Cap. CCLII.

Von der sipp zalle merck hienach geschriben also.

 

un merckend hie die zall der sipp, wa die anhebt und wa sy eyn end nymt. In dem haubt ist bescheiden man und weyb die recht und redlichen zu der ee komen seynd. da ist nicht czweiung an, wann es ist nicht denn eyn leyb.

Seyt das haubt dz obrist stuck ist an dem leybe. Davon ist der man und seyn Eefraw bezeichnet an dem haubt, und die kind die von ir beider leyb kommen seynd, die seynd auch bezeichnet an das nächst bei dem haubt.

Da die arme stossent an die schulttern und die selben gelyder heissendt die achssellen, ob die kind on zeweiung von vatter und von muter geboren sind. ist aber czweyung an den kinden, so mügen sy an den gelide eynem nicht stan, unnd schrencken an eyn ander lide.

Nyement auch czwen brüder czwu schwesteren, und nyemet der dryt bruder eyn fremdes weybe, ir kind seynd doch geleich eynander in der sipp, unnd nyment auch das erbe und eynander geleich, ob sy in uneben bürtig sind.

Und also hebent geschwistergit die zal der ersten sipp die man czu magen rechent. Das widerredentt menig leut unnd muß es doch war seyn vor den rechten meistern. So habent geschwistergit kind die andern sippe, die stand an dem andern lide von dem haubt herab geczelt, das gelid heißt der elnbog.

So habent geschwistergit kind die dritten sipp, die stand an dem [.xlvii.] dritten lyde, Das ist das lyde da die hend an die arm stossent. und darnach aber der kinder kind, die habend die vierden sipp, die stand auch an dem vierde gelid, Das ist das gelid da der mittel vinger in die hand stosset.

Die fünfften kind stand an dem fünfften lide, das ist das ander gelid des mittel vingers.

Die sechsten kind stand an dem sechsten gelid das ist das drit gelide alles des mittel vingers.

Die sybenden kinde stand vornen an dem nagel des vingers und heyssent nagelmag.

Und welich kind zwischen dem haubt und dem nagel sich an der sipp zal geleychen mügent an geleicher stat, die nyment auch geleych das erbe. So der man ye näher ist an der sipp czalle, so er ye baß erbet, eyn yegklich man seynen mag uncz an die sybenden sippe. Doch hat der babst keyn rechte ze seczen, damit er unnser landtrecht unnd lehenrecht mit geergeren müge.

 

Cap. CCLIII.

Wie eyn kind vatter unnd mutter erbe mag verwürcken.

 

Es mag eyn kind seines vatters und seyner mutter erb wol verwürcken mit vierzehen dingen.

Das eyn, ob der sun bey seyns vatters weib leyt sündtlich mit wissen, die des Sunes stieffmutter ist, die seyn vatter eelich oder lediglich hat gehöbt damit hat er verwürcket alles vätterlichs erbe. Das erczeugen wir mit david in der küng buch do der schön Absolon bey seyns vatters fründe lag sündtlich mit wissen. damit verwürcket er seines vatters huld und seyn erbe.

Nun das ander, ob eyn Sun seynen vatter fahet, und in eynschlüst wider recht, und stirbt er in der fengknuß, der sun hat sein erb verloren.

Das drit ist ob eyn sun seynen vatter ansprücht und sogetan ding von dem vatter rüget die im an den leyb gand, es sey denn eyn sach, da das land von verderben möcht, da sy beyd ynne wonung hand, oder da der fürst von verderben möcht des das land ist.

Mit disen dreyen dingen verwürcket sich auch ein vatter gegen den sun, das er bey seynem lebenden leyb von seynem gut scheyden muß und trittet der sun an des vatters stat. Und sol er dem vatter die nottürft geben und im die mitteilen als er vor gelebet hat.

Das vierd ist, ob eyn sun seynen vatter hatt geschlagen frävenlichen.

Das fünfft ist, ob er im seyn ere unrechtlich bescholtten hab. Wann got selb spricht in den zehen gebotten, Ere vatter unnd mutter so lengest du deyn leben auff dem erdtreich. Seyt nun eyn kind syn langs leben damit verwürcket, ob es seynen vatter unerete, so hat er auch da mit seyn erbe verloren. Wer vatter und mutter schilttet oder schlecht, unnd schlecht eyn sun seinen vatter zu tod und nit in nottwer, so ist es das selb recht, und wie er in on nottwer ertöttet. unnd nyemet ein sun seinem vatter gut on recht und stosset in davon, so ist es dz selb recht.

Das sechst recht ist, ob ein sun auff seynen vatter klaget, er hab im sogtan ding getan, die dem vatter grossen schaden tun möchten, und in des nicht bezeugen mag, der hat seyn erb mit recht verloren.

Dz sybent, ob der sun eyn dieb wirt oder eyn bößwicht, mit sogtanem leben da ein yeglich man sein recht mit verlewsset, ob er wissenlich mit den selben leuten wonet die dz lehen hand, damit verlewset er auch seyn erb.

Das achtend ist, ob ein Sun seynen vatter an seynem geschefft irret hat, als eyn vatter an seinem todt het, unnd geren seyner seyl heyl schief oder er sunst sich leytt und das er das vorcht daz er stirbe, und schlüszt der sun die tür zu und lat den pfarrer noch die brüder noch nyeman anders czu im mit den er seyn ding schaffen sol durch seiner sel heyl, der hat sein erbe da mit verwürcket.

Das gebot der keyser iustinianus und ander recht eyn michel teyl. Und spricht eyn heylig gar ein gut wort über das eynig recht. Er sprichet also, wer diß rechtt hat geseczet, der hatt es gar sälicklichen geseczet, Daz den menschen gutter ding nyeman an seinem tod irren sol die weil er lebt und reden mag, so mag er im selber wol gehelffen von der ewigen marter in die ewig frewd, wan aber der mensch erstirbet, so mage er fürbasz im nymmer, weder wöllen noch entwöllen.

Das newnd ist, ob eyn sun zu eynem spilman wirt wider des vatters willen, daz er gut für ere nyempt. Und ob der vatter eyn erber man ist gewessen, das er nie gut für ere nam, noch mitten an nymet.

Das zehend ist, ob ein sun seines vatters bürg umb zeitlich gut nit werden wil.

Das eylfft ist, ob der Sun den vatter von gefengknusz nit lösen will.

Das czölfft ist, ob eyn vatter unsinnig wirt vor siechtum oder von welichen dingen dz komet, und das in der sun in den dingen nit bewaret.

Das dreyzehend ist, ob ein sun seynem vatter das gut mer dann halben vertut mit unfure.

Das vierzehend ist, ob ein tochter als ungeraten wirt, das sy man zu ir lat on irs vatters willen, die weil sy under fünff und czweinczig iaren ist. komet sy über fünf und czweinczig iar, so mag sy ir erb wol verlieren, wan man ir geholffen solt han.

 

Cap. CCLIV.

Wie pfaffen erbent mit geschwistergit.

 

Von des pfaffen gut nach seinem tode nymmet man keynen raute, wann es ist alles erbe das under im stirbet.

Die ungeraten tochter die teylet nit den rautte mit dem pfaffen der kirchen. hat eyn man töchter und sün, unnd gelobet er, das er süne und töchteren außgeit, eyns oder mer, und stirbt er, und lat mer sün und töchteren hinder im, Und lat seynem weib varendes gut oder ander gut, weder sol die mutter von dem farenden gut icht den geben. Wier sprechen also, ist der vatter also an gescheft verfaren, daz er nicht geschaffet hatt von dem varenden [.xlviii.] gut, man sol der sel ir teyl geben und darnach geleich teilen under weib und under kind die nit auß gestüret sind.

Habend die kind eyn bruder der eyn pfaff ist, hat er kirchen oder pfrenden da er sich von betragen mag, die geschwistergit teilent nit mit im dz varend gut. wie vil er haben soll gültte von geistlicher habe da sol man an seyn adelkeit sehen, und seyn wirde und an seyn ere. Der pfaf erbet eigen mit anderen seynen geschwistergit.

 

Cap. CCLV.

Von bruder kind erbteile.

 

Nyemet ein man ein weib bei seynes vatters leyb die im ebenbürtig ist, und gewynnet er sün bei ir und stirbet er darnach ee daz im seyn vatter seyn erbe mit im teylet des er warttent ist, und stirbet darnach der vatter des selben suns süne die nyement gelych erteilet an irs vatters stat. Sind aber des selben suns sün mer dann eyner, So erbent sy doch nit mer dann eins mannes teil. Das mag den tochter kinden nit widerfaren das sy geleich teyl nyemen dann sy seyd nit sünes kinde.

 

Cap. CCLVI.

Der erbet der sol auch geltten.

 

Mit welichem gut der man stirbet dz heißt erbgut. Wer erbgut nyemet der sol ze recht die schulden geltten die man weiszt. wellich schuld aber der man nit enweist, die sol man ertzeugen auff den totten man selb sybend. hat aber der tott man die schuld veriehen vor den leutten, do er gesunt was oder an dem todbet, und das er dz selb dryt erzeuget dem er da gelten sol, er hat seyn gut behebt und man sol im sein schuld bezallen.

 

Cap. CCLVII.

Was erben nicht geltten süllendt.

 

Diepheit noch spil noch raub noch wucher, ist nyeman schuldig zegeltten für den andern, oder ob er wider keyn gericht getan hat. Ist aber eyn schuld auff yn gezeuget on die ich yeczo han genennet, die erzeugten schulde süllen die erben büssen dem klager und dem richter. Ist aber keyn schuld auff den totten man erczeuget, so büssend das die erben nit. hat er diß gut verzeret mit den erben, sy süllen es geltten gar, aber hand sy das nit genossen unnd ist auff den totten nit geczeuget sy geltten seyn nit.

 

Cap. CCLVIII.

Der nit erbe der gelt nit.

 

Und ist das eyn man stirbet und geltten sol und hat nit hinder im gelaussen das seyn weib oder ander seyn erben davon gelten mügend, die süllen des gelttes lödig seyn vor got und vor den leuten. Und ist das dz weib eyn anderen man nyemet und gebent ir yr fründ gut dz sy ee nit enhet, oder ob sy einen man durch ir leibes wirde oder durch ir fründe nyemet der gut hat oder wie sy gott berattet das sy bey eynem anderen mann ze gutt kommet, weder der man noch das weyb geltent des ersten mannes schuld wann als vil als sy got beyde beweyset und in gnade geit zetun.

 

Cap. CCLIX.

Der frawen meister ist der man.

 

Und stirbet eynem mann seyn weib und sol er geltten und hatt nicht zegeltten, und nyemet Er ein ander weib die im varendt gut geit, er gist von dem varenden gut wol unnd sol auch davon geltten. Das ist davon geseczet das der man seines weibs vogt und meister ist. Und geyt im seyn weibe ander gut denn varendt gut davon mag er nicht geltten wann nach irem willen. Hat aber sy erben, die des gutes wartend seynd nach irem tode, so mag es der man nit onwerden und seyn erst schuld da mit bezalen. Gewynnent aber sy erben mit eynander, die weyle die lebend, so wirt er des guttes wol on, das sy im gab, ob die erben nit seind. man mag es mit worten wol auszdingen das ir ir farenn gut beleybet. sy oder ir fründe einer spreche also, wir dingen das ir mit dem farenden gut nit zetun habend, wann nach unser beider nottürft unnd nach ewer wirttin willen.

 

Cap. CCLX.

Der an dem richter und an dem fronbotten fräffelt.

 

Und stirbet ein man, so ist man seynen erben schuldig, was man im gelten sol, die schuld die man bescheiden mag als recht ist.

 

Cap. CCLXI.

Und mage wol eyn man zweyer buße verfallen.

 

Wer borget oder entleyhet der sol es geltten was er gelobet, dz sol er stat halten. Wil aber er lögnen, man sol in überczeugen als recht ist. was aber vor gerichte beschicht, da soll man nit umbe schweren, nyeman bey dem eyde, es gang denn dem mann an den leib oder an seines leibe eyn teyle. Und ist das man fräffelt an dem richter oder an dem fronbotten, so ist man ir einen czweier buß schuldig, der eyn yegklicher man nicht wann eyn buß hatt. Unnd wa man syben mann czu geczeugen nyemet vor gericht, da sol man den richter für czwen mann nyeman, und seynen fronbotten also.

 

Cap. CCLXII.

Der vatter erbet des kindes gutte.

 

Und stirbet einem vatter sein sun, und hatt er im gut auß geben, es sey varendes gut oder ander gut, und lat er weder weybe noch kind, der vatter erbet des sunes gut, es mag der bruder noch die schwester nit erben. Das ist davon, daz es von dem vatter dar komen ist, und hat der sun ander gut gewonnen, dann das im sein vatter gab.

Unnd geit im got geschäfft, es geyt das gute mit gesundem leibe, oder an dem tod bette wem er will. Und ist das er da mit nit geschaffen hatt die nächsten erben süllend das gutt erben, und süllend der sele ir teyle geben. Das ist davon, daz es der bruder erarbeyt hatt.

Ist weder bruder noch swester da, so nymend es die nächsten erben, ein ieglich mensch ist seins magen gutz erbe uncz er gereichen mag zu der sybende sipp, als dz buch hievor seyt.

 

Cap. CCLXIII.

Von erbteyl.

 

[.xlviiii.] Da eyn man stirbet und eyn weib hat und nit kind, die erben süllend zu der wittwen auf das gut varen uncz zu dem dreissigesten, durch das sy bewaren, das des gut icht verstolen werd das sy angehöret.

Mit der erben raut sol die fraw began die gröbnuß unnd sol in dem gut siczen uncz zu dem dreyssigesten. unnd von dem erbe sol man des aller ersten geltten dem gesind iren gedienten lon, als in gebürt von recht uncz an den tag das ir herr starb. man soll das gesindt behaltten uncz czu dem dreyssigesten, uncz sy sich anderswa bestäten mügen. Wil aber der erb, so süllen sy vol dienen und vol lon empfahen. Ist in ze vil lones geben, das bedürffent sy nit wider geben, ob man sy lat vor irem zil, lonet man in vor irem iar, das süllendt sy auff den heyligen behaltten, des gelych vor dem monat.

