly hat auch besser recht denn andre heuser, wer in der müly koren oder mel stilt vier pfenning wert, man sol im haut und har abschlahen, und stilt er vier schilling wert, man sol in hahen. Und was er anders stilet den koren und mel, das sol man richten als hie vor geschriben ist.
Cap. CLXXXIV.
Der ein menschen in der kirchen tötet.
Wer ein menschen in der kirchen ze tod schlecht oder an der kirch tür, der hat die kirchen tür größlichen mit der kirchen enteret, der sol an die kirchen lx. schilling geben ob man buß nemen wil.
Cap. CLXXXV.
Der in der kirchen stilet.
Wer icht stilet oder raubet in der kirchen gen sechs und dreissig schilling, unnd dem pfarrer achtzehen schilling Und sol den die schulde büssen also, als manigs pfennigs wert er darinne nymmet das sol er drivalt gelten, und was er ausz der kirchen stilet oder raubet, rosz oder ander vich oder varendes gut oder was es ist, da sol er dreystund als vil für geben als es wert ist. Dise recht seczet der bapst leo und der künig karel sein bruder in einen concily ze rom und der anderen recht vil die hernach ston uncz an das lehen buch.
Cap. CLXXXVI.
Der diebig oder räubig gut bey dem andern vindet.
Wer sein diebig oder räubig gut bey einem andern vindet, und kommet er dar und heischet sein gut das versagt er im, und wil es im nicht wider geben, er sol zu dem richter gon, und sol seinen botten nemen, vergicht er im seines gutes, so ist er dem richter schuldig zwölff schilling, und lögnet er im und würt überczeuget salb drit das er es hat, er sol im sein gut wider geben als gut als es des tags was da es im verstolen und geraubet wardt. Er sol auch dem richter büssen mit als vil pfenning als man gewonheit hat zu büssen bey dem höchsten ein wunden das seind x. pfundt der lant pfennig. man sol im nicht seinen leib darumb nemen Und hat er der pfenning nit, er sol des richters diener sein uncz an seinen tod.
Cap. CLXXXVII.
Von der kirchen frid.
Als ein mensch icht getut und flewhet er in ein kirchen, es sey herr oder knecht, es sey weib oder man, des gewaltz sol sich nieman annemen, das er in herausz icht ziehe oder im ichts leides tue in der kirchen, er sol got fürchten und sol die kirchen eren. Und ist er yemantz eigen, der sol den priester bitten das er im den menschen herausz gebe. das sol er tun, und sol gut gewiszheit haben das er im nymmer umb die schuld icht getue noch gestatte das im yeman anders icht getue umb das Und sol im die vergeben, was er im eemals geton hab. Unnd ist das der priester des nicht wil tun, so sol er doch das mensche bey im behalten und sol sein wol hüten das er ime icht enttrinne. Unnd enttrinnet er im er sol in fleissigklich heissen suchen. Und vindt er sein nicht, er sol im als ein fremd mensch geben, und hat er des nicht, so geb im das im also lieb sey. Und kommet der richter für die kirchen und heischet den menschen herausz der kirchen der priester sol im den nicht geben ausz der kirchen, er sol in freilich an sein gewiszheit tun, und er tut wider nieman damit. und ist das yeman in ausz der kirchen nimmet wider seinen willen, und gottes nit daran schonet, er sol dem des die kirch ist sechs und dreissig schilling geben, und sol an die kirchen geben achtzehen schilling Davon sol er also hohe büssen, das ander cristen leute daran sehent und erkennent daz man got an der kirchen schonen sol, und ist das das mensch nicht in die kirchen kommen mag und vahet es den ring an der kirchentür, er sol also guten frid haben als in der kirchen Und wer im darumb icht leides tut, der musz die busz leiden, als ob er in ausz der kirchen genommen het. Die geweichten kirchoffe hond dz selbig recht als in der kirchen.
Cap. CLXXXVIII.
Von der notwere des straszraubes merck also.
Wil mich ein man berauben auff der strasz, und wil ich mich weren, und schlach ich in ze tod, ich büsz seinen freunden und dem richter nicht. Und wil man mir nicht glauben daz ich mein leib und mein gut also geret habe mit notwere, und hond es die leut gesehen, ich sol es salb drit ertzeugen, und mag uns dz mit kampffe nieman erweren. Und hat es niemant gesehen, ich sol meinen eide darumb bieten, dz weret mir wol ein frewnt mit kampffe ob er wil. das ist davon geseczt, das die schuld niemant weisz wann got allein der scheid euch mit recht.
Cap. CLXXXIX.
Von den lantrauberen.
Und ist daz ein man auszvert und wil rauben, und fürt leute mit im die im helffent, und sy nement einen raub unnd fürent in hinweg, Nun, weder werdent die alle schuldig an dem raube oder nicht, [.xxxviii.] oder nun der ein der sy ausz hat bracht.
Ich spriche sy seind all gleich schuldig, wann er einig mocht den raub nichtz dannen hon gebracht wann mit der andern hilff. und begreiffet der ir einen des der raub ist, er mag in wol vahen on gericht, und sol in für den richter füren. Und ist es der helffer einer, man sol über in richten als über den selb schulden, und ist das er es laugnet, man sol in des raubes über kommen mit dem schub ob man in hat, hat man des schubes nicht, man sol in überczeugen mit siben mannen, mage man der nicht hon man überczeuget in mit dreyen mannen. Das ist umb den raub recht, der nicht rechter straßraub ist.
Cap. CXC.
Von reysen merck also.
Wa ein man in einer reysz ist und nicht hauptman ist, reyten leut an in und an die seinen und tund schaden seinem herren oder seinen mannen, oder seinen freund oder wem sy an seinen rat oder an sein getat schaden tund, schweret er des und zwen mit im, er beleibet da on schaden und gelt und tut wider sein trew nichtz.
Cap. CXCI.
Von gerichtes not dem land ze gut und ze nucz.
Gewaffen mag man wol füren, wann man durch gerichtes not varen sol. Der richter mag wol gebieten, allen den die den frid geschworen hond ze varen wa es not ist in seinem gerichte und allen den die zu iren iaren kommen seind Der schwert gefüren mag es wend dann eehaffte not. pfaffen und weibe und meßner und hirten und iuden die sollent nicht selb varen, sy sollend aber ir hilffe darczu mit leuten oder mit gelt tun. Ist aber ein pfaffen fürst, der mag wol selb varen und die sollent im ir hilffe tun die hie vor genennet sein ob sy für ein hausz varen sollen.
Da sollen sy die drey tag vor beleiben in ir selbs kost und vindet er yeman in der stat oder auff der bürge den sol der richter vorderen drey tag, so man erst da für kommet. und geit man im in nit was sy all dar legent, das sollen sy all tun auff seinen schaden vor des burg, oder vor des stat sy da ligent. Der richter sol auch sich selb darinn bewaren das er gen den mit recht var, auff der schaden er da ausz gefaren ist.
