Cap. CCCLII.
Wie man das wilde iagen sol das merck also.
o got beschuff den menschen do gabe
er ym gewalt über fisch über vogel und über alle wilde tier. Davon haben
die künig geseczet das niemant seynen leyb noch seynen gesunde verwürcken
mag mitt disen dingen.
Noch habent die hören bann vörst. Wer ynen darynn icht tut, da habendt sy busse über geseczet, als wir wöllen sagen. sy haben auch über visch ban geseczet und über vogel.
Allen tieren ist fryd und ban geseczet wann wolffen und beren an den brichet nyemandt keynen fryd.
Wer in den bannen vörsten wilde wundet oder fellet oder iaget oder tötet, Der sol dem herren des es ist sechczig schilling des herren landtpfennyng geben.
Wer durch den ban vorst reytet, seyn bogen, seyne armbroste süllent ungespannen seyn, seyn kocher soll bedeckt sein. wynde und sein kracken süllen auffgefangen seyn unnd seyn iag hund süllen bekappelt seyn.
Iaget eyn man ein wild mit urlaub des herren von dem bann vorst unnd flühet es in den ban vorst des herren, er sol den winden wider rüffen und mag er sy nit widerbringen, er sol in nach volgen, unnd soll seyn horen nicht blaussen in dem vorste noch die hund nit grüssen. was dann dem wilde beschicht von den hunden da ist der herre unschuldig an. feyget aber er oder heczet er die hunde an das wilde, oder blauset er seyn horn, so ist er buß schuldig, Es werd da wild gefangen oder nit.
Unnd ist das ein man ein tier wundet in seynem wiltban, und das flühet von ym unnd kommet auß seinen augen und komet in eynen andern wiltban und vallet da nyder, wes zerecht dz sey, dz süllen wir euch sagen. Und stirbet es darynn ee dz er daruber kommet, der es geiaget hatt, des ist es zerecht. vindet er es lebendig, er soll es laussen staun, wann es ist zerechte des, des der wiltban ist. eyn yeglich wilde ist eynes mannes mit recht, die weile es in seyner gewalt ist. kommet es im auß seiner wiltban so ist es nicht seyn.
Ist das eyn man eyn wild iaget unnd kommet es von im unverseret, es ist aber so miede das es nyder felt und nit fürbaß mag, unnd kommet dz auß seynen augen das er sein nit mer sihet, wer es darnach vindet oder vahet des ist es mit recht.
Unnd also ob er sich des suches hat entlaussen, die weil ers suchet, so ist es seyn. Wer es under den weilen vindet, der soll im es widergeben, es sey lebent oder tod.
So eyn yeglich gewilde auß deiner gewalt kommet und auß eynen wiltban, so ist es dein nit. So auch eyn wilde in seyn freyheyt auß deynen augen komet, so ist es deyn nit.
Cap. CCCLIII.
Von schädlichen tieren.
Wurffel heysset ein berschwein dem soll man iärlich die czen ab schlahen. Wer des nicht tut, wes hund bern oder hirsz wurffel oder ander wilde das man zämet oder vihe einen man töttet, man sol es mit steynen verronen, man sol es auch nit essen, wann es ist unreyn.
Lämet es eynen man und schlecht es yener von im unnd hausset es noch hofet es noch eczet es noch träncket es, affter mauls und darnach es den schaden getat, es hat keyn geltnusse davon. unnd wundet er eynen man so ist das selb gericht, und der dem der schad geschicht, wil er, er mag es geltten.
Unnd tut eyn vihe eyn schaden, den soll er geltten des es da ist, ob er sich sein underwindet nach dem schaden. will er es laussen varen das tut er wol unnd gilttet seyn nicht, so hat es yener für seynen schaden.
Und ist es eyn hirß unnd hatt schedliche horen, die sol im iener heyssen abscheiden, unnd tutt er des nicht, er musze es büssen ane den todschlag, als ob er ein wunden dem selben hette geschlagen. Tut aber das wilde den todschlage, der man sol büssen, als man bey dem höchsten pfliget zegeben umb eyn wunden, beide dem klager und dem richter wetten. sind aber die horen als sy soltten, so büsset er nit. Ist es aber ander wilde gewesen, das nit gehürn hatoder treyt, tutt das tyer den schaden, das richt man als hievor gesprochen ist.
Unnd ist es vihe dz schedlich horen hat, man sols im abscheiden, unnd tut man des nicht, man muß es besseren, als hievor geschriben ist.
Cap. CCCLIV.
Von dem der eyn schedlichs pfert hatt.
Und hat eyn man eyn schlahendes pfert, unnd weist er das wol wann er darauff siczet, so sol er die leut von im heyssen gan, unnd sol von den leutten reitten. Unnd tut er des nicht, wölichen schaden es tut, er sol in geltten als hievor gesprochen ist. Tut [.lxvii.] aber er als hievor gesprochen ist, so gilttet er nicht. laugnet man im das er nit hab heyssen weichen, sind leut da gewesen, er sol es erzeugen selb dryt. Unnd ist eyn man bey im gewessen, so erzeug es selb ander, ist neman da gewesen so berede es czu den heiligen, unnd sey lödig.
Töttet dz pfert ein mensch oder lämet oder wundet, das sol man richten als hievor gesprochen ist.
Cap. CCCLV.
Von wilden vogeln das merck also.
Das ist von wilden vogeln. hat eyn man habich oder spärber oder ander vederspyl, Unnd entrynnet das eynem man ab der hand unnd er volget im nach, unnd er flüget im auß seinen augen und er underwindet sich des ze suchen den tag den andern und den drytten und er vindet es nit, Unnd wer es in den drey tagen vahet der sol es mit recht wider geben. vahet er es an dem vierden tag oder darnach es ist ze recht seyn. Unnd hat das vederspyll eyn masse unnd entrynnet das eynem mann, man sol im mit recht es wider geben wie lange es auß ist. Das selb recht ist von den vogeln die man in mauß kerb seczet, die heissent beschlossen vogel. aber wie dick sich die mausent davon vorgesagt ist dz hilfet nicht und entrinnent sy, wann sy drey tag ausz sind, man geit ir nicht wider.
Cap. CCCLVI.
Auch von vogeln.
Wa eyn vogel ynn stat der des mannes ist die weil er in seyner gewalt ist, so ist er seyn, wann er aber fligent wirt, wer in den vahet des ist er.
Und gat eyn man zu wald und stilt vederspyl ab dem neste, man sol dem herren erteylen die pfand zu buß unnd gebe die hande. Ich meyn habich unnd sperwer und falcken, oder das als gut sey als dises. Umb ander gefligel mag er weder leib noch gut verwircken.
Cap. CCCLVII.
Aber von vogeln merck.
Und stilt ein man dem andern vederspyl ab seyner stangen oder auß seynem korbe und wirt man des ynnen und vahet yn und begreiffet dz vederspyl bey im, man sol es auff in schieben als ander diepheit. Unnd hat er es geörgert, so sol er es czwifalt geltten und sol dem richter halb als vil geben als dem klager. Und ist das er gar verderbet ist, er soll es aber czwifalt geltten. Unnd ist es als gut als do er es stal, so sol er schweren wie lieb im seyn vederspyl sey, halb als vil sol im der dieb geben, Unnd dem richter dz ander teyl unnd hat er nit gutt man soll im haut unnd har abschlahen.
Cap. CCCLVIII.
Von tauben unnd von pfawen merck also.