Wer auff genad hat gedienet des muß den erben der gnaden ermanen. Stirbet auch der diener ee daz er seynen lon gar verdienet, der im gelobt was, man ist seynen erben nit mer schuldig zegeben dann er verdient hat und im gebürt uncz an die czeit das er starbe.

Darnach muß die fraw mit den erben teylen die hof speiß die nach dem dreyssigesten belibet, wa sy die hat, oder wa sy anderwa ist in ir gewalt. so sol die fraw seyn rosz satteln oder seyn pfert das beszte das er het, unnd den besten harnasch den er het zu seynem leybe unnd seyn bestes schwert geben seynem herren ob er ein dienstman was. darnach sol sy den erben geben ein bett ein bolster und ein küssin und czwey lylach und ein tischlach und ein badhemde und czweheln unnd beckin. Das ist ein gemeyne heifart zu geben, und ist auch recht. da seczent die leut manig ding, das dar czu nit gehöret. wa die fraw des nicht enhat die sol nit geben ob sy ir unschulde darczu tut das sy es nit enhab. sy muß umb eyn yeglich ding das hievor genennet ist sunder ein eyd schweren, Wes man aber sy beweissen mag, da nymet man ir recht nit für noch darumbe.

 

Cap. CCLXIV.

Wie man die ansprache versaumet also.

 

Was varendes gut heisset des süllen wir euch sagen. gold und silber und edel gesteyn, vihe und roß und alles das man getreyben unnd getragen mag unnd pfandtschafft wie die geschaffen ist, verwürcktes golde unnd silber, das hand in die leut zu eyner gewonheit genomen dz süll erb gut seyn. Gut gewonheytt widerspricht das buch nit, allen harnasch und federwat und geschücz dz wellent die leut nach gewonheit daz es erbgut sey.

 

Cap. CCLXV.

Was varendes gut heisset.

 

Was varendes gut heisset und hat dz eyn man in seiner gewer drew iar on rechtlich ansprach von dem der bey im in dem land ist und saget im seyn gut gewüssen daz er recht dar zu habe, so hatt er es mit recht ynn. Saget aber im seyn gewissen das der nicht rechcz dar czu habe, so hat er es nit unrecht. hat er es als ich gesprochen han hievor, so hatt er es mit recht unnd wirt nymmer ansprächig. Unnd ist vihe darunder, unnd behebt es im yeman nit recht an allen den nucz der davon kommen ist, über die frücht, den sol er widergeben.

Irret aber in eehafft not der es mit recht erben soll, den musz man beiten bis er kompt, so sol man im rechte bietten umb seyn recht gutte. was anders gucz da ist, das nit varend gut heysset, hat das eyn man in seyner gewalt unnd in stiller gewer zehen iar, bei den die bei im in dem lande sind, on redlich ansprach, Der selb mag es nymmer rechtlich angesprechen hat er es mit der gewissen, als ich hievor gesprochen hab.

Hat es ein man czwünczig iar in seiner gewär, vor den die außer landes sind, So hat er es rechtlich in, es sey dann als fer dz er würde gahes gefangen außerhalb landes oder innerhalb landes. Unnd mag er das beheben als recht ist, mit den die es für war wissendt, so sol man im recht tun umb alles das er anspricht.

Die keyser unnd die künig hand dis gemein recht gemachet, doch hand sy in lenger czeyt auff geseczt an ir gutt.

Und den swaben hand sy sunder recht gegeben an ir gut als hievor geschriben ist. Doch hand die keyser den stetten sunder recht verlihen, und gut gewonheit ist gut recht, also ist auch gut recht gute gewonheit.

 

Cap. CCLXVI.

Das gegenwürtig Capitel ist von tod leybe also.

 

Da czwen man geboren sindt zu eyner todleybe da sol der eltest das schwert nemen vorhin, und der ander teylendt sy geleych. Wa czwen oder mer dan czwen eyn gut teylent, da sol der eltest teylen unnd iüngest welen.

Wa die sün zu iren tagen nit kommen sind, da sol der elttest bruder seynes vatters schwert niemen ze tod leyb und ist der kind vogt uncz sy zu iren tagen komment. so sol er es in wider geben, unnd wider reitten wa er es getan hab oder ob es im mit raub oder mit diepheit abgebrochen sey, oder durch ungelügk on sein schuld. Es ist auch der witben vormund die weile sy on einen man ist ob sy wil. Und ob er ir ebenbürtig ist nach dem tod leybe, so sol die frawe nemen ir morgen gab und alles das zu dem varenden gutt höret, das sind schaff und geyß und schwein und rinder unnd gens und hunt und alles gefigel, und die casten die nit angenaglet sind und garn unnd bette die sy dar bracht, bölster und küssin. und alle weipliche kleyder, vingerlin, arm golde, schabbel und all bücher die zu gottes dienste gehörendt, sydeln unnd laden die nit angenagelt seynd, Tegbett, teglach, umbheng, unnd alles gepende, das ist das zu der frawen varend gut gehöret.

Doch ist menger hand ding, das die frawen angehöret, verschnitten [.l.] wat czu kleydern.

Ist das golde und silber unverwürcket da ist, das höret die erben an und nicht die frawen. wa der wirt der ding keynes verseczet hat das süllent die erben lösen ob es sy anhöret und die frawen nicht.

 

Cap. CCLXVII.

Ob sy eyn kind münichet.

 

Der pfaff teylet mit den brüdern und nit der mynich. Mynichet man ein kinde das under syben iaren ist, unnd vert es under vierzehen iaren wider auß es behebt an landtrecht und an lehenrecht und alles das es erben sol. Das recht hat auch die iunckfrawe aber nit wann under czwölff iaren. Begeit sich aber eyn knab über vierzehen iar, der hatt sich von landtrecht und von lehenrecht erlediget und von erbteile. sein lehen seynd dem herren ledig und seynen nächsten erben, und wirt das erbe ledig. und ein iunckfraw hat das selb rechte so sy kommet über czwölff iare. laugnet sy aber des, das sy so vil iar nicht habe, So sol man mit vatter und mit mutter oder mage oder mit yeman der es weyst, der selb dryt dargat und schwört das sy die iar haben so hand sy ir recht verloren. hat man aber nit zeugen, so sol man disen knaben mit disen dingen überzeugen, man sol im greifen oben an den mundt und der nasen, vindet man da kleynes har das ist eyn gezeug, man sol ym greiffen und die üchsen vindet man da kleynes har dz ist der ander geczeug, man sol in greyffen under die bein ob seim geschöpfte das ist der dryt zeug, Da mit ist behebt dz der knab vierzehen iar alt ist oder eltter. Die iunckfraw mag man mit disen dry dingen nit überwinden noch über zeugen als hievor geschriben stat, man sol sehen an ires lybes geschöpft.

Wie alt der knab oder iunckfraw ist, tunt sy sich in gesitlich leben daz sy wandel hand eyn iar und varend sy zu eynem iar auß, sy hand ir recht nit verloren. man mag den knaben über zeugen mit den brüdern, unnd sagendt sy dz bey irer gehorsame, der iüngling hat verloren und muß ein minch seyn mit recht uncz an sein end oder er muß größlich abtrinnig seyn von ewig uncz czu ewig. Also überczeuget man auch die maget mit frawen.

 

Cap. CCLXVIII.

Der sich in geystliches leben tut on seyns weybes urlaub.

 

Hat eyn man eyn weib ze Eelichen dingen, und begeit er sich on iren willen in geistlichen orden unnd vorderet sy in ze recht auß dem orden, seyn landtrecht und andere recht hatt er behaltten on seyn lehen, das seynd der herren ledig. Wann eyn yeglicher man mag seynen hörschilt wol nyder legen on seynes weybes urlaub. Das ist ob eyn man sich des schwerttes gelobet, und doch bey seynem weibe beleybet.

 

Cap. CCLXIX.

Von tod leybe.

 

Welcher man von Ritterlich art nicht ist geboren, und auch des hörschültes nit enhat, und erbet doch, was er erben sol ane tod leybe, das heysset das, was eyn man hat von varender hab und von anderen dingen, die hie vor genennet sind.

 

Cap. CCLXX.

Der ane erben stirbet also.

 

Da eyn mensch, es sey weib oder man die on erben sterbent, was sy guttes hinder ynen land, hand sy varendt gut oder ander gut, handt sy eynen herren des eygen sy seynd, dem sol man es antwürtten ob er es vordere oder ist er eins goczhauses, so ist das selb recht.

Unnd vorderet es nyeman, unnd ist es auf dem lande, so sol sich der landtrichter seyn underwinden. Unnd ist es in eyner stat, so underwindet es sich der stat herre oder seyn richter, er sol es iar unnd tag in seyner gewalt behaltten, ob yeman dar nach kome der recht dar zu hab unnd es behaben wöllen ynnerhalb iar unnd tag. Dem sol man es on schaden wider faren lan. kumpt yeman nach dem iare, der berede das in eehafft not geiret hab, dem sol man es antwürtten.

Eehafft not ist, Väncknuß und ob eyn man an des reiches dienste, oder in gottes dienst ist oder in seynes herren dienst, und den sichtumb irret, und welicher er der eynes beredet mit seynen czweyen vingern, oder selb dryt ob er des stat hat. so sol man im recht tun umb seyn gutt. Und sol der mensch yeman gelten, dz sol man bey dem ersten geltten.

 

Cap. CCLXXI.

Ob eyn mensche on erben verfert.

 

Und ist eyn mensch nit eigen unnd leyt er an seynem todtbet Unnd gan im got geschäfftes und hat nicht erben als hievor geschriben ist, das mag sein gut schaffen wa es will. und höret es an eyn goczhauß czu eynem zeynß, es sol das vierteil seynes guttes dar geben. Verfert es on gescheft, so ist es gar des goczhauß, wann das man da von sol geltten.

 

Cap. CCLXXII.

Das reych unnd auch die schwaben mügendt sich nit versaumen.

 

Das reich unnd die schwaben die mügend sich nit versaumen an irem erbe die weile sy es erzügen mügen. Dis recht gab der künig karle den schwaben, dz beschach vor rome. Dis beschache bey den czeitten, do die Römer den babst leon hetten erblendet der was künig karlis rechter bruder. Dar nach besasz der künig karle Rom, do viel der herczog Gerolt von schwaben, bey den ersten in Rom, unnd mit der swaben hilff gewan der künig karle Rom unnd gesiget den Römern an. Er leyhe auch den schwaben wa man durch des reiches nott streitten solt. Da süllen die swaben vor aller sprach den vorstreit han, unnd sol ir haubtman seyn der herczog von schwaben, ist er das nit, so sol es seyn des reyches [.li.] Marschalck.

Diß recht und andere gutte recht das hand die swaben verdient mit ir frümkeit umb die römischen künig, als wir hienach wellen sagen.

 

Cap. CCLXXIII.

Wie der man seynes weibs meyster ist merck also.

 

Man unnd weybe mügendt nicht gehaben keyn gut gezweiet. stirbet aber der man, das weybe erbet nicht, wann als hievor gesprochen ist. eyn weybe mage irs guttes nicht hin gen on irs mannes urlaub, und ane seynen willen, noch eyn man on seyns weybs willen, wann als hievor gesprochen ist.

 

Cap. CCLXXIV.

Wer erbe lassen mag.

 

Eyn weyb mag irem mann keyn erbe geben das sy dennocht nit geerbet hat, und des sy noch wartet ze erben. Und das mag auch des geleychen der man seynem weyb. also mag auch nyeman dem andern keyn erbe geben der es nicht geerbet hatt.

Keyn weybe mag auch nicht ze eygen behaben, das ir leyb geding ist, noch mag es iren erben nauch irem tode nicht geben, und spricht sy es für ir eygen an, und mag sy es nicht behaben mit der unrechten ansprach, hat sy verloren ir leyb geding. also mag yegklichem menschen geschehen.

 

Cap. CCLXXV.

Von arckwonigen leuten.

 

Nun vernyement umb ein weibe die nach ires mannes tod kindet und berhafft ist, und genyset darnach sy des kindes, und hat sy des gezeugen zwu frawen oder czwen man die ir arbeit und dz kinde lebendig gesehen hand, dz kinde behalttet des vatters erbe. und stirbet es darnach was es geerbet hett, das erbet auch die mutter ob sy im eben bürtig ist. Und alles das geding das sein vatter an seynem lehen yeman hette gedinget das ist dem herren ledig. wirt aber dz kind zekirchen getragen so bedarff die fraw nit zeuges, wann des pfaffen der es begraben oder getauffet hatt. Wer es auch tottes ze kirchen hatt gesehen der ist auch sein geczeug wol.

 

Cap. CCLXXVI.

Von unczeittigen kindern.

 

Wennn eyn weyb erste eynem man gewynnet unnd gewinnet sy kind vor ir rechten czeyt, man mag da kind bescheltten an seinem rechtten. Gewynnet eyn weyb kind nach ires mannes tode nach ir rechten czeyt, man mag es auch bescheltten wann es ze spat ist komen. Die czweien hand kind seyen der die recht vertigen wil. sind sy tegen kind, so sol man ir zal reytten zum minsten eyn unnd vierczig wochen. Die eyn woch ist dar zu zegnaden geseczet, der magte on eyn vierczig wochen, die eyn iunckfraw gewesen ist da man ir den man gab. Disz gericht sol vor der pfaffheyt geschehen unnd mag man die kinde überkomen das sy zespat oder ze frye kommen sind sy erbent auch ir vatter und mutter gut nit, er erbent ye die nächsten erben.

 

Cap. CCLXXVII.

Was der czeinßman erbet.