Cap. CXCII.
Von fürsten und von bürgen merck also.
Man sagt das bürge und fürsten keinen frid sollen haben den man an in gebrechen müg, das ist die verlyhen vesty, und durch die were die die bürge hond und durch die werhafften leut die alle zeit mit den fürsten varen sollen, das ist nicht. sy seind doch billichen in dem frid, wann sy sollen auch den leuten guten frid machen, wann wer fürsten frid gelopt, der sol in auch stet haben und halten.
Cap. CXCIII.
Wie man des küniges fride schweren sol das merck also.
Nun vernement den anderen frid, den keiserlichen gewalt geseczt und gestattet hat mit williger kur in allen teutschen landen mit der fürsten und der weysen meister und ander weiser leut rat die in dem lande warend alle. und all zeit solt haben frid pfaffen, und all geistlich leut, mägt und witwen, und alle weisen, kauff leute unnd iuden an irem leibe und an irem gut, Kirchen und kirch hoff, Und yeglich bedarff in seinem zaun, pflug und mülin, und des künigs strasz an wasser und an velde, disz sol alles steten frid haben.
Die leute die hie vor genennet seind, die seind darumb genennet sunderlich, das sy selb nicht wer hond, Davon sollen sy an allen steten frid haben. wer in der kirchen icht übels tut, der schirmet die kirchen nit, man sol in darausz ziehen, und über in richten als die schuld geschaffen sey. und stilt er darinn dreyer pfenning wert, man schlahe im haut und hare ab Und stilt er darinne dreyer schilling wert man sol in hencken.
Cap. CXCIV.
Wie pfaffen und iuden ir recht verlierent.
Pfaffen und iuden die nicht beschoren seind nach irem rechte, Und tut man den icht daz man sy besseren sol, man sol in büssen als einen leyen. Und fürent sy waffen, schwert oder lange messer, oder andre waffen, so hond sy selb recht.
Vindet man sy in dem hur hausz, wer in dar inne icht tut das ist dasselb recht, oder in dem weinhausz da er selb wirt ist, oder da er sunst mit stäter wonung inne ist, wer in dann in dem weinhausz ichts tut, das ist dasselb recht. umb die schuld alle kommet niemant in den bann Man sol in von mutwillen nicht tun, geschicht es aber von zerwerffnusz oder von geschicht an den steten die wir genennet habend, und daz sy schuld hont die pfaffen so ist disz recht. Und hond sy dhein schuld wer in den icht tut an den steten, der ist in dem bann.
Cap. CXCV.
Wie der künig über seinen freund richten sol.
Der künig und ein yeglicher richter mag wol richten mit recht über seinen freunt und über seinen man und über seine kind und über ir leib und über ir gut und über ires leibes ein teil Und sy tund wider got und wider das recht noch wider ir trewe nicht. er mag aber nicht richten über sein eelich weib noch über vatter noch muter.
Cap. CXCVI.
Wie man gerichtes helffen sol.
Ein yeglich man sol dem künig und andern richtern rechtes gerichts helffen da sy dartzu geladen werdent mit recht er sey sein frewnt oder sein herr, und tut wider sein trew nicht. Der man sol auch mit recht faren für seines herren hausz, und der herr für seines mannes hausz und der frünt für seines frewnts hausz, da er mit gericht für geladen würt, und tut wider sein trew nicht, also das er im noch die mit im seind keinen schaden tue, wann das die rosz gessent.
Und wundet ein man seinen herren oder schlecht er in ze tod in notwere [.xxxix.] oder ein herr seinen man, oder ein freunt seinen freunt, er tut wider sein trew nicht,seinen wegverten gesellen, und seinen würt, oder der würt seinen gast der zu ime geherbergt hat. Und der zu eins würtes hauß flewhet durch genad, dem sol der würt helffen, wider aller manigklich das er unrechtes über werd, unnd tut wider sein trew nicht.
Und hat ioch ein man ein ungericht geton, und flewhet er zu eines mannes hauß, und ist er in der auchte nicht, er sol in einlassen und sol sein tür beschliessen, und kommet er, der richter sol in dreystund lassen rüffen, und sol den man in mit der zeit seinen weg schieben ob er mag Und wann der richter drey stund gerüffet hat so sol man in einlassen ob man es gehört hat. Tut man des nicht, so muß der würt für den man antwürten. man sol dem richter die tür auff tun, und sol in einlassen, und sol in lassen suchen. Vindet er in er sol in herauß fürrn, und ist es ein solliche schuld darumb der würt bürg werden wil, man sol nemen.
Dise recht hond auch die bürgen, man sol den würt also zu bürg nemen ob er als gewiß ist als die schuld umb den totschlage. Aber was dem man an den leib gat sol der richter nicht bürgen nemen. Dis recht hon auch die bürgen wer zu in fleuhet den sol man ein lon. Die all tun wider ir trew nicht noch wider rechte.
Cap. CXCVII.
Ob der herre seinen man suchet merck also.
Suchet der herr seinen man, oder der man seinen herren, und er klaget vor seinen man, er tut wider sein trew also. ob der man wider seinen herren tut da sol er im tag umb geben für seinen man und sol in da rechtvertigen ze recht als das lehen buch hernach sagt. und tut auch der herr wider seinen man icht, das sol er seinen herren lassen wissen, und sol im der tag geben für seinen freunt, und sol das ablegen als das lehen buch sagt.
Und ist der herre dem man rechtes wider, oder der man dem herren, so brichet ir yetweder sein trew an dem andern ob er in suchet, kommet aber er auff seinen schaden nicht ausz, und geschicht im schade von im selber oder von dem, durch des willen sy dar kommen seind, den schaden sol er gelten auff recht, der man dem herren, und der herr dem man Und ist wider ir trew nicht.
Cap. CXCVIII.
Ob der herr flüchtig würt dz merck hie nach geschriben.
Der rechtloß bereit würt vor gericht oder herflüchtig ausser des reiches dienste würt, dem urteil man sein erb und sein lehenrecht und nicht seinen leibe. und also ob der herre selb nicht fleuhet. flewhet aber der herr selb, nach der flucht brichet niemandt sein trewe.
Cap. CXCIX.
Wer sich wider den keiser wapnet.
Wer sich wider den keyser wapnet oder wider die, die in seinem dienste seind oder wider den er es tun heisset, oder der in einer herfart mit dem keiser ist, Und flewhet er von im ee daz er selb fliehe, dz hetten unser vordren geseczt die des reiches Ee pflagent, dz man sy solt lebendig begraben.
Cap. CC.
Von den reysen merck.
Da ein man in einer reyse ist, und nicht hauptman ist, reytent leut an in und an die seinen, und sy tund schaden seinem herren oder seinen mannen oder seinem frewnt, oder wem sy an den seinen oder an seiner getat schaden tundt, schwert er des und zwen mit im er beleibet on schaden und on gelt, und tut wider sein trew nicht.