Tauben unnd pfawen habent gelych recht. Unnd hat ein man pfawen die gewon sind bei seinem hauß zewesen, unnd sy fliegent von dannen unnd hinwider, die weil sy das tund , so sind sy sey. komment sy aber nit hinwider in vier tagen, wer sy darnach vahet des sind sy.
Cap. CCCLIX.
Von vederspyll.
Der das vederspyl in den tagen vahet als bievor gesprochen ist, unnd es behalttet und darnach höret vorschen, unnd geit er es nicht wider, so ist es ein diepheit. unnd wie lang er es behalttet darnach, so muß er es doch wider geben. unnd kommet er für den richter, der richt über in als hievor gesprochen ist. Disz recht haben die tauben, umb visch unnd umb vogel hierumb verwürcket nyemant seynen leyb gar.
Cap. CCCLX.
Von zämen vogeln das merck also.
Dicz ist von czämen vogeln. Gensen hünr unnd äntten die hand ander recht denn dicz gefligel, wie lang das auß ist, oder wa es kommet, so ist es doch meyn, Und wer es ynn hat, und weißt er das es nit seyn ist dz ist diebheit, unnd man richtet darüber als hievor gesprochen ist.
wie lang man wild vogel ynnen hat man hab sy in dem czil oder nauch dem czil gefangen, Unnd entrynnent sy unnd vahent sy der, des sy waren von ersten, des seynd sy mit recht in welichem zil ers vahet.
Cap. CCCLXI.
Der wilde tier heymlich machen will.
Der wilde auf bürgen oder in stetten zeuhet, dz gat hyn ze walde unnd wider heym, die weyle es die gewonheyt hat, so heisset es seyn. Unnd vahet es yeman das sol man im büssen als hievor gesprochen ist. gat es aber hin unnd kommet nicht hinwider in runt acht tagen, wer es denn vahet des ist es, oder in wes wiltbann es gat, des ist es auch.
Wir sprechen also, das kein richter seynen leyb gar soll nyemen, weder umb gefligel noch umb gewilde noch umb vische.
Cap. CCCLXII.
Von schädlichen tieren das merck also.
Wer behaltet eynen anfelligen hund oder eynen czämen wolff, oder hirß oder beren, wa sy icht schaden tunt, das sol der geltten des sy seynd. wil er sich ir enziehen des sy dann seynd, da mit wirt er nit unschuldig, wann es ist wider recht.
Wer wild bei den leutten zäm wil machen dz nimmer zäm kan werden, schlecht ein man eynen hund ze tod oder ein beren oder eyn tier die weille es im den schaden, er beleibet on schaden, ob man aber im nicht gelaubet, hannd es dann die leut gesehen, so sol er selb dryt schweren das es also sey, hand aber es die leut nicht gesehen, man soll seynen eid darumb nyemen.
Cap. CCCLXIII.
Von allerley hund wer die schlecht oder stiltt.
Wer eynen leythund stilt oder ze tod schlecht, der sol seinem herren des der hund was eynen als gutten geben als yener was, unnd sol im sechs schilling dar czu geben.
Cap. CCCLXIV.
Von den treybhunden merck also.
[.lxviii.] Wer eynen hundt stilet der ein treib hundt heysset, er sol dem herren eynen als gutten widergeben unnd drey schilling dar zu. Und wil er schweren das er unschuldig sey das tut er wol mit eynem bidermann. Des leithundes sol er laugnen mit dreyen mannen.
Cap. CCCLXV.
Von spürhunden merck.
Wer einen spürhund stilt oder schlecht der muß eynen als gutten geben als yener was unnd sechs schilling.
Eyn hunde heisset byberhund, wer den stilt oder ze tod schlecht, der muß einen als gutten geben und sechs schilling darzu.
Eyn hund heysset eyn winde der hasen vahet oder ander wilde, der hat dz selb recht, unnd drey schilling darczu.
Eyn wachtel hund hatt das selb recht und drey schilling darzu.
Eyn hund der grosse wilde vahet Bern hirß und wolff und alle grosse tier, der hatt das selb recht unnd sechs schilling.
Darczu eyn hund den ein hirt umb ein vihe zeuchet, dz er die wolff beisze der hat das selb recht unnd drei schilling darzu.
Eyn hund umb eyn hoffwart der eynem seynes hauß hüttet tag und nacht, und stiltt den eyn man nach dem und die sunn under gat oder schlecht in ze tod, Er geb im eynen also gutten, als yener was und drey schilling darczu, unnd er hatt doch diepheyt daran begangen. Unnd tut er es bey schönem tag, so geb im eynen als gutten als yener was, unnd eynen schilling darczu.
Cap. CCCLXVI.
Ob eyn hund eynen man anlauffet.
Unnd ist das eyn hund eynen man anlauffet, unnd im in sein gewande beysset oder in seynem leybe ist, unnd wert er sich und schlecht in zetod, er sol im eynen als gutten geben als yener was unnd eynen pfennyng und nit mer. Es sol aber yener des der hund was, yenem seinen schaden halb ablegen, oder er sol im des hundes nicht geltten, unnd sol auch dem richter nit büssen. Und wie sol er das bewären der den hund erschlug oder stach das er als gut sey als yener was den er im dafür geyt, da sol er zu den heyligen schweren das er als gut sey als yener was. Wil aber yener nit schweren, so müssendt es from leut scheyden.
Cap. CCCLXVII.
Der eynen hund lämet.
Unnd ist das eyn man eynen hund wundet das er lam wirt an den beynen unnd ist nyemant nucze, so sol er im haben den lamen hund, Unnd sol yenem einen als gutten hund wider geben als yener was und vil pfenning darzu als davor geschriben ist.
Dise recht seczet künig karel on den babst leo von hunden und von vederspyl.
Cap. CCCLXVIII.
Von spärbern unnd von vederspyl.
Wer eynen habich stiltt oder vahet wer den kranch vahet, der sol im einen als gutten geben als yener was, und sechs schilling. unnd umb den habich der den reygel vahet, die selb busse, und drey schilling. umb einem valcken der die vogel vahet in den lüfften ist das selb recht als umb den habich der den kranch vahet.
Cap. CCCLXIX.
Von späwern.
Wer eynen sperwer oder eyn sprinczen oder ander vogel die man auf der hand treyt, wer die stilt oder schlecht, der geb eynen als gutten als yener was und einen schilling. Umb einen pfawen dz selb recht unnd eynen schilling.
Wer eynen hundt stiltt ode einen vogel, unnd geyt er es wider on gericht unnd on klag, unnd seynd sy als gut als sy waren do es sy stal unnd sol sy yener wider nyemen und die pfenning halb als vor darzu geseczet ist. Und sol dem richter halbe buß geben, ob er seyn ynnen wirt.
Cap. CCCLXX.
Von ymen.
Unnd ist das ymmen außfliegent unnd fallendt auff eynen bom, unnd er den drey tag nach volget, so sol er yenem sagen des der bom ist, das er mit im gang uncz das er seynen ymme gewinne. Sy süllent mit einander dar gan, und mit agsten an den bom schlahen unnd mit kolben, und wa mit sy mügent, doch also daz sy den bom nicht verserent noch verderben. Oder vallet er an einen zaun oder auff ein hauß oder waran er vallet, so ist das selb recht als umb den bome, wann er an den bom die schlög tut die hievor genennet sind. Was der ymen herab vallent die süllent sein sein unnd was darauff beleybet, die sind yenes des der bom ist.