 

Der czeinßman erbet seynen bauwe auff seynem erbe, es sey denn eyn man von ritters artt, der es seynem weibe ze morgen gab habe geben. Wirt es auch ledig eynem herren, der nyemet den bauwe mit dem lehen, der man habe es denn seynem weibe ze morgen gab geben.

 

Cap. CCLXXVIII.

Dem man unrechtes gutt lat unwissend merck also.

 

Unnd ist das eyn man stirbt unnd lat seynen erben unrechts gut. die erben wissent das nicht, das es unrecht gut was, unnd verkauffent das für recht gutte yener kommet des das gut ist, wa sol er seyn gut vordern. Das sol er tun da er seyn gut vindet, und sol im der richter hyn richten als hievor gesprochen ist. Unnd der im das gut gabe, den sol er ansprechen vor dem richter ob er lebet, und ist er tod und hat gut gelassen, man sol im seynen schaden abtun, und sol yenem sein gut wider geben one schaden.

Hernach sprechen wir mer von diepheit und von raube diß süllen die erben tun.

 

Cap. CCLXXIX.

Wie eyn fraw mit iren kinden ir gut teylen soll.

 

Stirbet eynem weyb ir man unnd beleybet sy in des mannes gut unverteilet lang oder kurcz mit iren kinden, So sy sich darnach czweyendt, die frawe nyemet ir morgengab vor hyndan. Und hat sy varendes gut, und ist der man also tod, das er damit nicht geschaffet hat, da sol man teylen geleich, under weib und kinde, und soll der sele iren teil geben, hat aber der man icht geschaffet damit, mit gesundem leyb, das sol stät seyn.

 

Cap. CCLXXX.

Aber von erbteyl.

 

Und hat eyn man kind dennocht so er lebt, Und heimsteuret er eynes auß oder mer, mit seynem varenden gut, unnd stirbet er darnach, die kinde hand nit an dem varenden gut, das er da hat und lat, er habe in es denn gemeynet bey seynem lebenden leibe, anders haben sy nit an seynem varenden gut.

 

Cap. CCLXXXI.

Erbteyl geschwistergitt.

 

Unnd stirbet eyn man unnd lat sün unnd töchteren hynder im, da er nit mit geschaffet hatt, Das ist, unnd hat denn nicht geschaffet, die kind seyen außgesteuret oder nicht, sy süllent das eygen mit eynander teylen. Und also was den kinden vorauß ist geben, das süllent sy werffen czu anderm gut das da ist, es sey varend oder ander gut das in auß gegeben ist. das süllen sy gelich mit eynander teylen, was gutts da ze teilend ist. Die kind hand die wale die außgegeben sind, daz sy das tund oder nit, wann sy haben mit recht das in worden ist, oder sy lege es an den teile.

Unnd ist es eyn sedel do der vatter auff saß, unnd lat eynen Sun oder mer Sün hinder im, die nicht außgestewret seynd, [.lii.] Und lat auch töchtren die nicht außgestewrt sind, die sün besiczent den sedel recht für die schwestren, und ist nicht anders da wann diser sedel, so stat es an der brüder genaden was sy der schwester geben.

Lat aber er czeinßlehen hinder im, das hat das recht ze erben als das eigen. Und lat er leybding hinder im, da tue mit als dises buch davor sagt. Unnd ist under den kinden eyn sun oder mer die außgestewrt sind, den soll der sedel werden als ob er nicht Sün hinder im lat der unauß gestewret ist. Und sind die kinde nicht alle außgestewret es seyen sün oder töchtren so wirt doch der sedel vorauß den sünen, dz ist recht.

Wir lesen in moyses buch von erbschafft weylent, Do Moises das israhelisch volck fürt von Egipten durch die wüstin, Do sy dem lande so nahen kamen dz in got geheyssen het. Do sprach das volck zu moyses, sich moyses, du solt uns das landt mit teylen da wir in süllend komen Also das du eym yeglichen als vil wider gebest als er denn dort hett.

Er tet also und saß nyder und nam zu im eleazar und auch ander weiß lewt und nam auch die darzu, die er in das land het gesendet, das sy dz land erkuntten. Und teylet das land under die czwölff geschlecht und gab yegklichem als vil als er dortten hett unnd er teylet es under sy mit lössen das in allen recht geschäch. Von den zwölff geschlächten für eyn man mit in, der was eyn herre und hieß Sasapar, der starb in der wüste, der ließ nicht sün, er ließ aber fünff töchteren, die wurden des landes verteilt. Das kam eyns tags also das der iuden hochczeyt was, do giengen die fünff iunckfrawen für moysen und für eleasarum, und sprachen also, unser vatter ist in der wüstin tod, und ir hand ewer land geteilet, und hand uns unsers vatters teil nicht geben und wir seyen doch auch gezelet under den zwölff geschlächten. Moyses sprach wir süllend disz sach für got ziehen und hin zu got bringen. Moyses kündet got die sache. Got antwürt im also, ich will wenn eyn mensch sterbe on sün, das seyn erbe werde seynen töchtren, unnd hat der mensche weder sün noch töchtren, so erb in sein bruder, hat er nicht bruder so erbe in seyn vetter, und ye die nächsten vetter mage.

Diß sprechen die meyster, unnd ist das gutt von vatter magen dar kommen, so erbent es die nächsten die dar czu hörent. Und ist es von mutter mage dar kommen, es ist dz selb wort.

Moyses tet nauch gottes wortten, unnd gab den fünff iunckfrawen iren teyl yn dem lande. also sol man erbe teilen als got gesprochen hat.

 

Cap. CCLXXXII.

Erstirbet eyn eygen man on erben merck also.

 

Stirbet eyn eygen man des eyn halbe hub ist von eynem gebauren on erben, die ist seynes herren des er eygen ist, oder seins goczhausses des er ist. Und ist er frey, so ist sy des fronbotten, und hat er ander gut, das mag er mit gesundem leyb oder vor seinem tod geben wem er will. Und ist das er mer eygens hat dann eyn halbe hub, das sol dem landtrichter werden. Und lat er varendt gut, und hat da mit nit geschaffet, dz sol werden des lancz herren.

 

Cap. CCLXXXIII.

Wie weib und man czwen weg erbendt also mercke hienach geschriben.

 

Wie eyn yeglich weibe erbet in czwu weiß, ir erbe an den nächsten mag, iren raute an den nächsten insteln die ir wipphawen ist geboren. ein yeglicher man von ritters art erbet in czwen wege, das erbe an dem nächsten mag, wie er sy herwagte an den nächsten swert mag.

Welicher man von ritters artt nit ist, an dem zergat das recht des herschiltes, der lat hinder im erbe ze nyemen wenn er stirbet und enkein hergewat was sogetans dinges erbeloß, erstirbet erbe oder hergewatte oder ratt das sol man antwirtten dem richter oder dem fronbotten ob er es heischet nach dem dreyssigesten. Das sol aber der richter gehaltten iar unnd tag, unnd wartten ob sich yemand ze recht dar verziehe. Darnauch so mag ers an seynen nucz bekeren, es ensey dann daz er gefangen, oder in des richters dyenst gefaren seye oder in gottes dienste, ausser dem lande, sy so myne er seynen wartten mit dem erbe, also lange wenn er wider komme wann er mag sich die weile an seynem erbe nicht versaumen in runt dreyssig iar und tag.

 

Cap. CCLXXXIV.

Von erbteile der kinde es seyen sün oder töchteren merck hienach also.

 

Und ist das ein man ein weib hat, unnd kinde hat bey ir, es seien sün oder töchteren, Die stirbt und er niemet ein andere die gewinnet ein kinde oder mer, Der man leit an seinem todtbet, und schaffet seynen kinde, seinen weyb und seiner sel, Und geit sein erbe das er bey der erren frawen her seynen erren kinden unnd seiner wirttin ir gut wider, unnd seines guttes als vil, als sy zesamen komen one geding, so teilet ers geleich under weib unnd under kind, unnd der sele iren teil, also sol er teilen sein varends gutte. die kinde die die iünger wirtin by im bette, und sterbent die, ee das sy zu iren tagen kommet, die mutter erbet ir kind gut. kommet aber die kind zu iren tagen So tund sy mit irem gut was ynen gut ist.

Unnd stirbet auch die mutter ee das sy man gewinnet die kind erbent auch ir gut und als sy man gewinnet, so erbt sy der kinde gut nit. Unnd erbent auch sy die kind nit, sterbent denn die kind, so erbent die geschwistergit auff einander die erren und die andern, doch nit wann das varend gut, das ist davon das das gut von ir beider vatter gut dar kommen ist.

 

Cap. CCLXXXV.

Alles von erbteile merck.

 

Ist das ein weib ein man hat und hat kind bei ir lüczel oder vil, [.liii.] Der leyt an seynem tode und hat varendes gut, das teylet er mit weiben und mit kinden, mag er mit recht eynem mer geben denn dem andern.

Wir sprechen also, an dem tod bette muß er geleych teylen, es sey denn ob der kinde eynes eltter ist denn das ander, dem mag er mer geben unnd yeder sele iren teyl. Unnd wil eyn man seyn varendes gut teylen, under weyb und under kind die weil und er sich vermag, so geit er mit recht eynem mer denn dem andern, also daz er mag eynem czwirent als vil geben als dem andern und darüber nicht. Er mag auch mit recht keynes gar verteylen, es hab es denn verwürcket, gen vatter unnd gen mutter als hievor in dem buch stat. Und hat er keyn sein kind außgestüret dem geyt er seyner varenden hab oder er lat es, die wal statt an im, und verfert er on geschäft die mutter unnd die fründ teylend das gut als hievor ist gesprochen. Und sind da kind die außgestewret sind mit geding das sy sich verczigen hand ires vatters gut, es sey varend gutt oder ander gut, so hand sy nicht recht daran, wann das er in geren geyt.

 

Cap. CCLXXXVI.

Von berautten kindern.

 

Ist das eyn man alle sein kind auß gestewret hat, und hatt er dennocht varend gut, das geyt er wol wem er wil, komet er aber an das todtbet, er mag das mit nichte geton, wann als hievor gesprochen ist.

 

Cap. CCLXXXVII.

Von kinder erbe.

 

Leyt ein man an seynem todbet, und hat seyne kind auß gestewret, und hat seynem weibe nit varendes gut geben, was er varendes gucz hat das geytt er seynem weib gar ob er wil, das tut er wol mit recht, und yeder sele iren teyl, sy seyen dann mit geding czu samen komen. Dz geding sol stät seyn, er sey denn verendert mit der erben willen.

 

Cap. CCLXXXVIII.

Der on weyb und on kinde tod gelyt.

 

Und stirbet eyn man der weder weyb noch kind hat, unnd hat er varendes gut gelaussen und hat da mit nicht geschaffet das erben die nächsten erben, der seye eyner oder mer, Und yeder sele sol man geben iren teyl.

 

Cap. CCXXXIX.

Der on erben oder on geschefft stirbet.

 

Und leit ein man an seynem todbett und hat er weder weib noch kind, unnd hat er varend gut das geyt er wem er wil, und der sele iren teyle. hatt er eynen herren des er eigen ist, und verfert er on geschäfft, seyn varend gut ist des herren und sol der sel den vierden teyl geben.

Und höret er an eyn goczhauß das hat das selb recht. wem der sele teyl werden sol, des der mensch selber nicht geschaffen hat, da süllen wir euch sagen, Dem pfarrer das eyn teyle, Das ander sol man under arm leut teilen, Das drit sol man geben armen bilgeryn die über mer farend zestewre.

 

Cap. CCXC.

Der on geschäfft stirbet.

 

Stirbet eyn man on geschäfft, und lat er erbgut, das erbent ye die nächsten erben, als das buch hiervor seyt. Unnd lat er varendes gut, das sol man auch teilen als diß buch seyt.

 

Cap. CCXCI.

Von viererley erben merck.

 

Die weyl der man on weybe nit wil seyn, so mag er nyemen ze rechter ee, eyne, czwu, oder drey, oder mer, in der selben weyse als vil in dann sterbent ye eine nach der anderen.

Niemet auch eyn weyb mann, unnd gewynnet sy kinde bey in allen, die erbend was sy zerecht süllen erben. man sol nyeman auß der gewer wisen von gerichtes wegen. Unnd ist er auch unrechtlich in der gewer man sol sy im ee mit rechter klag abbrechen, da er selb ze gagen sey. man sol in für gericht laden und ze rechten tädingen sol er für kommen, unnd seyn gut ze recht versprechen als recht ist, und kommet er nicht für, so verteilt man im die gewer mit recht.

 

Cap. CCXCII.

Der mit der haut vergiltet der sol ze recht nit mer.

 

Was yeman erbes zu stat wann von sippe, das heisset nit erbgut. Wer von gerichtes wegen seynen leib versaumet, die nächsten erben erbent seyn gut. Dem richter sol seynes gucz nicht werden, wann über in gerichtet ist, als recht ist, hat er des klagers gut icht ynne. Ist es da ze gegen, man sol es im wider geben, und hatt er es vertan, man sol im es geben unnd czwifalt gelten von dem gut das er hinder im lassen hat.

 

Cap. CCXCIII.

Weliche schulde die erben geltten süllend oder nicht.

 

Wann eyn man dem andern schuldig wirt oder im nyemet unnd stirbet der man dem man es genommen hat oder schuldig ist, diser muß seynen erben darumb antwürten. stirbet aber der auff den die klag gat, sein erben müssend es auch geltten. Ist es aber diebstal oder raub das gelttent sy nit, sy habent es dann in irer gewalt, oder sy haben denn ettlich schuld daran, oder sy haben das unrecht gut mit dem erbe verczert. Unnd ist das man die ding auff in behebt als recht ist, so gelttent sy mit recht. Die erben gelttent auch nicht wucher noch spil. bürgschafft müssend wol die erben geltten.

 

Cap. CCXCIV.

Wie new geboren kind erbent.