Cap. CCI.
Der den anderen schlecht on wunden.
Der den anderen schlecht on wunden oder stosset oder rauffet oder würffet, würt er vor gericht beklaget darumb es gat im nicht an seinen leib noch an seines leibes einen teil. er sol es dem klager büssen nach der freund rat oder nach des richters rat, und wet dem richter sein busz, dz sein etwa fünff schilling etwa minder etwa mer, nicht mer sol ein richter nemen von der schuld den ein pfund.
Cap. CCII.
Da man und weib gefangen leyt.
Und ist daz ein man und ein weib gefangen seind, die sol man nicht zu einander legen in ein hut, man sol sy besunder legen umb das sy nicht sünden miteinander.
Wen gefangen leute bevolhen seind oder werdent der ir ze recht warten sol Und wer sich ir underwindet, das er ir hüten sol und hüten wil und entrinnent sy im er sol sy wider suchen und vahen ob er mag, und mag er ir nicht wider antwürten, er sol allen den schaden und alle die busz leyden, die yener leiden solt der im enttrunnen ist.
Cap. CCIII.
Von gefengknusz merck also.
Als ein man gefangen leit und underwindent sich seine kinde oder ander sein erben seines gutes wie lang er gefangen ist, wann er ledig würt so sollen sy im sein gut ledig lon on allen schaden. Und was sy des gutes genossen hond das sollend sy im gelten, habent aber sy im durch ir ere und durch sein gefäre icht verczert, das sol er in gelten Unnd tund sy des nicht gerne, so sol sy der richter zwingen in des gerichte sy beidenthalb siczendt. Und lond sy sich darumb beklagen, der richter sol in seines guts gewaltig machen und sol im auch richten umb seinen schaden, was schadens sy im geton hond, sy sollent auch dem richter büssen mit als vil pfennigen als man ein wunden büsset. Das seind etwa zehen pfundt etwa minder ye nach des landes gewonheit.
Welcher sich under dem allen die erben lat beklagen, der geit dise busz, und yeglicher besunder als vil als da vor geschriben ist.
Cap. CCIV.
Nun vahen wir wider an von dem der da des nachtes Choren stilet wes er darumb schuldig würt merck also.
Wer des nachtes koren stilt der ist des galgen schuldig.
Es sol nieman nachtes futeren, wer es aber tut wie wenig er schneidet und ist es eines pfennigs wert [.xl.] es gang im an sein handt, ist es eins schillings wert oder teurer es gat im an das leben das man in sol haben.
Ist das man in in der kirchen vindet, man czeuhet in mit recht darauß, also ob er es dann nachtes tut. Tut er das bey tag und es eins pfennings wert ist Es gilt im den reehten daumen.
Ist es dann eins schillings wert oder mer Es gilt ime die hant Tut er zu dem andern mal es gilt im auch den anderen daumen Tut er es zu dem dritten mal, so schlach man im die hant ab. auff welcher bürge oder in welchem hauß man diß tut da ist der würt dem richter schuldig zehen pfunt, oder man schlach ein hauß im dar nider das zehen pfund wert ist. Ist es dann in einer stat der würt des selben schuldig, unnd wann das hausz gevellet, so sol man dz holcz nit von dannen tragen. ein man schneidet wol seinen meiden pfert futer das eins pfennings wert ist ob er wenet das er erligen wöl, Des muß er auch schweren, ob es yener nicht emberen wil des das koren ist, er lasset auch sein pferd wol tretten mit den vordern füssen in den esche, und lat es essen uncz es wider kommet und er sol des futers nicht von dannen füren.
Cap. CCV.
Ob man korn in der nacht stilt.
Wer nachtes koren stilt gemetes gras oder gehauwes holcz, man sol über in richten mit der wide. Und stilt er es des tages es gat im ze haut unnd ze hare. yegliches wassers trames fluß, ist gemein zu varen und ze vischen. Die vischer sollen auch dz wasser nicht niessen, wann als ferr sy einist mit dem necze getziehent auff dem scheffe mügent.
Cap. CCVI.
Der fromdes koren schneidet.
Der eines andern mannes koren schneidet, und er wenet es sey sein, oder seines herren dem er dienet, er misse tut nicht daran ob er ernewert würt das es nicht sein ist, so sol er es auff dem acker lassen, und man sol im seiner arbeit lonen. Und fürt er es ab dem acker, er sol es dennoch wider geben und hat sein arbeit verloren. Das der man in iar und tag in rechter gewer nicht hat da sol er umb antwürten, wa man in darumb beklaget.
Cap. CCVII.
Von offner diepheit und von heimlicher diepheit merck.
Es ist eines offne diepheit und das ander heimliche diepheit. offne diepheit ist dz Ob ein man kommet nachtes oder tags in ein hauß oder an ein ander stat und stilt da was es ist, und würt da begriffen mit der diepheit, ee daz er es verperg, das heisset offene diepheit. Und ist das ein man dem andern diebig gut geit, und yener weiß das es diebig ist, dz heisset auch offne diepheit. Und ist das ein man hin gat und dem andern seinen seinen mantel außtregt oder ander sein gut und im das nit sagt uncz an den vierden tag Wil er es für ein diepheit hon, das tut er ob er wil als ob er in darumb gefragt hat umb dz gut und er im gelogen hatt so mag er es haben für dypheit ob er wil Und beclagett er in vor gericht er muß ym anttwürten als ein dieb. Er muß auch auff den gut bereden, das es im dipplichen verstollen sy, ob das gutt da engen ist Und ist das gutt nicht zegegen so muß er in uberzeugen mit siben mannen die dz wars wissen und auch sahen, daz er im sein gutt verstollen hat. Und ist er belewmbdet mit der ding keinen als dis buch seit, so bedarff er zu im selber nicht mer, den zweier man, die sollent dasselb mit ym schweren. So sol der richter richten als recht sy uber yn.
Cap. CCVIII.
Wer das heysse eysen tragen sol.
Die yr recht mit dybstal oder mit straußraub verwürcket ob man sy desselben raubes oder dyppstale an der stunde zeyhet die mögent mit iren eyden nicht ledig werden. man sol in die drei kür teilen als hie vor geschriben ist, Das heis yssen, oder die wasser urtteil oder in den wallenden kessel ze greyffent uncz an die elebogen, oder mit einem kempffen sych ze weren. ich mein den rechten straußraube.
Cap. CCIX.
Der stilet und das hyltt.