Cap. CCCLXXI.
Von der Ee, von unrechten kinden. Merck von ersten den anfang auff die matery.
Do der almächtig got Adam und Evam beschuff da hatt er sy also gschaffen daz sy nymer solten seyn gestorben, noch yemer siech werden. Also bald sy aber den apfal assen, den in got verbotten hette, do musten sy töttlich siech werden, als uns allen von czweyen angeerbet ist ymmer.
Do wir an dem leyb also töttlich wurden unnd siech, do begund got mit seiner barmherczigkeit von hymelreich auf erdtreich zu kommen, unnd wolte durch uns mensch werden auß unser frawen sant maria, der ewigen magt. darumb das er uns eyn erczney woltte machen, damit wir an leybe unnd an sele ewiglich ymmer gesunt wären.
Zum ersten an der sele uncz an den iungsten tag an leib und an sele, ob wir die erczney nüssend, als sy unns got selber geordnet [.lxviiii.] hat, wann er die ercznei mit götlicher krafft als tugenthafft gemachet hat, unnd als edel und also krefftige. wem sy czu rechte wirt als sy got geordnet hat, der ist ewig genesen, unnd mag nimmer verloren werden.
Die ercznei hat unser herre yn syben stuck geteilet. Dise syben stuck werdent allen leutten alle syben nit gar. Dise syben erczney dz sind die syben heyligkeit die höchste die got hatt.
Unnd die erste heyligkeit dz ist der heylig tauff.
Die ander die heilig firmung.
Die drit die heilig buß.
Die vierde ist der heilig gottes fronleychnam.
Die fünfft ist das heylig öl, dz die leut an dem totbet empfahet.
Die sechst der priester weihyn.
Die sybent ist die heylig Ee.
was krafft der erczney yegliche besunder hab unnd wie eyn ieglich kristen mensch ir yeglich besunder soll empfahen dz wissent die gelertten leut woll.
Wir wöllen hie von nichte denn von der heylige Ee eyn wenig sagen, wie die eyn yeglicher mensch empfahen sol, als es der heylig herre sant iohannes sahe in apocalipsi. der sahe eyn frawen, die wolt der track fressen. Der track bedewtet den teuffel. wer dem will empfliegen in der heyligen cristenheyt mit der heyligen Ee, der muß czwen vettach oder flügel han. eynen vettachen wie man czu der Ee kommen sol, der ander wie man mit der heiligen Ee leben sol.
Der vettach hatt fünff vedern die bezeichent fünfferley menschen die eyn yeglicher mensch meiden sol das czu der Ee komen wil. Alle menschen sind uns ze unee verbotten. Aber dise fünff seind allen leutten verbotten, das nyemandt keyn Ee mit in gehaben mag. Wer aber der fünff menschen eynen niemet czu der Ee, Der muß sich davon scheyden, oder seyn wirt nymmer ratt. ir seind ettlich mer den dise fünff menschen, die auch zu der Ee verbotten sind, das gat aber lüczel leut an, dise fünff menschen sind aber gemeyn den leutten allen. yedoch so tut der babst sunderlichen genad mit seynem gewalt an disen fünffen, das man ir ettliches nicht scheidet, das tut der babst aber nicht,wann ettlichen leuten unnd nyeman denn den edlen hohen heren, durch ettlichen hand fryd und durch der cristenheyt nott. Das tut er armen leutten nicht.
Der erst mensch den eyn yegklich mensch meyden soll czu der Ee, Das ist der dir leyplich gesippet ist, das sind die geboren mag. man sol an den geschwistergitten anheben die sippe zeratten. Geschwistergit kind, das ist die ander sippe. geschwistergytt enenkel das ist dir dryt sippe. und der enenckel kind die sind beyden halben zu der vierden sippe, Und standent an dem glid do der mittel vinger in die hand stausset, als hievor in dem buch stat, wann da vindet man bescheydenlichen wa sich die sippe anhebet, Und wa sy begynnet und wa sy eyn ende nyemet.
Wer dem anderen gesippet ist beydenthalb czu der vierden sippe die nygent eynander czu der Ee nicht genyemen. habent aber sy eynander genommen, So musse man sy scheyden. Seynd aber sy unwissenlich zu samen kommen das sy nicht wißten das sy eyn ander gesippet warend, su muß mann sy doch scheyden. Es tüe denn der babst gar hohen herren seyn genade, der cristenheyt zu gut als hievor gesprochen ist. kommet aber sy eynthalb an die fünfften sippe, unnd anderthalb zu der vierden sippe, Ich spriche aber so vil mere, wie wol sy über die vierden komment, unnd seyent einthalb zu der fünfften sippe, unnd standent an dem anderen gelyde des mitteln vingers, doch seynd sy anderthalb zu der dritten sippe, Die stet an dem lide da die hande an den arm stosset, dennochten sol man sy scheyden, ob sy zu einander kommen sind unwissent.
Wissent aber sy wol, das sy einander gesippet warend, so muße man sy scheyden. die aber beydenthalb czu der fünfften sippe seynd, die nyement eynander wol mit recht wissend oder unwissendt.
Nun zu rechter gelycher weyse als fere du deyn selbs sippe myden solt zu der vierden sippe, als fere solt du auch meyden zu der Ee alle die menschen die dem gesippet seyen bey dem du nun eyn mal gelegen bist zu der Ee, oder zu der unEe, wann das heysset geschwagerlich sippe.
Unnd ist auch das der ander mensch, das du meyden solt. verlobet ein man eyn iunckfrawen zu niemen, oder eyn ander weibe unnd er leget sich czu ir nifteln, das ist basen eyner die ir zu der vierden sipp ist oder näher als hievor geschriben ist, Ee das er bey ir lag, die im zu geschworen ist, wievil er eyde geschworen hat, unnd wievil er kind bey ir gewynnet, oder wie lang er und sy bey eynander seien, so musse man sy scheyden.
Latt man aber eynen man bey seyner haußfrawen die in der verbotten sippe an einander genommen haben, unnd nauch dem sy sich czu samen vermischet haben, ir eyns brichet seyn Ee, so mag man ir nicht gescheiden, sy müssend aber starck büssen die sünde.
Wer aber bey des anderen sippe teyl leyt, Ee das sy ir fleisch zu samen mischent, so musz man sy scheyden, oder ir wirt nymmer rat.
Unnd ist das man czwey kind czu einander lobet, die syben iar alt sind beide, unnd mit iren beyder willen geschicht, und stirbet das ein, das sy dennocht einander nie berürten, weder mit dem mund noch mit der handt, das lebend kind mag des geschwystergit niemen zu der Ee. Unnd geit man sy darüber zu einander man muß sy scheiden. Ich gelobe ein weib ze nemen die ist enthalb mers und ich disenthalbe, stirbet sy, ich mag ir schwestern nymmer genemen.
Der dritt mensch, die man czu der Ee meiden sol, dz ist geistlich sipp. du solt den menschen meiden den du erhaben hast auß der tauf unnd der dich erhaben hat, und alle seyne kind, die er hett Ee dz [.lxx.] er dich auß dem tauff erhub. und wer denn andern ausz dem tauff erhebet, der ist seyn geystlicher vatter, unnd davon seynd sy alle seyne geystliche geschwistergit, die er vor hette, ee das er dich auß dem tauff erhub. unnd die kind die er darnach gewynnet, man muß dise wort unnd dyse recht gar wol mercken, oder man wirt gar lycht irr, unnd er muß scharpfe synn han, der es ze grunde mercken sol, wer dich getauffet hat, es sey pfaff oder ley, als ettwen ze gauchtauffen geschicht, der ist dein geystlicher vatter, als er dich erhaben hat und seine kind seynd deyn geystlichen geschwistergit vor unnd nach. unnd machst keyn Ee mit ynen noch mit iren kinden nymmer gewynnen, ob sy doch zehen oder czweinczig iar vor hetten kinder gehebt, ee das sy dich ye getauften, oder auß dem tauff erhuben, so seynd sy doch deyn geystliche geschwistergit.