 

Unnd ist das eyn fraw gutt hat von vatter unnd von mutter geerbet oder von andern iren magen, unnd nyemt eynen man und wirt eynes kindes swanger, es sey tochter oder sun, sy gebirt das kind, unnd stirbet an dem kinde, das kinde lebet also lang uncz es die augen auff tut unnd sicht die vier wende des hausses und stirbet nach der mutter, dz kind hat geerbet seiner mutter gutt was sy gelaussen hatt.

[.liiii.] Und wenn es darnach stirbet, so erbet der vatter, was es von seiner mutter geerbt hat, das erbt er billicher dann yeman anders.

 

Cap. CCXCV.

Da eyn tochter ir ungenoß nyempt merck also.

 

Und ist das eyn man stirbet und lat czwu töchteren hinder im, die beid magend sind, die ein nyemt eynen man, der ir genoß ist, Die ander nyemet einen man der nit ir genosz ist, und hat in ir vatter gut gelaussen, das an erdreich leyt, das sol die tochter alles eynig haben die ir genoß genommen hat oder ir über genoß. Und lat er in ander gut das nit erdtreich ist, das süllend sy mit eyn ander teylen gleych.

 

Cap. CCXCVI.

Ist das ein vatter sein kind enterben will.

 

Und ist das eyn vatter seyne kind, sün oder töchter durch seinen bössen willen seines guttes woltt enterben, und wolt darüber ein hantfeste machen, das mag mit recht nit geseyn. sy brechent im die hantfeste oder brieff wol mit recht, sün und töchtren, wann sy es nicht verwürckent hand. hand sy es aber verwürcket als das buch hievor seyt, so tut es der vatter wol mit recht. seind aber die kind nit zu iren tagen komen so der vatter das geschefft tutt, das schadet den kinden nit, wann der knab komet zu vierzehen iaren unnd die maget czu czwölf iaren, so versprechend sy ir gutt wol. und ist ir vatter tod zu den czeytten, so sy zu iren tagen komen sind, in welchem gericht dz gutt leyt auff das sy klagendt, Der richter sol sy irs gucz gewaltig tun.

 

Cap. CCXCVII.

Was ein man seynem elichen weib zu morgengab geben mag das merck also.

 

Nun merckend und verniement was eyn iegklicher man, der von ritterlicher art ist, seynem weibe zu morgengab geben mag on seyner erben urlaub, des morgens an irem bet oder so er zu tisch gat oder ob den tische. so mag er geben seynem weyb on seyner erben urlaub einen knecht oder eyn maget, die zu iren iaren komen sind unnd zeun und gezymmer ob der erde. Unnd als ir man stirbet, so sol sy das erdtreich raumen in runt sechs wochen, oder nach den dreissigesten. Und sol sy also raumen das sy die nit verwunde oder verkümere. sy soll es aber die erben anbiette ze zalen nach frummer leut küre, was ir die heyssent geben das sol sy nyemen. Unnd hat der man icht erben, wem dz erdtreich anhöret dem tue das selb.

So geit der frey herre das hundert marck gildet, ich meyn fürsten unnd ander frey herren. Die mittel freyen mügent geben das zehen marck gildet.

Die dienstmann der fürsten mügent geben, das fünff marck gilttet. was ander leut ist, die mügent nicht geben, wann dz best pfert oder vihe das roß ist.

Und ist ein eigen man ritter, der mag nicht mer geben dann eyn roß oder eyn vihe. noch der kauffman mag nit mer geben dann als hiervor gesprochen ist, wann seynes varendes guttes mag er geben czehen marck seynem weybe zu morgengab, unnd eyn vihe unnd eyn roß unnd anders nicht.

Der gebawr der frey ist, unnd ander frey lewt die nicht ritter sind die mügend geben ze morgengab iren weyben, roß und rinder unnd ir eins und zehen marck. Der eigen man mag nit geben wann eyn schauff oder ein geisz oder fünff schilling seyner lantpfenning.

Eyn Römischer künig mag seyner frawen geben mynder oder mer was er wil. Dem ist nit czil auff geseczet. geyt aber der des reichs gut dar, Da hat die frawe nicht rechtes an, Und wirt eyn ander künig, der hat es mit recht.

 

Cap. CCXCVIII.

Von morgengab.

 

Es geyt eyn man seyn eygen seynem weybe wol ze leybding mit der erben urlaub, ob sy zu iren tagen kommen sind. Unnd ist das eyn man seynes weyb morgengab verkauffen will oder verseczen, oder wie er es antwürtt, es sey mit irem willen oder one iren willen, Die weil der man lebet unnd sy darauff klaget, man soll ir umb ir morgengab recht tun, will icht sy auff ir czwu briste unnd auff ir czwen czöpffe schweren ob sy die hat, das es ir wille nye würde. Der richter sol ir yr morgengab wider antwürtten, unnd will sy seyn nit enberen, man muß ir allen nucze wider geben den das gut goltten hat. Unnd sol der richter, der yr da richtet, der sol auch dem richter, der das gut gekaufft hat von irem wirt, oder eyn ander richter der es ze recht tun sol, ob der wirt lebet, so sol er im erstatten völliglich den schaden der im geschehen ist. Unnd ist er tod, die erben süllent es tun von dem gut das sy geerbent hand unnd nicht von der frawen gut, Ob gut da ist es sey eygen oder varend gut, oder ander gut on lehen. Ist aber nit gut da, so seynd die erben ledig, unnd ist das er wirt stirbet und wirt sy ir morgengab an mit irem guttem willen nauch ires wirtes tode, dz hilffet dennocht nit.

Mit nichte nicht mag sy ir morgengab gestatten wann mit eynem geding. Das ist das, sy sol ir morgengab auffgeben mit ir selbs hand, dem sy es geit mit disen wortten: Ich verzeich mich meyner morgengab, und ich gyb euch diß gut daz es ewer sey unnd meyn nicht. Und sol das mensch nyemen mit namen dem sy es geyt, es sey man oder weyb, unnd sol auch das gutte nyemen. darnach sol sy eynen eid schweren auff den brüsten, daz sy das gut nymmer wider vorderen well, das beleybet stätt und anders nicht.

 

Cap. CCXCIX.

Von heymstewr merck.

 

[.lv.] Geyt eyn man seynem weyb varend gut ze heymstewre oder anders, on varend gut, das mag er ir nimmer anwerden, die weile er ander gut hat.

Czwinget in aber eehafft not, er wirt das wol on mit recht, geit sy im auch sogetan gut, er sol dz seyn ee on werden wann das ir. wirt aber er ir gut on das sy zu im bracht hat, unnd stirbet der man, unnd mag sy selb dryt erzeugen, daz es ir wille nit was, man soll ir ir gut wider geben, Unnd was dz gut goltten hat, es sey denn das der man dar gange unnd bered das mit seyn eynes hande, das im seyn gutter syn saget das er recht hette. Das ist davon geseczet, das die frawen umb gut nit arbeitten mügend als die mann, Und auch darumb, das es den frawen wirs an stat, das sy süllen nach dem almusen gen, denn den mannen.

 

Cap. CCC.

Ob eyn man von seynem weyb gescheiden wirt.

 

Wirt der man mit recht von seynem weyb gescheyden unnd das sy beyden nicht wissen das sy ze unrecht bey eynander siczen, sy behebt ir selber gut und ir morgengab unnd ir leyb dinge das er ir gab, unnd seyn eygen mit seyner erben urlaub, ob sy czu iren tagen kommen seyen. welicher erbe zu seynen tagen nit komen ist, dem schadet auch die gab nit die er getan hat.

 

Cap. CCCI.

Von leybding.

 

Von leyb geding süllen wir kürczlich sprechen. Leybding dz hat underscheyd, unnd hat eyn man von eynem goczhauß eyn leybding, Darüber soll er brieff nyemen des kapitels, und ist ein brobst da pfleger, des eynsigeln sol er auch nyemen. Unnd nyemet er nicht brieff, mag er denn czwen zu im han die es sahen und hörtten, das es im die lihen, die seyn gewaltig waren ze leyhen. Und seind auch die tod, die es im gelihen hand, unnd hatt das gut in seiner gewer, er behebt es denocht selb dryt. Unnd hat er das gut nit in seiner gewer, und ist yener tod, der im es lyhe, Er muß es selb sybendt behaben.

Wir sprechen daz brieff besser seyen denn gezeugen, wann zeugen die sterbent, so beleibent die brieff ymmer stät, diß heyssendt hantfestne, da hilffet eyn totter gezeug als ein lebender.

Der auch leyen leybding gewinnet der nieme die selben gewißheyt.Und ist das ein ley nicht einsigel hat, unnd siczet er in einer stat, so sol man im der stat einsigel geben, ob sy es hand. Hat ein stat des nit, so nieme er des richters einsigel, hat er des nicht, so nieme der stette herren einsigeln, so ist er sicher. Unnd ist es auff dem lande, so nieme des landtrichters eynsigeln ob er es habe. Unnd laugnet der richter dem mann des, das er im nicht zeinß noch gut habe gegeben, von dem gutte, des sol er in überzeugen selb dryt, die das gesehen hand, das er den czeynse von im empfienge oder der botte, den er im ze scheyn botten gab So hat er seyn gutte behabt. unnd ist das eyn man gut gewinnet zu zweyen leyben oder zu mer leyben, unnd nennet die leybe unnd bescheydet er nit Welicher nach dem leybe nüssen sülle, der es in der gewer hat als der leyb stirbet, so süllen die leybe mit einander das leybding nüssen die da genennet sind. wirt aber da ein leibe sunder genennet, das er nauch dem leybe nüssen sülle, der da ververt der sol das nüssen die weil er lebt. will er das gutt anwerden durch eehafft nott, dz er gewunnen hat, Unnd hat er anders nicht wann das selben gut, er wirt es wol an mit rechte, und mügent in die anderen leib nit irren. Wöllen sy in aber irren, so komme für seynen richter unnd klage im das. der richter gebiette den leyben für gerichte. komment sy für, so sol der richter in gebietten das sy das leibding dem herren aufsagen dann er mag da mit tun was er wölle, der es da gewan.

Tunt sy des nit geren, der richter soll sy nötten. die da nicht für koment, den sol man das leib geding mit urteil verteilen, sy hab dann eehafft not gelassen. hand aber die leib ir gutt daran gegeben, unnd hand aber sy das mit namen gedingt, das er das gut nit on iren willen anwerde, hand sy des gezeug zwen man zu in oder stett das an irer hantfeste, so magen er das gut nit anwerden on iren willen, Sein leibgeding wirt er wol an. wil man das gut onwerden, so soll man es den herren anbietten Ee dann ander lewt. Unnd will er als vil darumb geben als eynan der man, so gebe man yms, will er des nicht, so gebe es wem er wölle seyn recht. Unnd wem er es geit, der soll auch dem herren den zeinß geben.

Unnd wideret sich der herre des zeinses So nyeme er czwen mann oder mer czu gezeugen das er im den czeynß gebotten hab, unnd behaltt den czeinß uncz an die czeit. das er aber den czeinß geben sülle So biette denn den einen mit den anderen dar, Und aber mit den gezeugen. das sol er tun alle die weil sich der herre des zeinses widert und versprichet, unnd sol den czeynß unverruckten laussen ligen.

 

Cap. CCCII.

Der auff lehen leibding leyhet.

 

Wer auf lehen leybding lihet da hat yener nicht an wann als lang als das lehen weret. hatt aber in iener angedinget, das er im die leibding bestätten sol, dz muß er tun mit recht oder er muß im geben das im liber ist. Und ist er tod, der die leybding hingelihen hatt, unnd hat er gut hinder im gelaussen, wer das erbet oder geerbet hat, on lehen, der soll den lewten iren schaden nach recht geltten das ist recht, wann es sol den andern nyeman betriegen.

Hat es der herre gedinget da er die leibding lihe, dz er also [.lvi.] sprach. wirt meynen herren mein löhen ledig, so will auch ich, daz das leibding lödig sey. mügen das die erben selb dryt erczeugen, sy legent im keynen schaden ab.

 

Cap. CCCIII.

Von frawen leibding.

 

Hat eyn frawe leybding an eigen oder an lehen, was bauwes darauff stat, so sy stirbet, das erbet nicht ir nächster mage. Dz eygen wirt irs mannes nächsten magen ledig, unnd das lehen dem herren.

 

Cap. CCCIV.

Aber von leybding also.

 

Leibding mag der frawen nyeman gebrechen, noch die erben, mit den es ir geben ist. stirbet ir man auch, sy hatt es doch mit recht. Unnd verwürcket auch ir man seyn gut mit untat, man kan ir es mit recht nit nyemen.

 

Cap. CCCV.

Wie der man gewere erczeugen sol.

 

Wer sich an lehen oder an leybding seyner mutter oder seyner insteln eygen seyt, er muß die eigenlich gewere mit sechs semper freyen mannen beczeugen, oder im wirt daran bruch.

 

Cap. CCCVI.

Den der richter irret das er das gutt nit verkauffen mag das merck also.

 

Ane des richters urlaub geit ein man seynen erben wol sein eigen. leit aber dz gutt auff dem land oder in dörffern, er soll behaltten eyn halben hub, Da man eynen wagen auff gewenden müg, da sol man dem richter von dienen. Dinget man aber dem richter seyn recht auß, so verkauffet er wol seyn gutte. Diß ist etwa gewonheit ettwa nit. irret der richter das der man seyn gut nit verkauffen mag, so sol der man für den herren komen von dem der richter das gericht hat, unnd soll auff den richtern klagen das er in unrecht geirret habe, so sol im der herre erlauben seyn gut ze verkauffen. Und hat im der richter keynen schaden getan, den sol er im heyssen abtun.

 

Cap. CCCVII.

Der fründen guttes schaffet merck also.