Und ist das ein mensch dem andern ratt das es stele, und sprichet also gang hin und still den das und bringe mir es und gib mirs halb ich wil dirs behalten und er tut dz, und das gut wirt begriffen in eynes gewalt dem es da enpfolen ist, Der ist nicht verleymet des ersten mals wie sol man das richten. und ist daz er giecht dz er sein kein schuld hab so sol man im tag darumb geben. Und kommet der für und schewbet es auff ienen er muß es enpfahen. sprichet aber er, er sy sein gesell daran und habs in heissen stelen und im bevolhen Und seind sy unbelewmt mit den lewmb als hy vor geschriben ist, so muß es got scheiden under in mit kampf. vor got sein sy beid schuldig mit kampfe, vor den leuten wirt nicht wan der ein schuldig, der da siglos wirt. Und sprichet der auff den iener da schewbet, ich han es nit gestolen und der spricht, er hat mirs bevolhen und ich iach es wer rechtvertig und kemffent mit einander, und gesiget der dyp der es zum ersten stall, er hab veriehen oder nit, und hatt man auf in geschoben das gut, man henckett sy beidsamet, und gesigett der, der es hies stellen der ist genesen und man henckett ienen und ist der doch vor gott schulldig und vor den leutten unschuldig. Das geschicht in manger sach das ein mensche vor gott schuldig wirt und vor den leutten nicht.
Cap. CCX.
Der ein mensche stylet.
Da eyn mensche den anderen menschen stilt das ist auch dypheit, unnd wirt es in seyner gewalt begriffen man schübet es uff in als ander dypheit, und wie iunck er ist oder wie arm er ist man sol in darumb hencken.
Wann ein mensch ist vil teurer denn vil guttes.
Wer rautt oder hülffe tutt einem menschen das er stelle, das ist der dyepheit schuldig.
Wer stelen will und gat hin zu einem man und bit in umb ein leytter zu leyhen [.xli.] er wel in eyn hauß steigen und welle da stelen, oder der eynem dieb eyn tür auff tut oder ein venster, oder eyn Schlosser der mit wissen dieb schlüssel macht oder andere ysen die zu der diepheytt hörendt, oder ander hilff dieben tunt, die disem geleych ist, Da wissendt, das der als schuldig ist an der diebheit als der da stülett unnd man sol in haben czu dem diebe.
Cap. CCXI.
Vindet man bei einem mann diebig oder raubig gutt.
Vindet man bei einem mann raubig oder diebig gut, und vindet man es nit des es da ist, der richter sol es da behalten iar und tag, ob ieman käme, der sich darzu mit recht ziehe, den sol er das gut wider geben. Und kommet nyeman in iar und in tagen, der richter sol es zu seynem nucz keren, es ey denn, das yenen eehaft not leczte.
Cap. CCXII.
Aber von diepheyt merck.
Unnd ist das eyn dieb hyngat unnd will stelen eynen ochsen oder eyn roß oder ander vihe nun das sy daz es in ze tod schlahe. Wer sol dem man büssen neman wann er wolte übel ding tun ist im übel geschehen, den schaden sol er haben und sol den freunden noch nyman büssen noch dem richter. Unnd ist es nachtz beschehen so ist argkwonlich, beschicht es tages man sol es für diepheit nit han ob es eyn man tut der an seynem rechten nicht gesprochen ist.
Cap. CCXIII.
Eyner der seyn eygen gutte stylet das merck also.
Und ist das eyn man bei den leuten siczet unnd hatt pfenning in seynem beyttel und den beitl abschneydet, und den beitel verbirget, unnd zeihet die leute, sy haben im das getan, oder er niemet die pfenning auß dem beytel unnd verbirget die und giecht sy habens ym verstolen, man sol der leut eyd darumb nyeman, es sey dann das man die pfenning in ir gewalt begreyff, So richt man über sy als recht sey. Vindet man aber sy in seyn selbs gewalt, unnd ist ir sechczig oder mer, man sol in haben. Also sol man richten umbe alles gut dz der man im selber stilet, hie hatt der man mit seyn selbs gut sein leyb verloren unnd verwürcket. Das ist von seyner grosser untat beschehen, das er ander lewt das gezigen hat, unnd yenen ir leben wolt han genommen frävenlich.
Cap. CCXIV.
Wie man ze recht zolle geben sol.
Der burg zoll oder wasser zoll hynfürt mit wissen, der sol in vierfalt geltten ob yeman da ist der in vordert.
Und ist da nyeman, der kaufman soll dreystund rüffen nach dem zollner so er aller leutest mag. Unnd ist da nieman er sol es got ergeben unnd seyn strauß faren, unnd komet er aber hinwider und vordert der zolner seinen zol er sol im in geben. Und schuldiget er in er hab im seinen zol verfaren, des sol er zu den heyligen schweren das er im gerüft hab dreystund. er sol nicht zeugen darumb leyten, wann man nymet an meniger stat zoll da nit leut seynd gesessen.
Der marck zol verfüret mit wissen der sol geben dreissig schilling. Tut aber er als hievor gesprochen ist, er wirt auch ledig.
Da wasser zol sind da müssen vier fuszgengel einen pfenning geben. Der reitten man einen halben, ein geladner wag vier, oder lär.
Pfaffen und ritter und alles ir gut und ir gesind die süllen seyn zolles frey, wa er nicht bedarff brugk noch steg, Wer davon zol nyemet der tut wider recht.
Cap. CCXV.
Von geleyte merck.
Eyn yeglich man ist geleites fry ob er seyn gut wagen will. Ist aber unfryd in dem lande, und muttet ein kauffman geleyttes das mag im ein herre wol geben, man geb dem herren darumb oder nicht, er sol doch dem kauffman seynen schaden ablegen. Wer dem kauffman geleyt geit, was ym schaden beschicht das sol der im geltten der in geleitet.
Cap. CCXVI.
Der über gebauwen felde fert das merck also.
Wer unrechten weg über gebauwen lande fert, da sol yedes rad geben eynen pfennig, und der reittent man eynen pfenning. Darumb mag yener wol pfenden des das lande ist on richter, und werend sy sich des pfandes so tund sy wider recht, und komment sy für gericht und hand sy des pfandes geweret, sy wettent dem richter drey schilling oder mer yenach der gewonheit, und müssent yenam seynen schaden czwifalt geltten.
Cap. CCXVII.
Der holcz graß oder visch stilet.
Wer holcz hauwet oder gras schnidet oder vischet in eyns anderen mannes wasser, der sol geben drey schilling, und weret er sich pfandes, man sol über in richten als hievor gesprochen ist. Vischet er mer dann dreystund daryn oder hawet er holcz das gebannen ist, oder hawet er berend bom ob, oder gröbet er stein auß die zu marck stein geseczt sind, man sol im haut und har abschlahen oder er sol es lösen mit dreyssig schilling, und wa man in vindet man mag in wol aufheben uncz an den richter.
Cap. CCXVIII.
Der schäcz under die erd begröbt.
Wer schäcz under die erd begrebet tieffer den eyn pflug gat, der gehört czu dem küngklichen gewalt.
Silber sol nyeman graben auff eynes mannes gut on seynen willen des die stat ist. aber geit er das urlaub, die vogttey ist seyn darüber.