Hat aber eyn pfaff eyn tochter, die nyemet einen man wol czu der Ee, ist anders der pfaff seyn gotte nicht. Nun sprechent ettlich menschen, Söllich mann werdent nymmer sälig mit pfaffen kinden, das ist nicht. du magst wol leib unnd sele mit ir behaltten, yrret dich ander deyn sünde nicht. Unnd hiet dich das du des gutts icht zu vil nemest, das zu dem altare gehöret, eyn teil mag er wol ein wenig nyemen, oder ander gutt, das zu dem altare nicht gehöret.
Nun sprechendt auch ettliche menschen, So eyn man des anderen kind erhöbet auß dem tauff, was die czwey kinder darnach gewynnent die mügent ein ander nymmer nemen, das ist nit. sy nyemendt eynander wol mit recht, als die sy davor hetten ee das sy gevatret wurden, ich neme selb meynes gevattres kinde mit allem recht. niem ich des nit des ich erhaben han, wann dz ist meyn gotte. meynes gevattren kinde nyem ich wol, meyn gottes kinde nyem ich nit woll mit recht.
Do solt auch alle die menschen meyden, die deyn gemächet erhaben hatt, seyd der zeyt das es deyn gemächet ward. was dein gemächet kind hube Ee das es deyn gemächet ward, der magest du wol eyns zu der ee nyemen. was eyn hannd getut, dz hat die ander wol getan. Also stat es umbe czwey gemächet. unnd ist yenes enthalben mers, unnd das ander hebet disendthalben eyn kinde, yenes ist also wol seyn geistlicher gevatter als das es hub, unnd du magst als wenig keyn ee da mit haben als es hüb. Unnd des kindes vatter unnd mutter seynd als wol sein gevattrit, unnd muß die gevattrit als wol meyden als dz kind das er selb erhaben hette. es seye frawen oder man, was ich gegen dem mann sprich, das sprich ich auch czu der frawen, ich müste anders ieglich czwirent sprechen unnd sagen.
Nun ist noch eyn geystliche sippe die ist in ettlichen landen nit sytt, unnd hatt doch krafft. so sich eyn mensch firmen wil, so sol es eynen weysen man bitten das er es für den byschoff bring unnd soll im seynen gelauben vorsprechen ob es in kan. Unnd kan es des gelauben mit gelörtten wortten nicht, so spreche im seyn pater noster. Unnd spreche also, Ich helaub was ein Cristen menschen gelauben soll. So sol der weyß man den menschen für den Byschoff füren, unnd sol sprechen, Herre helffent disen menschen volle ze cristen gelauben, Ich byn seyn czeug, das er eyn Cristen mensch ist. der mag im wol die fürbynden umbe stricken. Tut aber er des nichten, so ist er doch seyn rechter geystlicher vatter. unnd wer dem andern sunst die fürbinden umb stricket das hat keyn krafft, noch der im die fürbinden abwescht, der nyemet man yettweders wol zu der Ee. yenen weyssen man noch keyns seyn kinde magst du nymmer zu der Ee nyemen, der dich weist also für den byschoff, als hievor geschriben ist. Und alle die leut die der bischoff gefirmet, der ist auch volliglichen ir vatter geistlichen, unnd ir mag nymmer keyns keyn Ee mit des bischoffs kinden gewynnen, ob er kinde hatt.
Der vierde mensch der dir verbotten ist zu der Ee, das ist der gott gebunden ist. das sind alle die, die geweihet sind, evangelier oder epistler, ob sy halt nauch der weyhyn manschlechtig werdent oder brenner, oder wie sy die pfaffheyt verwürckent, so mag doch nyeman keyn Ee mit denen gehaltten. und alle die den orden habent empfangen in klöstern, die seynd alle got gebunden, es seyen frawen oder man, wie lang sy auß iren Clöstern abtrünnig sind, es mag nyemant keyn Ee mit in gehaben. Die brüder und die schwestern die verlassenlichen bey der welt seynd unnd nit in den klöstern den orden habend, die mag man zu der Ee wol nyemen. Ist aber das es geschicht, so sind sy gar müglich zu scheyden, unnd man kan sy nymmer wol gescheiden, unnd mügend auch die sel nymer wol behalten mit der Ee, unnd ist in gar wol gelerter leut rat not.
Die fünfften menschen die du zu der ee myden solt, das ist der eynem andern menschen verbunden ist. Dz sind alle die ein lebentig gemacht habent. Es sey ienhalbe meres, oder wa es in aller welt ist, die weil es lebet, so mag nyemant keyn Ee mit in gemachen, es sey siech oder gesunt.
Sprichet eyner der eyn außseczigs weyb hat, sy hab im ein ander weyb erlaubet ze nyemen, des hatt sy keinen gewalt noch bischoff wie auszseczig du bist, oder wie lang du bettrysig bist. Du magst deinen gemechet nymer kein andern gelauben die weile die sele in dir ist, es sey frawe oder man. wilt du nicht keusch sein, so must du dein Ee brechen mit eynem andern weib.
Hatt ein man ein weib und der brichet seyn Ee mit einer andern, und wirt ir so lieb, das er sprichet also, stirbet mein haußfrawe so wil ich dich [.lxxi.] zu der ee nemen und glopt ir dz mit trewen oder mit seinem eyde, und stirpt sein weib, er mag nymmer kein ee mit ir gewinnen, es sey dann dz sy drew ding nit verurteilt die weil sein eeweib lept oder der frawen Eeman. Das ist eines ob sy beide an ir gemächt tode schuldig seiend das sy sie durch ir liebin so sy ze samen hetten, nit zu dem tod gefürdert hon mit gifft oder mit rat oder mit sollichen dingen schuldig werdent an in. Das ander ob sy einander globent zu nemen mit gelüpte oder mit eide als ich yeczo sprach. Das dritte ist ob ein man oder ein fraw spricht, die weil sein gemächet lept zu dem da es sein ee mit bricht, Ich wil dich yeczo nemen zu rechter ee wen mein gemecht tod sey das du des sicher seyest das ich kein andry nimmer mer genemen müg wann dich. wie der dreyer ding eins da geschicht, so muß man sy scheiden, und mügent nicht beleiben mit recht. geschicht aber der dreyer ding dheines, so büssen sie die sünde, die sy vor mit einander hond geton, so mügent sy wol das himelreich mit einander gewinnen als ferr und es an der ee stat. all die weil und ein man oder ein weib nicht von rechter warheit weis ob sein gemecht lept oder tod ist, so mag es mit recht kein anders gewinnen och genemen. Ist aber das mein gemächt vor zehen iaren tod lag an der nechsten nacht selde als es von mir schiede, oder da ich von im schiede, alle die weil und ich des nit weiß von rechter warheit oder von warhafften leuten die es tode hond gesehen oder die es auch warhafftigklichen wars wissent, So mag ich nymmer kein ander nemen, es seye yenthalb mers oder diß halb, die weil ich zweivel hon an seinem tode, so mag ich nymmer kein andry nemen, Tue ich es darüber, so musz man uns scheiden.