 

Ist aber das eyn man eynem fründe gut schaffen wil nauch seynem tode, will er im das sicher machen, er soll im geschriffte darüber gen, eyn hanndtfeste, unnd daran eyn insygeln eyns Byschoffs oder eynes leywen fürsten, oder eynes Closterß, oder eyner stat, oder der stette herren einsigeln, oder des landtrichters, oder er sol für seynen richter oder für seynen herren varen, und sol die geczeugen mit im bringen und ander die da bey sind. Wil aber er im es stät machen, so secz im eynen zeinß darauff, da mit hatt er die gewer daran, unnd mag das gut mit recht nit verlieren. Hat er aber erben die versprechend es, ob sy wellen, oder sy mügen sich versaumen. Und ist das den man eehafft nott angat, der disz gabe hat getan, der sol seyn gut angreiffen, und sol seyn eehafft not da mit büssen. Und wil im yener das weren, so sol er varend für seynen herren oder für den richter, unnd sol bereden sein eehafft nott, Das ist hunger und frost und väncknuß on sein schulde, unnd wann er das tut, So sol der richter yenen bietten das er in daran nicht irre, so wirt er seyn gut mit recht wol an, und wer es gewinnt, der hat es mit recht und hat recht darzu. Hat aber er im das gutt mit disenn wortten gegeben, das er spricht also: Ich gib dir das gut nymmer wider ze vorderen, unnd gib dir nucz und gewer daran, der mag es nymmer wider vordern wie nott im wirdet. Es mag der man dem die gab gegeben ist, verwürcken wider den, der sy im gab das sy im schlächcz ledig würd als das buch hiervor seit, wie ein sun seyn erbe verwürcket, Also verwürcket iener seyn gabe. die gabe heisset stät, die vor dem richter geschicht oder mit geschrifft, die ist die aller stättest, die mit gewer geschicht.

 

Cap. CCCVIII.

Wie der man seyn eygen hyn geben mag das es krafft hab merck also.

 

Ane des vogts ding mag nieman seyn eygen hin geben, das es krafft müg haben. es antwürtet auch keyn man umb sein eigen ob man in verklaget vor gericht, ee in vogts dinge, ob ers in seyner gewer hat, ettwa heisset es budinck.

Geyt eyner seyn eygen wider seyner erben willen hin, und on des vogts ding, sy süllen für den richter varen unnd süllend es vorsprechen, unnd der richter soll es antwürten den erben.

Etwa erteilt man es, es soll der richter in seyner gewalt han, Das ist ob es nyeman in der gewer hat. unnd ob yener stirbet, unnd on mer erben Vallet denn an eynen , so mag es der richter mit gewalt unnd mit recht in seynen gewalt nyemen, Unnd wer es mit recht behebt, dem sol es der richter antwürten in seinen gewalt on schaden.

 

Cap. CCCIX.

Wie frawen vor gericht süllen klagen und antwürten.

 

Ein weib mag ir gut on ires mannes urlaub nit hin weg geben noch verkauffen noch hynlaussen, weder eygen noch leybgedinge noch czeynß gutt noch varendes gutt, da er mit ir an der gewere siczet. Das ist davon daz der ir vogt ist.

Magt unnd [.lvii.] frawen die nicht eemann hand, die werdent ir gut wol an, on ir vormunde, Ob sy czu iren tagen kommen seynd, da hörent den erben czu, die süllen es versprechen als recht ist. magt unnd weybe müssent vor gericht unnd in yegklicher klage mit recht ir vormunde bey in haben, oder sy soll der richter nicht hören.

Und hatt sy eynen eeman, der in dem land ist, der sol es tun. Unnd ist er in dem lande nicht, so sol sy ir einen nyemen vor dem richter, der soll seyn irs wirttes mage oder irer selbs mage. Das ist davon geseczet das sy vor denn mannen dester baß ir recht mügen behalten was sy sprechen das in schade ist vor gericht, das sy dz nyeman überczeugen mag ob sy dz laugnent.

Wann es den frawen zu ir eyde kommet, den süllen selbe tun nicht ir vormunde. Ir vormund sol auch gewer sür sy loben, unnd sy sol es leysten. Sy sol auch weder reitten noch gan noch keyne arbeyt haben, dann wann ir ze nott bedarff. seyn vormundtschafft wert nicht lenger wann uncz ir man widerkomet oder als lang so sy will. auff ieglichem gerichte nyemet sy woll vormund und lat ienen varen.

 

 

Cap. CCCX.

Der gut hyngeyt unnd nit gewer daran hatt.

 

Wer eyn gut geyt eynem mann unnd nye gewer daran gewan unnd weyset in on recht auf dz gut, Unnd kommet eyn ander für gericht, unnd klaget auf dz gut, der Richter weyset in mit recht auf das gut, unnd der hatt gewer mit recht unnd iener nit die czwen komment dann für den richter, unnd klagent auf das gut.

Wer eyn gut eynem mann geyt zekauffen das varend gut heysset, der sol seyn wer syn dreu iare unnd eyn tage, der im land ist. Über wie lang er kommet er muß darumb antwirtten.

 

Cap. CCCXI.

Wie ein yeglich man seins guts mit recht onwerden mag.

 

Iegklich man mag seyn gut mit recht an werden, ob er es verkauffet oder verseczet oder auff geyt seynen herren, oder ob er sich veryret wider seynen herren, oder ob er es im nyemet mit rechter urteyl widerteylet wirt, oder ze welicher weyse er es auff geytt unbezeugen, so bedarbet er des gutz mit recht. wirt aber ein man beklaget umb eyn raubliche gewer, dannan schynbare getate beweysen mag, Unnd wirt der richter mit recht dar zu geladet, der richter sol czu hand über den rauber richten. Wir heyssen das raublich gewere, wa czwen umb eyn gut kriegen unnd sich seyn der eyn underwindet oder sy beyde ane gerichte die tund wider dem gerichte. Was der richter nit mag gerichten oder will richten, So sol iener varen an sein obern richter und sol dem klagen und richt in der nit so sol man an den künig varen unnd sol dem klagen über den richter der da nit richten woltt, und sol im klagen wz im wirret.

 

Cap. CCCXII.

Ob eyn man seyn gut auß geit und wider empfahet.

 

Welich man seyn gut auffgeyt und das gut zu lehen wider empfahet, die gab hilfft dem herren nicht, er habe denn das gut iar und tag in seyner gewer, Darnauch mag er ims sicher leihen, Also das er keyn eigen dar an bereden mag noch sein erbe. irret das der richter mit unrecht, dz der man seyn eigen nicht geben mag, Wenn der künig in der sachsen land komet, vor dem mag er dz wol geben, als er vor dem richter solt tun, also das er des gezeugen habe das es der richter mit unrecht habe geweret.

 

Cap. CCCXIII.

Der selbe tut der habe auch selbe.

 

Nieman mag des andern gut verwürcken das er in seyner gewalt hat, seyn selbs leyb unnd gut mag er wol verwürcken. Unnd tut eyn man icht wider das gericht, und kompt er umb seyn gut, Und hat der selb man eynen hoff gekauffet umb einen andern man, und hat dennocht in nit vergolten, unnd ist auch dennocht unverwandelt, mann sol yenam seyn gut wider geben, das ist gottes recht.

 

Cap. CCCXIV.

Der gut wider vordert das er auff geben hat oder verkaufft hatt.

 

Wer wider eischet das er vergeben oder verkaufft hat on varende hab, Und laugnet er der gifte oder der verkauffung, iener der sy under im hat, der mag es behalten wol selb dryt, die es sahen und hortten.

Wer eynen kauf bekennet, der sol ze recht des wer seyn das er verkauffet hat, wann der ist eyn dieb oder eines diebs genosse, Der eynen kauf bekennet und der gwär laugnet, er habe es denn auß genomen mit gezeugen do er es verkauffet.

 

Cap. CCCXV.

Wer ze recht pfleger müg geseyn.

 

Hie süllent wir sagen wer ze recht pfleger müg geseyn, oder wer seyn nit müge geseyn. Es mag niemandt pfleger geseyn, er sey dann fünff und czweinczig iar alt.

Quod si perit aliquid de rebus que sunt in eius tutela dolus vel negligentia tutoris tutorem dare oportet.

Der kind unnd der frawen pfleger, heissent ettwa pfleger etwa sicherbotten, etwa vormund, etwa vogt, etwa behaltter, Die süllendt alle getrew lewt seyn. in der geschrifft sind sy gesunderet in geistlichem rechten, Aber vor leyen recht haben wir eynes als das ander.

Es mag nyeman pfleger geseyn, er sey dann fünff unnd czweynczig iar alt,

Und [.lviii.] ist eyner nicht wiczig unnd hat nicht gut synn, wie alt er ist, der mag der aller keyns geseyn die hie obnen geschriben seynd, weder vogt noch vormunde noch wie die geheyssen seynd, unnd man sol in geben eynen anderen pfleger. das soll tun der landtrichter ob es auff dem lande ist. Unnd ist es in eyner stat, man soll in geben den stette herren oder ir vogt, der soll ir pfleger seyn. man sol in eynen pfleger geben der ir genosse sey, Unnd das ist eyner der ir vatter mage sey, und bey ynen sey in dem lande.

Vindet man nicht ir vatter mage, man geb in einen ir mutter mage. Vindet man des nicht, so neme man in eynen getrewen lant man. So der knab vierzehen iar alt ist, so mag er ander pfleger nyemen, ob er bewären mag, daz er im übel getan habe, also tutt auch die maget, so sy hyn czu czwölff iaren komment.

Es mag keyn kind under den vierzehen iaren on seynen pfleger nicht getun das da stät sein müge. Unnd hat es auch bereytes gut under handen, was es da mit tut das ist nicht stät, verkauffet er es oder kauffet er es. Unnd ist es im gut der pfleger sol es stat han, ist es im schade, man sol es im wider geben. Und verspilt es icht seyn gut, man sol es dem pfleger wider geben, Und kommet es für den richter man muß im büssen unnd das gutt wider geben.

 

Cap. CCCXVI.

Ob eyn man gut verspyltt.

 

Verspilet ein kinde seyns vatters gut, die weyl es nicht außgestewret ist, Unnd ist es under fünff unnd czweynczig iaren, man muß es dem vatter wider geben. Unnd kumpt es über fünf unnd czweinczig iar, da hütte sich der vatter vor man geyt im nichts wider, es sey denn als torret, als hievor gesprochen ist. ein sun nötet seinen vatter wol mit recht, so er fünff unnd czweinczig iar alt wirt, das er seyn gutt mit im teylen muß. tut der pfleger den kinden, das er ze recht in nicht tun soll, das mag ir mutter oder ander ir mage an in vorderen oder der lantrichter, ob es auff dem lande ist oder in eyner stat, So mag es vorderen der statt herre oder ir vogt, unnd er musse im antwürtten, und wirtt er über rechtet, das er in übel getan hab an irem gutt, man soll in strauffen das er nymmer mer nyemands pfleger müg gesein noch vogt müg geseyn.

Wirt eyn pfleger gefangen, man soll in eynen andern pfleger geben alle die weyl uncz das er ledig wirt. so sol er wider an seyn stat stan, unnd sol der kind gut an legen zu nucz.

Tutt er dz nicht wann sy zu iren tagen komment seynd sy sprechent in woll darumb an und er muß in antwürten. wenn das kind zu vierzehen iaren kommet, es nyemet im wol eynen andern pfleger er hab im wol oder übel getan und soll den nemen nach seyner weisen fründ rat. will er nach mutwillen welen dz sol im der richter nit gestatten und sein weise fründ süllend im den ersten lan, ob er im wol hat getan.

Eyn yeglich iüngling sol pfleger han uncz er fünff unnd czweinczig iar altt wirt. die weyl sol er nichtz tun on seynen pfleger mit seynem gut. Und ist das der pfleger stirbet, so sol das kind seyn gut vordern in wes gewalt es das vindet, und hat das kind keyn gut auff geben mit seyner hand, und der pfleger mit im, und ist dem kind das gut nicht ze nucz angeleit, das man beweissen mag, dz kind sol hin klagen czu des pflegers erben. und hat er in gut gelan nach seynem tod, das er in vorauß nit geben hett, da süllent sy den kinden von geltten, nicht von irem eygen gut. das ist der kinde recht, die under vierzehen iaren sind.

 

Cap. CCCXVII.

Da eynes kindes pfleger im seyn leut frey lasset.

 

Und lat eynes kindes pfleger im seyn leut frey, das mag mit recht er nit getun. tut aber er es umb gut, und mag das beweysen, wann das zu seynen iaren kommet, er muß es stät haltten.

 

Cap. CCCXVIII.

Über pfleger das merck.

 

Nun süllen wir sprechen also von den über vierczehen iare sind. die süllen pfleger han uncz auff fünf unnd czweinczig iare. was die tund mit iren pflegern das sol auch stät seyn.

Wann die kind sind dennocht so wiczig nicht, daz sy sich bewaren kündent, davon muß es an der pfleger trewe stan. in wes gewaltt die kinde ir gut vindet, das süllen sy ansprechen. Und mag der selb dryt erczeugen, das dz gutt den kinden ze nucz ward, er hatt das gut behebt. und mag er beweyssen waran das gut ward geleyt, ob er bereyt gelt darumb geben hat, mag er das selb drytt beweyssen, er ist aber ledig. Dise zeugen sol man bey des pflegers lebenden leyb leytten. Ist aber er tot, man sol in überczeugen mit syben mannen die des kindes genossen sind. Ist das kinde sempper fry, man sol es mit seinen genossen überczeugen. über wen man anders geczeuge leytten sol, die mag man überczeugen mit allen leutten, die ir recht nit verloren hand, on die, die mit dem meß gelttent, die mügen an den dingen nit gezeugen seyn, und die da eygen seynd.

Wir nyemen auß die semper fryen und die mittlen fryen, die mag nyeman überczeugen da es in an ir leybe oder an ir ere oder an ir eygen gat wann mit iren genossen. in ander dingen überzeuget man sy wol mit unversprochen leuten wie frey sy seynd. man überczeuget sy des raubes und der diepheit mit allen leuten wol die ir recht nit verloren hand und der manschlacht überczeuget man sy auch woll mit allen leuten.