Cap. CCXIX.
Von dem der da fremden acker bauwet.
Der bauwet eynes andern mannes acker mit wissen, wirt er beschuldiget darumb vor gericht er hat vor an seyn arbeit verloren und er sol dem richter wetten. Tut er es unwissend so büsset er nicht. hatt es im yeman gelan ze bauwen, der sol im seynen schaden abtun.
Wer das landt bauwet oder säet des er zu klag kommet der verlewrt sein arbeit und sein stat und muß dem richter büssen.
[.xlii.] Was eyn man bewtet und siget das unbeklagt ist, so sol er seyn arbeyt unnd sein gut herab niessen, Und sol man davon geben zinß oder gelt das soll Er auch geben wenn es angebüret.
Cap. CCXX.
Wer in eynes mannes bomgartten gaut.
Wer in eynes mannes bomgartten gat und im seyn bome die obs tragend, er sol im das obs geltten, als vil als eyn iare darauf würde ob er es verkauffen solt. als vil der baume ist als vil muß er für yeglichen geben, als vil das obs wert was dz ein iar darauff wüchse. Also muß er im das obs gelten zwölf iar und sol im ander bom hynwider seczen. unnd seynd es nit fruchtber gewessen, wölich ander bom er im dann abgehawen hat, die secze im hinwider so zwölff iare für komment. Unnd seynd die bom dennocht also nucz nicht worden, die er im hinwider hat geseczt, das auf yeglichen nicht eynes schilling wert wachsset, so sol er sich ir nit underwinden. Werdent aber sy im so nucze daz yeglicher zwölff pfenning wert treit, so sol er sich ir underwinden, und er hat in dennocht damit nit gewert, er sol in dennoch ze busse geben zweinczig schilling.
Cap. CCXXI.
Wer da vihe czu schaden treibet das merck also.
Der sein vihe zu schaden treibt auff eynes andern mannes korn oder gras, er sol im seynen schaden gelten czwifalt, und sol der richter drey schilling geben oder nach gewonheit, er mag in auch woll pfenden on des richters urlaub, und sol es treyben in des richters gewalt, und will er, er mag es wol bannen.
Ist dz vihe sogtan vihe, das er es nit gefahen mag, das sol er in seinen gewalt treyben, ob er es czu dem richter nit bringen mag. Und sol es dem richter künden, und der sol im heissen geltten als recht ist, Und hat er der nicht, so sol er seynen schaden bereden mit seyn eynes hannd.
Cap. CCXXII.
Wie eyn yeglich hirte zu recht vihes pflegen soll.
Wer seyn vihe treibet anderswa dann für den gemeynen hirten, Der sol dem hirtten seynen vollen lon geben und dem richter sechs pfenning.
Nieman mag seynen eygen hirtten haben denn die gocz heusser unnd herren die selber wismad hand, unnd wer eyn man ist der drey hub hat und das wißmad dar zu gehöret der mag haben eynen schauf hirtten.
Was der hirtte in seyner hute verlewset dz sol er geltten.
Nyemandt sol sein vihe ynne haben er sol es auß treyben, so sant iörgen meß kommet on schweyn die vörher ziehend. und welchs vihe iungen hat, das dem hirtten nicht gefolgen mag, das selbe sol man eyn tun, das es niemant schaden tue.
Wa man aber dem hirtten lonet von der hube, unnd nit von dem vihe, dz soll der man der auff der huben siczet den lon geben, ob er schon nicht vihe hat.
Was man für den hürten treibet, das sol er wider antwürten, schuldiget man in darumb, er hab es nit wider geantwürt, mag er sein recht darumb tun daz er es da hin geantwürt hab da er von recht soltt. Das ist also, ist es ein dorff, Er sol es antwürten in runt der czün, Und ist es eyn stat, so antwirt es in runt halben der vestin oder toren so ist er lödig.
Was im die wolff oder die rauber nymmet beleybet er ungefangen unnd beschreyt er sy nit, er muß es geltten. hat aber er czwen mann, die das hortten und sahen das er nauch lüff und rüffet er beleibt on schaden.
Belemet eyn vihe das ander vor dem hirtten, und schuldiget man den hirtten darumb er muß beweissen das vihe, das den schaden hat getan, unnd muß des schweren das es also sey, so soll yener des das vihe ist seyn gewundet vihe behaltten uncz es wol an das feld mag gan. Und was darauff koste gat, die soll der geltten des das vihe ist das den schaden hat getan. stirbet es er musz es gelten des es wert ist oder er geit im yens vich dar für und beleybet im auch sein todt vich.
Der seyn vihe verlewset und zehand zu dem hirtten gat und in darumb schuldiget und sprichet der hirt es sy nit für in getriben, dz sol man behaben mit czwen mannen, oder mit zwein frawen, Und sullen die schweren zu den heiligen das sy sehent das vihe für in treiben und als das beschicht, so sol es der hürt geltten dem des es was, was es wert sey, unnd er sol es wetten dem richter nach guter gewonheyt.
Cap. CCXXIII.
Der främden acker eret.
Wer des andern land eret unwissent, der beleybet on schaden. und eret er es unrecht mit wissen, er muß es büssen dem des dz land ist auch dem herren, unnd hat auch seyn arbeit verloren.
Cap. CCXXIV.
Der unrecht zu acker gat.
Mit äckeren mag nyemandt seyn gesunt verwürcken, es sey denn also das das land vor gericht behebt sey, und er dz weyst unnd der richter seynen botten darauff habe geben, und yenen fryd darauff gebotten hab, so verlewset er die hand. laugnet aber er das er darumb nichs wisse, des sol man beczeugen mit drey mannen.
Cap. CCXXV.
Von dem der fremdes vihe eyn treybet.
Der man tut nicht übel daran, ob er seyns nachbaure viche eyn treibet mit dem seynen, er sol es auch wider ausz treiben des morgens. Unnd vorschet man darnach, Er sol es nicht verschweigen, und verschweiget er es So ist es diepheyt, er sol auch keinen nucz darab nyeman.
Cap. CCXXVI.
Dicz ist von heimsuchung dz merck hienach geschriben.
Und ist das eyn man den anderen zwingt wider seyn willen das er auff eynen baum steyg oder auff [.xliii.] eyn hauß oder auff eyn burg in heysset gan die unwörlich ist. Was er in sagtaner ding heißt tun wider seynen willen, was im davon geschihet das sol er büßen als ob er es mit seyner hand hette getan. nyemet er aber lon darumb was dem beschicht dz büsset im nyeman.
Und ist ein man in eynem hauß es sey seyn oder er lone es oder er habe es umb sunst, und wirt er dar yn heim gesucht, man sol in büssen, wan er wirt dar ynne ist. Unnd ist mer wirt dar ynne dann eyner man sol die büssen den wirtten teylen wann an in allen gefräfelt ist. Die heimsuchung ist dz wer mit gewaffenter handt yn eynes mannes hauß lauffet, und eynen dar ynn iaget oder er eynen dar ynn vindet dem er will schaden oder schadet, das heysset heimsuchung.