Unnd nymet ein man ein frawen ze rechter ee das hört nach sicht nieman wen sy zwey, wil er des laugenen hernach, so es in gerewet, so behapt sy in ze recht salb drit auff dem chore des bistumb da sy inne seind. sy muß zum minsten salb drit sein. Sy mag haben ze recht ir brüder ir schwester oder ir muter oder fremd leute, oder wer sy seind die helffent ze einer ee wol erczeugen. sy muß aber zu dem minsten einen man haben und ein frauwen. Unnd het sy zehen frauwen, es hilfft nit, es sey dann ein man da bey oder mer dann einer. und hat sy nicht geczeugen, so muß sy ymmer me ein verleges weip sein, und mag keinen andern ge nemen die weil er lept. er nymmet wol ein andere ob aber er bey der ze recht siczet, Da hond die gar weisen pfaffen mit ze tund.
Noch ist der dinge vil die eins scheident, die geschehend aber selten, als ob ein man zwo töchteren hat, der heisset eine agnes die ander anna, oder wie sy anders heissent. der lopt ein man ein ze nemen, der er yetweder nie gesach, und ir freunt gelobent im die ze geben, die da heisset agnes. so man im sy bringen sol, so bringt man im annan und er siczet lang oder kurcz bey ir, wann er des erste innen würt das es die agnes nit ist, so send er sy wider heim und ist von in beiden ein ledig man. Leyt aber er nur einist bey ir darüber wan er sein innen würt, so mag er sich nicht von ir gescheiden. Mag ein man sein weib überczeugen vor geistlichem gericht dz sy sich über sehen hab mit einem anderen mann, der scheidet sich wol von ir, ob er sein ee behalten hat seid er sy nam, ir eintweders mage auch dhein gemecht nemen die weil das ander lebet. leyt er aber einist bey ir fürst das er sein innen würt, er mag sich von ir nit gescheiden.
Cap. CCCLXXII.
Von unrechten kinden merck.
Ee kinder mag der uneelich man nymmer gewinnen. Gewinnet ein man einen sun uneelichen, den mag der babst wol zu einem ee kint machen. Und auch der keyser nach seinem recht als wir hernach wellen sagen.
Aber der bapst noch keyser mügen in dz recht nimmer geben das sy erbent mit andern magen als ob sy in ir muter leib eekind weren gewesen. Aber gewinnet sy Eekint die erbent ir mag wol ob sy ze eekinden seind gemachet als hie vor geschriben ist.
Cap. CCCLXXIII.
Wer vormundes emberen sol.
Alle die uneelich geboren sein, die zu der ee nicht griffen hond und die sich erloß und rechtloß gemacht hond mit untaten an iren rechten den sol man keinen vormund haben noch geben on die, die zu der ee gegriffen hond, den mag man wol vormundt geben, wann dannocht gebrist in maniges rechtens das die habent die eelich geboren seind als wir hernach wellen sagen.
Cap. CCCLXXIV.
Wie uneelich kind zu Eekinden werdent.
Hat aber ein man ein frawen zu ledigklichen dingen und hat kind bey ir lüczel oder vil, und nimmet er sy darnach ze rechter Ee wz sy kind ledigklichen mit einander gehapt haben do sy aneinander zu der ee namen, da sein sy alle rechte eekint worden, und erbent eigen und lehen von vater und von muter, und von anderen iren freunden als wol als die kind die sy darnach gewinnen, so sy einander zu der ee genommen hond. wil man in des vor weltlichem gericht nit glauben, so sol sy eelich recht vor geistlichem gericht behaben, und des brieff und insigel nemen, so behabent sy ir recht vor allem weltlichem gericht mit recht.
Cap. CCCLXXV.
Wer unrecht bey seiner Ee siczet on sein wissen.
Wer ein weib zu der ee nymmet und bey der ze unrecht siczt unwissentlich die kinder die er bey ir gewinnet die seind doch Eekind, unnd das sy enmitten tregt, so sy gescheiden werdent, das ist auch ir eekind, und erpt auch vatter und muter gut mit. und nimpt der vatter ein ander [.lxxii.] weib und gewinnet kind bey ir, unnd hat er erbgut zu ir gebracht das er het, das erbent die eren kint wann sy ee kint seind. Das selbig recht hond auch die kind in der muter erbe und an ir gut.
Cap. CCCLXXVI.
Wie man eelich recht erczeugen sol.
Den man schuldiget das er uneelich geboren sey den sol man überczeugen mit siben mannen volkommer leut. Hie vor ist wol gesaget wer zeug mag gesein oder nicht. und zeyhet man ein man das er sein recht verloren hab mit diepheit vor gerichte oder mit rechtem straßraub oder mit anderen dingen, der sol man in überczeugen mit siben mannen. Wa man siben man ze geczeug leit da stat der richter für zwen man.
Cap. CCCLXXVII.
Von leytgeben merck also.
Und ist ein leytgeb veil, hat essen und trincken, und er hatt ein hausfrawen, und ein dirnen die sein eehalt ist, und die helffent im sein ding besehen, Die müssen mit den leuten mer ze schaffen haben den ander frawen. Davon ist das geseczet, Ist das sy werden geczigen das sy unerlich sünden oder werdent daran begriffen, man sol über sy nicht richten als über ander frauwen, man sol sy auch nicht öffelichen rügen, noch öffelichen büssen, in sol ir lewtprister heimlichen buß geben.
Cap. CCCLXXVIII.
Der den andern rüget.
Es sol auch kein fremd man kein fremde frauwen rügen umb ir uneelich sünde. Es mag tun ir bruder, und ir bruders sun, ir vetter, irs vetters süne. Irem Eeman ist wol erlaubet das er sy rüge, und auch sein ingesinde, mag sy auch wol rügen mit recht.
Cap. CCCLXXIX.
Von den die vergifft machent.
Es mag ein weib wol rügen und ein weib iren man, ob sy im oder er ir ein gifft machet da man die leut mit tötet. sy sollen beid ir gesinde von innen tun, ob sy der untat von in innen werdent.
Cap. CCCLXXX.
Wie der man sein gut in gewalt haben sol, das merck also.
Alle die weil sich der man also verwalten mag, Das er sich begürten mag mit eim schwert unnd mit einem schilt auff ein roß kommen mag von einem stam oder von eim stock, der einer daumellen hoch ist, on eines anderen mannes hilff, doch sol man ime das roß haben, und den stegreiff, die weil er das mag getun, und gereyten mag alles weges ein meil, so mag er getun mit seinem varendem gut was er wil. Und als bald er des nit getun müge, so mag er weder geben nach leihen noch lassen noch tun das yemand frume dem er geit, oder im lat, oder im leyhet das yenen schadet die seins gutes warten seind.
Cap. CCCLXXXI.
Von des mannes iar zal merck.
Etlich yehent so der man lx iar alt würt, so hab er sein tag, das ist nicht. Wir erczeugen mit dem psalter wol, und mit ander geschifft, das der man zu seinen tagen recht kommen ist, wann er achtzig iar alt würt.
Cap. CCCLXXXII.
Wen der iüngling ein weib genemen mag on seins vatters willen also.