 

Cap. CCCXIX.

Von pflegern merck also.

 

[.lviiii.] Unnd will eyn pfleger von dem land varen, die süllen im einen anderen geben die hievor genennet sind, unnd so er herwider kommet, so stand wider an sein stat. es mag eyn vatter bey seinem lebendigen leyb ob er wil, seinen kinden mit recht eynen pfleger geben.

Wer der ist dem er dann wol getrewet, dem selben befilhet er seyn kinde, Unnd ir gut wenn er denn stirbet. so sol sich der pfleger der kinde unnd irs gut underwinden, unnd mag im des mit recht nyeman geweren, es sey denn das er in übel tüe, so sol man es handeln als hievor gesprochen ist.

 

Cap. CCCXX.

Von arckwonigen pflegern merck also.

 

Nun süllen wir euch laussen wissen welichs die pfleger sind, die er arckwonig hat. und hett der vatter mer sün dann eynen, unnd ist der selb zu seynen tagen kommen und die anderen nicht, Unnd stirbet der vatter der bruder underwindet sich seyner geschwistergit, unnd des guts und wann die leut sehent, das er mit dem gutt nicht tut als es den kinden schuldig ist, so ist er yeczunt arckwonig. Des mag in rügen der kinde mutter, oder ir base oder ir vatter mag, oder ir herre oder der richter, dise rügent alle wol die, die der kind pfleger sind, unnd sy müssendt mit recht antwürten.

Und ist das eyn pfleger den kinden nit ir notturfft geyt an essen unnd an trincken und an gewande, der ist aber arckwonig ze hande. und ist das er czu eynem wüsten man wirt, unnd seyn selbs gut ze unrecht angreyfft, der ist aber arckwonig. die weyl die kinde czu vierzehen iaren nit kommen sind, die weyl mügent sy ir pflegern nicht arckwonig sagen, sy mügend aber zu dem gan, die ich vor genennet han, unnd mügent in kinden das in ir pfleger nit wol tue.

Er ist auch arckwonig wer der kind gutt von iar ze iar nit widerrechnet, der kind nächsten fründ.

Der ist auch arckwonig der der kinde vatter in den tode veindt was, do er lebt, wie nach er ir mage ist, den sol man in nit ze pfleger seczen.

Er ist auch arckwonig, den sol man in auch nit ze pfleger seczen, der in dem banne oder in der auchte ist.

Unnd ist das eyn pfleger ein on gericht tut, man sol den kinden bey dem ersten von seynem gut gelten, ob er in icht schuldig ist, Und sol sich der richter des anderen underwinden, unnd sol davon dem klager unnd dem richter tun das recht ist.

Wer seyn trewe nit behalttet an den kinden oder an der frawen der er pfleger ist, den sol man straffen als hievor geschriben ist. Er sol auch dem richter büssen mit der hande oder mit pfenningen, für die hande zehen pfunde, Die wal stat an dem klager und nit an dem richter.

 

Cap. CCCXXI.

Dicz ist von gemacheten pflegern.

 

Dicz ist von gemacheten pflegern, das sind die wa ein vatter seynen kinden eyn pfleger geyt bey seynem lebendigen leib, oder es sol ir pfleger seyn irs vatters mag nach des vatters tode. und ist das der keynes beschicht wer ir herre ist des sy sind, der geit in einem pfleger wol. ist des nicht wer ir richter denn ist in eyner stat oder auff dem lande, der soll in zerecht eynen geben. man soll den kinden den nicht czu pfleger geben der irs vatters tod veindt was. Die weyl der iüngling under fünff und czweinczig iaren ist so sol er pfleger haben, die aber ungeratten sind und die nicht wicze hand und unsinnig leut sind, die süllendt pfleger haben uncz an iren tod.

 

Cap. CCCXXII.

Da eyn man eyner iunckfrawen pfleger ist.

 

Ist eyn man eyner iunckfrawen pfleger, und ist das er sy der eren schwechet, alles seyn gut ist des herren, in der gericht er das tutt, Und ist sy nicht eynem mann geschworen. wil er den laugnen das er unschuldig ist das mag er tun mit seyn czweyn vingern ob er eyn biderman ist. Ist aber sy hingeschworen, so sol er dem laugnen dem sy hingeschworen ist, und dem richter selb drit vor den hewratts leutten vor den sy hingeschworen ist, so ist er dem enbrosten dem sy geschworen ist Und dem richter und allen iren fründen. was ein pfleger in dann czu schaden tut der ir pfliget den sol er czwifalt geltten, Und versaumet er sy an keynen dingen, den schaden sol er czwifalt gelten.

 

Cap. CCCXXIII.

Wie frawen oder magte klagent auf ir vormunde.

 

Klaget eyn magt oder eyn witwe oder ein frawe vor landrecht oder vor anderm gerichte über iren vormund, dz er sy ungewaltig habe gemacht ir eygens oder anders guts, und wirt darumb für geladet an dem landtgericht ze drey tädingen, und komet er nicht für an dem drytten tage, Der richter soll in balmunden, dz ist also gesprochen, man sol im verteylen alle vormundschafft und alle vogtey unnd das er nyemans pfleger mer müg geseyn. so sol der richter der frawen vormund seyn, uncz das er ir eynen anderen gebe und soll die frawen ir gut gewaltig machen das der erst ir ungewaltig hat getan. Und komet der frawen pfleger für und wirt er des überkomen das er ein ungetreuer pfleger ist gewessen mit czweyn mannen, so richtet es der richter als das buch seyt.

Dises recht hand auch die weysen gegen iren pflegern. wann ein man komet zu achczehen iaren, so hat er seyn volle tag, wil er so mag er vormund nyemen, wil er so mag er seyn wol emberen. Aber künig karel hat geseczet, er soll pfleger han uncz auff fünff und czweynczig iar.

 

Cap. CCCXXIV.

[.lx.] Von vormunde.

 

Klaget eyn man oder ein witwe vor gericht über iren rechten

vormund, das er ir gut nyeme, oder sunst wol tue, so sol im der richter für bietten als recht ist, unnd sol über in richten als hievor geschriben stat.

Und ist eyn man seynem weyb nit ebenbürtig, er ist doch ir vogt und ir vormund, unnd ist sy frey, sy musze seyn genoß seyn, wann sy an sein bette gat. unnd gewynnend sy kind, die hörend czu der ergeren hand. wann aber ir man stirbet so ist sy ledig vor seynem recht, unnd behalttet recht nach irer geburt. Unnd nyemet sy einen man nach im der frey ist, als sy selb, so gewynnet sy freye kind, als sy selber ist.

 

Cap. CCCXXV.

Von dem vormunde.

 

Wer seinen vormunde für gerichte nit bringet, es sey weybe oder manne, die mügent da nit klagen, so sol in der richter einen anderen tag geben, uncz das sy ir vormund bringent.

 

Cap. CCCXXVI.

Wer vormundes darben sol.

 

Alle die uneelich geboren sind die zer ee nicht greiffen hand und die sich erlosz unnd rechtlosz gemachet hand mit untatten ire recht, den sol man vormund geben, Wann dennocht gebrist in manges rechtes, das die haben die eelich geboren sind, als wir hernach wöllen sagen.

 

Cap. CCCXXVII.

Von bürgschafft.

 

Das ist von der bürgschaffte, und ist das eyn man bürg wirt eynes anderen mannes oder einer frawe, Und wirt mer leut mit im bürge, unnd werdent sy unverscheidenlich bürge, yener klaget auff eynen welichen er wil. Aber eyn meister heysset adrianus, der des landtrechtes vil gemachent hat, Der sprichet also, er sülle sy all ansprechen, wann es duchte die leut, da wer geverde bey, ob er eynen anspräch unnd die anderen nicht. Ist aber eyner darunder, der nicht ze geltten hat dz süllen die andern all gelich schaden han. Unnd welicher stirbet under den bürgen, die erben süllen seynen teyl für in geltten on seine lehen da gilttet nyeman von wann seyn selbs schulde. Und hat er nit ze vergeltten, des bürgen sy da worden sind, sy müssen selb geltten. und ist das er gicht das sy nit seyn bürgen worden seynd, so süllen sy in überczeugen selb dryt. Und hand sy nyeman der in das helffe bereden, sy helffent wol eynander bereden umb die schuld gen dem sy bürg waren. Der sol auch eyn on den andern nicht beklagen, mag er richter gegen in behaben, die in richten. czu wem man nit gerichten mag, den süllend die andern helffen pfenden on des richters urlaube unnd one seynen botten. das tund sy wol mit recht wann sy keynen richter mügent gehaben. nyeman sol sein gut ze unrecht verliessen, wie vil der bürgen ist, was an eynem abgat, das süllen die anderen geltten.

Und spricht eyn man, ich wil euch eynen bürgen seczen der ist anderswa gesessen, wil man recht da mit tun, so sol yener seinen brieff senden gen dem er bürg wirt und mit eyn sigeln das ist gewiß, und sol in dem brief veriehen, das er bürge sey, unnd umb wie vil er bürg sey. sendet er aber einen botten dar, der dem mann gelobet an seyner stat, da sol er die leut czu nyemen, ob er laugen weltte, mit den man in überczeugen müge.

Und ist der tot man nyemans bürg gwesen, die erben müssent es yenem geltten, gen dem er bürg was, er habe denn das außgenomen mit bescheiden wortten, Das er spräch also: Ich wird gegen euch also bürg, ob ich stirbe daz mein erben ledig seyen.

 

Cap. CCCXXVIII.

Von ungericht merck.

 

Wer bürg wirt eynes mannes in für gerichte zebringen, und mag er seyn nicht han als er in fürbringen sol, so sol er die selben buß leyden, die yener leyden solt ob die schulde auff in erczeuget wirt, Unnd ist sy nit auff in erzeuget. der sy dennoch auff in erzeuget so sol er büssen. und wirt sy nicht auff in erzeuget so büßt auch der nicht. und ist der man todt den man da überzeugen sol, so sol man nicht mer geczeugen über in leytten wann lebte er.

es sol niemand bürg werden umb eynen todschlag. Wirt aber eyner bürg, man tötet in als yenen. das ist also gesprochen, was der man vor tod do er bürg ward den man do gelobet für zebringen, Und mag er in nit fürbringen er sol für in sterben. unnd wirtt eyn man bürg eynen man für zebringen, Und hat er eynen man gewundet do er dennocht lebet, unnd so er in fürbringen sol, so ist er tod, er muß an seyner statt sterben, ob er in nicht fürbringen mag, er habe denn mit wortten auszgenommen ob er sterbe daz er in nicht büsse, wann nach der wunden ob im das laugnet, dz sol er bezeugen selb dryt die es wars wissend. wann er das tutt so besser dem klager und dem richter in beyden nach recht.

 

Cap. CCCXXIX.

Von pfenden ongericht.

 

Der den andern vindet an seynem schaden, er mag in wol pfenden on des richters urlaub. wert er sich des pfandes, er sol in lassen gan unnd dem richter klagen, wann darumb wirt er dem richter eyn buß schuldig, das er sich gewert hat pfandes ob er den schaden behebt als recht ist. Und behebt er den schaden nit so muß er im besseren und dem richtr nit. Das ist davon da er in wolt haben gepfendet oder in hat pfendt.

 

Cap. CCCXXX.

Ob eyn vihe das ander tötet.

 

Unnd ist das eyner pfendet wider recht, es sey roß oder vihe und treybet das in sey hauß und das roß oder vihe schlecht ein ander vihe zu todt, oder welichen schaden es tut, die weyle es in seyner gewalt ist, das musse er geltten, als vil das vihe schaden [.lxi.] tut, unnd nicht mer. und der dz vihe ze unrecht pfendet, der soll dem richter büssen nauch der gewonheit als in dem lande ist geseczet, oder in der stat.

 

Cap. CCCXXXI.

Wie sich der man für den herren sol laussen pfenden.

 

Es sol keyn zeinßman für seinen herren pfand dulden, wann umb so vil, als er dem herren czu zeinsz geit.

Unnd ist das ein herre von einem goczhausse leut ze lehen hat, unnd sy gebendt iren zeinß dem goczhauß, man sol sy nicht pfenden für den herren, der sy geleich zu lehen hat. und wer es darüber tut, der beraubet das goczhauß und den herren des lehen sy synd. Unnd der selb herre sol sy beschirmen und süllen ym klagen, ob in ieman icht unrecht tut.

Der herre des lehen sy sind, der sol sy niessen in der weyß als sy im gelihen sind, und nüsset er sy icht anders, das sol der herre klagen, da ers zerecht tun sol, der höchste nucz den er von im haben sol. das sol seyn eyn vogt recht als im davon geseczet sey Was er darüber nüsset dz ist unrecht.

 

Cap. CCCXXXII.

Von zeinß gutte.

 

Der zeinß gut geltten soll, nit von varendem gut, der sol in geben auff den tag als seyn bescheyden sey oder wirt so man im dz gut leyhet. unnd geit er im den zeinsz des tages nicht, er soll ym den geben czwifalt des andern tags, unnd alle tag als vil die weyl er den zeinß ynnen hat. und wann des zeinses als vil wirtt, als das gutt wert ist, so sol sich der herre des guttes underwinden mit des richters botten.

 

Cap. CCCXXXIII.

Wie man zeinß vorderen sol.

 

Nun süllend ir hören wie Er den zeinß vorderen sol. er soll yn oder seyn botten bey seynem hausz vorderen unnd soll die nachgebauren dar zu nyemen, ob sy da sind. sind sy da nicht, so nyeme ander byderb leut, on man ym laugnen wölle, das er erczeugen müg, das er in gevordert hab als recht sey, dz sol er selb dryt tun. Unnd ist seyn hauß ze vere, Er soll in suchen auff dem gut von dem er im den czeinß geben soll. Unnd an wellichen der czweien enden er in vordert mit gezeugen so hatt er recht. mag aber der das gut in gewere hat erczeugen selb dryt, das er den zeinse geben hab an dem tag der im außbescheyden ward, so hat er yene czeugen verleit, unnd hat seyn gutte behebt. das ist davon das er in der gewer ist.