Lauffet er dar ein, und suchet einen man mit gewaffenter handt, unnd vindet seyn nicht, und gat dar auß on schaden, so sol er halbe buß geben dem wirt und dem richter. Tut aber er schaden darynnen mit scheltten oder mit andern dingen so sol er gancze buß geben.
Und ist das dz hauß beschlossen ist, und kommet er da für, und hawet oder schüsset daran, so ist er die buß schulding. Und lauget er des, so soll man in über czeugen selb dryt die es gesehen oder gehörend hand, und hat es nyeman gehöret oder gesehen, so mag der wol zeug seyn, der die geschoße oder die schleg höret. Schlecht er in die türen nicht und schiltet hineyn, so büsset er nun die schältwort. Wier heissen gewaffet hande bloße schwert in der hand oder schälckliche messer oder bogen oder armbrost oder geschosz oder andere waffen. Unnd wer seyn volger ist und mit im gat die seynd all schuldig und müssend all büssen als der selb schuldig, ob sy die fräffeln tund, also hievor gesprochen ist, so gebend sy die gancze buß, tund sy der nit unnd koment doch dar mit gewaffenter hand und tun keynen schaden, es geit yederman fünff schilling heller. Die buß ist ettwa ring ettwa swer, yenach des landes gewonheit.
Dise recht hand auch die bürg, wer die herren die burge hand dar ynn heimsuchent, die süllend yn büssen als hievor geredt ist. man sol an keyner stat dem richter höher büssen den dem klager. Wa man des nicht tut, das ist wider recht. Und hand sy nit pfenning ze geben, so richt man über sy, also umb ander gülte.
Cap. CCXXVII.
Der eynen vogel schiessen wil und trüffet einen menschen.
Raumet eyn man eyns vogel auff eynem wege da nit pflegent leut ze gan, es sey mit werffen oder mit schiessen, Und triffet er ein mensch und es stirbet, da verwircket nyeman seinen leyb mit, noch seyn gesund. und rüffet man in an, das er weder werffe noch schiesse, und siecht das mensch und mag man in des über czeugen selb drit, es ist an dem menschen schuldig, und man sol über in richten, als ob er in mit seiner hand ertöttet hab. Geschicht aber diß auff eynem weg da die leut all czeit pflegent ze gan, töttet er ein mensch, da ist es schuldig an dem menschen wann wa die menschen gand oder reittent, da sol nieman nichts anfahen weder mit geschoß noch mit werffen. Und ist das man eyn mensch mit geschoß oder mit würffen ertötet auff dem weg da die leut nit gewonlichen gand unnd auch gewarnet ist als hievor gesprochen ist und das mensch nit sicht, im mag de richter mit recht seinen leib nit genemen und sol auch seines leibe keyn teil nymen, wann was die höchst buß ist umb die wunden das soll er im tun, das sind zehen pfund, er sol den freunden besseren als hievor stat umb eyn wunden die on leme ist. Er sol also warnen, er sol rüffen, gang yeman da der hütte sich. Und ist das er nicht warnet da leutte giengen er sehe sy oder nit, man sol über in richten vor recht als über eynen todschlegigen man, ob er nicht erczeugen mag selb drytt das er hab gewarnet.
Cap. CCXXVIII.
Da eyner einen baum vellet und eynen menschen triffet.
Unnd ist das ein man eynen baum ze wald hawet dem weg so nahen das er auf den weg fallen mag, schlecht der baum eyn menschen ze tod man sol im das haubt abschlahen. Schlecht er eyn vihe ze todt er sol es geltten als es wert was und dem richter wetten ein fräffel. Und hawet er in dem holcz da die leut nit gewonlichen gand, wa er den bom hawet uncz er fallen wil, so soll er dreystund rüffen, sey yemand da das er fliehe, und tut er das, erschlecht der bom ein menschen oder vihe er büsset nyeman darumb das sol er bezeugen selb dryt, oder sol es bereden mit sein eines hand das er gerüft hab. Hat aber der tod mensch eyn magen und mit im kämpfen will, der weret ym seyn eid mit kämpfen und muß durch recht mit im kämpfen.
Cap. CCXXIX.
Ob die leut ein wagen umb werffent.
Es werffent leut einen wagen umb, was auff dem wagen leytt das vellet auff ein menschen das stirbet, Und ist es an der stat da leut wider und für gand, mit was leut hilf dz beschehen ist, die sind all schuldig an dem menschen. Und beschicht im on den todschlag icht, da sol man büssen also hievor gesprochen ist. hand aber sy gerüfft, gand hindan, dreystund, so ist es das selb recht davor als der den bom da hawet, oder das holcz bey der strasse.
Cap. CCXXX.
Ob ein man dem andern seyn roß wundet.
Und ist das eyn man auff eyn roß siczet und wil reitten an sein geschäfft, und andern mann reitten gegen im, unnd zewhet sein schwert auß und wil in schlahen und triffet das roß, Dz sprichet keyser Charles recht, er sol in büssen als ob er yn getroffen habe.
[.xliiii.] Das ist davon geseczet, dz er in ze schlahen mut hette, do er das roß traff. Und hat er es getan mit eynem spieß oder mit eynem armbrost oder mit bogen oder mit messern oder mit was waffen er das getan hat, so ist es das selb recht als mit dem schwert.
Cap. CCXXXI.
Von dem der seynen mage ertöttet on schulde heymlich oder offenlich.
Der seynen angebornen freund ertöttet on schulde offenlich oder heymlich, über den sol man also richten. man sol im machen eynen lideryn sack, unnd sol in versencken in eyn wasser, es sey rein oder unreyn. Unnd sol in also tief sencken daz im das haubt und aller seyn leybe an dem grunde lig. man sol in yn dem wasser ligen laussen eynen halben tag. Unnd ist er dennocht nit todt, so laß man in lenger darynnen. Das ist davon geseczet, daz seyn leychnam nit wert ist, das weder lufft, noch sunne, noch mon, noch tag, noch nacht seynen tod sehen süllend.
Cap. CCXXXII.
Wie weyt des küniges strausse süllen seyn, das seit uns diß buch hienach.
Des künigs strausse sol sechzehen schuch weit seyn. Das ist also gesprochen, Die landt strauß die sol also breit seyn, daz ein wagen dem andern geraumen mag.
Der itel wagen sol ye dem swärern entweichen. welicher baß entweichen mag der sol auch entweichen, Was ia darauff leytt. der reittent entweich dem wagen er sey geladen oder lär. der gänd entweich dem reittenden. seynd sy aber in eynem eynigen weg oder auff eyner brüge, Und iagten eynen reittenden, so sol der wagen still haben, uncz das sy fürkoment. welich wägen ze ersten an die bürg komet, der sol auch des ersten überfaren, er sey geladen oder nicht.