Wenn ein iüngling zu vierczehen iaren kommet, So nimpt er wol ein eeliches weib on seines vatters willen. Und hat er kein vatter Sunder ander pfleger wider der willen tut es auch wol, also ob sy ir fleisch zu einander gemüscht haben der knabe und die iungkfraw. und ist des nicht geschehen so mage man sy sündern. so die iungkfraw kommet zu zwölff iaren, so ist sy zu iren tagen kommen. Und nimmet sy ein man wider iren vatter und ander ir freund willen, die ee ist stet. Wil man es dem iüngling nit glauben, so sol er sein alter erczeugen als hievor geschriben ist, und die iungkfraw auch als vor ist bescheiden.
Cap. CCCLXXXIII.
Wenn ein vatter seinen sun von im sündert.
Der vatter sol seinen sun von im sündern, so er fünff und zweinczig iar alt ist, mit als vil guts als er geleisten mag, also das im das merer teil beleib. Unnd tut er des nicht gern, der sun der nötet in des mit recht wol, vor seinem richter. Und hat der vatter nicht mer wann ein kint, er geit im mit recht nit mer wann den fünfften teil seins guts, und hat er mer kind dann eins so teilet er im mit recht das im drey teil beleibent unnd den kinden die zwey teil.
Cap. CCCLXXXIV.
Von insigeln merck hie also.
Des bapsts insigel heissent bullen, wer die mit recht geit und sy mit recht enpfahet so seind sy gut und gerecht.
Der künig insigel habent auch groß recht und krafft.
Der pfaffen fürsten insigel unnd der leyen fürsten insigel seind recht. Der prelaten und der capitel insigel seind recht. Und aller convent insigel seind recht. und werdent sy über ander sachen gegeben denn über ir selbs sache die hond also groß krafft als umb ir selbs geschefft.
Sunder herren insigel hon nit krafft wann umb ir selbs geschefft.
Die stett sollen auch insigel hon doch mit irer herren willen. So hond sy kein krafft wann umb ir stet geschefft.
Ander leut mügen wol insigel hon die hond nit krafft wann umb ir selbs geschefft.
Man mag mit recht wol ein insigel zu den anderen legen an einen brieff zu merer vestnung.
Alle richter mügent mit recht wol insigel hon die hond krafft über die ding, die zu irem gerichte gehörendt.
[.lxxiii.] Wer hant vesty machet, der sol zu dem minsten siben man daran seczen die getzeug seind. Ist ir mer das ist auch gut. An ieglicher hant festy hilfft der tot gezeug als der lebent. Wa man hant festy machet, da sol man unsers herren ihesu cristi alter an seczen. man mag auch wol mit recht der geczeugen insigel daran legen.
Cap. CCCLXXXV.
Ob ein schreiber valsch hantfest schreibet.
Welch schreiber ein ley ist der valsche hant festy oder valsche brieff schreibet, würt er des überzeugt salb drit, das er wol wiczt das es valsch was dz er schreib, da sol man im die hant umb abschlahen. Unnd ist er ein pfaff, man sol in dem bischoff darumb antwürten, und sol im der sein pfefflich ere nemen. Wa in darnach der weltlich richter begreiffet der sol über in richten als über ein weltlichen, er sol im die hant abschlahen heissen.
Cap. CCCLXXXVI.
Wie man pfennig schlahen sol.
All pfennig sol man nicht verschlahen, wann so ein newer herr kommet. stirbet aber der herr oder würt verwandelt in drey iaren die pfennig sollen doch geston uncz sy zu den drey iaren kommen.
Und geit der münsser einen valschen pfennig auß, also dz er damit icht kaufen wil oder damit gelten wil Und ist er zwölff oder mer, es gat im an die handt, er hab ir dann seinen schub, und dannocht muß er schweren das er nicht wisse, das sy valsche weren. Und ist ir ein halb pfundt, oder mer es gat im an den hals.
Ist er aber der selben untat ee beweret oder überczeugt vor gericht, so sol man seinen eyde nit nemen, Man sol im drey wal fürteilen, das heiß eysen ze tragen auff blosser hant, oder in einen wallenden kessel ze greiffen uncz an den elenbogen, oder die wasser urteil. gericht er nit mit der einen, man sol im die hant abschlagen. Diß recht ist nit wann der münsser, wer an seinen rechte nit volkommen ist. Und vindet man bey im einen schilling valscher pfennig minder oder mer, man zerschneidet im die pfennig und geit im die stuck wider. Und ist ir mer dann fünff schilling, man geit im die stuck wider und gat im an die hant er müge ir dann seinen schub haben.
Velscht ein münsser sein pfennig und behaltet sy nit nach irem recht, die weil mag er nieman valsches zeihen da er wandel umb bedürffe tun, Die pfennig sol der münsser behalten also schwere als man sy seczt ze gleicher weiße, und tut er des nit, man sol über in richten in der weisz als umb die valschen pfennig.
Niemand sol pfennig schlahen die andern pfennig gleich seind. Sy sollent haben besunder zeichen. wer es darüber tut, er sey herr oder arm man, der ist ein valscher.
Nieman mage new marckte oder newe münsse erheben, wann mit des herren willen in des gericht er leit. dannoch mag es nit beschehen es send dann der künig seinen hentschuch darczu. dz ist darum geseczt das die lant leute innen werden, dz es sein wil sey.
Wenn man die pfennig verbeutet vierczehen tag darnach sol man mit den alten gelten und pfand lösen on umb die iuden da sol man pfand umb von in lösen über vier wochen. Wer darnach mit dem alten gelt kauffet den sol man die pfennig zerschneiden und die stuck wider geben.
Alle pfennig die man in teutschen landen schlecht die sollen mit recht pfündig und weiß sein. Nun gestattend die künig das man sy anders schlecht und tut daran wider recht.
Cap. CCCLXXXVII.
Der dem andern icht lobet also.
Der silber gelobet ze geben, der sol im geben lauter silber und lötiges. Lobet er im gold ze geben er sols im geben bey dem besten. Wer dem andern gelobet pfennig ze geben Er sol im pfennig geben die in dem gericht oder in der stat, oder in der gegend geng und gut seind da er im die pfennig in gelobet. Wa der man dem andern pfennig gelobet ze geben er sol im geben die pfennig die da geng und gut seind. Und ist es auff einem lande, er sol im geben die in dem bistumb geng und geb seyen. Was der man dem andern gelobet ze geben, das sol er im bey dem besten geben, es sey dann das er im etwas außding.
Cap. CCCLXXXVIII.
Der unrecht wag hat.
Der ein lot ringer macht als vil als ein pfennig wegen mag dann es sein sol ze recht dem sol man das haupt abschlahen. Ist aber das er es schwerer machet auff eins schadens das ist das selb recht wer es erczeugen auff in mag. Es sol der pfennig einer sein der man ein pfunt schlecht auß einer marck. Wer auch yeman überwigt Er tue es damit einem rechten lot umb einen pfündigen pfennig, dem sol man haut und har abschlahen an der straß.
Cap. CCCLXXXIX.
Der gut vindt auff seinem eigen.
Und ist das yeman icht vindet auff seinem eigen gut das ist sein mit recht, ob er es under der erde nicht vindet, und dz ertreich sein eigen ist. vindet es aber yeman anders wann er selb, und daz er es nicht hat heissen suchen, dem sol er den vierteil heissen geben, das ist sein fundrecht. Und hat er in geheissen suchen so sol er im seinen lon heissen geben den er im hat geheissen Und hat er mit im nichts gedingt, was er im geit das sol er nemen mit recht.