 

Cap. CCCXXXIV.

Der an eynem lehen fräffelt.

 

Unnd ist das eyn man eyn gut von dem andern hatt, Wer auff dem gut oder an dem gut fräffelt, der er mit nucze in lediglicher gewer hatt und in grossem nucze, dem sol man besseren.

 

Cap. CCCXXXV.

Wenn sich ein yeglich nucz ergangen hatt merck also.

 

Ob der man keinen lehen erben hat nach seynem tod, wer das gut denn erbet, es sey eigen oder ander gut, der sol nemen den nucz der sich nicht hat ergangen. Nun vernement wann es sich vergangen hat.

An sant walburgen tag ist verdienet der lember zehend geltt.

An sant iohannes tag ist verdienet aller hannde geltt Von fleisch.

Von sant margareten tag ist vedienet aller hand gut, on weyn unnd on korn.

An sant gallen tag ist verdienet der wein.

An sant martins tag ist verdienet das korn.

 

Cap. CCCXXXVI.

Von den bauleutten.

 

Der zehenden oder ander gutte verdienen sol, der sol es zu den zeiten verdienen als hievor geschriben stat.

Des mannes sat die er mit seynem pflug würcket und bauwet, die ist verdienet, so er mit der ögt darab gat. Will der herre den bauman von seynem gut weisen, das sol er tun zu der liechtmeß, das selb sol er tun ob er seyn gut ze zeinß oder umb gelt gelassen hat. Stirbet der man dem das gut also gelaussen ist, sein erbe trittet an seyn stat, und geyt davon das iener geltten solt. Stirbet auch der herre, so geb man seinen erben, das man dem herren geben solt.

 

Cap. CCCXXXVII.

Von mülynen von zöllen und von münssen.

 

Gelt von mülynen und von zöllen und von anderen dingen und von münssen, ist verdienet auff wölichen tage man das außbescheidet.

 

Cap. CCCXXXVIII.

Wenn man das gut verdienen soll.

 

Ob eyn kinde seyn iarczale behalttet uncz an den tag das man das gut verdienen sol, so sol man im seyn gut geltten unnd geben. Iaret es sich aber nach den rechten tagen, so man das gut verdienen sol, so ist das gelt verloren unnd nicht das gut.

Unnd hat er das gut ze lehen von einem herren oder in einer andern weyse so wirt dem herren das gelt, das gut behalttet er, als das lehen buch hernach beweyset. Hat auch der herre des kindes gutt ze geltte lassen ee das es sich iaret, der herre behalttet die sat, unnd nit den bodem. Unnd ist das es holcz ist, der herre sol es nit heissen abhauwen vor des kindes tagen. Iaret sich aber das kinde vor, der hat seyn arbeyt verloren die Er auff das gut hat geleyt, wann ist das kind zu seynen tagen kommen, so sol es seyn gut mit ganczem nucz czu im nyemen.

 

Cap. CCCXXXIX.

Der eyn wittwen nyemet.

 

Niemet auch ein man ein witwen die eygen oder lehen hat, der leybding oder sunst zeinsz hatt, was sol er mit dem pflug in dem gut erarbeit. stirbet sein weib ee der sät, er solle es vol arbeitten und säwen und abschneyden unnd zeinß oder pflege sol er darab geben yenen auff den das gut erstirbet.

Stirbet aber die frawe nauch der sat, als die erde das lannde gegangen hatt, [.lxii.] Die stat ist ires mannes und ist nyemant pflichtig darab zegeben zeynß noch pflege, da auch sy keynen zeinß abgabe, Was auch czeinse oder pflege an der frawen gut was da man ir abgeltten solt, stärbe sy nauch den zynse tagen. Das gut ist dz mannes verdiente gut, als es der erben seyn solt, ob sy on mann beliben wäre.

 

Cap. CCCXL.

Von zeynß gutt.

 

Leycht eyn man seyn land auß ze säwen wider ze laussen besäet, zu welicher zeyt er in dem iar stirbet, man sol es den erben besäwet mit recht wider laussen, wann er mocht es nicht lenger geweren dann die weile er lebt. Die erben süllent auch von der sat sogetan zeynß oder pflege geben yenen den das gebüret als man yenen tet der auß gab, wann es seyn selbs pfluge nit begiengen do er starbe.

 

Cap. CCCXLI.

Aber von zeinsz gut das merck also.

 

Will eyn herre seynen zeinßman von seynem gut weysen, der czu dem gut nicht geboren ist dz soll er im kunt tun zu lychtmeß. das selb sol auch der man tun, ob er das gut laussen will, unnd stirbet der zeynßman, seyn erbe trittet an seyn stat, unnd gilttet yenem den zeinß. Stirbet auch der herre, der zeynßman gilttet yenem dem das gutt angevallet, unnd yener bedarff niemancz ders in der gewere hat wann seynen pflug.

 

Cap. CCCXLII.

Von den wucheren merck.

 

Unnd wer ich eynem manne wucher schuldig zu geben, also das er mir leyhet seyn gutt auff meyn hub, oder auff ander gelttent gut oder auff eyn ander pfande. Unnd will er mir nicht leyhen, ich schwere im dann zu den heiligen, das ich den gesuch nymmer wider vorder. Nu das tu ich und hat er das gut als lang, uncz er seyn mer genüsset, denn es im stande, sol ich den gesuch oder wucher lausse, oder soll ich darumb klagen. Tet ich das so tet ich wider meynen eyde, und will ich eynen eyd wol behaltten, so sol ich meyn gut lösen, und soll darnach czu unserm geistlichen richter gan, unnd sol im künden die sach. so sol in der richter fürladen, und sol es richten als ob ichs selb klaget. Dz ist des richters recht, er soll in rechtvertigen umb seyn sünde, darumb daz sein sele nicht verloren werd. Unnd wann der richter das gut anklaget hat, so sol er mir meyn gut wider geben. unnd gelob ich einem man gesuch das ist wucher ze geben von seynem gut das er mir leyhet, er habe pfande von mir oder nicht, seyn haubtgutte soll ich im geben, unnd den gesuch nicht, ich habe dann darumb geschworen, das soll ich leysten als hievor gesprochen ist. unnd klaget man eynem richter umb gesuch da sol er nicht über richten.

Unnd ist das ich einem mann seyn haubtgut gib, unnd seynen gesuch nit, Der richter mag mir wol gebietten, das ich den gesuch nicht gebe, des sol ich gehorsam seyn, unnd schadet mir nit weder an meynem eyde noch an meyner gelübte. Wann es sprichet die heilig geschrifft also, man sol got mer gehorsam sein denn den menschen. Unnd ist im der gesuch geben, der richter soll in mit recht wider vordern. Unnd soll in auch an die stat wider geben da er auch genommen ist unnd ist man dem geistlichen richter nicht gehorsam diß gerichtes, so sol er in darumb bannen. Und wer in dem bann ist sechs wochen unnd eynen tag, so sol in der weltlich richter darumb verächten. Unnd tut des der weltlich richter nicht, so sol der geystlich richter mit dem bann über in richten. Es sol ye eyn gericht dem anderen helffen, so seynd sy beide dester stercker. Und schwer ich im des, das ich es nyemandt kunt wölle tun, das ich im uncz her gebe, der eyde ist nicht recht, des eydes latt mich meyn byschoff oder meyn pfarrer wol lödig, wann es ist wider gottes gebot. Wann got spricht also, hab lieb deynen nächsten als dich selber, davon sol ich nicht verschweygen meynes eben cristen verdampnuß unnd übel.

Nun ob in einer stat offenlich wuchrer sind die kristen menschen sind, unnd habent sy bürger recht oder nit daran ist er schuldig des die stat ist ob er sy darumb nit rechtvertigen wil, und der richter ob er sy nit rüget als er sol. Ist er eyn pfaffe, sein meisterschafft sol in darumb straffen, und richtet geistlich gerichte über sy nicht, so sol das weltlich gericht über sy richten, und wer die wuchrer beschirmet über den richtet der richter als über den wuchrer.

Man sol die wuchrer manen, das sy nit mer wuchers nyemen, unnd den wider geben den sy genommen hand, des sol man sy dreystund manen. Und seynd sy danach nit gehorsam so süllen sy die geystlichen fürsten darzu czwingen mit dem ban und hilffet das nit, so süllen sy die weltlichen richter verwerfffen auß der stat unnd die richter süllend ir gut niemen. Und wa sy gut ze wucher hand genommen das sol man von dem gut geltten und ist varendes gut da, da soll man von geltten. Unnd ist es da nit, so gelt man von seynem eigen unnd wirt da über dz werde den richtern.

So die wuchrer dreistund gemant werdent entschlagendt sy sich des wuchers darnach nit, so soll sy geystlich gerycht offenlich beschelden vor der kristenheit, und soll in hawt und har abschlahen. das ist der wuchrer busse die chrystenleutt sind unnd heyssent. man sol den wuchrer mit den überzeugen von dem er wucher genommen hat oder mit andern leuten die es wissent wars mit dreyen gezeugen.

 

Cap. CCCXLIII.

Wie man eid schweren sol das merck also.

 

Got erlaubet recht eide, unnd verbütet unrecht eid. Das heissent recht eyde die erber sind czu schweren unnd recht sind, das erlaubet man ze schweren.

[.lxiii.] Wir vinden in dem heyligen evangelio, das gott selber hatt geschworen, wir vinden in apocalipsy, das sant Iohannes der Evangelist eynen Engeln sach schweren, der stund auff dem mer unnd auff dem erdtreich, Unnd schwur bey dem lebendigen gott der von ewig uncz ewig lebt.

Wir lesen das die gutten leutt in der alten Ee geschworen hand.

Wir lesen auch das die heyligen leut in der neuwen Ee geschworen hand. Da mit völschen wir die keczer, die iehent, man sülle nit schworen eyde, die lyegent, man sol eide schweren die recht seynd.

Salomon sprichet, wölicher man vil eyde schwert, der wirtt erfüllet mit vil sünde, unnd kommet der schlage von seinem hausz nicht. Das ist also gesprochen der auch der warheit ze vil schwert der wirt got unnd der welt unwert. Es sprichet auch sant Paulus, der weyn ist gut zetrincken unnd ist nicht übel, aber man sol in doch nicht überigs trincken, wann von trunckenheit kommet vil übeler dinge.

Also ist es umb die eide. wie recht sy sind, man mag ir ze vil schweren, daz sy sünd unnd schand seind. man sol alle die eid schweren bei gott unnd bei seinen heiligen. man soll auch schweren auff das heylig evangely unnd auff eynem geweichten altar und auff ein geweicht krücz. man sol auch die hand auff heben gen dem hymel unnd bey gott unnd den heiligen schweren, also sol man eid schweren. Unnd wer bei ichte anders schwert, der tut wider den cristen gelauben. wer des überzeuget wirtt selb dryt, den sol geystlich gericht bannen, unnd welttlich gericht mit schlegen büssen. Dz seind vierczig schleg, oder ein pfunde der landtpfenning. wirt aber er dreistund überredet der schuld man sol im die hand abschlahen.

Man mag mit recht schweren des, das da geschehen ist, und dz yemitten stat, unnd das ein man noch tuen wil.

Unnd wirt ein man gefangen ze unrechte, der mag nit lödig werden, er gebe denn hundert marck, oder er schwer ettwas anders zetun, unnd er latt in darauff ledig. solle er den eyd ze recht leysten oder nitt. Wir sprechen er soll seyn nichten leysten, er ist vor gott ledig. Ettlich meister sprechend unnd rattend das er den eide leyste, unnd das gutte gebe, unnd darnach klage seynem richter. hat er das gut geben, unnd hatt geschworen, das er nach dem gutte nit klagen sülle, so künde es dem richter der sol über yenen klagen, als ob er da selbs klagte, und sol im sein gut gewinnen unnd sol im das wider geben. So richtet der richter recht. hat aber yener recht darzu, so sol er den eid leisten, wil aber gar gewaltiglich varen, so sol er zu seinem byschoff oder zu seinem pfarrer gan, und sol des rat haben, der löset in wol davon ane sind. Und hat er klage nit verschworen daz er klage, so mag er klagen vor seinem richter, der sol im seynen schaden und seyn laster czwifalt heissen büssen. Dz ist also gesprochen, do er disen eid schwur, das er das tet, von seynes leybes vorchte.

 

Cap. CCCXLIV.

Also merck hienach dises von meyneide.

 

Der eyn mensche darzu zwinget das es meyneide schwert, ist er nit schuldig an dem eyde. Wir sprechen sy seyen beyd schuldig. wirt yener überredt des meyneides als hievor gesprochen ist man sols beyde geleich büssen.

 

Cap. CCCXLV.

Welich gelübt der man brechen sol.

 

Iegliches gefangen gelübte oder eyde sol nicht stät seyn, das Er in vängknuß tut. ob er ze unrecht gefangen wirt, er muß im loben was er wil, die weil er in hat in fengknuß. so er aber lödig wirt so mag er leisten was er wil oder nit, das ist an seiner wal. Lat aber er in lödig auff sein treu, und lobet sich hinwider antwürtten, dz sol er leysten, ob er in nit ungetreulich gefangen hat, oder ze unrecht darzu czwinge. Und hatt er geschworen oder sunst gelübte getan, oder bürgen geseczet, des ist er mit recht lödig. wil er mit recht davon kommen, so sol er für seynen richter faren, und sol davon mit urteil komen, da sol man in erteilen, das er der ding aller lödig sey, und mag in darnach kein man darumb ansprechen. Er sol auch faren für seynen leutpriester, und sol des rat han. der rat im auch als an dem buch stat von den eiden.