Der auch Ee zu der mülin komet, der sol auch ee malen.
Cap. CCXXXIII.
Wie man gruben graben sol in der strausse.
Eyn yeglich man soll geltten den schaden der von seynen schulden beschicht mit geschichte.
Der brunnen oder gruben grabet, er sol sy bewaren unnd verbürcken als hoch ob der erden, das es eynem mann gang über seyn knie. Tut er des nicht, was schaden davon geschicht den sol er geltten. Wer eyn keler oder ein ander grub grabet, der sol sy on aller leut schaden machen, unnd sol sy nit fürbaß in die strausse seczen wann syben schuch. Ist aber die strausse als eynigen, so sol er nichtz in die strausse seczen. eyn yeglich wagen weg sol sechzehen schuch weit seyn, daz ein wagen dem andern entweichen mag.
Eyn iegklich man sol weg machen vor seyner tür oder vor seynem gutte syben schuch weit, dz ander teil sol die gemeyn machen.
Cap. CCXXXIV.
Von vesten bauwen.
Ane des landtrichters urlaub mag man in die erde graben als tief eyn man mit eyner schufel auff gewerffen mag auf dz erdtreich, also das er keinen schemel mache. man mag wol bauwen dreyer gadmer hoch on seyn urlaub mit holcz oder mit steynen ob der erde on czynnen und on brust were, und on arge und alle were. man mag auch eynen hoff on seyn urlaub an ebner erd umb fahen mit eyner maur die also hoch ist, so eyn man siczet auff eynem roß, das er wol ze obrost daran gereichen müg mit der hand on zynnen unnd on brust were und on aller schlachtte vestunge. In der selben weyß mag ein man seinen hoff mit holcze umb machen. man sol auch keyn burg wider bawen on des künigs und des landtrichters urlaub, die mit urteile gebrochen wirt.
Ist aber dz man eyn hauß zerbricht mit gewalt oder lat es eyn herr zergan von muttwillen oder von eygnen füre oder von armut, die mag man wol wider bawen mit recht on des landtrichters urlaub.
Cap. CCXXXV.
Wie man märckt bawen sol merck also.
Man sol keynen marckt dem andern näher legen dann über zwu meyl. man sol auch keyn burg bawen noch dorff vest bawen, noch berg bawen mit vestung on des landtrichters urlaub. man sol auch kein stat bawen on des herren urlaub des die stat eygen ist. Ist sy seyn lehen er hatt das selb recht.
Cap. CCXXXVI.
Der dem andern seyn burg oder seyn hauß angewynnet.
Wer dem andern seyn hauß angewynnet mit unrecht, der soll des dem künig oder dem landtrichter klagen in des gericht es leyt, und der sol im es richtten und sol das hauß vorderen wider auff recht. Und antwürt man es im nicht, so sol sich der richter underwinden alles des das yenner hatt, und sol in fürladen zu drey landtädingen. Und komet er für on geleyt, so richt es nach recht, hab er im gewalt und unrecht getan, so richt über in als über ein rauber. Er mag in auch on richter fahen wa er in ankomet und sol in dem richter antwürten. die weil man eynen mann seyn hauß mit unrecht vorhebt, so mag neman keyn klag darauff haben, weder das da vor auff geschoben sey, oder das yemitten darauff geschicht, wann er seyn ungewaltig ist.
Cap. CCXXXVII.
Wie man über hauß unnd über bürg richten sol.
Welichs hauß oder burg mit urteil verteilt wirt, da sol der richter des ersten drey schleg dar an schlahen. Darnach süllendt die leut alle mit agsten dargan und süllend die hawen und raumen uncz das hauß oberhalb der erd gar zerfürt wirt, man sol es nit brennen, man sol auch weder holcz noch stein dannen füren, noch das darauff ist. und ist es eyn burg, so sol man den graben oder den berg eben machen mit schauffeln, alle die in dem gericht seynd gesessen, die süllen darczu helffen drei tag mit ir eygen koste ob sy dar zu geladen werdent mit des richters botten.
Cap. CCXXXVIII.
Von getzymmer.
[.xlv.] Und ist das eyn man ein hauß zimert und wil seyn nachbaur eyn hauß an in zymere, er sol es in die höhin richten, das im sein liecht nit verzymert werd. tut er es darüber, so klage es dem richter, der sol es zerecht nydbrechen.
Cap. CCXXXIX.
Aber von gezymer.
Der auff främdes erdtreych seczet oder sät darauff, das ist alles des, des das erdtreich ist.
Cap. CCXL.
Aber von gezymer.
Wer auß fremdem holcz eyn scheff würcket, oder ander dinge wes das holcz ist des ist auch das werck das davon gemachet ist.
Cap. CCXLI.
Von fremder arbeit.
Wer auß fremder seyden oder auß fremder woll oder flachs gewand würcket, oder ander ding, dz ist mit recht des der czeug ist, Es sey von golde gewesen oder von anderm ding. und tut er dz mit wissen, das er es da für het, das die bereitschaff seyn wäre, so hat er recht. Schwört aber yener das es seyn sey, des selben ist das werck. hat er aber es unwissent getan so sol er im sein arbeyt geltten und seyn coste die er dar auff hat geleget.
Cap. CCXLII.
Dem främdes gutte verstolen wirt, das merck hienach geschriben also.
Und hat eyn herre oder eyn armer man eyn ambtman dem er seyn gutt empfilhet auf sein treu und tut er im übel daran, und er wirt das ynnen, und nymant me wann er einig, Und im sagent ander leute das er im seyn gut stele, und pfliget er sogtanes guttes das nyemant ynnen mag werden, ob er im übel oder wol tut, und er hat in arckwonig wie sol er in darumb rechtvörtigen. Da sol er in bringen für ir beider richter, und sol in da beklagen umb seinen schaden.
Und laugnet er das er im keyn schaden hab getan, da sol man im nicht seynen eyd umb erteylen, man sol im drey wal für legen, eyn die wasser urteil, die ander das heiß ysen, und die dryt daz er sol greiffen in eynen kessel wallendes wasser uncz an die ölenbogen, und sol dar auß nyemen einen stein als groß als ein hennen ey. Die wal soll ein man han. Gerichtet er das zewasser urteil oder das in das heyß ysen nicht brennet, oder das wasser nicht brennet, so ist er lödig. Und ist er des herren eigen, so bösseret er im nicht, das er gerichtet hat, und ist er nicht sein, er muß im besseren und dem richter wann er hat in geschmähet. Die besserung die sol also seyn, dem selb schulden umb als vil als vil er in angesprochen hat, und halb als vil sol er geben dem richter. Also so sol man umb alles gut richten das dem man empfolhen wirtt auff seyn treuwe, und dz nyeman mag wissen ob er übel oder wol da mit tut. Wann der mit umb gat, davon sol also gericht werden, das muß got scheiden, wann er weist dz wol. umb geltschulde sol man also nit richten, das sol man richten mit den czeugen, ob man sy hat, hat man der nicht, so sol man yenes eyd darumb nyemen. Und solte man eyd nyemen umb empfolhen gut als hie gesprochen ist, so wirden lycht geschworen meyneid und verleure auch manig man seyn gut, der es sunst behalttet.