Und vindt ein man gut an einer fremden stat die im nit zu stat, wes das ertreich ist da das gut auff funden ward, des ist auch das gut. Das bewäret dz heilig ewangelium dz spricht also. das himelreich geleichet einem acker da der schacze innen leit verborgen, wann den ein man vindet, der verkaufft alles sein gut und kauffet den acker das im der schacz werde. Er sol aber dem vinder den vierteil geben, das ist sein recht.
Cap. CCCXC.
Der gut vindt auff der strasz.
Vindet ein man gut auff der freyen straß under der erden, das ist des reichs Und dem vinder sol auch das vierteil werden.
[.lxxiiii.] Und vindet ein man gut auff der straß ob der erde das sol er dem nechsten pfarrer geben zu behalten oder dem nächsten weltlichen richter wederm er wil. und sol also sprechen. ich hon dises gut funden auff der strasz. und sol die straß nennen und die stat da er es vand und sol also sprechen. das gut bevilhe ich euch auff euwer trew, und auff euwer sele. Und sol der lewtpriester all sunnen tag in seiner predig und auff der cancel künden daz das gut funden sey auff der straß. kommet yeman darnach als recht ist dem geit man es wider. So sol der weltlich richter als offt er zu gericht gat, als dick sol er es künden Unnd wer darnach kommet mit erbern geczeugen oder mit gewissen wortzeichen, die an dem gut seind, also das er nent was es ist, und wie vil sein ist. Wann er die wortzeichen gesagt dennocht sol er zu den heiligen schweren das es sein sey. Und ist er ein fremder man das man sein nicht wol kennet, so sol er zwen biderb man zu im nemen die im helffent schweren das er recht hab. Und hat das gut yeman anders verloren den er selb, er behaltet doch sein gut als hievor gesprochen ist und dem vinder würt sein recht nicht wann als vil er im gern geit. Und ist das nieman darnach kommet in drey iaren, so sol man es enczwei teilen, und sol das ein teil an dz reich geben, das ander teil an ein gotzhauß. Und wellend sy dem vinder oder dem leutpriester oder dem weltlichen richter icht geben von ir beider teil das ist wol billich, es stat aber hin zu in.
Cap. CCCXCI.
Von vogtding merck also.
Da gerichte ist da sol ein büttel sein oder mer dann einer. der sol des vogtes dinge bieten.
Ettwa ist gewonheit das man des vogtes ding gebeut dreystunt in dem iare, etwa über sechs wochen, etwa über zwo wochen.
So ist etwa sitt, daz man burggraven hat, der sol richten über unrecht mesz und über unrecht maß, da man trincken mit geit, und über alles meß und über all unrecht gewicht, was man mit der wag wigt, und was ze haut und ze har gat, und über allen unrechten kauff das libnar heisset und ist, das sol alles ein burggraffe richten.
So sol ein vogt richten alle fräffly und wunden, unnd schwert zucken unnd umb den totschlag Und umb heim süchen und was fräffly und unzucht ist oder heisset. her nach sagend wir mer wie man ein yegliche sach richten sol das sich die leut icht verwürcken mit unrechten gerichte.
Cap. CCCXCII.
Wer einen fürsprechen nymmet also.
Der umb ungericht beklaget würt, der sol des ersten eins fürsprechen begeren, wann die weil er kein fürsprechen hat, so mag der klager besseren sein klag und doch nicht wann als man erteilt nach recht.
Cap. CCCXCIII.
Wie sich ein man versprichet.
Nieman mag im selber ander recht erwerben den an in geboren ist. Er mag auch wol mit untat tun daz er ein böser recht gewinnet als wir hernach wöllend sagen. Ein man mag sich wol versprechen vor gericht daz er ein böser recht gewinnet den ob er schwige. ein yeglich kint behalt seines vater recht, ob es im eelich eben bürtig ist.
Cap. CCCXCIV.
Von der schwaben urteil.
Die schwaben seczent wol urteil unnd recht under in selber auff schwäbischer erd die recht ist. und ziehen sy wol an ein höher gericht das gericht müssent sy nemen, ob sy ia haben die minder volge.
Schwäbische recht zweyet sich nit von der sachssen recht Wann an erbe ze nemen und urteil ze geben.
Cap. CCCXCV.
Von schöpffen.
Wa schöpffen seind, die muß man zu geczeugen hon über alle ding die in der stat beschehen on den totschlag, und on diepheit, und on raub, verwidert der richter dz icht, beczeugen sy das mit recht, yener ist volkommen an seinem rechten.
Cap. CCCXCVI.
Von dem ob ein richter stirbet.
Stirbet ein richter was bey seinen zeiten beschehen ist vor gericht, das sol ein ander richter stet halten. und wa man siben geczeugen leiten sol, da sol der richter zwen verston und sein büttel also vil.
Cap. CCCXCVII.
Der sich eins gutes ze unrecht underwint.
Wes sich der man underwindet mit unrecht, das im mit recht vor gericht angewunnen ist, das sol er dem klager und dem richter büssen. wes sich der man underwindet mit des willen des es ist, der tut wider nieman.
Cap. CCCXCVIII.
Wie man in der alten ee yeglich frävel buste.
Nun vernemet die alten buß die die künig bey den alten sitten aller hand leut geseczt hon. Fürsten freyen herren seind gleich an ir buß. man büste in hievor mit guldin pfennigen die waren pfündig, und der pfennig nam man einen für zehen schilling silbriner pfennig, der gabe man in für etlich schulde zehen pfundt, für etlich mer oder minder ye und darnach die schuld was.
Eyn yeglich fraw und maget het eins mannes halb buß. Sy sacztent ye dem mann buße nach seiner würdigkeit.
Man gab da einem freyen bawren ein pfundt, und sechs pfennig, und einen haller. einem andern bawren ein halb pfundt und ein haller. einem tagwercker zwen wüllin oder fülhin hentschuch und ein mistgabel. Den kauff leuten ein ganczes pfundt. Pfaffen kinden und die uneelich geboren seind, den gabe man ein fuder hews was zwen iärig ochssen gecziehen mochten.
Spil leuten und allen den die gut für ere nement, und die sich ze eigen hon ergeben, den geit man den schatten eins mans gen der sunnen. [.lxxv.] Das ist also vil gesprochen wer in icht leides tut, das sol man in also besseren, das der yenen beleidiget hat an einer wende stande da die sunn an scheinet, und sol der spilman dar gon oder der sich zu eigen hat ergeben, und sol an den schatten der wende schlahen mit der fauscht. damit sol im gebüsset sein und gebesseret. unnd iren kinden den geit man ze buß den blick von einem schilt von der sunnen den sol im yener bieten ze buß.
Die ir recht mit diepheit oder mit raub oder mit mein eyde verwürckent, den geit man ze busse einen besem und ein scher. Diß buß ist geseczt disen leuten, ob sy yemant stößt oder schlecht on blut reunsy, oder ob man sy beraubet oder schiltet, so sol man in dise buß tun. Dise buß was hievor in der alten ee. Nun hon die künig ein anders geseczt, unrechter leut buß gend biderb leut selten. und ist doch darumb buß geseczt das alle die leut frid sollend hon und die richter ir buß.
Cap. CCCXCIX.
Ob ein weib von irem man gescheiden würt.