Wes der man schwert da mit er seinen leib oder seyn gut lödiget, und er es anders nicht lödigen mag, will er leysten das mag er tun, will er seyn überwerden das tut er auch wol mit recht. er soll für seynen richter kommen, unnd sol tun als hievor gesprochen ist. Unnd hat er den man icht geschedigt das sol er im geltten czwifaltig, unnd sol eyn man dem anderen geltten. Unnd wil er im nicht geltten unnd klaget er dem richter dem er zerecht sol klagen, Und wil im der richter nicht richten darumb, so sol er seyn gut nit verlieren, er soll es gewynnen mit seyn selbs hilff unnd mit seiner fründe so er beste mag das ist recht.

 

Cap. CCCXLVI.

Von der iuden recht das merck also.

 

Unnd geit ein iud eynem cristen icht ze kauffen, oder schaffet er mit im icht anders er soll des cristen wer sein in cristenlichem recht, es dinge den der iud auß nach seinem recht. unnd ob im der kristen des laugnet des soll in der iud überkommen mit drey kristen mannen.

keines iuden eid stat über einen kristen menschen mit recht. wil man auch eynen iuden überczeugen, so muß man zu dem minsten eynen iuden darczu nemen, ob iuden da sind gewessen.

Das recht hand in die römischen künig geben. was sy genaden unnd rechtes haben, dz erwarbe iosephus umb den künig Titum. das beschach do iherusalem gewunnen ward, do ernerte sy iosephus was ir dennocht lebt. Der iuden warden besessen in iherusalem dreistund achczig tausent. der starb ein teil hungers der ander teyl ward erschlagen, [.lxiiii.] Den dritten teil ernöret iosephus. doch fürt man die selben veyl, unnd gab ir dreyssig umb eynen pfenning. Die selben gab der künig Titus ze eigen in des künigs kamer, unnd davon süllend sy noch des reichs knecht seyn und er sol sy auch schirmen. Unnd schlecht eyn iud ein cristen man unnd laugnet er, unnd hand es iuden und cristen gesehen, so soll man zu dem minsten einen iuden zu gezeuge han. Unnd ist nicht iuden da gewesen, man erzeuget es wol mit eynfaltigen Cristen mannen, dis ist aber numer recht waran ein iud fräffelt.

Schlecht eyn cristen auch einen iuden, man richtet über in, als ob er eyn cristen man geschlagen het. das ist darumb geseczet, das sy der künig in seynen frid hat geseczet unnd in seinen frid genommen. Laugnet aber der cristen man, des muß man in überzeugen mit Cristen leutten. keynes iuden kampf gat über keynen cristen. will aber ein cristen, es muß eyn iud mit im kämpfen. Do gab den iuden darnach vesesianus, aber besser recht das erwarbe in aber iosephus, do er machet seynen sun Titum gesund von eynem grossem gegicht.

Kauffet der iude diebigs oder raubig gut, er muß davon antwürtten als eyn cristen man. Und wes er daran laugnet dz sol man in überzeugen als einen cristen man. Unnd leyhet eyn iude auff diebigs oder auff raubigs gut, unnd kommet yener darnach als recht ist, er soll im seyn gut wider geben mit recht als eyn cristen dis ist recht. Nun habent sy besser recht erkauffet, dz habend in die künig geben wider recht, das sy leyhend auff diebig und auff raubig gutt, das süllen sy tun bey schönem tag und vor irer tür an offner strausz. Unnd komet der darnach des das gut ist, man muße im seyn haubtgut geben unnd nicht den wucher. Hat aber er heymlich darauff gelihen, er muß es umb sunst wider geben. Unnd gicht der iud, er habe vor seyner tür an der strausse darauf gelyhen offenlich, das sol er erzeugen mit czweyen iuden zu im. unnd hatt er der nicht, so nyeme eynen iuden zu im unnd eynen Cristen.

Unnd nyemet eyn iude kelych oder bücher oder ichtes das czu der messe gehört, das diebig ist ode raubig, Unnd kompt man darnach, er muße es umb sunst wider geben. unnd höret er darnach vorschen unnd verschweiget es, unnd vindet man es darnach in seyner gewalt, man sol in darumb haben als eynen dieb. Das ist darumbe geseczet, was czu der messe gehöret, das ist dz meyst teyl geweihet von einem Bischof. Hat aber er der dynge schub des sol er geniessen.

Die iuden sol nyman czwingen czu Cristen gelauben. mag man die iuden bringen mit den gutten wortten czu der cristenheyt, das sol man tun. Wirt eyn iud eyn Cristen, unnd will er wider czu dem iüdischen gelauben, so soll in geystlich unnd weltlich gericht darczu czwingen, das er da bey leleybe. Unnd laugnet er cristen gelauben, Unnd will er des nit erwinden, man sol in brennen als eynen keczer. Unnd wär auch das man sy darczu czwünge dz sy sich taufften, sy süllendt doch stät an der cristenheyt seyn und an kristenlichem gelauben. Das ist davon als bald der mensch in den tauff kommet, so mag im der nymmer mer genommen werden.

Den kristen ist verbotten das sy nicht essen mit den iuden der speyse die sy bereyttent. sy sol auch nyemen laden czu keynem brautlauff, noch zu keiner wirtschafft. so soll keyn kristen mit den iuden reden baden an dem antlasz tag nach mittemtag, es süllen ir türen unnd ir venster beschlossen seyn unnd czu getan, unnd süllent auch an die strausse nicht gan.

Die kristen süllend auch zu in nicht gan, sy süllen sy auch nit ansehen, das sol als lang weren uncz das der Ostertag fürkommet. Die iuden süllent iudenhüt tragen in allen stetten da sy ynn seynd, damit seynd sy auß gezeichent von den kristen das man sy für iuden haben sol. Die iuden süllent nicht kristenleut bey yn haltten, die yn dienen und ir brot unnd ir speyse essen, wann die selben sind in dem bann.

Und ist das sich ein iud tauffet, er mag mit recht sein gutte und sein erbe wol haben, das erlaubet in die geschrifft wol die da heysset Decretalis.

Die geseczte und ander geseczte über die iuden, die süllent richten geystlich und weltlich richter unnd was der ein nicht tutt so mag es der ander wol tun. der geistlich mag den weltlichen darumb bannen, ob er es nit richt.

Welicher iud das geseczt über gat, den soll büssen der weltliche richter mit als vil schlegen also diß buch seit, oder beide gerichte mügent ynen pfenning darauff seczen yn maß das sy davon nit ze boßheit werden.

 

Cap. CCCXLVII.

Von der iuden eyde.

 

Dicz ist der iuden eyde wie sy süllen schweren umb ein yegklich ding das zu irem eide stat. er sol auff eyner Seyhaut stan und süllen die fünff buch moisi vor im ligen, unnd sol im die gerecht hand in dem buch ligen uncz an das rist, unnd soll also sprechen nach yenem der im den eyde geit.

Der soll also sprechen.

Umb sogtan gut als dich diser man zeihet das du des nicht habest noch wissest noch in deinen gewalt ye gewunnen noch kein dein eehalt under die erden vergraben habe noch under die muren verborgen noch mit schloßen beschlossen, das dir helffe der got der geschuff hymeln unnd erde, tal unnd berg, laub unnd grasse, unnd das dir helffe die Ee die got selber schrib mit seiner hand unnd sy gab herrn moysi auf dem berg synai, und das dir die fünff bücher moysi nymmer helffen, ist das du die ding wissest oder habest oder in deynen gewaltt genommen du müssest dich alle beschiessen als auch der künig von [.lxv.] Babiloni tett und so der schwebel unnd bech auff deynen hals rynnen müsse unnd regnen das auch über sodoma und gomorra da regnet. Unnd soll dich das bech überrynnen müsse das da Babiloni überran czwey hundert mann oder mer, und so dich die erde über falle und dich verschlinde als sy tet Tathan und abiron, und dein erde nymmer kome zu ander erde und dein griesse nymmer kome zu anderm griesse und in den baren heren abrahams, so hast du war unnd recht. und sol dir helffen adonai du hast war des du geschworen hast. und so du müssest werden außseczig als Noema und iesi es ist war. und so der schlag dich müsse angan der des israhelisch volck angieng do sy durch egipten land furen. Es ist war des du geschworen hast, unnd das blutte unnd der fluche ymmer an dir wachssen müsse unnd nicht abneme des dein geschlechte in selber wunschte do sy ihesum verteiltten unnd martroten. Unnd sprachen also seyn blutt kom auf uns unnd auf unser kinde es ist war des helf dir got der moysi erscheyn in einem brünnenden buschen der doch belybe unverbrunnen. Es ist war des du geschworen hast, bey der sele die du an dem iungsten tag für das gericht bringen must, durch gott abraham ysaac unnd iacob. Es ist war des helff dir gott unnd der eyde den du geschworen hast. Amen.

 

Cap. CCCXLVIII.

Von kätzern merck also hienach.

 

Wa man käczer ynnen wirtt die soll man richten mit geystlichem gericht, wann die geystlichen richter süllen sy bei dem ersten versuchen. Unnd als sy überkommen so soll sich der weltlich richter ir underwinden unnd sol über sy richten als recht sey. Dz gerichte ist, Er sol sy brennen auf eyner hurde.

Unnd beschirmet sy der richter unnd gestat ienen bey und richtet nicht über sy so sol man in verbannen bey höchsten. Das soll tun eyn byschoff. wer weltlich richter über in ist, der soll über in das gericht tun, das er den keczer solt han getan. welicherley fürste nicht richtet über die keczer unnd sy beschirmet, unnd in vor ist, den sol geistlich gericht in den bann tun.

Und wil er in runt iars frist nit wider keren, so sol seyn bischoff der yn in den bann hat getan dem babst kinden seyn ungetat, unnd wie lang er in dem banne sey gewesen. Unnd umb die selbe untat darumb sol in der babsst entseczen von seynem fürstlichen gewalt und ampte unnd von allen seinen eren. Dicz soll der babst kinden seynem künige unnd allen weltlichen richtern, die süllen des babst gericht vest machen mit irem gerichte. man sol in verteylen eygens unnd lehens und aller weltlicher ere.

Dicz gericht sol man tun über arm leut. Dz bewären wir also. Es waz ein babst zu Rom der hieß zacharias. bey den zeitten was eyn Künig czu franckreich der hieß leschandus der beschirmet die keczer wider die kirchen, der was künig vor dem künig pippino künig karles vatter, den entsaczt der babst zacharias von seynem künig reych unnd von allen seynen eren und von allem seynem gut. nach im ward pippinus künig bey seynen zeytten. Wir lesen auch das Innocencius der babst entsaczt keyser otten von dem römischen reich durch ander seyn unrecht. Dicz tund die bäbst mit recht.

Es sprichet got zu ieremias, ich han dich geseczet über all diett und über alle reich ze eynem richter.

Wer eynen man rüget oder zeyhet er sey eyn käczer oder meineydig oder anders das im an sein erberkeit gat, mag er in nit überzeugen als recht ist, er sol es darumb leyden das yener solt gelitten han ob er in überzeuget hette. unnd wann keyn künig ist So ist es doch recht. Cum imperium vacat.

Eyn babste und dem er seyn gerichte empfolhen hatt unnd ir undertan, die mügendt richten was weltlich gerichte nicht gerichten mag oder wil on umb den todschlag unnd blut vergiessen nach geistlichem recht.

Wer von der keczerei komen wil den sol man empfahen. Es sol der byschoff offenlich seynen eid nemen also, das er von der keczerey kere und nymmer darzu kome. im sol auch der byschoff buß geben nach recht. keret er darnach wider zu der keczerey unnd wirt des über redt, So ist über yn erlaubet allen weltlichen richtern. unnd wil er aber wider komen, man sol in nicht empfahen und in nicht hören.

 

Cap. CCCXLIX.

Ob eyn kristen bey eyner iüdyn leyt.

 

Unnd ist eyn kristen man bey eyner iüdin gelegen, oder ein iud bey eynem kristen weyb, die sind beyde des todes schuldig. Und man sol sy beyde über eynander legen, unnd sol sy brennen, wann der kristen man oder das kristen weyb hat kristen gelauben verlaugnet.

 

Cap. CCCL.

Von dem nottzogen das merck also.

 

Wer ein maget oder ein weib nottzoget wie böß sy ist, man sol über yn richten also. ist sy magt man sol in lebendig begraben, ist sy ein weybe man sol in enthaubten. wie man das bescheyden sol das sy maget sey gewesen, das wöllen wir bewären wie recht ist. mag man aber iren man mit recht bewären, das ist also, und hatt sy veriehen das sy mann gehöbt hab, unnd mag man das bewären mit dreyen mannen, So sy ist nicht maget gewesen, und gicht eyn man er sey bey ir gelegen unnd schweret selb drytt, sy ist nicht maget gewesen. und wer dar gat unnd selb drytt schweret das sy maget sey gewesen das sol man auch gelauben. Unnd sol der richter nach der beredung richten.

Eyn yegklicher man mag an seyner ammen notczog began, das sol man über yn richten, als ob er nye bey ir gelegen wäre.

 

Cap. CCCLI.

Von der nottnunfft mercke.

 

Unnd ist das eyn magtt oder eyn weybe in nottnunfft, dz ist wider iren willen genomen wirt.

[.lxvi.] Und wirt sy in ein hauß gefürt wider iren willen, oder ob es ir in eynem hauß beschicht, Und sy rüffet unnd ir kumpt nyeman zehilff, mag man die leut unnd das hauß überzeugen selb dryt mit den die das rüffen hand gehöret, man sol über die leut richten also, das man in die haubte abschlach, man sol alles das töten das in dem hauß ist, vich und kaczen unnd hüner unnd hund unnd alles das darynnen gewesen ist. Unnd ist sy eyn maget gewesen und das selb drytt erzeuget, so sol man in der es getan hat lebendig begraben. Und ist sy eyn weyb gewesen, man sol yn enthaubten, und dz hauß darynne es beschehen ist das sol man auff die erde schlahen.

Und kompt man in an der notczoge getan hatt, man soll in füren für den richter, unnd wert er sich das stat in dem selben rechten als umb den ächter.