Cap. CCXLIII.
Dem främdes gut verstolen wirt.
Wer dem andern gut empfilhet auff seyn trew und wirt es im verstolen oder geraubet oder verbrynnet es oder stirbet es, ob es vich ist, Und hat er das gut baß in seiner hut gehebt den sein selbs gut, und getat er das zu den heyligen bereden, er gilttet des gutes nicht.
Was man aber eynen mann leyhet oder verseczet, das sol man im unverderbet wider geben oder geltten nach seyner werdt. Ist es aber erger uorden, dz besser man im als recht sey.
Verseczet eyn man dem andern eyn pfert umb pfenning, und stirbet das in seiner gewalt on sein schuld dz ist der gemein tod, er sol es nit geltten, er verlewset aber die pfenning die er darauff gelihen hat, ir gelübte stand denn anders. unnd hat er aber bürgen darauff genomen, die süllen im mit recht seyn pfenning wider geben. Und wil man im nicht gelauben, so schwere ze den heyligen, das es tod sey on seyn schuld, und sey ledig. mag man in aber überzeugen, das es von seynen schulden tod ist mit drei mannen, er sol es gelten. er sol es auch niendert ryten wann mit seynem willen und mit seynem urlaub. Und reyttet man es on sein urlaub, was im denn beschicht, den schaden muß er eynig haben. Und geschicht im nicht, er muß im es doch besseren von yeder meil sechs pfenning. Das ist davon geseczet daz er es on seyn urlaub geritten hat. die weile er es brauchet und arbeitet, so sol er im keyn futer gelten. Arbeitet er es aber in wegen oder in pflügen und wirt es geergert, er sol es czwifalt geltten.
Cap. CCXLIV.
Der eynem sein gut seczet oder leyhet.
Welich man dem andern eyn pfert oder eyn gewand oder farend gut seczet oder leyhet mit seinem willen, So hat yener recht daran in des gewalt es komet.
Lehet eyn man ein pfert an ein stat und benennet im die, und lyhet er im es umb sunst, unnd beschicht im uncz an die stat icht er büsset im daran nicht, ob er es mit rechter reyse furt und sein pfliget on geverd. Und reittet er für baß dann an die stat die Er im nant, geschicht im denn icht, er muß es geltten. Wirt es verstolen oder geraubet, er muß es gelten.
Nyemet aber der gemein tod es hin, er gilt es nicht.
Cap. CCXLV.
Nun seit es aber von lehenung.
Leihet ein man dem andern ein pfert umb lon an eyn stat und benennet im die stat und nit ferer Was dem pfert geschicht uncz an die stat, das musz er gelten on den gemeynen tod. Und reittet er es fürbasz und wirt es im verstolen, er muß es gelten, wirt es [.xlvi.] geraubet, er gült es auch. und geschicht diß ee es kommnet an die stat die da ausz genant ist, wirt es denn verstolen, so gilttet er es nicht, ob er sy also gehyett hat als er solt. Wir sprechen dz das der man fremdes gutts baß solt hietten denn seyn selbs gutt.
Cap. CCXLVI.
Aber von lehenung merck.
Und leyhet eyn man dem andern vihe umb sunst, das hat dz selb recht als umb das pfert. leyhet eyn man dem andern eyn pfert oder eyn ochssen in einen pflug mit solichem geding. leyhe mir deyn vihe in meynen pflug zwen tag ich leihe dir das meyn also lang Und koment also zesamen. stirbet das vihe, ir entweder giltet dem andern nicht, ob er es rechte hat hat gezogen, und in recht für geyt und er das beredt zu den heiligen.
Cap. CCXLVII.
Der den andern gut empfilhet.
Und empfilhet eyn man einen schneider sein gewande zeschneiden, unnd wirt es im verstollen, es muß der schneider geltten. Also ist es umb alle empfelhnuß. wes sich der man underwindet zepflegen oder zu behaltten. Und wirt es im verstolen, er muß es geltten, es sey man oder weyb.
Cap. CCXLVIII.
Wer pfand umb gilt leihet.
Der eyn pfand verseczet umb gelt, und wirt es verstolen, er muß es geltten. Und gib ich einen man ein gut zekauffen, unnd geyt er mir seyn leykauff daran, und dz gut beleybet in meyner gewalt Und wirt es mir verstolen, der schade ist seyn und meyn nicht, han ich seyn gehütet als ich von recht solt.
Cap. CCXLIX.
Der dem andern seyn gut verlewset.
Und leihet eyn man dem andern silberin näpff oder ander gut, und wirt es im verstolen er muß es geltten. So sprechent ettlich leit, verlewset eyn man sey selbs gut mit meynem gut, er soll mir es nicht geltten. Das ist nit, einem yeglichen man ist geseczt, das er fremdes gut baß sol pflegen denn sein selbs gut. Und ist das mir eyn gut verstolen wirt, das nit mein ist, da sol ich der klager umb seyn, und stirb ich oder entweich davon, so sol der klagen des das gut was.
Cap. CCL.
Von lehenunge merck also.
Was man eynem mann lyhet oder geit zu behaltten offenbar, mag er das bezeugen selb drytt, man mag in weder diebstal oder raubes dar an gezeyhen, man soll aber yenen fürladen dreistund ye über vierzehen tag zu verstanden seyn gut ob er wölle. tut er des nit, man gewaltiget yenen der darauff klagte. Den tag sol er aber erkünden der das gut under ym hat, yenem der im es da tet, mit urkünde zu hauß unnd hoff, ob ers on schaden beleyhen well. Lehung sol er zu dem ersten wider bringen dem der es ym leyhe ob er seyn hauß weyßt.
Cap. CCLI.
Von dem spile merck also.
Verspilet eyn knecht seinem herren seyn pfert, oder ander sein gut das seyn ist, oder verseczet er es, oder verkauffet er es, man sol es dem herren wider geben mit recht, ob er schwert das es seyn gut sey unnd dem knecht nit bestatt.
Verspilt aber er seyn gutt selb, oder wie er es onwirt, ob er zu seynen tagen komen ist, und mit seynem willen onwirt, der herre mag es mit recht nit wider gewinnen. und wirt dem knecht sein eygen gut in des herren dienste verstolen oder beraubet der herr sol es im geltten. Und also das der knecht unschuldig ist daran, unnd der herre mag wol klager seyn umb das gut wa er dz vindet. Das ist davon, das er es dem knechte geltten muß. Amen.