Würt ein weib gescheiden von irem man mit recht, sy behaltet doch ir leibding das er ir gabe zu irem leibe an seinem eigen, und an bewe. was sy zu im bracht, das füret sy auch von im, ob es da ist. bracht sy varendes gut zu im das sol sy mit im füren. Ist es verloren das sy das bewären mag als recht ist, so muß man es gelten. lehen mag ein fraw haben nach ires mannes tod Ob da kein lehen erb ist. wie aber dz müg beschehen, das vindet man an dem lehen buch.
Cap. CD.
Von eehafften dingen.
Nieman ist für seinen knechte schuldig ze antwürten, wann als ferr sein lon reicht, er werd dann sein bürg willigklich. vertreipt der herre seinen knecht er sol im lonen, und den lon gar geben.
Engat aber der knecht seinem herren von eigem mutwillen er sol dem herren als vil geben als er im gelobet het ze geben. Und hat er im des lones icht geben, das sol er dem herren zwivalt gelten.
Cap. CDI.
Von dem landt sitten.
Ein yeglich man der auß eim land in das ander kommet, und wil er vor gerichte recht nemen umb ein gut das in dem lande leit, er muß nemen recht nach des landes recht und nicht nach seines landes recht.
Cap. CDII.
Von dem zeinßgut merck.
Verseczt ein man umb zeins sein gut von iar ze iar, stirbet er darnach, sein erben sollen es stät halten. verseczt er sein hube und stirpt darnach, sein erben halten es stet ob sy wellen, wann man sol den bauman nicht scheiden von dem gut ee dann zu der liechtmeß das ist recht.
Cap. CDIII.
Wie man eins newen dorffes beginnet.
Da man eines dorffes begint mit newem bawe, da mag der herre des ertreichs wol gelt oder zeins ab vordren also, das den bawleuten halbs koren beleibet und dem pfaffen der zehend, und welch recht andre dörffer haben das sol es auch haben.
Cap. CDIV.
Von dem dorff gericht merck.
Und ist ein dorff, darinn ein richter ist was der seczet mit der merern mengin des dorffes frommen, das mag der minder teile der bawren nicht wider reden. das selb recht sol man auch haben in den steten.
Welch dörffer bey dem wasser ligent, und die ein fürschlacht oder einen graben soltent machen das in das wasser icht schaden tüe, des sollend helffen alle dörffer, und alle die leute zu den man sich versicht, das in dz wasser geschaden müge, ob es auß gat. Und wer des nit tut, den sol der landtrichter nöte. und wer darüber nicht hilffet, dem sol man vor dem lantrichter sein gut verteilen das er bewarn solt vor dem wasser, des sol sich der richter underwinden unnd sol davon bawen als vil das gut angebürt. Und ist daz das wasser auß deusset das sol man weren von gemeinsamem gut und nach der gemeinen schacz steur. Auch sol der landtrichter sein buß auff dem anderen teil haben uncz es der löse des es zerecht ist.
Cap. CDV.
Wie man eigen leut erczeuge das merck also.
Spricht ein mensch das ander an das es sein sey mit recht, dz muß es behaben mit recht mit zweyen mannen die sein eigen sein. Und hat es der nicht so behab es mit zweyen seinen nagel magen, also das er sey salb drit.
Sprichet in ein ander herr an, er sey sein eigen und stand im ze eigen, so sol in der herr behaben der in des ersten anspricht mit siben mannen, die des menschen vatter mag und muter mag sein. Mag aber der mensch sein freiheit bereden, oder das er anderswa an ein gotzhauß gehör mit sechs seiner magen, drey von seinem vatter, und drey von seiner muter, so hat sein freyheit oder ander sein recht behept.
Cap. CDVI.
Der sich einem ergeit und dem andern nimpt.
Der sich einem entsaget und an den anderen ergeit, vordret in der herr vor gericht, und kommet sein erster herr nicht für, als im der tag bescheiden würt, den er sich ergab, das er in verstand mit recht, yener der auff in sprichet, der behept in mit seiner magen zweyen. hat er der nicht, er behept in mit zweyen seiner eygen mannen. Und ist das davon das yener herr nicht ze gagen ist.
Und wer er da ze gagen, so muß er in behaben als hie vor geschriben ist.
Wer seines herren verlaugenet vor gericht So sol sich der Herr sein underwinden mit eim halszschlag ob er in behept, und sol des der richter nicht zürnen, wann es ist sein recht.
Cap. CDVII.
Da der geczeuge wil ee sagen Ee man in fraget.
Wer sich vor gericht zu einem geczeugen erbeutet ee in der richter fraget nach recht, der sol umb die sach nit geczeug sein, es seye dann also das er dheinen anderen [.lxxvi.] gehaben müg, so mag er im wol helffen mit recht.
Cap. CDVIII.
Wie ein man seine kind verkauffen mag.
Wie ein man sein kind verkauffet durch eehafft not das tut er wol mit recht. Er sol es aber nicht verkauffen, das man es tete in das hurhauß. Er mage es einem herren wol für eigen geben.
Cap. CDIX.
Von tod leiben merck also.
Wer erb oder lehen oder varendes gut nach dem dreissigosten nit antwürtet, also ob man es vordret an die stat da es mit recht hin gehöret Und kommet es für gericht, und behabet er da dz er es gevordret hat, er muß dem richter büssen. und hat er dz gut icht genossen, das musz er zwivalt gelten dem er es behept hat, ob er es gevordret hat.
Cap. CDX.
Wer näher erbet von rechte.
Wer gut wil erben, der sol schwertes halb darczu geborn sein, das ist der vatter mag. Wa ein vatter mag und ein muter mag kriegent umb ein erb, da sol der vatter mag erben, und der muter mag nicht. Ist aber das gut von muter mag dar kommen, dz erbent auch die muter magen. Wa aber die sippe einer sip näher ist denn die ander, es sey von vatter oder von muter, die sollen mit recht erben.
Cap. CDXI.
Von rechtlosen leuten.
Der eines mannes eeweib zu einer huren macht, oder ein maget oder ein weib notzygot, nimmet er sy darnach zu der ee das seyen kempffen und ire eekint, und alle die uneelich geboren sein, oder die diepheit, oder den straßraub vergolten hond, unnd des mit gericht beczwungen seind, oder haut oder har erlediget hon vor gericht die seind alle rechtloß.
Die uneelich geboren seind die gewinnent ir rechte wider ob sy eelich heyrat tund Sy erbent kein gut von iren magen, aber ir kind erbent wol von iren freunden ir erb gut.
Cap. CDXII.
Von heiligen mauren.
Sanctum est quod sanctioni subnixum est, veluti muri et porte civitatis. unde et capite puniuntur qui sine magistratus competentis permissione eidem violentiam faciunt cum nullam iustam causam corripiendi habuerunt.
Die maur heissen wir heilig, die heiligen beschliessen. wa ein maur umb ein stat gat da heiligen inne seind, die maur heissen wir heilig. und würt yeman die stat verbotten und steiget über die maur ein, und gat nicht zu dem rechten tor Er hat dz haupte ze recht verloren.
Romulus und remus die waren zwen brüder, und stifftent rom, do tet remus ein untat, das im sein bruder die stat verbot, wann er waz ze rom richter in der stat. Das gebot brach remus, unnd klam über die maur ein unnd ward gevangen umb die selben untat, man fürt in für den richter, ime ward das haupt verteilt. der bruder bat die römer umb in. die römer sprachen sy woltent ir gesecz durch nieman zerbrechen. er ward enthauptet. dise buß sol nieman leiden es werd dann auff geseczt mit des fürsten willen des die stat ist und mit weiser leut rat, die in der stat sein.